Arthritis verstehen und lindern
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Gelenkschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben. Ihre Nichte ist 42 Jahre alt und sagt, dass sie an Arthritis leidet. Ihr Bruder ist 68 Jahre alt und ist ebenfalls von der Erkrankung betroffen. Aber bei beiden sind die Symptome sehr verschieden.
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Ihre Nichte klagt über Schmerzen, Steifigkeit, Rötung und Schwellung ihrer Finger- und Handgelenke sowie ihrer Knöchel – auch wenn sie sich nicht bewegt. Zeitweise wird sie sogar richtig krank.
Dagegen stöhnt Ihr Bruder über Schmerzen in seinem linken Knie. Die Schmerzen werden während und nach seinem täglichen Spaziergang stärker, stören ihn aber zu anderen Zeiten nicht.
Bei Abnutzungserkrankungen wie Osteoarthritis dünnt der Gelenkknorpel aus, sodass sich die Knochenenden berühren und aneinander zu reiben beginnen. Die Folge dieser Abnutzungserkrankung kann z.B. die Rheumatoide Arthritis sein. Dies ist eine Autoimmunerkrankung, die die Gelenkgewebe beeinträchtigt oder sogar das ganze Gelenk zerstören kann.
Obwohl häufig über Arthritis als ein einheitliches Krankheitsbild gesprochen wird, sieht die Wirklichkeit anders aus. Arthritis bezeichnet eine Erkrankung der Gelenke, die oft zu Schmerzen, Steifheit oder Funktionsverlust von Gelenken führen kann.
Arthritis kann in mehr als 100 verschiedenen Formen auftreten, die sich in ihren Symptomen unterscheiden:
Einige Formen entwickeln sich allmählich, andere treten plötzlich auf.
Manche Varianten führen zu chronischen Symptomen, während diese bei anderen nur periodisch auftreten.
Manche Formen verursachen Schmerzen in vielen Gelenken, die sich bei anderen auf ein einziges Gelenk beschränken.
Wie ein Gelenk aufgebaut ist
Um die verschiedenen Ausprägungen der Arthritis zu verstehen, hilft die Kenntnis der Gelenkbestandteile. Gelenke befinden sich überall dort, wo zwei oder mehr Knochen aufeinandertreffen, um eine bewegliche Struktur zu bilden. Beispiele sind Grundgelenke der Finger , Ellenbogen, Hüftgelenke und Knie.
Zu den wichtigen Teilen Ihrer Gelenke gehören:
- Knorpel – Die Knochenenden im Gelenk sind mit Stoß dämpfendem Knorpel überzogen. Dieses Material ist zäh, glatt sowie gleitfähig und verhindert den direkten Kontakt der Knochen.
- Synovialmembran (Gelenkhaut) – Das Gelenk wird von der Synovialmembran umschlossen und versorgt, die die Gelenkschmiere absondert und die Gleitfähigkeit erhält.
- Gelenkkapsel – Dieses zähe, faserige Bindegewebe verbindet die Knochen auf der Außenseite eines Gelenkes und stabilisiert die Knochenverbindung.
- Ligamente (Bänder) – Dies sind kurze Stränge aus einer starken Faser, die außen am Knochen ansetzen und dem Gelenk zusätzlichen Halt geben und die richtige Ausrichtung der Knochen leisten.
Gegen Gelenkschmerzen helfen Medikamente
Wenn Sie an Arthritis leiden, wird Ihnen Ihr Arzt wahrscheinlich verschiedene Medikamente empfehlen, um Schmerzen und Entzündung zu lindern, die Gelenkfunktion wieder zu verbessern sowie in manchen Fällen die langsam Gelenkdeformation zu verzögern.
Medikamente zur Behandlung der Osteoarthritis beinhalten Schmerzmittel wie Paracetamol (benuron®), Nicht-Steroidale-Antirheumatika wie Aspirin oder Ibuprofen und COX2-Inhibitoren wie Celecoxib (Celebrex®) oder Rofecoxib (Vioxx®).
Dieselben Schmerzmittel können auch bei der Rheumatoiden Arthritis eingesetzt werden, aber sie müssen durch weitere Medikamente ergänzt werden. Orale Kortikosteroide und Antirheumatika wie Hydroxychloroquin (Plaquenil®), Methotrexat (Rheumatrex®) oder Leflunomid (Arava®) können helfen, die Krankheit in den Griff zu bekommen.
Außerdem sind in den letzten Jahren wirksame Medikamente für die Behandlung der Rheumatoiden Arthritis zugelassen worden. Dazu gehören Inhibitoren des Tumor-Nekrose-Faktors (TNF) und Antagonisten des Interleukin-1-Rezeptors. Beide Wirkstoffklassen können die Immunantwort reduzieren, die für Entzündung und Zerstörung der Gelenke verantwortlich ist.
Die Wirkstoffe können auch Nebenwirkungen verursachen. Stimmen Sie sich mit Ihrem Arzt darüber ab, welche Medikamente für Sie geeignet sind.
Sowohl bei Osteoarthritis als auch bei Rheumatoider Arthritis können sich bestimmte antidepressive Medikamente eignen, um die Schmerzen zu bekämpfen. Bei beiden Zuständen kann auch eine Kortisonspritze in ein schwierig zu behandelndes Gelenk Schmerzen und Entzündung zurückgehen lassen.
Auch wenn sich die Symptome der Krankheit gut mit Medikamenten in den Griff bekommen lassen, kann der Behandlungsplan auch von Ihnen einen aktiven Beitrag fordern:
- Regelmäßige Bewegung – Das kann bei der Bekämpfung von Schmerzen und Erschöpfung helfen – den beiden häufigsten Problemen von Arthritis-Patienten.
- Gewichtskontrolle – Übergewicht bedeutet eine unnötige Belastung Ihrer Gelenke, besonders für Rücken, Hüfte, Knie und Füße.
- Wärmeanwendung – Wärme kann Muskeln entspannen und die Durchblutung der Gelenke fördern.
- Kälteanwendung in Akutphasen – Kälte kann die Entzündung reduzieren und den Schmerz in den ersten Tagen eines Krankheitsschubes betäuben.
- Besondere Haushaltsgeräte – Viele Produkte wie Dosenöffner, Küchenmesser oder Schlüsselhalter sind in einer gelenkfreundlichen Variante erhältlich und machen alltägliche Handgriffe für Arthritis-Patienten einfacher.
Auch chirurgische Eingriffe kommen bei Rheuma infrage
Bei fortgeschrittenen Krankheitsformen können auch chirurgische Eingriffe infrage kommen. Dazu gehören arthroskopische Verfahren (Gelenkspiegelung), bei denen Gelenkschäden über ein kleines Rohr begutachtet und kleine Schäden repariert werden. Daneben gibt es auch aufwendigere Methoden, bei denen die zerstörten Gelenke durch spezielle Prothesen ersetzt werden (Siehe auch Mayo Clinic Spezialreport Nr. 14 „Gelenkprothesen).