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Homöopathie - Wissenswertes über die natürliche Heilmethode

Viele Menschen nehmen an, dass alles, was pflanzlich oder natürlich ist, auch Homöopathie sei. Das stimmt jedoch nicht. Die Homöopathie ist ein eigenständiges ganzheitliches Verfahren, das die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert, sodass diese die Krankheit überwinden können.

Als Homöopathie bezeichnet man eine alternativmedizinische Behandlungsmethode. Dabei verwendet man Verdünnungen aus natürlichen Substanzen (in der Regel Pflanzen und Mineralien), um Krankheitserscheinungen zu behandeln.

 

Apothekerwaage, Mörser, Kräuter© Maren Wischnewski – Fotolia

Der Begründer dieser Heilmethode war der deutsche Arzt Dr. Samuel Christian Hahnemann (1755 – 1843).

Obwohl alle homöopathischen Lehren sich auf Hahnemann berufen, zeigen sich oft große Unterschiede im Behandlungskonzept.

Homöopathische Behandlungen und Arzneien gehören in Deutschland nicht zum allgemeinen Leistungsspektrum der Krankenkassen. Unter bestimmten Bedingungen übernehmen die Kassen jedoch Behandlungskosten zumindest anteilig. Schon zu Hahnemanns Lebzeiten verbreitete sich die Homöopathie auch im Ausland. Sie ist heute weltweit bekannt.

Inhalt:

  1. Homöopathie: Ähnliches mit Ähnlichem heilen
  2. Individuelle Behandlung
  3. Die Potenzierung
  4. Einzel- und Komplexmittel
  5. Homöopathische Konstitutionsbehandlung
  6. Einnahme – Das sollten Sie beachten
  7. Dadurch verlieren Ihre Mittel die Heilkraft
  8. Homöopathie und schulmedizinische Behandlung
  9. Was ein Heilpraktiker darf und nicht darf
  10. Selbstbehandlung – das sollten Sie wissen
  11. Homöopathische Mittel sind durch andere Stoffe beeinflussbar

 

Homöopathie: Ähnliches mit Ähnlichem heilen

Hahnemann, Sohn eines Meißener Porzellanmalers, studierte Medizin in Deutschland und Österreich. Er gehörte einer Freimaurerloge an. Nachdem Hahnemann mehrere Jahre lang sein neugeschaffenes Heilkonzept zunächst an sich selbst getestet hatte, erschien um 1805 seine Monografie „Heilkunde der Erfahrung“, die die Homöopathie zum ersten Mal vollständig darstellte.

Das Grundprinzip der Homöopathie lautet „Similia similibus curentur“, auf Deutsch „Ähnliches soll mit Ähnlichem geheilt werden.

Nach dieser Ähnlichkeitsregel setzt man einen Wirkstoff, der an einem Gesunden bestimmte Symptome hervorruft, in abgestuften Dosierungen zur Behandlung von Krankheiten mit ähnlichen Symptome ein. Hahnemann war der Überzeugung, dass die Homöopathie die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert.

Individuelle Behandlung

Die Homöopathen nehmen an, dass ihre Heilmittel Erkältungen, Grippe, Migräne, Allergien, Arthritis, Asthma und praktisch jede Krankheit mildern oder heilen. Klassische Homöopathen erstellen in einem ein- bis zweistündigen Gespräch ein „Persönlichkeitsprofil” des Patienten.

Zunächst beheben sie die körperliche, geistige und emotionale Konstitution und die Krankheitssymptome des Patienten. Im Anschluss daran wählt der Homöopath nach den Regeln des Ähnlichkeitsprinzips das passende Heilmittel aus.

Die Tätigkeit als Homöopath erfordert in Deutschland bei den Heilpraktikern keine besondere Ausbildung. Bei den Ärzten handelt es sich allgemein um die naturwissenschaftlich-kritische Richtung.

Diese absolvierten eine standardisierte Zusatzweiterbildung im Zentralverein homöopathischer Ärzte e.V. Einige Schulmediziner benutzen eine kleine Auswahl homöopathischer Mittel als Ergänzung zu ihren konventionellen Maßnahmen. Dazu notwendige Kenntnisse erwirbt man in speziellen Kursen und Seminaren.

Potente Potenzierung

Homöopathische Arzneimittel sind als Tropfen, Globuli oder Tabletten erhältlich. Um sie herzustellen, wird die Grundsubstanz potenziert. Hierfür werden sie mehrfach entweder mit Ethanol oder Wasser verschüttelt oder mit Milchzucker verrieben. Das herkömmlichste Verhältnis hierbei ist 1:10 oder 1:100.

Die Substanzen wurden zunächst verdünnt, um Vergiftungserscheinungen vorzubeugen. Nachdem Samuel Hahnemann das Ähnlichkeitsgesetz entdeckt hatte, forschte er weiter und probierte die Wirkung der verschiedensten Substanzen wie in seinem eigenen Selbstversuch an anderen Gesunden aus.

Hahnemann stellte erstaunt fest, dass Verdünnungen sogar noch stärker wirkten als unverdünnten Mittel. Es schien so zu sein, dass erst durch das Entfernen der Materie und kräftige Schlagen die heilende Energie der einzelnen Substanzen freigesetzt wurde. Daher nannte Hahnemann diesen Vorgang „Potenzieren“, was an das lateinische Wort „potentia“ = „Kraft“ angelehnt ist.

In Hochpotenzen ist der Wirkstoff nicht mehr nachzuweisen. Aus diesem Grund lehnt die Schulmedizin von die Homöopathie häufig ab, da sie jedem naturwissenschaftlichen Konzept widerspricht. Klinische Studien konnte keinerlei Wirksamkeit nachweisen. Nichtsdestotrotz schwören Millionen Menschen auf diese sanfte Heilmethode und behandeln ihre gesundheitlichen Probleme erfolgreich mit homöopathischen Präparaten.

Grundsätzlich gilt: Je tiefer die Potenz, desto öfter muss sie wiederholt werden, da der energetische Reiz auf der körperlichen Ebene wirkt und sich schneller verbraucht. Während Sie z. B. eine C200 in der Regel nur ein einziges Mal erhalten, können Sie Tiefpotenzen täglich einnehmen.

Hochpotenzen

  • werden als Globuli nur einmal gegeben
  • können in C-Potenzen als Wasserauflösung über mehrere Stunden eingenommen werden
  • müssen in LM-Potenzen mindestens einmal täglich eingenommen werden

Tiefpotenzen

  • können bei akuten Schmerzen oder Fieber alle 3 Stunden bis zu 24 Stunden lang eingenommen werden
  • nimmt man normalerweise 1- bis 3-mal täglich

So wirken die einzelnen Potenzen

Jede Potenzierung  hat ihre ganz eigene energetische Wirkung.  Dabei kann man generell sagen, dass paradoxerweise die Energie umso stärker ist, je stärker die Urtinktur verdünnt wurde.

Denn in den niedrigen D-Potenzen ist bis zur D6 durchaus noch Materie nachweisbar – die C-, M- und LM-Potenzen enthalten hingegen nur noch energetische Informationen.

Das sind die Eigenschaften der einzelnen Potenzen:

D-Potenzen: D bedeutet dezimal und gibt eine Verdünnung im Verhältnis 1 : 10 an. Diese Verdünnungen werden auch Tiefpotenzen genannt, da sie teilweise noch nachweisbare Ausgangssubstanz enthalten. D-Potenzen arbeiten vor allem auf derkörperlichen Ebene und sind gut zur Behandlung von akuten Beschwerden geeignet.

Sie wirken nur wenige Stunden lang und müssen daher bei Bedarf häufiger eingenommen werden. Diese Potenzierungen werden gerne zur Selbstbehandlung gewählt, wobei die D4 und die D6 die gängigsten Potenzen sind.

C-Potenzen:C steht für centesimal, da hier eine Verdünnung im Verhältnis 1 : 100 vorliegt. Ab der C30 werden die C-Potenzen als Hochpotenzen bezeichnet. Außer im körperlichen arbeiten diese Potenzen auch im seelischen Bereich, da sie ausschließlich aus Energie bestehen und keinerlei Ursubstanz mehr enthalten. Sie wirken lange und tiefgreifend und werden in der Regel nur einmal gegeben.

M-Potenzen sind im Verhältnis 1 : 1.000 verdünnt. Sie sind immer Hochpotenzen und arbeiten im seelischen und geistigen Bereich. Sie wirken sehr tiefgreifend und werden vor allem in der so genannten konstitutionellen Behandlung eingesetzt, um generelle persönliche Schwachstellen auszugleichen.

LM-Potenzen heißen auch Q-Potenzen und sind im Verhältnis 1 : 50.000 verdünnt. Sie zählen zu den Hochpotenzen, wirken sehr sanft und rufen keine Erstreaktion hervor. Diese Potenzierungen haben nur eine kurze Wirkdauer und müssen mindestens einmal täglich eingenommen werden. LM- und M-Potenzen sollten nur nach Verordnung durch einen erfahrenen Homöopathen eingenommen werden.

Heilen mit Einzel- und Komplexmitteln

Bei den homöopathischen Arzneimitteln unterscheidet man zwischen den mehr als tausend so genannten Ein-Wirkstoff-Präparaten, den „Einzelmitteln“, und den Komplexmitteln. Komplexmittel sind harmonisch aufeinander abgestimmte Präparate, die mehrere bei einem Anwendungsgebiet wirksame Einzelmittel enthalten. Homöopathische Komplexmittel werden meist als Tropfen oder Tabletten in der Apotheke angeboten.

Komplexmittel können die häufig zeitraubende Untersuchung des Patienten abkürzen und die im Einzelfall komplizierte Mittelwahl vereinfachen. Sie orientieren sich, ähnlich wie in der sogenannten Schulmedizin mehr an der Diagnose und dem allgemeinen Krankheitsbild, wirken aber nicht schlechter als Einzelmittel.

Die homöopathische Konstitutionsbehandlung

Sie ist eine im wahrsten Sinne des Wortes ganzheitliche Behandlungsmethode: Denn sie berücksichtigt die gesamte körperliche und geistig-seelische Verfassung des Patienten. Zudem bezieht sie auch familiär bedingte Neigungen zu bestimmten Erkrankungen ein.

Diese Königsdisziplin der klassischen Homöopathie erfordert ein detailliertes Wissen und umfangreiche Erfahrungen des Therapeuten – auch im Umgang mit Hochpotenzen.

Diese Anforderungen erfüllen hier zu Lande nur Ärzte und Heilpraktiker, die eine mehrjährige homöopathische Zusatzausbildung absolviert haben.

Die Konstitutionsbehandlung ist sehr zeitaufwendig

Eine Konstitutionsbehandlung erstreckt sich über Monate, in manchen Fällen sogar über Jahre. Dies ist v. a. dann der Fall, wenn dieBeschwerden schon lange bestehen, wie z. B. eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung.

So verläuft eine homöopathische Konstitutionsbehandlung:

  1. Fallaufnahme mit körperlicher Untersuchung
  2. Wertung und Hierarchisierung der Symptome
  3. Auswahl des passenden Mittels (= Repertorisierung)
  4. Gabe des Konstitutionsmittels
  5. Verlaufskontrolle

Das A und O einer erfolgreichen Konstitutionsbehandlung ist die sorgfältige und detaillierte Aufnahme der Krankengeschichte(Anamnese).

Eine körperliche Untersuchung gehört unbedingt mit dazu

Beim ersten Termin, der zwei bis drei Stunden dauert, vertieft der Therapeut im persönlichen Gespräch mit Ihnen einzelne Aspekte des Fragebogens.

Außerdem nimmt er eine körperliche Untersuchung vor und ordnet, falls notwendig, auch Laboruntersuchungen an. Denn nicht alle Beschwerden sind einer homöopathischen Behandlung zugänglich, wie z. B. ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus.

Anschließend ordnet der Therapeut die erhobenen Symptome nach ihrer Wertigkeit (Hierarchisierung) und bestimmt unter Zuhilfenahme von Repertorien das notwendige homöopathische Mittel.

Repertorien sind umfangreiche Verzeichnisse von Leitsymptomen, die den Weg zum passenden Mittel weisen. Seine Wahl überprüft der Therapeut anschließend anhand des jeweiligen Arzneimittelbildes aus der Materia medica.

Bei dieser handelt es sich ebenfalls um eine detaillierte Zusammenstellung der charakteristischen Mittelwirkungen. Gewöhnlich dauert diese Arbeit, die nach der Sprechstunde erfolgt, nochmals zwei bis drei Stunden.

Dosierung

Beim zweiten Termin erhalten Sie dann Ihr Mittel. In der Regel wird es eine hohe oder sogar Höchstpotenz sein, wie z. B. C 30, C 200 oder C 1000. Bei diesen ist zunächst nur eine Dosis notwendig, die Ihnen der Therapeut meist direkt aus seiner Praxisapotheke verabreicht.

Für LMPotenzen, die täglich oder alle zwei bis drei Tage einzunehmen sind, bekommen Sie jedoch ein Rezept. Außerdem erhalten Sie einige zentrale Verhaltenshinweise, damit die Therapie optimal verlaufen kann.

Seien Sie nicht erstaunt, wenn der Therapeut Sie erst sechs bis zwölf Wochen später wieder einbestellt. Hochpotenzen wirken oft sehr langsam, aber dafür umso tiefgreifender.

So vergehen oft Wochen, bevor nach einer Erstverschlimmerung der Beschwerden, die das „Anschlagen“ der Therapie anzeigt, eine langsame, manchmal fast unmerkliche Besserung eintritt.

Daher vereinbaren die meisten Homöopathen regelmäßige telefonische Konsultationen, um den Verlauf der Therapie zu verfolgen.

Das sollten Sie bei der Einnahme beachten

Globuli werden grundsätzlich trocken unter die Zunge gelegt oder langsam gelutscht, da sie am besten von der Mundschleimhaut aufgenommen werden. Wenn Sie sie einfach hinunterschlucken würden, würde die Salzsäure im Magen die feinstoffliche „Heilenergie“ des Mittels zerstören. Behalten Sie die kleinen Kügelchen oder Tabletten daher unbedingt so lange im Mund, bis sie sich vollkommen aufgelöst haben.

Halten Sie immer mindestens 15 Minuten Abstand zu den Mahlzeiten, wenn Sie ein homöopathisches Medikament einnehmen, und trinken Sie nicht unmittelbar nach der Mitteleinnahme andere Getränke als Wasser.

Verzichten Sie auch eine Viertelstunde nach der Einnahme auf das Rauchen, um die ungestörte Aufnahme des Mittels nicht zu behindern. Ungünstig ist es auch, kurz vor oder nach dem Zähneputzen ein homöopathisches Medikament einzunehmen. Halten Sie auch hier einen Abstand von mindestens 15 Minuten ein.

Homöopathische Medikamente wirken durch ihre feinstoffliche Energie. Diese Energie ist allerdings leicht störanfällig und kann durch einen stärkeren Reiz entkräftet werden. Dieses Außerkraftsetzen der energetischen Information homöopathischer Mittel wird Antidotieren genannt.

Homöopathische Mittel können unwirksam werden durch:

  • Campher (z. B. in Wick Vaporup®, Korodin®)
  • starke ätherische Öle (z. B. Japanisches Heilpflanzenöl, Menthol)
  • Narkosen und örtliche Betäubungen
  • Zahnarztbehandlungen

Achtung: Am empfindlichsten werden homöopathische Mittel durch ein anderes Mittel gestört und antidotiert. Nehmen Sie daher niemals zwei oder mehrere homöopathische Mittel gleichzeitig ein. Lassen Sie ein Mittel immer erst auswirken, ehe Sie zu einem anderen wechseln.

Durch gezielte Fragen das richtige Mittel finden

Wenn Sie einen Versuch mit homöopathischen Mitteln in Eigenregie starten möchten, müssen Sie alle Begleitumstände Ihrer Erkrankung genau berücksichtigen.

Um das genau zu den persönlichen Beschwerden passende Mittel zu finden, müssen viele Informationen wie Teilchen in einem Puzzle zusammengetragen werden. Nur dadurch ergibt sich das individuelle Gesamtbild. Dabei nennen Homöopathen alle Einflüsse und Umstände, die die Beschwerden verbessern oder verschlechtern Modalitäten. Um das Puzzlebild zu vervollständigen sind Antworten auf viele Fragen erforderlich.

Diese Fragen führen zum richtigen Mittel:

  • Was bessert? Z. B. Ruhe, Wärme, kalte Auflagen
  • Was verschlechtert? Z. B. Bewegung, kalte Luft
  • Was war die Ursache? Z. B. Nasswerden, Überessen, Überlastung
  • Wie sind die Schmerzen? Z. B. krampfartig, stechend, bohrend
  • Wann ist es am schlimmsten? Z. B. nach dem Essen, nachts
  • Wie ist das seelische Befinden? Z. B. ängstlich, weinerlich, reizbar

Erfahrene Homöopathen fragen auch nach, ob es noch Begleitbeschwerden gibt wie z. B. Schwindel oder Übelkeit bei Kopfschmerzen. Auch wenn Sie sich selbst homöopathisch behandeln möchten, finden Sie das richtige Mittel, indem Sie sich die vorgenannten Fragen stellen.

Welche Mittel dann infrage kommen, können Sie in meinem Ratgeber „Die Kraft der kleinen Kügelchen“ nachlesen oder auf unserer Seite: Homöopathische Mittel. Auf unserer Webseite finden Sie außerdem zu verschiedenen homöopathischen Mitteln ausführliche Informationen(am einfachsten scrollen Sie dafür weiter runter).

Dadurch verlieren Ihre Mittel die Heilkraft

Da die homöopathischen Mittel allein aufgrund ihrer Energie wirken, müssen Sie diese Energie gut schützen. Starke Reize von außen können die feinstoffliche Energie so sehr schädigen, dass Sie statt eines Arzneimittels nur noch wirkungslose Milchzuckerkügelchen in Ihrem Arzneifläschchen haben.

Halten Sie homöopathische Mittel fern von:

  • Handys
  • Mikrowellen
  • Funkweckern
  • Computern
  • ätherischen Ölen
  • intensiver Sonnenbestrahlung

All diese Strahlungen, die ja auch eine elektrische Energie darstellen, vernichten die Energie der Potenzierungen. Das heißt: Wenn Sie das Gläschen mit Ihren Globuli neben die Mikrowelle stellen, haben Sie nur noch reine Milchzuckerkügelchen ohne jede heilende Energie. Halten Sie daher immer einen Abstand von mindestens einem Meter zwischen Ihren Arzneimitteln und elektromagnetsicher Strahlung ein.

Wenn Sie eine kleine homöopathische Reiseapotheke mit in den Urlaub nehmen möchten, müssen Sie Ihre Mittel besonders gut schützen, falls Sie eine Flugreise antreten. Beachten Sie auf Flugreisen:

  • Nehmen Sie Ihre homöopathischen Medikamente im Handgepäck mit.
  • Wickeln Sie die Mittel in Alufolie ein.

Da auch die Röntgenstrahlung der Koffer-Durchleuchtungsanlagen am Flughafen die homöopathischen Medikamente unwirksam macht, sollten Sie den Kontakt vermeiden. Geben Sie die Medikamente daher vor der Kontrolle einfach dem Sicherheitsbeamten  und bitten Sie ihn, Ihnen die Medikamente nach der Durchleuchtung Ihres Gepäcks wieder auszuhändigen.

Homöopathie und schulmedizinische Behandlung

Ob sich eine schulmedizinische Therapie mit einer homöopathischen Behandlung kombinieren lässt, hängt vom Einzelfall ab. Aber im Normalfall eher nicht, weil sich die Wirkungen widersprechen oder überlagern können.

Wenn Sie zu Ihren Kügelchen mal eine Schmerztablette nehmen, ist dies kein Problem. Doch wenn Sie beispielsweise von Ihrem Homöopathen gegen eine Allergie behandelt werden, sollten Sie nicht gleichzeitig schulmedizinische Medikamente dagegen anwenden, weil sonst nicht kontrolliert werden kann, ob und wie die Homöopathie bei Ihnen wirkt.

Das hängt allerdings davon ab, unter welcher Erkrankung Sie leiden, wie stark Ihre Symptome sind und ob Sie akut medikamentöse Behandlung brauchen. Wenn Sie beispielsweise unter einer Neurodermitis einen sehr starken Juckreiz entwickeln, wird sich der Einsatz einer Kortisonsalbe wahrscheinlich nicht vermeiden lassen.

Homöopathen haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass sich ein richtig ausgewähltes homöopathisches Mittel im Notfall auch mit Medikamenten verträgt und wirkt. Sprechen Sie mit Ihrem Homöopathen darüber.

Was ein Heilpraktiker darf und nicht darf

Der Spielraum der Heilpraktiker ist relativ groß. Sie dürfen beispielsweise einiges, was nicht einmal eine Krankenschwester darf –  zum Beispiel in eine Vene spritzen oder Knochenbrüche behandeln. Sie können nahezu alle Diagnose- und Heilverfahren einsetzen.

Sie dürfen sogar operieren und eine Klinik leiten. Ein Heilpraktiker kann für alles verantwortlich gemacht werden, was er tut.

Das sind ihre Grenzen

Heilpraktiker dürfen:

  • nicht über die Krankheiten ihrer Patienten sprechen, denn sie unterliegen der Schweigepflicht, wenngleich diese deutlich weniger streng gefasst ist als bei Ärzten
  • keine meldepflichtigen Infektionskrankheiten behandeln wie Diphterie, Masern, Tuberkulose oder Virushepatitis, außerdem keine sexuell übertragbaren Krankheiten, keine Krätze, Malaria, Mumps, Röteln oder Windpocken
  • keine Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten behandeln
  • keine Geschlechtsorgane untersuchen oder behandeln
  • keine Geburtshilfe leisten
  • keine verschreibungspflichtigen Medikamente oder Betäubungsmittel verordnen
  • keine Totenscheine ausstellen.


Wie Sie einen guten Heilpraktiker finden

Mundpropaganda ist hier wohl die sicherste Quelle. Allerdings müssen Sie dann immer noch selbst feststellen, ob Ihnen die empfohlene Person auch zusagt, ob also die Chemie zwischen Ihnen stimmt. Sie sollten sich ernst genommen fühlen und echte Anteilnahme spüren.

Die Mitgliedschaft in einem der Berufsverbände ist zwar keine Qualitätsgarantie, aber doch ein Zeichen dafür, dass der Therapeut seinen Beruf und die Weiterbildung ernst nimmt. Fragen sie ihn danach.

Tritt ein Heilpraktiker großspurig und gurumäßig auf, sollten Sie besser einen Bogen um ihn schlagen. Bei den Behandlungsmethoden sollte sie oder er sich auf etwas spezialisiert haben – wie beispielsweise Traditionelle Chinesische Medizin.

Denn um ein ganzheitliches Naturverfahren wirklich zu beherrschen, braucht man eine gründliche Ausbildung und eine Menge Erfahrung. Bietet er zu vieles an, kann er zu wenig und hat Ihnen wenig zu bieten.

Checken Sie Ihren Heilpraktiker

Pluspunkte für Ihren Heilpraktiker:

  • Er wird Ihnen von vertrauenswürdigen Personen sehr ans Herz gelegt.
  • Er nimmt beim ersten Termin eine sehr gründliche Untersuchung vor.
  • Er erklärt Ihnen den Sinn und Zwecke der Heilverfahren, die er Ihnen vorschlägt. Er zeigt Ihnen ebenfalls Alternativen auf.
  • Er beschränkt sich auf eine überschaubare Zahl von Heilverfahren, in denen er wirklich fortgebildet ist, und bietet Ihnen keinen großen Gemischtwarenladen an.
  • Er legt Ihnen auch die Grenzen der jeweiligen Heilmethode dar, er kennt aber auch die Grenzen seiner eigenen Möglichkeiten.
  • Er fragt nach, ob Sie bereits schulmedizinisch behandelt werden und interessiert sich für die ärztliche Diagnose.
  • Er rät Ihnen nicht dazu, ärztlich verordnete Medikamente abzusetzen.
  • Er verweist Sie an einen Arzt, wenn sich die Krankheit nicht heilpraktisch behandeln lässt, wenn sie sich verschlimmert oder seine Maßnahmen keinen Erfolg bringen.
  • Ratschläge zur Lebensführung, Bewegung, Ernährung und Krankheitsvorsorge sind für ihn selbstverständlich.
  • Ihr Gesundheitszustand bessert sich nach einer Weile wirklich.
  • Die Honorarforderungen halten sich im überschaubaren Rahmen und orientieren sich am „Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker“, das die Heilpraktikerverbände in Deutschland festgesetzt haben.
  • Er bespricht seine Honorierung für der Behandlung mit Ihnen und lotet mit Ihnen gemeinsam aus, ob Ihre Krankenkasse eventuelle die Kosten übernimmt.
  • Seine Räumlichkeiten sind hell und freundlich.
  • Er bildet sich fort und ist Mitglied in einer berufsständischen Organisation.


Minuspunkte für Ihren Heilpraktiker:

  • Er macht marktschreierisch für sich Reklame.
  • Er verspricht Ihnen, Sie zu heilen.
  • Er hüllt sich in mystische Geheimnistuerei.
  • Er führt teure Behandlungen auch dann weiter, wenn sie nach 3 bis 5 Sitzungen keinen spürbaren Erfolg gebracht haben.
  • Er will ihnen irgendetwas außer seiner eigenen Dienstleistung verkaufen – seien es Geräte, eine teure Spritzenkur oder andere Dinge.
  • Er fertigt alle Patienten nach demselben Behandlungsschema ab.
  • Sie gewinnen den Eindruck, er schaut zuerst auf seinen Geldbeutel anstatt auf Ihre Gesundheit.

Selbstbehandlung

Zu Anfang der Selbstbehandlung brauchen Sie nur einen kleinen Grundstock an homöopathischen Mitteln, da Sie zunächst nur leichte, unkomplizierte Beschwerden selbst behandeln sollten.

Ob Sie sich für Globuli, Tabletten oder Tropfen entscheiden, bleibt ganz Ihren Vorlieben überlassen. Falls Kinder zum Ihrem Haushalt gehören, sollten Sie allerdings auf die alkoholhaltigen Tropfen verzichten.

Achten Sie bei der Auswahl genau darauf, dass die Leitsymptome der Mittel mit Ihren Beschwerden übereinstimmen und auch die Modalitäten nicht von einander abweichen.

Auch homöopathische Salben gehören in die Hausapotheke

Je nach Bedarf sollten Sie auch ein, zwei homöopathische Salben und Tinkturen für die äußere Anwendung in Ihre Hausapotheke aufnehmen. Wer z.B. viel im Garten arbeitet oder gerne wandert, sollte sich eine homöopathische Calendula Salbe für kleine Schürfwunden oder Sonnenbrände zulegen.

Auch homöopathische Arnica- oder CalendulaTinkturen, die nicht nur zum Desinfizieren frischer Verletzungen oder Blasen dienen, sondern als Umschlag auch die Wundheilung unterstützen, gehören in die Hausapotheke.

Alle Mittel erhalten Sie ausschließlich in Apotheken

Alle homöopathischen Mittel sind Arzneimittel und dürfen daher nur von Apotheken abgegeben werden. Für die Hausapotheke genügt die kleinste Packungsgröße.

Homöopathische Mittel durch andere Stoffe wie Menthol oder Minze beeinflussbar

Diese Empfehlung beruht darauf, dass homöopathische Mittel nicht die volle Wirkung entfalten können, wenn sie von anderen Stoffen beeinflusst oder sogar überlagert werden. Zu diesen Stoffen gehört Menthol, aber auch Kampfer, Minze und Eukalyptus. Vorsichtig sollten Sie auch mit Kaffee oder Espresso sein.

Auch auf äußerliche Anwendungen solcher Stoffe sollten Sie verzichten. Kampfer und Menthol sind häufig in Sportlersalben vorhanden. Wenden Sie diese daher nicht an, wenn Sie homöopathische Medikamente einnehmen.

Meiden sollten Sie auch Bonbons mit diesen Inhaltsstoffen. Und schauen Sie sich auch Ihre Zahnpasta einmal etwas genauer an! Auch in diesen Pasten sind oft Stoffe wie Minze oder Menthol enthalten. Wechseln Sie dann auf eine andere Sorte.

 

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