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Hämorrhoiden: Die Zaubernuss (Hamamelis) wirkt Wunder

Schon die Indianer schätzten die Heilkraft der wunderschönen Zaubernuss (Hamamelis virginiana). Sie gilt heute als eines der hilfreichsten pflanzlichen Mittel, das Sie sowohl äußerlich als auch innerlich anwenden können. Nordamerikanische Schamanen bereiteten aus der Rinde der Hamamelis unter anderem einen Absud zu, mit dem sie geschwollene Augen und Wunden spülten, Durchfall und Zahnschmerzen bekämpften. Die Siedler übernahmen diese Rezepte und sorgten schon früh dafür, dass die Zaubernuss als Destillat in die Apotheken kam.

Zaubernuss (Hamamelis)© Adobe Stock – behewa

Zaubernuss: Hilfe bei Hämorrhoiden

Die winterharte Zierpflanze, die im Winter selbst im Schnee sehr hübsch blüht, gibt es heute bei uns in der Apotheke in einer Reihe von Fertigpräparaten ohne ärztliches Rezept zu kaufen, zum Beispiel Hametum Salbe und Extrakt, Hamamelis-Salbe-Heel S oder Hamevis-Tinktur. Getrocknete Blätter und Rinde sind ebenfalls erhältlich. Die Zaubernuss (auch Hexenhasel genannt) wirkt aufgrund ihrer hohen Anteile an Gerbsäure adstringierend, stoppt Blutungen, schleimigen Ausfluss und hemmt Entzündungen. Die Gerbsäuren beschleunigen auch den Heilungsprozess, lindern Schmerzen und Schwellungen, bilden auf Wunden einen schützenden Film. Äußerlich werden die Präparate erfolgreich angewendet bei:

  • Hämorrhoiden
  • wunden Brustwarzen
  • Krampfadern
  • Verstauchungen und Quetschungen
  • leichten Hautentzündungen
  • Zahnfleischentzündungen

Hämorrhoiden: kein unabwendbares Schicksal

Das Wort „Hämorrhoiden“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „mit Blut gefüllte Adern“. Diese entwickeln sich oberhalb des Afterschließmuskels im Darmausgang. Hier sorgt ein Geflecht dünnwandiger Blutgefäße dafür, dass sich der Darmausgang fest verschließen lässt. Erweitern sich diese Gefäße, können sich daraus kleine, halbkugelige Knoten bilden. Diese Hämorrhoiden können sich im Laufe der Zeit so vergrößern, dass sie aus dem After hervortreten. Mit der Zeit werden sie immer schmerzhafter. Mit diesen Symptomen machen sich Hämorrhoiden bemerkbar:

  • Brennen
  • Jucken
  • Schmerzen
  • dumpfer Druck
  • Wundsein
  • Nässen
  • frische Blutungen
  • Knoten im äußeren Afterbereich

Bei Hämorrhoiden handelt es sich oft um ein Familienleiden. Die Ursache kann auch in einer angeborenen Bindegewebsschwäche liegen. Bei Frauen richten sie sich nicht selten nach Schwangerschaft und Geburt als Dauergast ein. Die moderne Lebensweise mit unausgewogenen Ess- und Trinkgewohnheiten, Stress und Bewegungsmangel mit zu viel Sitzen unterstützt die Entstehung von Hämorrhoiden. Diese werden heute mit Salben und Zäpfchen erfolgreich behandelt oder im fortgeschrittenen Stadium operativ entfernt.

Welche Vorsorgemaßnahmen Sie treffen können

Um Verstopfung, starkes Pressen und damit Hämorrhoiden zu vermeiden, sollten Sie diese vier Ratschläge befolgen:


Essen ohne Kohlenhydrate?

Diese Lebensmittel sollten Sie dann meiden . . .

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  • Nehmen Sie Ballaststoffe zu sich: Obst, Gemüse und Vollkornprodukte, sollte Ihren Speiseplan anführen. Dazu können Sie auch Zusätze in Form von Weizenkleie oder milde Abführmittel wie Psyllium (Flohsamenpräparate), Methylzellulose oder Docusat nutzen.
  • Trinken Sie viel: Mindestens acht Gläser (etwa 1,5 l) Flüssigkeit am Tag fördern die Verdauung.
  • Bleiben Sie in Bewegung: Bewegung regt die Darmtätigkeit an und macht Pressen überflüssig, da Verstopfungen vermieden werden.
  • Hören Sie auf Ihr Bedürfnis: Wenn Sie nicht zur Toilette gehen, solange Sie den Drang dazu verspüren, kann Ihr Stuhl trockener und unbeweglicher werden. Nehmen Sie sich Zeit, um Ihren Darm komplett zu entleeren.
  • Wichtig ist ebenfalls, dass frische Blutauflagerungen auf dem Stuhl einer weiteren Klärung bedürfen, da dieses Symtpom auch durch Polypen oder ein Karzinom verursacht sein kann.

Schämen Sie sich nicht!

Die meisten Betroffenen reden nicht gern darüber, dass sie Probleme mit der Darmkontinenz haben. Dennoch ist dieses Übel weit verbreitet, etwa bei Menschen, die unter Hämorrhoiden leiden. Viele wenden sich mit diesem Problem nicht an ihren Arzt, weil sie sich schämen. Das ist zwar verständlich, aber wenig hilfreich. Denn es kann Ihnen mit einfachen Mitteln geholfen werden.

So wird beispielsweise bei etwa 80 Prozent der Betroffenen der Schließmuskel allein durch ein Biofeedback-Training wieder fit. Dazu wird eine Sonde in den Enddarm eingeführt, mit deren Hilfe dann das Pressen geübt wird. Je nachdem, welche Ursache für die Inkontinenz vorliegt, kommen auch andere Methoden zum Einsatz. In den meisten Fällen wird der Schließmuskel wieder dicht oder es kommt zumindest zu einer erheblichen Verbesserung. Sie sehen, es gibt also guten Grund, bei einer Stuhlinkontinenz den Arzt zu Rate zu ziehen.

Training der Aftermuskulatur zur Vorbeugung

Eine wirksame Methode, Hämorrhoiden vorzubeugen oder zum Rückzug zu bringen, ist vor allem Bewegung und in diesem Fall ein gezieltes Schließmuskeltraining. Die folgende Übung können Sie überall unbemerkt machen: Im Büro, im Bus, im Auto oder auf der Toilette zum Beispiel.

Ziehen Sie die Aftermuskulatur 20- bis 30-mal zusammen und lassen Sie diese wieder erschlaffen. Das Zusammenziehen sollte etwa zwei Sekunden und das Erschlaffen drei Sekunden dauern. Wenn Sie diese Übung einige Male täglich durchführen, kräftigt sich der Darmschließmuskel rasch, die Durchblutung wird angeregt und Blutstauungen entgegengewirkt.

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