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Obst und Gemüse: Gesundheitliche Vorteile und richtige Lagerung

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Obst und Gemüse sind gesund. Das bekommen wir schon als Kinder mit auf den Weg. Aber warum eigentlich? Obst und Gemüse enthalten Ballaststoffe, Vitamine und zahlreichen Mineralstoffe, aber eine geringe Energiedichte. Ein weiterer Bestandteil sind die sekundären Pflanzenstoffe. Sie machen Obst und Gemüse so wertvoll und gesund. Es sind mehr als 100.000 dieser Pflanzenstoffe bekannt und in der Pflanze selbst übernehmen sie die unterschiedlichsten Funktionen. Manche sind für die schöne Farbe verantwortlich, manche schützen gegen Fressfeinde und wieder andere regulieren das Wachstum der Pflanze.

Obst und Gemüse© Tomo Jesenicnik – Fotolia

Obst und Gemüse: Regelmäßiger Verzehr bietet viele Vorteile

Definition: Der Unterschied zwischen Obst und Gemüse

Eigentlich ist uns schon klar, was Gemüse oder Obst ist. Aber schaut man mal genau hin, ist das gar nicht mehr so deutlich. Sowohl Gemüse als auch Obst sind pflanzliche Bestandteile, die verzehrt werden können. Der Unterschied zwischen Obst und Gemüse lässt sich botanisch erklären: Für gewöhnlich stammt Obst von mehrjährigen Pflanzen. Das bedeutet, ein Apfelbaum wirft jedes Jahr, über mehrere Jahre hinweg, neue Früchte ab. Gemüsepflanzen hingegen müssen jedes Jahr aufs Neue ausgesät werden, so zum Beispiel der Blumenkohl.

Obst wird auch häufig als Frucht der jeweiligen Pflanze angesehen. Gemüse hingegen ist „nur“ Bestandteil einer Pflanze. So sind Gurke, Kürbis und Tomate zwar auch Früchte, zählen aber landläufig zum Gemüse. Rhabarber hingegen, der ja der Blattstiel und nicht etwa die Frucht der Pflanze ist, wird hingegen häufig zum Obst gezählt. So unterscheiden sich die botanischen Definitionen und die allgemeine, alltägliche Zuordnung von Obst und Gemüse in ein paar Ausnahmefällen.

Obst und Gemüse: 5 am Tag!

Also gibt es viele gute Gründe, sich jeden Tag an ausreichend Obst und Gemüse gütlich zu tun: Gesund, lecker, kalorienarm, günstig und es beugt Krankheiten vor. Trotzdem nehmen nur gut die Hälfte aller Deutschen ausreichend Obst und Gemüse am Tag zu sich. Die Faustregel besagt, man sollte am Tag fünfmal Obst und Gemüse essen. Im Optimalfall drei Portionen frisches oder leicht gegartes Gemüse und zwei Portionen Obst. Insgesamt sollten es um die 650 Gramm am Tag sein. Da das vielen schwer fällt, finden Sie hier einige Tipps, damit es Ihnen leichter fällt, diese „5-am-Tag-Regel“ umzusetzen und in Ihren Alltag einzubauen:

  • Haben Sie Obst und Gemüse immer griffbereit, wenn der kleine Hunger kommt. Beispielsweise mit einem Obst- und Gemüsekorb neben dem Schreibtisch im Büro.
  • Versuchen Sie, ein paar Tage in der Woche vegetarisch zu leben. Auf diese Weise werden Sie für neue Obst- und Gemüsevarianten sensibilisiert.
  • Aus Obst und Gemüse lassen sich auch hervorragend viele leckere Produkte zaubern. Versuchen Sie es doch mal mit Marmelade aus frischen Früchten, Trockenobst, Antipasti oder köstlichen Chutneys.
  • Kochen Sie Rezepte mit viel Gemüseanteil, dafür bieten sich zum Beispiel Pfannengerichte mit Reis oder Nudeln an. Paprika, Möhren und Brokkoli mit dazu und schon ist der Gemüsebedarf des Tages gedeckt. Danach noch einen Apfel und ein paar Beeren zum Nachtisch – voilà!
  • Achten Sie auf eine saisonale Auswahl von Obst und Gemüsesorten. So haben Sie automatisch eine abwechslungsreiche Speisekarte.

Gegrilltes Gemüse

Echtes Gute-Laune-Essen

In einer englischen Studie, die im British Journal of Health Psychology erschienen ist, führten ca. 300 Studierende ein Online-Tagebuch über ihre Stimmung und ihr Essverhalten. Dabei wurden insbesondere Obst, Gemüse, Kekse, Chips und Kuchen abgefragt. Es gab einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Menge an Obst und Gemüse sowie den positiven Gefühlen. Wenn die Studierenden mehr Obst und Gemüse zu sich nahmen, fühlten sie sich danach (und teilweise auch noch am nächsten Tag) ruhiger, zufriedener und hatten mehr Energie. Dieser Zusammenhang konnte nicht für Süßes und Fettiges festgestellt werden.

Die „therapeutische“ Gemüse-Obst-Dosis erreichen Sie beispielsweise, wenn Sie morgens eine Tasse Himbeeren zu sich nehmen, mittags einen Salat, nachmittags eine Hand voll Rohkost und abends ein Gericht mit viel Gemüse. Das Forscherteam war sich nicht sicher, ob es nur an den Nährstoffen von Obst und Gemüse gelegen oder ob die Bewertung eine Rolle gespielt hat: nämlich, dass wir uns besser fühlen, weil wir uns gesund ernährt haben. Sie haben die Möglichkeit, es selbst auszuprobieren. Obst und Gemüse schmecken immer und davon kann man nie zu viel essen.

Obst und Gemüse beugen Krankheiten vor

Seit Jahren prasseln von allen Seiten Ernährungsratschläge auf uns ein. Zum Schutz vor Krebs sollen wir beispielsweise viel Obst und Gemüse essen, dem Herzen zuliebe Olivenöl verwenden und tierisches Fett weglassen, weil es die Arterien verstopft. Doch immer neue Studien nähren Zweifel an diesen Empfehlungen. Was stimmt denn nun? Es gibt nur zwei Ernährungsregeln, die übergreifend und nachhaltig richtig sind: Wer nichts isst, verhungert. Wer zu viel isst, wird dick. Alles andere ist ständig im Fluss. An manchen Regeln ist etwas Wahres, andere wiederum sind völlig aus der Luft gegriffen. Manche sind überzogen, andere wieder nicht eindrücklich genug.

In vielen Studien wurde inzwischen nachgewiesen, dass Obst und Gemüse bestimmten Krankheiten vorbeugen kann. Die sekundären Pflanzenstoffe, aufgenommen durch Obst und Gemüse, können vor allem das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten verringern. Auch soll Obst und Gemüse bestimmten Krebserkrankungen positiv entgegen wirken. Viele der sekundären Pflanzenstoffe wirken nämlich positiv auf unseren Cholesterinspiegel, unterstützen die Funktionen unserer Blutgefäße, wirken antibakteriell und entzündungshemmend. Für eine gesunde Ernährung versuchen Sie, möglichst viele der sekundären Pflanzenstoffe aufzunehmen. Dafür empfiehlt sich die Integration von Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen in die täglichen Speisen.

Obst und Gemüse hält Krankheiten fern

Was macht Obst und Gemüse so wertvoll?

Die günstigen Auswirkungen einer pflanzenbetonten Ernährung zeigen sich bereits innerhalb weniger Wochen am Erscheinungsbild Ihrer Haut. Außerdem führt die Pflanzenkost zu positiven Veränderungen von Risikofaktoren wie Gewichtsreduzierung, niedrigerem Blutdruck oder verbesserten Blutfettwerten. Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse versorgen Ihren Körper nicht nur mit Vitaminen und Mineralstoffen, sondern auch mit sekundären Pflanzenstoffen. Sie sind im Gegensatz zu Vitaminen und Mineralstoffen nicht lebensnotwendig, erfüllen aber trotzdem wichtige Aufgaben in Ihrem Körper.

Forscher kennen inzwischen über 100.000 verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe und entdecken ständig neue positive Auswirkungen für Ihre Gesundheit. Wissenschaftliche Studien zeigen immer wieder, dass ein hoher Verzehr von Gemüse und Obst das Risiko für einige Krankheiten deutlich verringert. So treten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Adipositas, rheumatoide Arthritis, Asthma bronchiale, Osteoporose, neurologische Erkrankungen und Augenerkrankungen (Makuladegeneration) bei hohem Gemüse- und Obstverzehr deutlich seltener auf.

Sekundäre Pflanzenstoffe schützen und stärken den Körper

InhaltsstoffFunktion und mögliche Wirkungz. B. enthalten in
CarotinoideStärkung der Abwehrkräfte, Schutz von Haut und Schleimhäuten, Schutz vor KrebsTomate, Möhre, Grünkohl, Fenchel, Spinat, Chicorée, Paprika, Aprikose, Mango, Kürbis
Protease-InhibitorenSchutz vor Krebs und ZellschädenSojabohne, Kartoffel, Getreide
Glucosinolate
Senken des Risikos für Krebserkrankungen
Kohlgemüse, Rettich, Kresse, Radieschen, Sauerkraut, Senf
MonoterpeneSchutz vor Krebs, Infektionen, antimikrobiellZitrusfrüchte, Gewürze wie Kümmel, Anis, Fenchel, Koriander, Basilikum
PhytoöstrogeneSchutz vor hormonabhängigen KrebsartenHülsenfrüchte, Getreide, Leinsamen, Soja
PhytosterineSchutz vor Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, cholesterinspiegelsenkendSojabohne, Avocado, Hülsenfrüchte, Nüsse, Sesam, Sonnenblumenkerne
PolyphenoleSchutz vor Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Zellschäden, Infektionen, EntzündungenRotkohl, Radieschen, rote Zwiebeln, rote Salate, Aubergine, Kirsche, Traube, Pflaume, Erdbeere, Kakao, Rotwein, Kaffee, schwarzer und grüner Tee
SaponineSchutz vor Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionen, Stärkt das ImmunsystemHafer, Hülsenfrüchte, Spargel, Spinat
SulfideSchutz vor Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Zellschäden, Infektionen, Entzündungen, VerdauungsstörungenKnoblauch, Zwiebel, Porree, Schnittlauch

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Möhren und Tomatensaft

Menschen, die viel Blattgemüse essen, leiden seltener unter Herz-Kreislauf-Problemen. Zu diesem Fazit kommen im Jahr 2011 Wissenschaftler der Universität von Florenz, Italien, nachdem sie über acht Jahre hinweg denLebensstil und die Essgewohnheiten von 30.000 Studienteilnehmern beobachtet hatten. Genauer gesagt: Das Risiko war bei der Gruppe mit dem höchsten Verzehr (bei einem täglichen Gemüsekonsum von über 300 Gramm) um 46 Prozent verringert gegenüber der Gruppe mit dem niedrigsten Verzehr, also bei Probanden, die täglich nur 100 Gramm grünes Gemüse oder weniger aßen.

Viele weitere Studien weltweit kamen in den letzten Jahren zu einem ähnlichen Ergebnis. So auch eine Untersuchung der Georgetown Universität in Washington DC (USA) aus dem Jahr 2013: An über 1.900 Studienteilnehmern zeigte sich, dass das Risiko einer akuten Herzerkrankung mit jeder Portion grünem Gemüse pro Tag bei regelmäßigem Konsum um 12 Prozent sank. Ein entscheidender Grund: Grünes Gemüse ist reich an Folsäure. Und dieses B-Vitamin schützt vor Gefäßablagerungen, die im schlimmsten Fall einen Herzinfarkt oder Schlaganfall herbeiführen. Greifen Sie also täglich zu Feldsalat, Rucola, Mangold oder Spinat. Es lohnt sich!

Auch mit buntem Gemüse schützen Sie Ihr Herz

Neben grünem Gemüse bieten Ihnen aber auch die bunten Varianten einen gewissen Schutz. Das zeigte sich unter anderem im Rahmen der Women’s Health Studie, die in den 1990er und 2000er Jahren an zahlreichen Kliniken der USA durchgeführt wurde. Über 39.000 Frauen nahmen an den Untersuchungen teil. Die Wissenschaftler gingen unter anderem der Frage nach, inwieweit Ernährung die Herzgesundheit beeinflusst. Das Ergebnis: Der Verzehr von Tomaten schützt vor Herz-Kreislauf-Problemen.

Wissenschaftler der renommierten Harvard Medical School in Boston (USA) stellten kurz darauf fest, dass der Lycopingehalt im Blutplasma der entscheidende Faktor ist. Lycopin ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der zur Gruppe der Carotinoide gehört. Er wirkt antioxidativ, das heißt der Stoff fängt schädliche Sauerstoffradikale in Ihrem Körper ab. Diese Sauerstoffradikale sind unter anderem für Alterungsvorgänge auch an und in Ihren Blutgefäßen mitverantwortlich. Den roten Farbstoff Lycopin nehmen Sie beispielsweise mit Tomaten und Tomatenprodukten auf; er steckt aber auch in Aprikosen oder roter Grapefruit.

Deshalb sollten Sie reichlich Möhren und Paprika essen

Auch weitere Carotinoide in Gemüse schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Das belegt unter anderem eine Untersuchung der Universität von Kalifornien in Los Angeles (USA): Bei insgesamt 573 Probanden wurde der Gehalt an antioxidativen Stoffen im Blut und Vorstufen von Arteriosklerose über einen Zeitraum von 18 Monaten gemessen.

Das Ergebnis: Je mehr Carotinoide im Blut (z. B. Lutein, Zeaxanthin, β- Cryptoxanthin und α-Carotin), umso geringer war das Arteriosklerose-Risiko. Ein hoher Gehalt dieser sekundären Pflanzenstoffe steckt beispielsweise in Möhren oder roter Paprika. Für Sie lohnt es sich also, mindestens zwei- bis dreimal pro Woche Gerichte mit diesen leckeren Gemüsesorten zu kochen.

Möhren für Ihr Herz

So bleiben Früchte lange haltbar

Kennen Sie das: Sie kommen vom Einkauf nach Hause und wissen nicht so recht, ob das Obst, das Sie eben erworben haben, in den Kühlschrank gehört? Bis auf ein paar Ausnahmen kann Ihnen eine einfache Faustregel helfen: Heimisches liebt es kühl, exotische Früchte haben es gerne warm.

Das heißt: Äpfel lagern Sie am besten bei Temperaturen unter 8 °C. Bananen oder Zitrusfrüchte hingegen sollten Sie bei Zimmertemperatur aufbewahren, denn kühle Temperaturen würden dem Zellgewebe der Südfrüchte schaden. Eine Ausnahme sind Kiwis: Die kleinen grünen Früchte lassen sich problemlos im Kühlschrank deponieren.

Hohe Luftfeuchtigkeit schützt Äpfel

Wollen Sie Äpfel, die Sie im Garten vielleicht selbst geerntet haben, für einen längeren Zeitraum lagern, dann suchen Sie sich dafür am besten ein feuchtes Plätzchen. Ein Apfel verbraucht nämlich schnell seine eigenen Wasserreserven auf und wird dann schrumpelig. Lagern Sie Äpfel bei hoher Luftfeuchtigkeit, dann zögern Sie ein solches Austrocknen hinaus. So sind beispielsweise ungeheizte Kellerräume ideale Lagerstätten. Drehen Sie das Obst außerdem hin und wieder um, damit sich keine Druckstellen bilden.

Obst und Gemüse im Einkaufswagen

Vorsicht bei dem Pflanzenhormon Ethylen!

Einige Obstsorten produzieren viel Ethylen. Dieses Pflanzenhormon beschleunigt den Reifeprozess, sorgt letztendlich aber auch dafür, dass Früchte schlecht werden. Äpfel geben, genau wie beispielsweise auch Aprikosen und Pflaumen, besonders viel Ethylen ab. Um ein vorzeitiges Verderben benachbarter Früchte zu vermeiden, sollten Sie diese Obstsorten möglichst isoliert aufbewahren. Das heißt: Wenn ausreichend Platz vorhanden ist, dann legen Sie Äpfel am besten so hin, dass sie sich gegenseitig nicht berühren.

Übrigens: Sie können Ethylen auch zu Ihrem Vorteil nutzen. Möchten Sie beispielsweise, dass Ihre Bananen schneller reifen, dann geben Sie diese zusammen mit Äpfeln in eine Schale. Das von den Äpfeln abgegebene Ethylen beschleunigt den Reifeprozess der Bananen. Auch Tomaten geben viel Ethylen ab. Bewahren Sie deshalb Tomaten am besten nicht gemeinsam mit anderen Obst- oder Gemüsesorten auf. Lagern Sie Tomaten an einem trockenen, luftigen Ort außerhalb des Kühlschranks. Außerdem: Waschen Sie Obst oder Gemüse erst kurz vor dem Verzehr. So bleibt es länger haltbar. Denn nach dem Kontakt mit Wasser sind die Früchte für Keime leichter angreifbar.

So unterschiedlich sind die Temperaturen im Kühlschrank

Luft zirkuliert in Ihrem Kühlschrank: Warme Luft steigt nach oben, die kalte Luft sinkt ab. Im obersten Kühlschrankfach herrschen deshalb Temperaturen von etwa 10° C. Hier können Sie Lebensmittel verstauen, die nicht allzu kühl gelagert werden müssen. Dazu gehören Marmelade, Dressing oder Eier. Auf der mittleren Ebene herrschen Temperaturen von etwa 5 bis 6 °C. Hier lagern Sie am besten Milchprodukte.

Im untersten Fach treffen Sie auf Temperaturen von etwa 2° bis 5°C: Hier sollten leicht verderbliche Nahrungsmittel liegen, also beispielsweise Fleisch, Fisch oder Wurst. Die über den Obst und Gemüsefächern liegende Glasplatte hält die Kälte ab. Deshalb herrschen in den Obst- und Gemüsefächern lediglich Temperaturen von 8 bis 9 °C. Auch in der Kühlschranktür ist es nur 8 °C kalt. Hier lassen sich beispielsweise Getränke verstauen.

Bleiben Sie beim Original aus der Natur!

Unbestritten ist die Empfehlung, möglichst viel Obst und Gemüse zu essen, jedoch nach wie vor. Denn der Verzehr von Obst und Gemüse schützt Sie indirekt vor Krebs und anderen Krankheiten: Wer viel frisches Grünzeug isst, hat seltener Übergewicht. Und Übergewicht gilt als Risikofaktor für die Krankheitsbildung.

Vor allem aber haben Obst und Gemüse einen positiven Einfluss auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das ist nicht nur auf die sekundären Pflanzenstoffe zurückzuführen, sondern auch auf ihren hohen Gehalt an lebenswichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass diese Substanzen ihre Wirkung am besten entfalten, wenn sie gemeinsam mit vielen anderen sekundären Pflanzenstoffen aufgenommen werden und nicht als synthetisch produzierte Einzelsubstanz in Pillen. Also vergessen Sie Nahrungsergänzungsmittel und gönnen Sie Ihrem Körper das Original aus der Natur: Essen Sie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Nüsse.

Regionales Obst und Gemüse

Wenn Sie selbst Obst oder Gemüse trocknen wollen

Entweder trocknen Sie das Obst und Gemüse draußen oder auf dem gut belüfteten Dachboden, aber nicht direkt in der Sonne, in der Nähe eines Ofens beziehungsweise auf dem Speicher oder Sie dörren es im Backofen beziehungsweise in speziellen Dörrapparaten. Letzteres Verfahren kommt in unseren Breiten eher zum Einsatz, da sich unsere klimatischen Bedingungen höchst selten zum Trocknen eignen. Die Trocknungstemperatur sollte zwischen 30 und 50 Grad liegen. Verwenden Sie zum Trocknen am besten ebenfalls nur Obst und Gemüse allererster Bio-Qualität. Obst und Gemüse sollte voll ausgereift sein und keine schadhaften Stellen aufweisen. Waschen und putzen Sie Ihr Trockengut gründlich, danach sorgsam abtrocknen. Schälen Sie das Trockengut am besten nicht, denn damit verlieren Sie viele Vitalstoffe, die direkt unter der Schale sitzen. Zwar verkürzen Sie die Trockenzeit, wenn Sie Obst und Gemüse zerkleinern, doch das geht wiederum auch auf Kosten der Inhaltsstoffe. Äpfel und Birnen müssen Sie allerdings verkleinern, sonst werden sie niemals richtig trocken.

Nun breiten Sie das Trockengut nebeneinander auf Rosten oder Gittern aus, die Sie zuvor mit Mull ausgekleidet haben. Dazu eignen sich beispielsweise die Gitterroste aus Ihrem Backofen, Getreide- und Mehlsiebe oder Körbe mit breitem geflochtenem Boden. Stellen Sie Ihr Trockengerät etwas erhöht hin, damit von unten Luft herankommt. Achten Sie darauf, dass sich die Roste richtig reinigen lassen und nicht rosten. Wenn sich das Obst oder Gemüse dafür eignet, können Sie es auch auffädeln, etwa Apfelringe, Pilze oder Peperoni. Wenn Sie im Backofen trocknen, stecken Sie einen Kochlöffel zwischen Tür und Backofen, damit durch diesen Spalt die Feuchtigkeit entweichen kann. Die Dauer der Trocknung hängt davon ab, wo Sie Ihr Trockengut dörren, was es ist und wie groß die Stücke sind. In der Sonne sollten Sie nicht länger als vier Tage brauchen. Im Backofen kann es zwischen sechs und zwölf Stunden dauern. Kontrollieren Sie das Trockengut regelmäßig, wenden Sie es unter Umständen auch einige Male.

Zum Trocknen eignen sich viele Obstarten:

  • Äpfel
  • Aprikosen
  • Birnen
  • Pflaumen
  • Kirschen
  • Trauben
  • Maulbeeren

Faustregel für die Menge: Für ein Kilo getrocknete Apfelringe brauchen Sie etwa zehn Kilo frische Äpfel.

Warum milchsaures Gemüse so gesund ist

Seit ewigen Zeiten nutzen Menschen die milchsaure Gärung, um Lebensmittel haltbar zu machen. So machten die Chinesen schon vor 6.000 Jahren aus verderblichem Kohl haltbares Sauerkraut. Damals wussten unsere Vorfahren noch nicht, dass bei diesem Konservierungsprozess Mikroorganismen die Arbeit geleistet haben und nutzten die Milchsäuregärung aus der Beobachtung heraus, dass durch diesen Prozess offenbar Fäulnis- und Krankheitskeime gehemmt wurden.

Die Säuregärung bietet sich an für:

  • Kohl
  • Gurken
  • Rote Beeten
  • Möhren
  • Zwiebeln
  • Bohne

Von allen Arten milchsaurer Gemüse ist bei uns sicher das als typisch deutsch geltende Sauerkraut am bekanntesten. Doch es eignen sich auch alle anderen Kohlarten wie Wirsing, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Rotkohl zur Fermentierung.

Vergorenes ist besonders reich an gesunden Vitalstoffen

Das Prinzip der Milchsäuregärung ist ganz einfach und leicht verständlich: Milchsäurebakterien, die sich von Natur aus auf jedem Gemüse befinden, bauen unter bestimmten Bedingungen die im Gemüse enthaltenen Kohlenhydrate (Stärke und Zucker) zu organischen Säuren – allen voran Milchsäure – ab. Dadurch wird das Gemüse nicht nur haltbar sondern es werden auch unerwünschte Keime in ihrem Wachstum gehemmt. Dadurch, dass das Gemüse nicht erhitzt wird, bleiben alle Vitalstoffe enthalten und es kommen sogar noch weitere hinzu

Durch den Milchsäure-Einfluss bilden sich:

  • Enzyme
  • Vitamin C
  • Acetylcholin
  • Vitamin B12
  • probitoische Milchsäure-Bakterien
  • aus 3-wertigem Eisen das leichter verdauliche 2-wertige
  • sekundäre Pflanzenstoffe

Da Vitamin B12 sonst nur in tierischen Nahrungsmitteln vorkommt, ist milchsaures Gemüse für Veganer eine gute Bereicherung eines gesunden Speiseplans.

Durch die Milchsäure wird eine gesunde Darmflora gefördert

Während des Gärungs-Prozesses werden neue, aktive Milchsäurebakterien gebildet, die eine positive Wirkung auf die Zusammensetzung unserer Darmflora haben. Da nachweislich 80 % unseres Immunsystems im Darm angesiedelt sind, wirken sich die Bakterien im milchsauren Gemüse lindernd auf chronische Entzündungen, Allergien und Autoimmunprozesse aus. Insgesamt wird die Abwehrlage durch den Verzehr der vergorenen Gemüse stabilisiert.

Weil die Kohlenhydrate inklusive der für uns fast unverdauliche Zellulose im Gemüse im Gärungsprozess bereits abgebaut wurden, ist milchsaures Gemüse leichter verdaulich und verursacht trotz seiner Ballaststoffe kaum Blähungen.

Mit fermentiertem Gemüse entgiften Sie Ihren Körper

Das vergorene Gemüse baut nicht nur die Darmflora aus, es liefert auch für die Verdauung wichtige Enzyme. Dadurch können die Nährstoffe besser verwertet und aus weniger Nahrung mehr Energie gewonnen werden.

Aber die in Milchsaurem enthaltenen Mikroorganismen helfen nicht nur, die Nahrung besser aufzuspalten, sie helfen auch, Giftstoffe zu binden und deren Abtransport zu beschleunigen.

Gleichzeitig ist das vergorene Gemüse sicherer als das unbehandelte, denn es enthält keine schädlichen E. coli-Keime, die häufig in rohem Gemüse enthalten sind. Während der Fermentation werden die pathologischen Erreger abgetötet, da die Milchsäurebakterien die stärkeren sind und die coli-Bakterien verdrängen.

Im Handel angebotene Produkte taugen oft nicht viel

Wenn Sie nun Lust auf Milchsaures bekommen haben und gleich in den nächsten Supermarkt gehen möchten, muss ich Sie leider enttäuschen: Industriell hergestellte milchsaure Gemüse haben nicht die beschriebenen gesundheitlichen Effekte. Die meisten im Handel in Konserven und Gläsern angebotenen milchsauren Gemüse sind ultrahoch erhitzt und pasteurisiert. Dadurch werden nicht nur schlechte sondern auch gute Bakterien abgetötet und auch viele Vitalstoffe bleiben leider auf der Strecke.

Außerdem werden den Konserven meistens Zucker und zu viel Natrium zugesetzt, was für die Gesundheit nicht förderlich ist. Um von den gesundheitlichen Effekten der vergorenen Gemüse zu profitieren, sollten Sie frisches Sauerkraut aus dem Naturkostladen kaufen oder Ihr Gemüse selbst fermentieren.

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