MenüMenü

Auf Grapefruit bei Medikamenteneinnahme verzichten?

Es ist kaum zu glauben, aber tatsächlich ist das Problem bereits altbekannt: Grapefruit(-saft) kann die Bioverfügbarkeit vieler Medikamente erhöhen und so ihre Wirkung enorm steigern. Dieses Problem kennen Pharmakologen bereits seit 20 Jahren und warnen jetzt erneut – mit gutem Grund: Inzwischen ist der Effekt bei mehr als 50 Arzneien bekannt, darunter Schmerztabletten, Antidepressiva, Asthma-Mittel, Lipidsenker, die Anti-Baby-Pille und es werden ständig mehr. Im schlimmsten Fall wird Ihr Heilmittel durch die Wechselwirkung mit Grapefruitsaft zu einem tödlichen Gift. Wie bei einem 29-Jährigen, der gegen seinen Heuschnupfen Terfenadin schluckte und dazu fleißig Grapefruitsaft trank – bis das Antihistaminikum 30-fach überdosiert war. Dadurch brach der Kreislauf des jungen Mannes zusammen und er ist völlig unnötig verstorben. Besonders erschreckend: Die Dosissteigerung kann teilweise noch viele Stunden nach dem Trinken eines einzigen Glases Grapefruitsaft festgestellt werden. Ich rate Ihnen daher dazu, Ihre Medikamente immer nur mit einem Glas Wasser einzunehmen.

Meine Tipps

  • Grapefruit erhöht die Bioverfügbarkeit nur, wenn Sie Arzneimittel über den Mund einnehmen, da die Wechselwirkungen bei der Aufnahme über die Darmschleimhaut auftreten. Salben sind also beispielsweise nicht betroffen.
  • Früchte, Saft und andere Zubereitungen von Grapefruit sind gleichermaßen gefährlich – nicht nur Grapefruitsaft.
  • Meiden Sie Produkte aus Grapefruits grundsätzlich, wenn Sie Medikamente einnehmen.
  • Die Empfehlung, nur „große Mengen“ an Grapefruits zu meiden, entbehrt der wissenschaftlichen Grundlage und ist auch nicht praxisgerecht.
© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Astrid Schobert
Über den Autor Astrid Schobert

Ehemalige Chefredakteurin von „Ernährungstipps“ Astrid Schobert ist unsere Ernährungsexpertin. Sie hat in Bonn Oecotrophologie studiert und arbeitet, nach langjähriger Erfahrung […]

Regelmäßig Informationen über Ernährung erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Astrid Schobert. Über 344.000 Leser können nicht irren.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!

Alte Kommentare
  • NW schrieb am 18.11.2013, 12:10 Uhr

    Kann man denn dieses Wissen nicht nutzen für eine Therapie mit weniger Medikamenten? Dann trinke ich doch lieber ein Glas Grapefruitsaft als täglich oder sogar öfter eine Pille zu schlucken.

  • Angela Morris schrieb am 18.11.2013, 14:39 Uhr

    Die Berichte sind sehr interessant. Das Grapefruitsaft in Verbindung mit Medikamenten gefährlich ist, war mir bekannt. Ich würde gerne wissen, ob man auch keine Grapefruitfrüchte essen darf.

  • Katrin schrieb am 19.11.2013, 08:21 Uhr

    Jetzt ist die Frage für mich, darf man überhaupt keine Grapefruit bzw.keinen Grapefruitsaft zu sich nehmen oder nur direkt zur Einnahme der Medikamente nicht. Meine Tochter nimmt die Anti-Baby-Pille und sie isst gern mal eine Grapefruit.