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Ayurveda: Traditionelle indische Heilkunst und Medizin

Inhalt

Ayurveda bezeichnet eine traditionelle indische Heilkunst, die sich mittlerweile über Indien, Nepal und Sri Lanka hinaus zunehmender Beliebtheit erfreut. Wörtlich übersetzt bedeutet dieses Wort aus dem Sanskrit „Lebensweisheit“ oder „Lebenswissenschaft“. Das beschreibt die Kombination dieser Lehre aus Erfahrungswerten, Philosophie und medizinischen Aspekten unter Einbeziehung von Körper, Geist und Seele.

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Ayurveda
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Ernährungslehre auf Indisch

Nahrung sieht man im Ayurveda als Information an, die im Idealfall die Abwehrkräfte des Körpers stärkt und Körper und Geist verbindet. Damit erreicht man einen gesunden und balancierten Zustand. Somit ist das Konzept unserer Idee von einem gesunden Leben ähnlich. Eine weitere Ähnlichkeit ist die Annahme, dass die meisten Lebensmittel an und für sich gesund sind. Lediglich die falsche Kombination führt zu Problemen und schlussendlich zu Krankheiten.

So verträgt sich Milch nicht mit Fleisch, Fisch, Salz oder sauren Früchten. Diese Kombinationen verstopfen nach der Lehre des Ayurveda die Blut- und Lymphbahnen. Milch gilt in der indischen Ernährungslehre sowieso als schwer verdaulich. Durch Gewürze wie Zimt, Kardamom oder Kurkuma kann der Körper sie besser aufnehmen und verwerten. Joghurt sollten Sie nicht mit Nudeln, Brot, Fisch, Tomaten, Kartoffeln oder Auberginen kombinieren. Eier isst man am besten nicht zusammen mit Fleisch, Käse, Bananen und Milch. Honig und Butter vertragen sich nicht. In gleichen Teilen wirkt diese Kombination stark toxisch. Das gilt darüber hinaus für erhitzten Honig in Tee oder heißem Wasser.

Ayurvedische Tipps, die in Deutschland funktionieren

  • Essen Sie lediglich bei Hunger.
  • Nehmen Sie keine Zwischenmahlzeiten zu sich.
  • Die Hauptmahlzeit findet am Mittagstisch statt.
  • Essen Sie niemals in Unruhe oder Hektik oder in schlechter Gemütsverfassung.
  • Halten Sie immer eine Pause von drei Stunden zwischen den Mahlzeiten ein.
  • Essen Sie sich nicht völlig satt.
  • Achten Sie darauf, dass Sie bei jeder Mahlzeit frische Lebensmittel essen.
  • Trinken Sie erwärmtes Wasser und Kräutertees.
  • Versuchen Sie immer, alle fünf Geschmacksrichtungen in jeder Mahlzeit unterzubringen: sauer, bitter, süß, scharf und salzig.
Ayurveda
© foodinaire – Fotolia

Gewürze für Ihre Gesundheit

Anis, auch süßer Kümmel genannt, sind die grünen, getrockneten Samen der Anispflanze. Für das typische, leicht an Lakritz erinnernde Aroma ist das ätherische Öl Anethol verantwortlich. Je nach Sorte schmeckt Anis süß-aromatisch bis würzig-herb. Anis wird meist gemahlen angeboten.

Ingwerbzw. die Ingwerwurzel schmeckt zitronig-scharf. Die Wurzel findet immer mehr Einzug in unsere heimische Weihnachtsbäckerei. Als Backgewürz darf gemahlene Ingwerwurzel natürlich nicht bei Ingwerplätzchen, Lebkuchen (englisch: Gingerbread = Ingwerbrot) und Printen fehlen.

Kardamom gehört zur Ingwer-Familie. Verwendet werden die unreifen Samen aus den Früchten. Das Gewürz schmeckt süß-scharf. Öffnen Sie die Kardamomkapseln immer erst kurz vor dem Gebrauch, damit das Aroma nicht verloren geht.

Koriandersamen riechen getrocknet nach Zitrone und Moschus und schmecken nach Orangenschale, Zimt und Muskat.

Muskatnuss gibt es in ganzer und gemahlener Form. Die Bezeichnung „Muskatnuss“ ist streng genommen falsch. Bei der „Nuss“ handelt es sich eher um einen Kern. Er ist, ähnlich wie bei einer Aprikose, von Fruchtfleisch umgeben. Verwenden Sie die Muskatnuss sparsam, sonst überwiegt der seifige Geschmack. Meist genügt es schon, mit der Muskatnuss nur einmal über die Reibe zu fahren.

Nelken sind getrocknete Blütenknospen des Gewürznelkenbaumes. Sie schmecken leicht scharf und besitzen wegen des hohen Anteils (bis zu 25 Prozent) an ätherischen Ölen ein sehr intensives Aroma. Bitte verwenden Sie Nelken immer nur sparsam.

Piment sind die unreif geernteten, getrockneten Beeren des Nelkenpfefferbaumes. Sie schmecken nach Nelken, Muskat, Zimt und Pfeffer.

Safran verdankt seine gelbe Farbe dem natürlichen Farbstoff Carotin. Zum Backen eignen sich sowohl pulverisierter Safran als auch Safranfäden, die feinen Stempelfäden der Safranblüte. Letztere sind das teuerste Gewürz der Welt und geben vielen Festtagsspeisen erst den wunderbaren Geschmack.

Sternanis, auch Badian genannt, ist die sternförmige Frucht eines immergrünen Magnolienbaumes. Er ist nicht mit dem Anis verwandt, hat jedoch ein ähnliches, leicht an Lakritz erinnerndes Aroma.

Vanille: Verwendet wird meist nur das weiche Mark, das aus der Schote herausgekratzt wird.

Zimt wird aus der getrockneten Rinde des Zimtbaums hergestellt. Stangenzimt wird aus Ceylon-Zimt gemacht, indem mehrere getrocknete Rindenschichten ineinandergeschoben werden. Gemahlener Zimt wird aus China-Zimt oder Padang-Zimt hergestellt.

Ayurvedische Gewürze
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Überblick: Die heilsame Wirkung der Gewürze

Gewürze

Maharishi-Ayurveda

Wie finden Sie einen geeigneten Therapeuten? Das ist in Deutschland nicht einfach. Denn hier hat sich eine Richtung etabliert, die mit dem ursprünglichen Verfahren nur noch wenig gemein hat: der Maharishi-Ayurveda. Die Bezeichnung geht auf den in den 70er Jahren als Guru der Beatles bekannt gewordenen Maharishi Mahesh Yogi zurück. Er propagiert zusammen mit dem Ayurveda auch die Transzendentale Meditation (TM); eine Meditationstechnik, durch die selbst das Fliegen möglich sein soll.

Maharishi und seine Anhänger haben im Jahr 1985 den Ayurveda für ihre Ziele entdeckt und sich den Namen „Maharishi-Ayurveda“ als Marke schützen lassen. Kritiker sehen darin lediglich das Bestreben, durch die Ayurveda-Therapien und den Verkauf selbst entwickelter Medikamente die TM-Bewegung zu fördern und zu finanzieren.

Nur Wellness und Entspannung

Die Ausbildung der Therapeuten beschränkt sich beim Maharishi-Ayurveda oft nur auf wenige Wochenenden. Theoretisch spricht absolut nichts dagegen, diese Angebote wahrzunehmen. Ihnen sollte jedoch klar sein, dass der Ayurveda hier lediglich eine Wellness- oder Entspannungstherapie ist. Lassen Sie sich durch die Therapeuten keinesfalls gegen Ihren Willen zum Beitritt in die TM-Sekte drängen.

Selbst vielen Medien sind diese Verbindungen zwischen etlichen deutschen Ayurveda-Angeboten und der Maharishi-Sekte offensichtlich unbekannt. Denn oft werden in Berichten über Ayurveda als Ansprechpartner nur die „Deutsche Gesellschaft für Ayurveda“ in Berlin oder die „Ayurveda-Klinik Parkschlösschen“ in Traben-Trabach genannt. Beide Organisationen sind dem „Maharishi-Ayurveda“ zuzurechnen.

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