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Sarkopenie: Wann Ihnen dieser Muskelschwund gefährlich wird

Bei manchen älteren Menschen kommt es mit der Zeit zu einem verstärkten Muskelabbau – medizinisch: Sarkopenie. Damit schwindet auch die Muskelkraft, und es kommt zu vielfältigen Einschränkungen. Unter anderem steigert sich das gefürchtete Sturzrisiko. Der Muskelabbau wird von den meisten Menschen zunächst gar nicht so recht registriert. Noch sind alle Ursachen der Sarkopenie nicht hinreichend erforscht. Wie so oft müssen wahrscheinlich mehrere zusammentreffen. Ein Grund ist sicher: Viele unserer Alltagstätigkeiten lassen sich durch den technischen Komfort, zu denen viele Haushaltsgeräte gehören, besser bewältigen. Dazu ist in der Regel weniger Muskelkraft vonnöten. Rein äußerlich wird der Muskelschwund nicht selten durch ein Mehr an Fettpölsterchen übertüncht. Doch selbst Gesunde verlieren schon vom 50. Lebensjahr an etwa 1,5 Prozent pro Jahr an Muskelmasse. Dieser Abbau beschleunigt sich mit wachsendem Alter.

Ihr Körper ist auf eine genügende Zufuhr von wichtigen Nährstoffen durch die Nahrung angewiesen. Dazu gehören Eiweiße, Vitamine (zum Beispiel Vitamin D), Mineralstoffe und ausreichend Kilokalorien. Außerdem benötigen die Muskeln zum Funktionieren die richtige Menge körpereigener Hormone wie Testosterone und Östrogene, Wachstumshormone und Insulin. Natürlich  – und das brauche ich gerade Ihnen als Bewegungsfreund und Bewegungsfreundin eigentlich gar nicht erst zu sagen – brauchen die Muskeln auch genügend Bewegungsanreize, um fit zu bleiben. Hier kommt es in höherem Alter häufig zu Mangelsituationen. Schmerzhafte chronische Erkrankungen verschlechtern die Lage häufig noch. Der Abbau der Muskelmasse führt meist auch zu einer Schwächung des Knochengerüsts.

Die Diagnose der Sarkopenie besteht aus verschiedenen Tests. Dazu gehören unter anderem Bewegungstests wie dieser:

  • Sie sitzen auf einem Stuhl, und der Arzt bittet Sie aufzustehen, drei Meter vor und wieder zurück zu gehen und sich hinzusetzen. Brauchen Sie dafür mehr als 14 Sekunden wird es kritisch, bei mehr als 20 Sekunden leiden Sie bereits unter erheblichen Einschränkungen.
  • Ein anderer gängiger Bewegungscheck: Der Arzt bittet Sie, von einem Stuhl ohne Lehne fünfmal hintereinander aufzustehen, die Beine durchzustrecken – ohne dabei die Arme zu Hilfe zu nehmen. Ihre Zeit dafür sollte weniger als 11 Sekunden betragen.
  • Beim Tandemstand sollen Sie mindestens 10 Sekunden lang mit beiden Füßen hintereinander stehen können. Die Ferse des einen Fußes berührt dabei die Spitze des anderen. Sie sollten so acht Schritte in einer Linie gehen können.

Zum Aufbau der Muskelmasse eignet sich am besten ein gezieltes Krafttraining unter der Anleitung eines Physio- oder Sporttherapeuten. Dieses Bewegungsprogramm sollten Sie nach einer Weile auch zu Hause allein durchführen können. Sie sollten 3- bis 5-mal pro Woche körperlich aktiv sein. Dazu zählen Haus- und Gartenarbeiten, Treppensteigen, Fahrradfahren und Spazierengehen. Auch Walking mit oder ohne Gehstöcke ist prima für Ihre Muskeln.

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Helmut Erb
Über den Autor Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

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Alte Kommentare
  • Marion Mertin schrieb am 04.06.2013, 21:42 Uhr

    Seit längerer Zeit lesen ich mit viel Interesse ihre Artikel.Zu dem Obigen muss ich ein wenig Werbung für meine Arbeit machen.Ich tanze den ganzen Tag mit Seniorengruppen, manchmal wenn es nicht mehr anders geht, auch im Sitzen.Vergessen Sie also bitte nicht diese bemerkenswerte und zudem noch schöne Art von Bewegung zu erwähnen. Mit freundlichen Grüßen Marion Mertin