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Anti-Aging: Schlagen Sie dem Altern ein Schnippchen

Lange gesund und geistig fit bleiben ist unser aller Traum. Aber von nichts kommt nichts. Sie müssen heute schon die Grundlagen legen, um Ihr Leben auch in einigen Jahren noch in vollen Zügen genießen zu können.

Alte Leute im Fitnessstudio© drubig-photo - Fotolia

Die Bevölkerung Deutschlands wird dank der Fortschritte der Medizin, der besseren Ernährung und der guten Arbeitsbedingungen immer älter.

Statistiken dokumentieren, dass heute über 102.000 Menschen im Alter von 95 und mehr Jahren in Deutschland leben. Schon seit Jahren sind wir nicht mehr mit der Frage konfrontiert, wie lange wir leben, sondern wie wir diese Jahre verleben und wie wir leistungsfähig bleiben können.

Mit der Suche nach dieser Antwort beschäftigt sich die so genannte „Anti-Aging-Medizin“.

Der Begriff „Anti-Aging“ kommt aus dem Amerikanischen und bedeutet soviel wie „Maßnahmen gegen das Altern ergreifen“.

Das Altern, das ab dem 40. Lebensjahr in allen Organen und Geweben des menschlichen Körpers einsetzt, ist einerseits grundsätzlich nicht aufzuhalten, aber andererseits doch in Intensität und Auswirkung stark modifizierbar.

Daher sind unter Anti-Aging-Strategien die schulmedizinischen diagnostischen Erkenntnisse und therapeutischen Maßnahmen zu verstehen, die zur Gesunderhaltung (Prävention, Salutogenese) und damit zur Verlangsamung von Alterungs-, Verschleiß- und Abbauprozessen beitragen.

Die Lebensdauer des menschlichen Organismus ist im genetischen Code des Erbgutes fixiert und beträgt unter optimalen Voraussetzungen circa 120 Jahre.

Der normale Alterungsvorgang beginnt ganz unbemerkt und schleichend zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Er wird durch innere Faktoren, zum Beispiel Hormonspiegelveränderung, und äußere, wie Alkohol, Rauchen, Pestiziden in Nahrungsmitteln, moduliert beziehungsweise beschleunigt.

Präventive Gesundheitsmaßnahmen und ein gesunder Lebensstil verlangsamen diesen kontinuierlichen, nur in einer Richtung fortschreitenden Prozess des Alterns.

Vermeiden Sie freie Radikale

Freie Radikale sind eine der wichtigsten Ursachen des Alterungsprozesses. Freie Radikale sind aggressive Stoffe, die in ganz kleinen Mengen als unerwünschtes Nebenprodukt im Stoffwechsel bei der Zellatmung entstehen.

Gelegentlich werden vom Körper auch absichtlich und gezielt freie Radikale gebildet, um Fremdstoffe zu zerstören, zum Beispiel in der Immunabwehr von Infektionen.

Mit kleinen Mengen dieser Substanzen wird der fitte Körper sehr gut fertig: Er baut sie, wenn sie nicht benötigt werden, problemlos wieder ab, ohne dass Zellen geschädigt werden.

Durch schlechte Umweltbedingungen, ungesunde Lebensweise, Zigarettenrauch, mangelnde Bewegung, Stress, Medikamente, Abgase, Ozon, UV-Licht, ungesunde Ernährung und vieles mehr entstehen jedoch sehr große Mengen der aggressiven freien Radikale.

Größere Mengen kann Ihr Körper nicht mehr schnell genug entgiften und es entstehen Schäden an den Zellen, die Zellen sterben ab. Der Körper altert schneller und wird krank.

Wenn Radikale die Zellen schädigen, ist das immer ein Oxidationsprozess. Dies kann zu Überoxidation führen, mit der der Stoffwechsel nicht mehr fertig wird.

Die Regenerationsfähigkeit der Zellen wird beeinträchtigt, Austauschprozesse werden erschwert, der Körper vergiftet sich mit der Zeit.

Erkennen Sie diese Anzeichen von Alterungsvorgängen

  • Verminderung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit
  • Verringerung des mentalen Antriebs, depressive Verstimmungen
  • Abnahme der kognitiven Leistung, Konzentration, Aufmerksamkeit
  • Nachlassen von Libido und Potenz
  • Zunahme des Gewichtes, Fettverteilungsstörung, Abnahme der Muskelkraft
  • Veränderung der Hautbeschaffenheit und -dicke, Elastizität, Altersflecken, Cellulite, Hautfalten
  • Haarausfall, graue Haare

Ihre Hormone sind mitverantwortlich für die Alterung

Die wichtigste Ursache dieser äußerlichen Veränderungen ist die mit dem Alter nachlassende Hormonproduktion. Hormone sind bei Frauen und Männern in jedem Alter maßgeblich mitverantwortlich für ein gesundes und jugendliches Aussehen.

Sie sind die Wachstumsfaktoren, die aufbauend, stärkend und verjüngend auf alle Hautschichten wirken.

Sie beeinflussen die Regenerationsfähigkeit der Haut, die Bildung von Kollagen, die Wasserbindungsfähigkeit des Gewebes sowie dessen Durchblutung.

Die Hormone sind aber auch zuständig für die psychische Stabilität, für die Lust und für die Liebe.

Zu den Hormonen, die mit fortschreitendem Alter für unser Wohlbefinden verantwortlich sind, zählen:

  • Melatonin. Es ist das Hormon der Schonung. Immer dann, wenn der Körper über zu wenig Melatonin verfügt, findet er nicht die Ruhe, um alle nötigen Reparaturmaßnahmen durchführen zu können. Ein Melatoninmangel kann durch Alkohol, Nikotin, aber auch durch den Alterungsprozess ausgelöst werden. Durch die zusätzliche Gabe dieses Hormons lässt sich der Schlafrhythmus stabilisieren, so dass sich der Körper ausreichend erholen kann.
  • DHEA. Dieses Hormon ist die Muttersubstanz vieler anderer Hormone, die unser Körper ebenfalls benötigt (zum Beispiel Androgene und Östrogene). Als Gegenspieler des Stresshormons Cortisol schaltet DHEA den Körper bei Bedarf auf Sparkurs, indem es die Schnelligkeit biologischer Reaktionen reduziert und ihn so vor unnötiger Energievergeudung schützt. Es verstärkt die Gedächtnisbrücken im Gehirn und hat einen schützenden und ernährenden Effekt auf die Nervenzellen. Außerdem wirkt DHEA fettreduzierend, da es die Synthese des Fettes in den Fettzellen verhindert.
  • Das Wachstumshormon. Wie der Name schon sagt, ist das Wachstumshormon für das Wachstum zahlreicher Organe zuständig. Ein Mangel dieses Hormons äußert sich durch Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Fettzunahme und Muskelabnahme, aber auch seelische Veränderungen wie depressive Verstimmungen und die Vermeidung der Gesellschaft anderer Menschen. Der Körper produziert das Wachstumshormon vor allem im Zustand des Hungerns und bei mäßiger sportlicher Aktivität am Abend. Somit besteht die Möglichkeit, die Produktion im eigenen Körper zu aktivieren. In ausgewählten Fällen kann es als Anti-Aging- Therapeutikum zugeführt werden.
  • Östrogen. Östrogene übernehmen im Hormonhaushalt sowohl von Frauen als auch von Männern einen entscheidenden Part. Sie sind für die Sinne von großer Bedeutung: wenn der Östrogenspiegel im Blut kurzfristig sinkt, beeinträchtigt dies massiv das Geschmacks- und Geruchsempfinden. Außerdem beeinflussen Östrogene positiv den Blutfettstoffwechsel. Bei einem Mangel schrumpft und altert die Haut wesentlich schneller, Haut und Schleimhäute trocknen aus, es kommt zu Knitterfalten, der Knochenabbau schreitet schneller voran. Außerdem schwindet die Libido und auch Depressionen können sich einstellen.
  • Progesteron. Es ist besonders wichtig für den Wasserhaushalt, für die Stabilität der Venen und Knochen sowie für die seelische Ausgeglichenheit. Wenn das Hormon fehlt, kann es bei Frauen zu einem Spannungsgefühl in der Brust und zu Ödemen kommen. Typisch für Progesteron-Mangel ist auch vermehrte Gereiztheit. Ein Phänomen, das in den Wechseljahren häufig auftritt.
  • Androgen. Sie sind die männlichen Hormone und spielen sowohl im männlichen wie auch

    im weiblichen Körper eine wichtige Rolle. Vor allem sind sie für die Libido zuständig. Menschen, denen Androgene fehlen, haben keine Lust mehr auf Sex. Androgenmangel macht sich aber auch äußerlich bemerkbar: Er führt zu einer veränderten, schlafferen Struktur des Bindegewebes und fördert die berüchtigten „Rettungsringe“ an den Hüften.

Sie können Ihre eigene Hormonproduktion Ankurbeln

Anti-Aging-Strategie bedeutet aber nicht immer, dem Körper fehlende Substanzen von außen zuzuführen.

Mitunter gelingt es auch, die körpereigene Hormonproduktion anzuregen. Das gilt zumindest für zwei wichtige Hormone, die für das Altern verantwortlich sind: das Wachstumshormon und das Melatonin.

Beim so genannten Dinner-Cancelling- Konzept nehmen Sie nach 18.00 Uhr keine Nahrung mehr ein.Ziel ist ein Anstieg des Wachstumshormons und des Melatonins und damit ein jungerhaltender Effekt.

Kurz nach Mitternacht setzt der Körper die größten Mengen von Wachstumshormonen frei, damit sie in unserem Körper Reparaturen vornehmen.

Bei einer kalorienreichen Abendmahlzeit benötigt unser Körper soviel Energie für die Verdauung, dass für die Freisetzung von Wachstumshormonen kaum Energie übrig bleibt. Das Ergebnis:Wir werden schneller „abgenutzt“ und älter.

Ähnliches gilt auch für Melatonin, das in der Nacht in hohen Mengen freigesetzt wird.

Das Melatonin senkt die nächtliche Körpertemperatur des Menschen mit der Folge, dass alle biochemischen Reaktionen gebremst und Energie gespart wird. Damit wird die Lebensdauer einzelner Organe verlängert.

Zum Anti-Aging-Programm gehört auch die richtige Ernährung. Nur wenige wissen, dass die Natur uns mit „Anti- Aging-Essen“ versorgt hat, welches uns alle nötigen Hormone liefern kann.

Diese so genannten Phytohormone können den Mangel an den wichtigsten Substanzen in unserem Körper decken. Erbsen, Bohnen und Linsen zum Beispiel regen die Bildung des Wachstumshormons an.

Pflanzliche Östrogene lassen sich gut durch Soja und Rotklee aufnehmen. Haferflocken enthalten androgenähnliche Substanzen, die in der Struktur den männlichen Sexualhormonen gleichen.

Ginseng zeigt Wirkungen, die denen des männlichen Hormons Testosteron entsprechen. Progesterone bekommt man durch Leinöl und Mönchspfeffer. Ein nicht zu unterschätzendes Therapeutikum gegen Altern ist der Sport.

Regelmäßige Bewegung, am besten an der frischen Luft und an die individuelle Leistungsfähigkeit angepasst, verbessert die Zufuhr von Sauerstoff in die Zellen.

Der Abtransport von Schadstoffen wird beschleunigt, Muskelmasse baut sich auf und die Fettverbrennung wird angekurbelt. Wer schon in jungen Jahren auf seinen Körper achtet und richtige Ernährung und Bewegung zur Routine macht, kann den physischen und psychischen Abbau um mehrere Jahre hinauszögern.

Zu viel Parathormon kann zu Knochenbrüchen führen

Wissenschaftler des Brigham and Women’s Hospital in Boston, USA, analysierten kürzlich die Daten von 58.300 Frauen, die an der bekannten „Nurses‘ Health Study“ teilgenommen hatten.

Diese Studie an Krankenschwestern hat bereits viele interessante Ergebnisse hervorgebracht.

In diesem Fall wurden den Teilnehmerinnen im Abstand von zwei Jahren Fragebögen zu ihrer Ernährungsweise vorgelegt. Zu Beginn der Studie 1986 waren die Teilnehmerinnen zwischen 39 und 66 Jahre alt.

Keine von ihnen litt zu diesem Zeitpunkt an einer Hormonstörung namens Hyperparathyreoidismus (pHPT). In den 22 Jahren der Studien-Laufzeit erkrankten dann 277 Teilnehmerinnen an pHPT. Dahinter steckt eine Störung der Parathormon-Bildung.

Parathormon ist ein Hormon, das von den Nebenschilddrüsen gebildet wird. Seine zentrale Aufgabe ist die Regulation des Kalziumspiegels. Sinkt der Kalziumgehalt im Blut, setzen die Nebenschilddrüsen Parathormon frei.

Dieses sorgt unter anderem dafür, dass im Darm mehr Kalzium aufgenommen wird. Zugleich fördert es die Freisetzung von Kalzium aus den Knochen.

Ist die Kalziumkonzentration im Blut dann wieder normalisiert, stoppen die Nebenschilddrüsen die Ausschüttung von Parathormon.

Bei einer krankhaften Überfunktion der Nebenschilddrüsen wird die Wirkung des Parahormons nicht gedrosselt ‒ die Kalziumkonzentration im Blut steigt übermäßig. Dies kann aufgrund des erhöhten Knochenabbaus zu Knochenschmerzen und -brüchen sowie zu Nierensteinen führen.

Mediziner sprechen von primärem Hyperparathyreoidismus (pHPT). Etwa eine von 800 Personen ist von der Erkrankung betroffen.

Diese Gesundheitsprobleme zeigen Ihre Augen und Lippen

Ihre Augenbrauen geben Ihnen Hinweise auf Ihren Hormonhaushalt. Wenn sie sehr kurz sind und an der Außenseite ausfallen, kann eine Unterfunktion der Schilddrüse zugrunde liegen.

Dicke, buschige Augenbrauen bei Frauen können Ausdruck eines zu hohen Testosteron-Spiegels im Blut sein, bei sehr dünnen Augenbrauen fehlt es wahrscheinlich an dem weiblichen Hormon Östrogen.

Besonders aufschlussreich sind auch alle farblichen Veränderungen der Haut im Bereich der Augen. Das zeigen Verfärbungen rund um Ihre Augen an:

  • braune Verfärbung = Leberstörung
  • Blässe am inneren Unterlid = Blutarmut
  • rötliche Verfärbung am Augeninnenwinkel = Stauungen der Keimdrüsen( Eierstöcke, Hoden)
  • Rötung der Augenränder = mögliche Venenstauung

Die Form Ihrer Lippen verändert sich, wenn organische Störungen und Belastungen vorliegen.

Eine Verdickung der Unterlippenkante weist auf eine erhöhte Leberbelastung hin, ist die Unterlippe geschwollen, deutet dieses Zeichen auf Verdauungsprobleme hin.

Schmale Ober- und Unterlippen sind dagegen ein typisches Zeichen für fehlende Magensäure. Steile Falten auf der Oberlippe findet man nur bei Frauen, denn sie zeigen einen gravierenden Östrogenmangel an.

Wenn Sie bereits vor dem Ausbleiben der Menstruation ausgeprägte Oberlippenfalten haben, sollten Sie Ihren Gynäkologen um einen Hormonstatus bitten.

Bläuliche Lippen sind ein Zeichen für Sauerstoffmangel und deuten auf Erkrankungen der Atemwege oder des Herzens hin.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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