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Body-Mass-Index (BMI): Definition, Formel und Aussagekraft

Der Body-Mass-Index (BMI) wurde entwickelt, um schnell und kostengünstig diejenigen Menschen zu identifizieren, die von den Komplikationen der Fettleibigkeit bedroht sind. Das Ziel war nicht die exakte Bestimmung des Körperfetts. Für die meisten Menschen reicht der BMI als guter Maßstab für eine eventuell vorhandene gesundheitliche Belastung durch Übergewicht aus.

Body-Mass-Index (BMI)© Adobe Stock – Zerbor

Keine genaue Körperfett-Messung!

Nicht immer ist die Aussagekraft des BMI gleich gut. Muskulöse Menschen (z. B. Sportler) können einen BMI haben, der sie als übergewichtig kennzeichnen würde. Trotzdem weisen diese Menschen kein Zuviel an Körperfett auf, da Muskelgewebe viel wiegt und zu der Gewichtsverschiebung beiträgt.

Außerdem gibt es Menschen im gesunden BMI-Bereich, die trotzdem übermäßig viel Körperfett haben, sodass ein leichtes Gesundheitsrisiko besteht. Sie können sich von Ihrem Arzt beraten lassen. Berücksichtigen Sie dabei Ihre persönlichen Gewohnheiten bezüglich Ernährung, Sport und allgemeine Gesundheit, ebenso wie Messungen von Hüftumfang und anderen Faktoren zur Bestimmung des Körperfetts. So erhalten Sie einen akkuraten Schnappschuss Ihres Gesundheitszustandes.

Ab wann ist man zu dick?

Am Ende ihres Berufslebens sind 74,2 Prozent aller deutschen Männer übergewichtig. Das zeigt eine aktuelle Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Auch bei Frauen dieser Altersklasse ist mehr als jede Zweite zu dick. Und das bleibt nicht ohne Folgen: Übergewicht bringt mitunter gravierende Gesundheitsprobleme mit sich. Es begünstigt unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Aber ab wann gilt man eigentlich als zu dick? Zunächst einmal sollten Sie wissen: Liegt Ihr Body-Mass-Index (BMI) über 25, so ist es in der Regel ratsam, dass Sie Ihr Gewicht reduzieren. Der BMI errechnet sich, indem man das eigene Gewicht durch die Körpergröße zum Quadrat teilt. Als ideal gilt hierbei ein Wert zwischen 18,5 und 24,9. Ab einem Wert von 25 sprechen Mediziner von Übergewicht. Ab einem Wert von 30 ist von Adipositas die Rede, also von krankhafter Fettleibigkeit.

So rechnen Sie Ihren BMI aus

Körpergewicht in kg
BMI = ————————————-
Quadrat der Körperlänge (m2)

Hier ein Beispiel:

Größe: 1,68 m

Gewicht: 75 kg

75 : (1,68 x 1,68) = 26,57

Hier kommt eine wirklich gute Nachricht: Aus wissenschaftlicher Sicht dürfen Sie mit zunehmendem Alter ruhig etwas mehr wiegen. Schauen Sie gleich mal nach, wie es um Ihr Gewicht mit zunehmenden Lebensjahren steht:

BMI und Lebenserwartung mit zunehmendem Alter

Altersgruppe in Jahrenwünschenswerter BMI
19 – 2419 – 24
25 – 3420 – 25
35 – 4421 – 26
45 – 5422 – 27
55 – 6423 – 28
> 6524 – 29

Doch nicht nur der BMI-Wert entscheidet darüber, ob Sie abnehmen sollten oder nicht. Denn er sagt beispielsweise nichts darüber aus, wo an Ihrem Körper sich Fett ansammelt. Das jedoch ist nicht ganz unwichtig.

Bauchfett macht krank

Sie sollten wissen: Zahlreiche Studien der vergangenen Jahre haben bestätigt, dass vor allem Fett in der Bauchregion (abdominales Fett) besonders gesundheitsschädlich ist: Die entsprechende Körperstatur, die hauptsächlich bei Männern auftritt, wird als „Apfel-Typ“ bezeichnet. Lagert das Fett hingegen an Oberschenkeln, am Gesäß oder den Hüften, so spricht man vom „Birnen-Typ“.

Diese Krankheiten werden durch Bauchfett begünstigt

Im Unterschied zum „Birnen-Fett“, das lediglich als Unterhautfettgewebe lagert, setzt sich Bauchfett auch an Ihren inneren Organen ab. Betroffen sind vor allem Magen, Darm oder Leber. Von dort gelangen Fette an die Innenwänden Ihrer Gefäße und können Blutgerinnsel verursachen. Die Gefäße verengen, was zu einem Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann. Auch eine Demenzerkrankung ist mitunter die Folge. Der Speck um den Bauch gibt außerdem schädliche Fettsäuren und Botenstoffe ab und verursacht dadurch Entzündungen. So ist etwa der entzündungsfördernde Botenstoff Interleukin-6 im Blut von dickbäuchigen Menschen um bis zu 50 Prozent erhöht.

Wissenschaftler der Universität von Maastricht haben 2010 außerdem festgestellt, dass Fettzellen um den Bauch- und Nabelbereich mehr als 20 verschiedene Hormone und weitere Substanzen produzieren und in den Körper abgeben. Welche Auswirkungen diese Stoffe im Einzelnen auf Ihren Organismus haben, ist noch längst nicht im Detail geklärt.

Messen Sie regelmäßig Ihren Bauchumfang

Neben Ihrem BMI-Wert sollten Sie also immer auch Ihren Bauchumfang im Blick behalten, wenn es darum geht, Ihren Gesundheitszustand zu beurteilen. Einen guten Hausarzt erkennen Sie daran, dass er sich bei einem Gesundheitscheck nach Ihrem Bauchumfang erkundigt, oder diesen sogar regelmäßig überprüft.

So messen Sie Ihren Bauchumfang richtig: Stellen Sie sich locker und aufrecht hin und entspannen Sie Ihre Bauchregion. Legen Sie das Maßband in Höhe Ihres Bauchnabels an und atmen Sie dabei leicht aus. Sie selbst sollten Ihre Körpermitte am besten alle drei bis vier Tage messen: Als Frau sollten Sie höchstens 88 cm Bauchumfang aufweisen, als Mann nicht mehr als 102 cm.

Bauchfett macht krank© Ljupco Smokovski – Fotolia

Deshalb sollte auch der „Birnen-Typ“ abnehmen

Wenn Sie jetzt meinen, das vermeintlich harmlosere „Birnen-Fett“ sei ein Freifahrtsschein für hemmungslosen Genuss, liegen Sie leider falsch. Auch diese Fetteinlagerungen sollten Sie versuchen loszuwerden. Denn Übergewicht im Allgemeinen belastet Ihre Gelenke und schränkt Ihre Beweglichkeit stark ein.

Eine Studie der Universität Aarhus in Dänemark weist zudem darauf hin, dass vermutlich auch „Birnen-Fett“ an der Bildung einer Thrombose beteiligt sein kann: Die Forscher untersuchten insgesamt 57.000 Personen im Alter von 50 bis 64 Jahren. Lag der Hüftumfang über 108 Zentimetern, so war das Thromboserisiko gegenüber schlankeren Personen verdoppelt.

Vertrauen Sie nicht jeder Körperfettwaage

Verzichten Sie auf Körperfettwaagen, die Elektroden nur an der Standfläche aufweisen. Denn diese messen nur die Körperzusammensetzung der unteren Körperhälfte. Insbesondere wenn Sie also Fetteinlagerungen vom „Apfel-Typ“ loswerden wollen, ist das Gerät nicht besonders hilfreich. Körperfettwaagen, die zusätzlich mit Elektroden an den Handgriffen (Handsensoren) ausgestattet sind, liefern genauere Ergebnisse.