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Schalentiere: Niedrig im Cholesteringehalt, reich an herzgesundem Fett

Wenn Sie Schalentiere mögen, sich aber bislang wegen der weit verbreiteten Ansicht, dass diese schmackhaften Meerestiere voller Cholesterin stecken, bei deren Genuss zurückgehalten haben, dürfen Sie wieder Mut schöpfen. Eine dampfende Schüssel mit blauen Miesmuscheln, ein Teller leckerer gegrillter Jakobsmuscheln oder ein ausgezeichneter Hochsee-Hummer sind tatsächlich eine herzgesunde Proteinquelle. Die meisten Schalentiere sind nicht nur niedrig im Cholesteringehalt, sondern sie können auch reichhaltige Quellen für herzgesunde Fette sein.

Bessere Messmethoden zum Nachweis von Cholesterin

Die Verbraucher legen zunehmend Wert auf einen gesunden Cholesterinspiegel im Blut. Da gibt es nichts dran zu rütteln, wenn die Nährstoffanalyse eines Lebensmittels einen hohen Cholesterinwert angibt. Aber nicht immer sind die Bedenken berechtigt. Die Besorgnis über den Cholesteringehalt von Schalentieren wurde wahrscheinlich dadurch genährt, dass in ihnen auch Sterole oder Steroide, eine spezielle Gruppe chemisch verwandter Verbindungen, zu denen auch Cholesterin gehört, enthalten sind. Obwohl Cholesterin nur eine von vielen Substanzen aus der Sterolgruppe ist, wurde mit den weniger differenzierten Testmethoden der Vergangenheit der Cholesterinwert als Summe aller Verbindungen dieser Gruppe angegeben. Infolgedessen lag der Cholesterinwert von Schalentieren im Allgemeinen hoch. Heute können die chemischen Analysetechniken zwischen Cholesterin und anderen Sterolen unterscheiden. Dadurch können die Wissenschaftler auch die Rolle der von Cholesterin verschiedenen Sterole zunehmend besser untersuchen und verstehen.

Fett ist nicht gleich Fett

Die Leber ist der Hauptproduzent von Cholesterin im menschlichen Körper. Allerdings spielt auch das Cholesterin, das Sie über die Nahrung zuführen, eine Rolle im Gesamtcholesterinspiegel des Blutes. Zudem ist es wichtig zu erkennen, dass andere Faktoren in Lebensmitteln einen schlechten Einfluss auf den Cholesterinspiegel haben können. Eine besondere Bedeutung nehmen dabei die gesättigten Fette und die Trans-Fettsäuren ein.

Die meisten Schalentiere besitzen von Natur aus einen niedrigen Fettgehalt. Bei den meisten ist insbesondere die Konzentration von gesättigten Fetten sehr niedrig. Außerdem kommt bei ihnen noch ein zusätzlicher Pluspunkt dazu, denn sie enthalten die „guten“ Omega-3-Fettsäuren. Wissenschaftler vermuten einen Zusammenhang zwischen dem regelmäßigen Verzehr von Lebensmitteln, die Omega-3-Fettsäuren enthalten, und einem niedrigen Cholesterinspiegel im Blut sowie einem geringerem Risiko für Herzerkrankungen.

Es kommt darauf an, wie Sie die Schalentiere servieren

Schalentiere sind eine gute Quelle für bestimmte Mineralstoffe. So enthalten beispielsweise Venusmuscheln, Austern, Miesmuscheln und Garnelen bedeutende Mengen an Eisen. Bestimmte Schalentiere sind zudem reich an Vitamin B 12, das für die Funktion der Nervenfasern und für die Produktion der roten Blutzellen wichtig ist. Wenn Sie sich mit einer fettarmen, cholesterinarmen Kost ernähren wollen, besteht für Sie kein Grund, auf Schalentiere zu verzichten. Sie sind eine qualitativ hochwertige Proteinquelle, die gut zu einer herzgesunden Ernährungsweise passt.

Worauf Sie allerdings verzichten sollten, sind einige der gängigen Begleiter, die häufig zu Schalentieren serviert werden. Geschmolzene Butter oder Dip-Saucen, die aus Mayonnaise hergestellt sind, können die Vorteile des niedrigen Fettgehalts der Meerestiere zunichte machen. Den gleichen Effekt können auch einige Zubereitungsformen haben. Frittieren in Ausbackteig wäre eine davon oder fette Sahnesaucen zu den Meerestieren.

Vergleichen Sie die Werte und wägen Sie ab

Stattdessen sollten Sie sie grillen oder dünsten, um den speziellen Geschmack des Meeres zu unterstützen. Schalentiere lassen sich zudem durch Zitronen oder Gewürze prima aufpeppen. Oder versuchen Sie es doch einmal mit einer scharfen Cocktailsauce. Die meisten Schalentiere verbinden eine gesunde Dosis an Omega-3-Fettsäuren – das sind die für die Herzgesundheit erwünschten Fette – mit einem niedrigen Gehalt an Cholesterin. Ernährungswissenschaftler empfehlen im Allgemeinen 1.100 bis 1.600 Milligramm (mg) Omega-3-Fettsäuren als Bestandteil der täglichen Kost aufzunehmen. Die Cholesterinzufuhr sollte pro Tag unter 300 mg liegen. Wenn Sie allerdings bestimmte Risikofaktoren für Herzerkrankungen haben, werden sogar weniger als 200 mg Cholesterin empfohlen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf können Sie innerhalb der Vielfalt an Schalentieren die mit der für Sie akzeptablen täglichen Cholesterinzufuhr auswählen und gleichzeitig von den guten Omega-3-Fettsäuren (Omega-3-FS) profitieren.

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