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Grundlagenwissen zur Alternativen Medizin

Die alternative Medizin, auch Alternativmedizin oder Komplementärmedizin, ist eine Sammelbezeichnung für verschiedenste diagnostische Konzepte und Behandlungsmethoden. Sie grenzen sich von der Schulmedizin ab; verstehen sich aber als Ergänzung und nicht als Ersatz.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Alternative Medizin: Definition
  2. Verschiedene Verfahren: Was ist was?
  3. Mesotherapie: Wundermittel oder Scharlatanerie?
  4. Neuraltherapie: Bekämpft Schmerzen sekundenschnell
  5. Gemmotherapie: Die heilende Kraft der Knospen
  6. Bio- und Neurofeedback: Sie lenken selbst den Erfolg
  7. Beten: Gesundheitliche Wirkungen
  8. 6 ungewöhnliche Mittel, die Sie gesund erhalten können

Alternative Medizin: Akupunktur, Globuli & Co.© Adobe Stock

Alternative Medizin: Definition

Die Weltgesundheitsorganisation definiert Alternative Medizin folgendermaßen: „Die Begriffe Alternativmedizin / Komplementärmedizin (CAM) umfassen ein breites Spektrum von Heilmethoden, die nicht Teil der Tradition des jeweiligen Landes sind und nicht in das dominante Gesundheitssystem integriert sind.“ Häufig handelt es sich bei alternativen Heilverfahren um Methoden, die in der Vergangenheit bekannt waren und in Vergessenheit gerieten.

Die vier Kategorien der Alternativen Medizin

Alternative Medizin lässt sich in vier Kategorien einteilen:

  • Verfahren, die bestimmte Diäten und Nahrungsergänzungsmittel wie beispielsweise Kräuter oder Vitamine propagieren oder mit Pflanzenwirkstoffen arbeiten
  • Verfahren, die besonderen Wert auf die Harmonie von Körper und Geist legen und diese beispielsweise durch Yoga oder Meditation erreichen wollen
  • manuelle Verfahren wie beispielsweise Osteopathie oder Chirotherapie
  • andere Verfahren, zu denen auch Verfahren gehören, die mit dem menschlichen Energiefeld arbeiten (z. B. Reiki)

Kritiker weisen darauf hin, dass Behandlungserfolge der Alternativen Medizin zum Großteil auf Placebo-Effekten beruhen. In klinischen Studien wies man für wenige alternative Verfahren eine Wirksamkeit zweifelsfrei nach.

Wirksamkeit und Placebo-Effekt

Alternative Medizin wirbt oft damit, auf natürliche Weise zu heilen und kaum Nebenwirkungen zu haben. Ihre Anhänger machen geltend, dass ein Verfahren Abhilfe bei verschiedensten gesundheitlichen Problemen schaffen kann. Insbesondere steht die Aktivierung der Selbstheilungskräfte im Vordergrund. Eine ganzheitliche Behandlung von Körper und Geist steht im Fokus. Die Verfahren werden nicht nur von Ärzten, sondern auch von beispielsweise Heilpraktikern angewendet.

Jeder Interessierte kann das Verfahren der alternativen Medizin finden, das seinen Bedürfnissen und Neigungen am ehesten entspricht. Von klassischer Homöopathie oder Kneipp-Kuren, die ihre Wurzeln in Europa haben, über Behandlungen, die der Traditionellen Chinesischen Medizin oder dem indischen Ayurveda entstammen, bis hin zu esoterisch angehauchten Methoden wie Reiki oder Behandlungen der Aura – das Angebot ist reichhaltig.

Verschiedene Verfahren: Was ist was?

Wenn Sie offen sind für komplementäre und alternative Heilmethoden, sollten Sie wissen, was die wichtigsten Begriffe bedeuten und wie sie sich voneinander abgrenzen. Die Begriffe „Naturheilverfahren“ und „Naturheilkunde“ gehen zurück auf den Arzt Dr. Lorenz Gleich (1798 bis 1865). Für ihn beinhaltete die Naturheilkunde die Behandlung mit natürlichen, von der Natur vorgegebenen Mitteln und Methoden.

Klassische Naturheilverfahren

Die klassischen Naturheilverfahren basieren auf den „Fünf Säulen“ nach Sebastian Kneipp:

  1. physikalische Therapie (z. B. Bäder, Güsse, Wassertreten, Wickel, Auflagen, Wärme- oder Kälteanwendungen)
  2. Bewegungstherapie (Ausdauertraining, Krafttraining, Physiotherapie)
  3. Ernährungstherapie
  4. Phytotherapie (Pflanzenheilkunde)
  5. Ordnungstherapie (Anleitung zu einem gesundheitsfördernden Lebensstil)

Viele dieser Verfahren zählen heute zum Kanon der Schulmedizin und sind wissenschaftlich gut untersucht. Sie werden vor allem in der Rehabilitation (z. B. Krebsnachsorge) eingesetzt.

Erweiterte Naturheilverfahren

Zu den erweiterten Naturheilverfahren werden beispielsweise gezählt:

  • ausleitende Verfahren (Blutegeltherapie, Schröpfen)
  • die Elektro-, Neuraltherapie oder Mikrobiologie

Auch für sie gilt, dass sie häufig wissenschaftlich belegt sind und zunehmend Akzeptanz in der Schulmedizin finden. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl alternativer Verfahren, für die es keine klare Zuordnung gibt, die aber trotzdem weit verbreitet sind und auch im Einzelfall wirksam sein können. Darunter fallen beispielsweise die Schüßler-Biochemie, die Bachblüten-Therapie und die Spagyrik.

Alternative Medizin© Adobe Stock – Dora Zett

Alternativ- vs. Komplementärmedizin

Die Alternativmedizin wird alternativ zur Schulmedizin (statt Schulmedizin) angewendet. Bitte prüfen Sie stets sorgfältig, ob der komplette Ersatz der Schulmedizin in Ihrem Interesse liegt, vor allem bei ernsten Krankheiten.

Die Komplementärmedizin wirkt ergänzend zur Schulmedizin (plus Schulmedizin). Das sind insgesamt fast 300 unterschiedliche Verfahren, darunter auch ganze Medizinsysteme wie die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), die ayurvedische Medizin oder die Homöopathie. Häufig wird auch die Naturheilkunde darunter eingeordnet.

Natürlich“ bedeutet nicht „risikofrei“

Historisch gesehen waren die wirksamsten Gifte stets natürliche Substanzen, beispielsweise Blausäure in Bittermandeln, der Rote Fingerhut (Digitalis) oder der Schierlingsbecher (den Sokrates trank). So können auch natürliche Verfahren und Präparate schwere Nebenwirkungen haben oder unerwünschte Wechselwirkungen hervorrufen; ein Johanniskraut-Präparat kann etwa die Wirkung anderer Medikamente stören.

Auch die Einnahme eines Ginkgo-Mittels sollten Sie vor einer Operation dem behandelnden Arzt unbedingt mitteilen, da es ansonsten bei der Operation zu Problemen kommen kann. Besonders wichtig: Besprechen Sie mit Ihrem Arzt und Heilpraktiker unbedingt, welche Therapien Sie kombinieren möchten.

Mesotherapie: Wundermittel oder Scharlatanerie?

Es klingt wie ein Traum: Es gibt eine Behandlungsweise von Schmerzen, die nur lokal angewandt wird. Sie vereint wirksame Komponenten aus Schul- und Alternativmedizin und kann bei vielen verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen eingesetzt werden. Und doch soll es sie geben. Es handelt sich dabei um die Mesotherapie. Dabei handelt es sich um eine noch relativ junge Behandlungsmethode.

Ihre Besonderheit: Sie setzt sich aus unterschiedlichen Alternativ-Behandlungsverfahren zusammen. So ist sie genau genommen eine Kombination aus Akupunktur, Neuraltherapie und den Medikamenten der klassischen Schulmedizin. Durch diese Zusammen­setzung soll sie wahre Wunder vollbringen und gegen eine Vielzahl von Beschwerden helfen.

Ein Experiment trug zur Entwicklung der Therapie bei

Entwickelt wurde die Mesotherapie ab 1952. Ihre Entdeckung geschah zufällig, nämlich aufgrund der Tatsache, dass der französische Arzt Michel Pistor einen tauben Patienten mit Asthma-Anfall zu behandeln hatte. Er gab ihm eine lokale Betäubung in die Vene, wie es damals die übliche Behandlungsweise war.

Doch die hatte eine unglaubliche Folge: Der Patient konnte am nächsten Tag wieder hören. Zwar hielt die Wirkung nicht lange an, aber der Arzt führte mit Einwilligung des Patienten einen Versuch durch. Er spritzte ihm das Betäubungsmittel Procain in mehreren Injektionen direkt in die Haut, die sich rund um das Ohr befand. Der Erfolg blieb nicht aus, der Patient hatte sein Gehör wiedererlangt und die Mesotherapie war geboren.

Mesotherapie© Adobe Stock – basnik_bna

Verschiedene Wirkstoffe sollen heilen helfen

Heute, über 60 Jahre nach diesem Ereignis, wird die Mesotherapie nicht nur in ihrem Herkunftsland Frankreich angewandt. Auch hier in Deutschland gibt es Therapeuten, die diese Behandlungsform anbieten. Wenn Sie einen solchen Therapeuten aufsuchen, wird er erst einmal ein langes Gespräch mit Ihnen führen. Es wird ihm darum gehen herauszufinden, wie genau Ihre Krankheitssymptome aussehen. Für ihn ist das wichtig, denn nur auf diese Art kann er das entsprechende Medikament zusammenstellen, das er Ihnen injizieren wird.

Dieses Mittel wird dann so nah wie möglich an die betroffene Stelle unter die Haut gespritzt. Wenn es sich um eine große Fläche handelt, die er behandeln muss, wird er zur Mesogun greifen. Hierbei handelt es sich um ein Gerät, das tatsächlich wie eine ­Pistole aussieht. Es enthält eine ­sterile Nadel für die Injektion und gibt dem Behandler die Möglichkeit, die genaue Einstichtiefe festzulegen. Durch dieses Hilfsmittel ist es zudem möglich, mehrere ­Injektionen direkt hintereinander durchzuführen.

Wie die Depotwirkung ­Erfolge bringen soll

Die injizierten Stoffe, welche die Beschwerden bekämpfen sollen, ­bilden laut der Theorie der Mesotherapie in der Haut ein Depot, vergleichbar einer Depot-Kapsel. Aus diesem werden sie nach und nach in den Körper aufgenommen. So soll eine schon geringe Menge reichen, um Krankheiten zu behandeln. Zudem sollen, wenn in Akupunkturpunkte injiziert wird, hierüber auch die Organe sowie das Immunsys­tem angesprochen und aktiviert werden.

Diese ­Wirkstoffe kommen zum Einsatz

Die Wirkstoffe, die in der Mesotherapie zum Einsatz kommen, sind weit gefächert. Sie setzen sich nicht nur aus alternativen Mitteln zusammen. Vielmehr werden unterschiedliche Substanzen verwendet:

  • klassisch schulmedizinische ­Arzneimittel
  • homöopathische Mittel
  • Vitamine
  • Mineralstoffe
  • Aufbereitungen, die aus tierischen Zellen gewonnen werden
  • Aufbereitungen, die aus Heilpflanzen gewonnen werden

Zusammengemischt werden diese Stoffe immer mit einem Lokalanästhetikum, also einem örtlichen Betäubungsmittel. Hierzu gehören zum Beispiel ­Procain und Meaverin. Diese Mittel finden auch in der Neuraltherapie, die eine der Grundlagen der Mesotherapie bildet, ihre Verwendung. Allerdings werden bei dieser nur die Be­täubungsmittel in Narben oder ähnliche sogenannte Störfelder gespritzt und keine weiteren Medikamente.

Bei welchen Beschwerden kann die Mesotherapie helfen?

Die Mesotherapie soll bei vielen Beschwerden helfen, das Spektrum ist breit gefächert:

  • Alterssichtigkeit
  • Arthrose
  • Durchblutungsstörungen
  • Haarausfall
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Müdigkeit
  • Rheuma
  • Rückenschmerzen
  • Sehnenentzündungen
  • Verkalkungen in den Gelenken
  • Verkalkungen des Gehirns
  • Verstauchungen
  • häufige Mückenstiche

In Frankreich gilt die Methode als anerkanntes Heilverfahren, das sogar von den Krankenkassen erstattet wird. In Deutschland zählt sie jedoch zur Alternativmedizin, daher müssen Sie die Behandlungen (je nach eingesetzten Medikamenten ab 40 € pro Sitzung) selbst bezahlen.

Nachgewiesen: Therapiewirkung bei Kalkschulter

Wissenschaftliche Forschungen zur Mesotherapie sind rar gesät. Immerhin gibt es eine Untersuchung zum Thema „Kalkschulter“. Hierunter versteht man eine Einlagerung von Kalkkristallen. Sie befindet sich zwischen Sehne und Schultergelenkknochen und ist sehr schmerzhaft. Behandelt wird sie in der Regel durch Kortisonspritzen. Forscher des San Salvatore-Hospitals in L’Aquila (Italien) haben 2009 80 Patienten, die unter einer Kalkschulter litten, auf zweierlei Art untersucht.

Eine Hälfte der Patienten erhielt Mesotherapie; ihnen wurde Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA), ein Kalziumfänger, stark verdünnt rund um die Ablagerungen in die Haut injiziert. Zudem wurden die betroffenen Stellen mit Ultraschall behandelt. Das soll angeblich helfen, damit sich die Wirkstoffe deutlich besser verteilen. Die restlichen Studienteilnehmer wurden konventionell behandelt. Das Ergebnis erstaunte die Wissenschaftler. Denn vier Wochen nach der Behandlung zeigte sich, dass sich bei über 60 Prozent der Teilnehmer die Kalkablagerungen vollständig aufgelöst hatten. Bei weiteren 22 Prozent waren sie zum Großteil verschwunden. In der Kontrollgruppe hatte sich die Situa­tion nur bei 15 Prozent der Teilnehmer leicht verbessert.

Rheuma- und Arthoseschmerzen sollen gelindert werden

Chronische Schmerzen, die durch Verspannungen der Muskulatur oder rheumatische Erkrankungen und Arthrose entstehen, behandeln Mesotherapeuten mit individuell zusammengestellten Mitteln. Zum Einsatz kommen hierbei unter anderem muskelentspannende Arzneimittel (Muskelrelaxantien) in Kombination mit krampflösendem Magnesium und Medikamenten zur Durchblutungssteigerung. Bei entzündlichen Prozessen werden auch Rheumamittel in kleinsten Dosen beigefügt.

Die gefürchteten Nebenwirkungen dieser Medikamente wie Magenschleimhaut- und Nierenschädigungen sind bei dieser Art der Anwendung ausgeschlossen. Durch die Zugabe des neuraltherapeutischen Lokalanästhetikums wird die Durchblutung angeregt, was die Heilung zusätzlich fördert.

Die fragwürde Behandlung der Alterssichtigkeit

Allerdings ist das die einzige Studie, mit der eine Wirkung der Mesotherapie bewiesen werden konnte – und das eben auch nur für eine Erkrankung. Für alle ­anderen Behauptungen gibt es keinerlei wissenschaftliche Wirk­nachweise. Teilweise muten die Erklärungen, wie die Mesotherapie im bestimmten Fall helfen soll, auch sehr abenteuerlich an. So wird bei der Alterssichtigkeit Buflomedil, ein durchblutungsförderndes Medikament, zusammen mit einem Mittel gespritzt, das ein Kalziumsenker ist. Die Injektionen erfolgen in die Akupunkturpunkte rund um das Auge. So soll es Ihnen möglich sein, nach der Behandlung auf eine Lesebrille zu verzichten.

Bei dieser Mesotherapie-Anwendung stellt sich allerdings die Frage, was mit ihr erreicht werden soll. Denn Alterssichtigkeit hat weder etwas mit zu viel Kalzium zu tun noch mit einer mangelnden Durchblutung. Vielmehr entsteht sie dadurch, dass sowohl die Linse als auch die Muskeln im Auge an Elastizität verlieren. Sie können dadurch nicht mehr richtig zwischen Nah- und Fernsehen wechseln. Aus diesem Grund macht eine Behandlung mit Mesotherapie keinen Sinn.

Wiegen die Vorteile die Nachteile auf?

Beworben wird die Mesotherapie immer mit ihren großen Vorteilen. Es stimmt, dass für eine Behandlung nur wenig des Wirkstoffs benötigt wird. Zudem kann direkt an der betroffenen Stelle behandelt werden (die Schmerzmittel müssen nicht über den Magen aufgenommen werden). So ­werden Schmerzmittelnebenwirkungen deutlich verringert, zum Beispiel gravierende Magenprobleme. Diese können bei der Mesotherapie natürlich nicht auftreten.

Trotzdem sind die Nachteile nicht zu vernachlässigen. Immerhin sind mehrere Injektionsstiche nötig, die mit Schmerzen verbunden sind. Und Sie zahlen viel Geld für eine Behandlungsmethode, für die es in fast allen Fällen keinen Beleg der Wirksamkeit gibt.

Vor- und Nachteile der Mesotherapie auf einen Blick

Vorteile:

  • nur geringe Dosen der Wirkstoffe erforderlich
  • Schmerzmittel müssen nicht über den Magen aufgenommen werden
  • Möglichkeit der gezielten lokalen Schmerzbehandlung

Nachteile:

  • viele Einstiche notwendig
  • hohe Kosten, die nicht erstattet werden
  • Wirksamkeit nicht eindeutig belegt
  • keine Schmerzfreiheit bei den Einstichen

Neuraltherapie: Bekämpft Schmerzen sekundenschnell

Bei der Neuraltherapie nach Dr. Huneke werden örtlich wirksame Betäubungsmittel gespritzt, um chronische Schmerzen zu lindern. Zu verdanken ist diese Methode einem ärztlichen Kunstfehler, ähnlich wie die Entdeckung der Mesotherapie: Dr. Ferdinand Huneke spritzte seiner migränegeplagten Schwester versehentlich das Betäubungsmedikament Procain in die Armvene. Daraufhin verschwanden die Plagegeister im Kopf in Sekundenschnelle.

Heute wird die Therapie von den Naturheilärzten als naturgemäße Heilmethode anerkannt. Erste wissenschaftliche Nachweise sind viel versprechend. Die Anhänger von Huneke erklären die Wirkung so: Bei Verletzungen oder Entzündungen bildet sich ein Störfeld im Körper, das die umgebenden Nerven reizt. Diese senden dann winzige elektrische Impulse ins Nervensystem, was der Organismus auf Dauer nicht verträgt. Er reagiert mit Schmerzzuständen, sei es mit Migräne, Rheuma oder Neuralgien. Eine Procain-Injektion beziehungsweise eine Spritze, in der nur Kochsalzlösung enthalten ist, gibt den Nerven einen starkem Impuls, das Störfeld auszuschalten. Die Schmerzen verschwinden. Man ist sich noch nicht ganz einig, ob die Wirkung vom Procain herrührt oder vom mechanischen Reiz des Einstichs.

Neuraltherapie© Adobe Stock

Nebenwirkungen sind äußerst selten

Die Neuraltherapie sollte nur durch ausgebildete Ärzte durchgeführt werden. Obwohl Nebenwirkungen selten sind, kann es zu Unverträglichkeitserscheinungen auf das Betäubungsmittel kommen, die sofort notärztlich behandelt werden müssen. Gegenanzeigen sind zudem Herzleiden, Bluthochdruck oder die Einnahme blutgerinnungshemmender Mittel.

Vor Beginn einer Behandlung mit der Neuraltherapie sollte eine medizinische Diagnose gestellt werden, damit wichtige schulmedizinische Maßnahmen im Zweifelsfall nicht verhindert werden. Die Neuraltherapie besteht aus der Lokalbehandlung mit Spritzen sowie der Beseitigung von Störfeldern. Dazu gehören beispielsweise die Entfernung von toten Zähnen, Eiterherden oder Mandeln sowie die Behandlung von Narben.

Die häufigsten Störfelder

  • Narben
  • Mandeln
  • Nasennebenhöhlen
  • Zahn-Kiefer-Region
  • Schilddrüse
  • schlecht verheilte Knochenbrüche
  • der gynäkologische Bereich
  • der Bereich der Prostata

Die Spritzen werden sowohl an der Oberfläche der Haut (Quaddeln) als auch ins tiefe Nervengeflecht (besonders bei verdickten Stellen) oder in Gelenke gesetzt. Es sollte sehr rasch eine Besserung erzielt werden. Wenn sich dieses Sekundenphänomen einstellt, gilt die Behandlung als gelungen.

Gemmotherapie: Die heilende Kraft der Knospen

Haben Sie schon einmal von der Gemmotherapie gehört? Entdecker der Methode ist der belgische Arzt Dr. Pol Henry, der sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit dem Mechanismus von Abwehrkräften und der Rolle von Proteinen bei der Zellkommunikation beschäftigte. Er wählte bewusst die Knospen als Ausgangsstoff für seine Therapieform, weil sie reich an Aminosäuren, Proteinen und sekundären Pflanzenstoffen sind.

Pflanzenknospen© Adobe Stock

Die wichtige Rolle der Proteine im Körper

Dr. Henry hatte nämlich festgestellt, dass Proteine eine wesentliche Rolle als Informationsträger im Körper bei Erkrankungen spielen und im Erkrankungsfall eine Fehlsteuerung der Proteine vorliegen kann. Die aus den Pflanzenknospen gewonnenen Arzneimittel unterstützen daher in besonderem Maße die Immunabwehr. Gemmotherapeutika wirken zudem reinigend, ausleitend und regulierend.

Grundsätzlich finden die Glycerolmazerate (von lateinisch macerare = einweichen) bei einer Vielzahl von akuten und chronischen Krankheiten ihren Einsatz. Auch Sie können als eigenständige Therapie und als Begleittherapie zu einer homöopathischen, spagyrischen oder konventionellen Behandlung eingesetzt werden.

Herstellung, Anwendung und Dosierung

Nach der Sammlung und Reinigung werden die Pflanzenknospen im Verhältnis 1:20 in einer Wasser- Alkohol-Glyzerin-Lösung drei Wochen mazeriert und im Anschluss abfiltriert. Nach der Filtration werden die Mazerate mit neun Teilen einer Alkohol-Glyzerin-Lösung verdünnt, was der ersten homöopathischen Dezimalpotenz (D1) entspricht. Anders als in der Homöopathie werden die Extrakte der Gemmotherapie jedoch ausschließlich in dieser Potenz verordnet.

Die Glycerol-Mazerate werden in flüssiger Form als Tinktur eingenommen oder als Spray direkt in den Rachenraum gesprüht. Mit der Applikation über die Mundschleimhaut erfolgen eine schnelle, vollständige Aufnahme in den Blutkreislauf und damit ein rascher Wirkungseintritt.

Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum)

Neben den genannten spagyrischen Arzneien hat sich bei Immunschwäche und Infektanfälligkeit ein gemmotherapeutisches Arzneimittel besonders bewährt. Das Ribes-nigrum-Spray ist ein wahres Kraftpaket: Aminosäuren, Flavonoide, Vitamin C und Phenolderivate sind reichlich darin enthalten. Das Medikament aus Ribesnigrum-Knospen ist das Akutmittel schlechthin. Es stärkt das Immunsystem und verhindert, dass sich die Symptome verfestigen. Stattdessen werden sie sanft behoben. Seine Hauptwirkung entfaltet das Spray bei Heuschnupfen und Allergien. Seine entzündungshemmenden Eigenschaften helfen bei allen Formen beginnender und bei den ersten Anzeichen wiederkehrender Entzündungen, beispielsweise bei Erkältungen, chronischer Bronchitis, Asthma und anderen Beschwerden im Hals-Nasen-Ohren-Bereich.

So wenden Sie das Spray richtig an: Ribes-nigrum-Spray (30 ml, ca. 20 Euro, Apotheke) wird direkt auf die Mundschleimhaut gesprüht, im Regelfall zwei- bis dreimal täglich zwei oder drei Sprühstöße.

Bio- und Neurofeedback: Sie lenken selbst den Erfolg

Gesund bleibt und wird, wer sich selbst kennt und sinnvoll durch den Alltag lenkt. Dieses sehr alte Heilprinzip wird beim Bio- und Neurofeedback mit modernster Technik genutzt. Sie lernen dabei, unbewusst ablaufende körperliche Prozesse bewusst zu registrieren, sie zu regulieren und in die richtige Richtung zu lenken. Zu diesem Zweck werden beim Biofeedback an verschiedenen Körperstellen Sensoren befestigt, die beispielsweise die Pulsfrequenz, den Blutdruck, die Körpertemperatur, die elektrische Aktivität der Muskeln oder die Leitfähigkeit der Haut messen.

Beim Neurofeedback, einer Spezialrichtung des Biofeedbacks, werden die Hirnströme mittels EEG gemessen. Computer werten die Messdaten (aufgenommen durch die verbundenen Sensoren) aus und stellen sie als Bild, Grafik oder Melodie dar. Durch diese Rückmeldung (engl.: feedback) nehmen Sie sich bewusster wahr und lernen, sich in Zukunft besser zu „steuern“. Die Kosten einer Bio- oder Neurofeedback-Therapiesitzung (45 bis 60 Minuten) belaufen sich auf etwa 70 bis 80 €. Die notwendige Anzahl der Sitzungen ist abhängig von der Indikation und dem Therapieverlauf.

Mögliche Einsatzfelder als unterstützende Therapie bei:

BiofeedbackNeurofeedback
MigräneMigräne
SpannungskopfschmerzenSchlaganfall
chronische SchmerzenAngststörung
BluthochdruckDepression
TinnitusSchlafstörung
Harn- und StuhlinkontinenzEpilepsie
neuromuskuläre RehabilitationDemenz
SuchtproblemeTic-Störung, Tourette-Syndrom

Es gibt weitere präventive Einsatzgebiete des Neurofeedback. Beispielsweise können Sie die Methode zur Stressbewältigung oder zur Erhaltung der geistigen Flexibilität im Alter einsetzen.

Beten: Gesundheitliche Wirkungen

Beten ist ein zentraler Bestandteil aller Religionen. Dabei wird statistisch erwiesen weitaus häufiger in Zeiten der Not als aus Dankbarkeit und Freude gebetet. In der stillen Versenkung versuchen Gläubige und spirituell orientierte Menschen in aller Welt, mit Gott oder einer anderen höheren Energie in Kontakt zu treten, um Heilung von Krankheit und Linderung von Schmerzen zu erbitten.

Dabei erleichtert oft schon das gedankliche Aussprechen der bedrohlichen Situation den Umgang mit dem Unfassbaren. Die vertrauensvolle Bitte um Genesung ist gleichermaßen entlastend wie auch Hoffnung spendend. Ganz ähnlich wie einem Kind, das den Vater bittet, ihm aus einer misslichen Lage herauszuhelfen, so gibt Gläubigen das Gebet ein Gefühl von Geborgenheit, Schutz und innerem Halt. Dabei hat Beten ähnliche körperliche Auswirkungen wie Meditieren.

Beten© Adobe S

So reagiert der Organismus auf das Beten

Seit mehreren Jahrzehnten beschäftigt sich auch die Wissenschaft mit dem Phänomen Beten und Heilung von schwerer Krankheit. Insbesondere amerikanische Universitäten haben hierzu eine ganze Reihe von Studien vorgelegt. So fand zum Beispiel die renommierte Harvard Universität heraus, dass Gebete unter anderem bei Bluthochdruck, chronischen Schmerzen und Herzerkrankungen eine positive Wirkung haben. Generell werde durch das Beten die innere Ruhe gefördert, wodurch sich die natürlichen Rhythmen von Atmung und Herzschlag harmonisieren. Studien zeigen, dass wer regelmäßig betet:

  • ein stärkeres Immunsystem hat
  • seltener krank wird
  • sich schneller von Krankheiten erholt
  • nach Operationen nicht so lange das Bett hüten muss
  • weniger Schmerzmittel benötigt

Erwiesen ist auch die beruhigende und stabilisierende Wirkung auf das Herz. Dabei gibt es keinen Unterschied, ob man sich im Gebet an Gott oder bei der Meditation nach innen wendet.

Beten kann die Selbstheilungskräfte aktivieren

Wenn sich Krebstumore ohne eine Behandlung zurückbilden, sprechen Ärzte von einer Spontanremission. Die amerikanische Biochemikerin Caryle Hirshberg hat 50 derartige Fälle untersucht und dabei festgestellt, dass 67 Prozent der Spontangeheilten ihren Glauben, Spiritualität und Gebete als Grund für die Gesundung ansahen. Wissenschaftler vom Dartmouth-Hitchcock Medizin Center in Lebanon (USA) haben ebenfalls untersucht, ob Gebete heilend wirken können. Das erstaunliche Ergebnis: Patienten, die Trost und Kraft durch ihren Glauben erfuhren, hatten eine deutlich größere Überlebenschance. Eine Kontrollgruppe, die nicht gläubig war und nicht betete, hatte eine dreimal höhere Sterberate. Dabei scheinen psychische Komponenten die Hauptrolle zu spielen.

Natürlich haben die Wissenschaftler auch versucht, herauszufinden, warum Beten heilende Energien mobilisieren kann. Zunächst scheint es so zu sein, dass der feste Glaube an die Erhörung des Gebets die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert. Gleichzeitig gleitet der Organismus während des Betens in einen Entspannungszustand, wodurch sich die Ausschüttung der Stresshormone (z. B. Kortisol) vermindert. Da Kortisol einen schädigenden Einfluss auf die Immunzellen hat, kann die Verminderung dieses Hormons das Immunsystem stabilisieren. Ein starkes Immunsystem wirkt sich wiederum positiv auf den Verlauf von Krebserkrankungen aus, was ein Erklärungsansatz für die Spontanremissionen sein könnte. Die tatsächliche Auswirkung von Gebeten auf die Heilung von schwerer Krankheit wissenschaftlich zu belegen, scheint nicht leicht zu sein. So ergab eine Analyse der Brandeis Universität in Waltham, Massachusetts (USA) von 18 Studien, die sich in den letzten 40 Jahren mit diesem Thema beschäftigten, recht Widersprüchliches. Einige der Studien konnten positive Auswirkungen auf die Heilung nachweisen, andere jedoch nicht.

6 ungewöhnliche Mittel, die Sie gesund erhalten können

Schnupfen, Bronchitis, Nierensteine: Bei vielen Erkrankungen bekommen Sie vom Arzt ein Rezept, denn ­Medikamente müssen halt sein. Doch nicht immer entspricht das den Tatsachen. Es gibt in manchen ­Fällen auch nebenwirkungsfreie Alternativen. Häufig klingen diese zunächst ungewöhnlich oder seltsam; ­helfen tun sie aber dennoch.

Teddy mit schulmedizinischen Medikamenten© eyetronic – Fotolia

1. Summen Sie sich Ihre Nase frei

Medikamente gegen Husten und Schnupfen gibt es viele in den Apotheken. Ihre Wirkung ist eher marginal. Nicht umsonst behauptet der Volksmund, dass eine Erkältung mit Medikamenten 14 Tage dauere und ohne Behandlung zwei Wochen. Sie können aber zumindest eine verschnupfte Nase erträglicher machen, wenn Sie einfach summen. Ganz gleich, ob Sie dabei auf einem Ton summen oder eine Melodie, der Effekt ist der gleiche. Sie versetzen die feinen Härchen in Ihrer Nase in Bewegung. Und so sorgen Sie dafür, dass nicht nur der Staub und der Schleim, sondern auch Krankheitserreger nach draußen transportiert werden.

Das Summen hat noch einen anderen Effekt: Die dabei erzeugten Vibrationen wirken sich auf die Schleimhäute aus und sorgen dafür, dass das Sekret, das für eine verstopfte Nase sorgt, dünner wird und besser abfließen kann. Um die Vibrationen zu verstärken, können Sie auch zu einem Kazoo greifen, das Sie im Musikgeschäft erhalten. In dieses Röhrchen aus Plas­tik oder Metall singen Sie einen Ton hinein und es entsteht ein nasales, stark vibrierendes Geräusch.

2. Erdnüsse schützen vor Herzerkrankungen

Abends vor dem Fernseher eine Dose Salznüsse knabbern und das Herz bleibt gesund? So einfach ist es leider nicht. Gemeint sind frische Erdnüsse, die Sie schälen müssen, und mehr als 30 Gramm (rund eine Handvoll) sollten Sie am Tag nicht verzehren. Diese Menge zusammen mit einem L-Arginin-Nahrungsergänzungsmittel ist dann aber ein wirklich leckerer und effektiver Herzschutz.

Der Grund: Erdnüsse enthalten viel L-Arginin. Hierbei handelt es sich um eine Aminosäure, die unser Körper braucht, um die Menge des Stickstoffs in den Blutgefäßen zu erhöhen. Wenn dieser Wert ansteigt, weiten sich die Gefäße. So verringert sich zu hoher Blutdruck um 10 bis 60 mmHg. Außerdem sind höhere Stickstoffwerte in der Lage, zu hohe Choles­terinwerte zu verringern. Doch was, wenn Sie keine Erdnüsse mögen? Keine Sorge, die Knabberei ist nicht die einzig mögliche L-Arginin-Quelle. Alter­nativ können Sie auch zu Lachs, Krabben, Eiern oder roten Bohnen greifen.

3. Wie Zitronengetränke bei Nierensteinen helfen

Amerikanische Wissenschaftler aus San Diego haben herausgefunden, dass Limonade tatsächlich gegen Nierensteine helfen kann. Menschen, die jeden Tag einen halben Liter Zitronenlimonade trinken, weisen einen genauso hohen Zitratspiegel im Urin auf wie diejenigen, die Natriumzitrat einnehmen, um ihre Nierensteine zu bekämpfen.

Zudem stellten die Forscher fest, dass das Limonade-Trinken das Risiko für Nierensteine um bis zu 90 Prozent senken kann. Der Vorteil der Limonaden-Methode: Sie hat nicht die ­Nebenwirkungen von schulmedizinischen Präparaten. Der Nachteil: Sie ist nicht gerade gesund. Doch es gibt eine Lösung. Sie brauchen nämlich gar keine Limonade zu trinken. Es reicht auch Mineralwasser, dem Sie den frisch gepressten Saft einer Zitrone hinzugeben. Diese Mischung hat den gleichen Effekt wie die zuckrigen Limonadengetränke.

4. Lindern Sie Bronchitis mit Knoblauch

Eine Bronchitis entsteht in der Regel als Folge einer Erkältung. Da sie in den meisten Fällen durch Viren verursacht wird, hilft auch bei einer Bronchitis kein Antibiotikum, wenngleich viele Ärzte dieses bei der Diagnose „Bronchitis“ sofort verschreiben. Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es ein Mittel gibt, das hilft, die Bronchitis rasch heilen zu lassen: flüssiges ­Allicin. Bei Allicin handelt es sich um den Wirkstoff, der im Knoblauch enthalten ist. Er ist in der Lage, nicht nur Bakterien, sondern im Gegensatz zu einem Antibiotikum auch Viren zu vernichten. Im Ausland (z. B. in England) können Sie Allicin als Flüssigstoff kaufen.

Doch das bedeutet nicht, dass uns in Deutschland keine Möglichkeit zur Verfügung steht, die Erkenntnisse der Forscher zu nutzen. Denn Sie müssen gar nicht den Flüssigwirkstoff verwenden. Als Alternative bietet sich der Verzehr von zwei frischen Knoblauchzehen pro Tag an. Eine andere Alternative ist die Einnahme von Knoblauchkapseln. Die sollten 500 mg Allicin enthalten. Nehmen Sie im Infektionsfall pro Tag vier Kapseln über einen Zeitraum von sieben Tagen ein.

5. So schützen Sie sich mit Sonne vor Diabetes

Eine gesunde Ernährung und genügend Bewegung helfen, einer Diabetes-Erkrankung vorzubeugen. Doch auch der Aufenthalt im Freien trägt dazu bei, Sie vor der Zuckerkrankheit zu bewahren. Der Grund dafür: Genügend Aufenthalt im Licht regt die körpereigene Produktion von Vitamin D an. Ist Ihr Blutspiegel dieses Vitamins ausreichend hoch, sinkt Ihr Risiko für einen Typ-II-Diabetes um rund 40 Prozent.

Im Sommer reicht hierfür schon ein Spaziergang von einer Viertelstunde Dauer. Achten Sie aber darauf, dass Sie genügend Licht aufnehmen. Sie sollten unbekleidete Arme haben und auf Sonnencreme verzichten. In dieser kurzen Zeit riskieren Sie in der Regel keinen Sonnenbrand, auch im Hochsommer nicht. Wenn Sie dennoch ein sehr empfindlicher Hauttyp sind: Auch im Schatten nehmen Sie genügend Sonnenlicht auf. Im Winter können Sie auch bei bedecktem Himmel Sonnenlicht tanken. Allerdings muss Ihr Spaziergang dann deutlich länger sein; Sie sollten sich schon zwei Stunden pro Tag draußen aufhalten.

6. Aspirin gegen ein erhöhtes Krebsrisiko?

Aspirin kennen Sie als Schmerzmittel, gegen Fieber und als Blutverdünner. Umso erstaunlicher, was amerikanische Wissenschaftler aus Salt Lake City in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht haben. Sie konnten in Studien nachweisen, dass eine niedrige Dosis Aspirin (75 mg) pro Tag die Darmkrebs-Todesrate um 40 Prozent, die von Lungenkrebs um 30 Prozent und die von Speiseröhrenkrebs um 58 Prozent senken kann.

Die Wissenschaftler empfehlen den Menschen eine vorbeugende Einnahme von Aspirin, in deren Familie diese Krebserkrankungen gehäuft auftreten und die daher ein erhöhtes Krebsrisiko haben. Dieses Studienergebnis ist allerdings mit Skepsis zu betrachten. Denn Aspirin kann zu schweren Nebenwirkungen wie Sodbrennen, Kopfschmerzen, Magenproblemen und inneren Blutungen führen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wie gefährdet Sie für eine Krebserkrankung sind. Anhand dieser Einschätzung sollte er dann mit Ihnen zusammen über eine präventive Aspirineinnahme entscheiden.

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