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Muskelkrämpfe: Verbreitet und meist einfach zu handhaben

Gelegentlich ist es schon passiert. Ein schmerzhafter Krampf im Unterschenkel hat Sie aus wohltuendem Schlaf gerissen. In letzter Zeit kam es aber mehrmals in der Woche dazu. Sollten Sie sich Sorgen machen?

Muskelkrämpfe wie diese sind unter Sportlern und älteren Menschen verbreitet und meistens harmlos. Aber sie können auch durch spezielle Medikamente verursacht werden oder auf bestimmte Störungen hinweisen.

Ihre Muskeln sind aus vielen Fasern aufgebaut, die sich kontrahieren und wieder entspannen können. Das ermöglicht eine Verkürzung oder Verlängerung des Muskels, je nachdem, welche Bewegung Sie gerade ausführen.

Muskelkrämpfe unterscheiden sich von Steifheit oder Beinschmerzen. Ein Krampf tritt auf, wenn sich ein Muskel unwillkürlich, plötzlich und mit großer Intensität kontrahiert. Sie können das verhärtete Gewebe mit der Hand fühlen. Meist handelt es sich um eine Reaktion auf eine Belastung oder ein chemisches Ungleichgewicht in der Umgebung des Muskels.

So kommen Sie der Ursache auf die Spur: Zu den häufigsten Ursachen von Muskelkrämpfen gehören:

– Überlastung des Muskels oder verlängerte sportliche Aktivität

– Dehydrierung (Wasserverlust) und ein Mangel an Ionen (Salzen) auf Grund von Sport oder langer Krankheit mit Erbrechen und Durchfall

– Bestimmte Medikamente

– Niedrige Kalziumwerte im Blut

Manchmal werden Muskelkrämpfe durch Krankheiten verursacht, die Ihre peripheren Nerven betreffen, also Nerven, die von Ihrem Rückenmark ausgehen und fast alle Körperregionen versorgen. Periphere Nerven übermitteln Informationen zwischen Ihrem Gehirn und Ihren Organen, Blutgefäßen, Muskeln und Haut. Eine Schädigung dieser Nerven (periphere Neuropathie) kann den Informationsfluss zwischen Gehirn und dem Versorgungsgebiet der Nerven unterbrechen.

Eine periphere Neuropathie, die Muskelkrämpfe auslöst, kann Folge verschiedener Krankheiten sein: Diabetes, Schilddrüsenfehlfunktion oder Autoimmundefekte wie Rheumatoide Arthritis. In seltenen Fällen kann auch eine Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) Muskelkrämpfe verursachen.

Meist lässt sich kein offensichtlicher Grund für die Muskelkrämpfe finden. Aber wenn Sie unter häufigen und schweren Muskelkrämpfen leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Wahrscheinlich schließen die Untersuchungen neurologische Tests ein, für die Sie eventuell an einen Spezialisten für neuromuskuläre Krankheiten überwiesen werden.

Tipps für Ihre Selbsthilfe: Im Folgenden finden Sie eine Aufstellung einiger Vorsorgemaßnahmen, mit deren Hilfe sich Muskelkrämpfe verringern oder vermeiden lassen.

– Trinken Sie genug, um einer Dehydrierung vorzubeugen. Nach starkem Schwitzen oder körperlicher Aktivität sind Getränke für Sportler, so genannte isotonische Flüssigkeiten, ratsam.

– Machen Sie Aufwärmübungen, bevor Sie sich körperlich betätigen. Schließen Sie danach mit Dehnübungen ab.

– Vermeiden Sie eine Überlastung der Muskulatur.

– Vor dem Schlafengehen sollten Sie diejenigen Muskeln, die zu nächtlichen Krämpfen neigen, sanft dehnen.

Wenn ein Krampf in Bein oder Fuß auftritt, dehnen Sie den betroffenen Muskel, um sich Erleichterung zu verschaffen. Manchmal hilft es auch, die verkrampfte Stelle zu drücken oder leicht zu massieren. Auch Heizkissen oder ein warmes Bad können Linderung verschaffen.

Wenn Ihre Muskelkrämpfe trotz dieser Maßnahmen nicht nachlassen, kann Ihr Arzt zu Medikamenten wie Chinin (z. B. Limptar®) raten, um die Krämpfe zu lösen. Vorsicht ist jedoch geboten, da Chinin auch bei einigen Menschen ernste Blutveränderungen hervorrufen kann. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Vor- und Nachteile dieser und anderer Medikamente, damit Sie die beste Lösung für sich finden.

Hilfreiche Tipps gegen schmerzhafte Verkrampfungen: Muskelkrämpfe können auch mit niedrigen Kaliumwerten im Blut zusammenhängen. Kalium, das für die normale Zellfunktion sehr wichtig ist, kann durch verschiedene Faktoren vermindert werden.

Der häufigste Grund ist die Einnahme von Diuretika. Diese Medikamente werden oft zur Bekämpfung von Bluthochdruck und Herzinsuffizienz verordnet. Aber da Diuretika Ihren Körper von überschüssiger Flüssigkeit befreien, sind Sie auch anfälliger für Dehydrierung und Kaliumverlust. Wenn Sie einen diuretischen Wirkstoff einnehmen und Muskelkrämpfe auftreten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Dieser kann Ihre Kaliumwerte überprüfen und bei Bedarf einen Kaliumzusatz oder die Umstellung auf ein anderes Medikament empfehlen.

Wenn Ihre Kaliumwerte zu niedrig sind, müssen Sie eng mit Ihrem Arzt zusammenarbeiten, bis wieder eine normale Konzentration erreicht ist, wobei auch eine weitere Verlaufsbeobachtung notwendig ist.

Niedrige Kaliumwerte können auch mit schlechter Ernährung, Flüssigkeitsverlust bei chronischem Durchfall, Erbrechen und anderen Störungen zusammenhängen. Mehr zum Thema lesen Sie auch hier:

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