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Arthritis verstehen und lindern

Gelenk-Schmerzen haben unterschiedliche Ursachen. Ihre Nichte ist 42 Jahre alt und leidet unter Arthritis. Ihr Bruder ist 68 Jahre alt und ebenfalls von der Erkrankung betroffen.

Bei beiden fallen die Symptome sehr verschieden aus:

Ihre Nichte klagt über Schmerzen, Steifigkeit, Rötung und Schwellung ihrer Finger- und Handgelenke sowie ihrer Knöchel – auch wenn sie sich nicht bewegt. Zeitweise erkrankt sie sogar richtig.

Dagegen stöhnt Ihr Bruder über Schmerzen in seinem linken Knie. Die Schmerzen verstärken sich während und nach seinem täglichen Spaziergang und stören ihn zu anderen Zeiten nicht.

Um die Ecke gedacht – die richtige Ernährung bei Arthritis

Im Optimalfall begegnet man der beginnenden Arthrose in ihrem entzündlichen Stadium, der Arthritis. Diese Entzündungs-Prozesse im Körper bergen weitere Gefahren für Ihre Gesundheit.

Und sie können sich in anderen Krankheiten als der Arthrose manifestieren:

  • Demenzielle Erkrankungen,
  • Krebs
  • und Herzkrankheiten

bringt man dementsprechend ebenfalls mit arthritischen Entzündungs-Geschehen in Verbindung.

Es gibt Lebensmittel, die dieEntzündungsherde im Körper anheizen. Nach den Überlegungen einiger Forscher muss es dann auch andere Lebensmittel geben, die anti-entzündlich wirken.

Aus diesem Grund empfehlen einige Mediziner eine strenge Diät, um die Entzündungen auszuhungern. Ein besonderes Augenmerk liegt auf diesen 3 Ansätzen:

  1. Gewichtsreduktion: Die Entzündungen in Ihrem Körper weist man über den CRP-Wert in Ihrem Blut nach. Er spiegelt das C-reaktive Protein in Ihrem Körper wider. Aus diesem Grund gehört der CRP zu den Akute-Phase-Proteinen. Das sind Blutstoffe, deren Konzentration im Rahmen entzündlicher Erkrankungen ansteigt. Das CRP gilt als unspezifischer Entzündungs-Parameter u. a. zur Beurteilung des Schweregrades entzündlicher Erkrankungen. Auch wenn Sie keine Gelenkschmerzen haben oder von einer sonstigen Erkrankung wissen, sollten Sie erhöhte CRP-Konzentrationen abklären. Eine Gewichtsreduktion (v. a. im Bauchbereich) senkt möglicherweise unspezifisch erhöhte CRP-Werte.
  2. Nutzen Sie die Kraft der Omega-3-Fettsäuren: Die Forschung belegt, dass Omega-3-Fettsäuren viel besser sind als ihr Ruf. Sie können Entzündungs-Geschehen beeinflussen und vor Herz-Erkrankungen und Arthritis-Entzündungen schützen.
  3. Wählen Sie Ihre Kohlehydrate mit Bedacht: Kohlehydrate aus raffinierten Mehlen und Zuckern erhöhen Ihren Blutzucker-Spiegel rasant schnell. Wenn Sie zu viel von diesen industriell bearbeiteten Kohlehydraten zu sich nehmen, steigen Ihre CRP-Werte messbar an. Nach einer Studie der Mayo Clinic weisen Frauen, die Produkte mit industriellen Kohlehydraten zu sich nehmen, einen doppelt so hohen Entzündungswert auf wie solche mit einer vollwertigen Ernährung.

Arthritis: Unterschiedliche Formen und Symptome

Bei Abnutzungs-Erkrankungen wie Osteoarthritis dünnt der Gelenk-Knorpel aus, sodass sich die Knochenenden berühren und aneinander zu reiben beginnen.

Die Folge dieser Abnutzungs-Erkrankung stellt beispielsweise die Rheumatoide Arthritis dar. Dies bezeichnet eine Autoimmunerkrankung, die die Gelenk-Gewebe beeinträchtigt oder sogar das ganze Gelenk zerstört.

Obwohl man häufig über Arthritis als einheitliches Krankheitsbild spricht, sieht die Wirklichkeit anders aus: Arthritis bezeichnet eine Erkrankung der Gelenke, die oft zu Schmerzen, Steifheit oder Funktionsverlust von Gelenken führt.

Arthritis tritt in mehr als 100 verschiedenen Formen auf, die sich in ihren Symptomen unterscheiden:

  • Einige Formen entwickeln sich allmählich, andere treten plötzlich auf.
  • Manche Varianten führen zu chronischen Symptomen, während diese bei anderen periodisch auftreten.
  • Manche Formen verursachen Schmerzen in vielen Gelenken, die sich bei anderen auf ein einziges Gelenk beschränken.

Wie ist ein Gelenk aufgebaut?

Um die verschiedenen Ausprägungen der Arthritis zu verstehen, hilft die Kenntnis der Gelenk-Bestandteile. Gelenke befinden sich überall dort, wo 2 oder mehr Knochen aufeinandertreffen, um eine bewegliche Struktur zu bilden. Als Beispiele dienen Grundgelenke der Finger, Ellenbogen, Hüftgelenke und Knie.

Zu den wichtigen Teilen Ihrer Gelenke gehören:

  • Knorpel: Die Knochenenden im Gelenk sind mit Stoß dämpfendem Knorpel überzogen. Dieses Material ist zäh, glatt sowie gleitfähig und verhindert den direkten Kontakt der Knochen.
  • Synovialmembran (Gelenkhaut): Die Synovialmembran umschließt und versorgt das Gelenk. Sie sondert die Gelenk-Schmiere ab und erhält die Gleitfähigkeit.
  • Gelenkkapsel: Dieses zähe, faserige Bindegewebe verbindet die Knochen auf der Außenseite eines Gelenkes und stabilisiert die Knochenverbindung.
  • Ligamente (Bänder): Dies sind kurze Stränge aus einer starken Faser, die außen am Knochen ansetzen und dem Gelenk zusätzlichen Halt geben und die richtige Ausrichtung der Knochen leisten.

Medikamente gegen Gelenk-Schmerzen

Bei Arthritis empfiehlt Ihnen Ihr Arzt wahrscheinlich verschiedene Medikamente, um Schmerzen und Entzündung zu lindern, die Gelenk-Funktion zu verbessern sowie in manchen Fällen die langsam Gelenk-Deformation zu verzögern.

Medikamente zur Behandlung der Osteoarthritis beinhalten Schmerzmittel wie:

  • Paracetamol (benuron®),
  • nichtsteroidale Antirheumatika wie Aspirin oder Ibuprofen
  • und COX-2-Inhibitoren wie Celecoxib (Celebrex®) oder Rofecoxib (Vioxx®).

Dieselben Schmerzmittel setzt man bei der Rheumatoiden Arthritis ein, aber man ergänzt sie durch weitere Medikamente; orale Kortikosteroide und Antirheumatika wie:

  • Hydroxychloroquin (Plaquenil®),
  • Methotrexat (Rheumatrex®)
  • oder Leflunomid (Arava®)

helfen, die Krankheit in den Griff zu bekommen.

Darüber hinaus erhielten in den letzten Jahren wirksame Medikamente für die Behandlung der Rheumatoiden Arthritis eine Zulassung. Dazu gehören Inhibitoren des Tumor-Nekrose-Faktors (TNF) und Antagonisten des Interleukin-1-Rezeptors. Beide Wirkstoff-Klassen reduzieren die Immun-Antwort, die für Entzündung und Zerstörung der Gelenke verantwortlich ist.

Die Wirkstoffe verursachen unter Umständen Nebenwirkungen. Stimmen Sie sich mit Ihrem Arzt darüber ab, welche Medikamente sich für Sie eignen.

Sowohl bei Osteoarthritis als auch bei Rheumatoider Arthritis eignen sich bestimmte antidepressive Medikamente, um die Schmerzen zu bekämpfen. Bei beiden Zuständen reduziert eine Kortison-Spritze in ein schwierig zu behandelndes Gelenk Schmerzen und Entzündung.

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)

Die COX-2-Hemmer wirken wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), aber schneller und großenteils ohne deren Nebenwirkungen. Der Effekt der NSAR wie Acetylsalicylsäure besteht darin, dass sie die Bildung von Prostaglandinen hemmen.

Von diesen Gewebs-Hormonen gibt es mehrere Formen: Einige lösen Schmerzen und Schwellungen aus, die wie bei einer Arthritis mit akuten Entzündungen gekoppelt sind. Andere Prostaglandine schützen den Magen vor Übersäuerung – und damit vor Geschwüren. Wieder andere schützen vor Arteriosklerose oder Blutungen.

Die Wirkung der NSAR läuft über ein Enzym, das sich an der Entstehung von Prostaglandinen beteiligt: das Enzym Cyclooxygenase (COX). Wird dieses Enzym COX gehemmt, reduzieren sich die Prostaglandine und damit Schmerzen und Entzündung. Gleichzeitig sind Schutzmechanismen der Prostaglandine (z. B. im Magen) empfindlich gestört. Aus dem Grund existieren die bekannten Nebenwirkungen der NSAR auf die Magenschleimhaut.

Das Enzym Cyclooxygenase (COX)

Seit 1990 ist bekannt, dass es mindestens 2 Formen des Enzyms Cox gibt:

  1. COX-1 ist für Prostglandine verantwortlich, die Schutzfunktionen ausüben. COX-2 für die Entstehung von Prostaglandinen, die Entzündungen auslösen.
  2. Die neuen COX-2 Hemmer blockieren die entzündungsfördernde COX-2 und lassen das COX-1 weitgehend ungeschoren. Sie wirken also nur über einen Arm. Damit bekämpfen sie die Schmerzen und Entzündungen, aber lassen die schützenden Effekte der COX-1 auf den empfindlichen Magen-Darm-Trakt nahezu unangetastet.

Der TNFα-Antikörper Infliximab blockiert gezielt die Freisetzung der körpereigenen Substanz Tumor-Nekrosefaktor alpha (TNFα). Diese Substanz spielt in der Entstehung der rheumatoiden Arthritis eine wichtige Rolle. Sie hält den Entzündungs-Prozess aufrecht, sodass er nicht abheilt.

Infliximab-Infusionen reduzieren die Symptome der rheumatoiden Arthritis und stoppen die Zerstörung der Gelenke. Das Medikament ist allerdings teuer und kommt erst als letzte Option zum Einsatz, wenn alle anderen Mittel versagen. In vielen Fällen bezahlen es die (gesetzlichen) Krankenkassen nicht.

Beteiligen Sie sich aktiv an der Behandlung!

Auch wenn Sie die Symptome der Krankheit gut mit Medikamenten in den Griff bekommen, fordert der Behandlungsplan von Ihnen einen aktiven Beitrag:

  • Regelmäßige Bewegung hilft bei der Bekämpfung von Schmerzen und Erschöpfung – den beiden häufigsten Problemen von Arthritis-Patienten.
  • Gewichtskontrolle: Übergewicht bedeutet eine unnötige Belastung Ihrer Gelenke; besonders für Rücken, Hüfte, Knie und Füße.
  • Wärme entspannt die Muskeln und fördert die Durchblutung der Gelenke.
  • Kälte reduziert die Entzündung und betäubt den Schmerz in den ersten Tagen eines Krankheits-Schubes.
  • Besondere Haushaltsgeräte: Viele Produkte wie Dosenöffner, Küchenmesser oder Schlüsselhalter sind in einer gelenkfreundlichen Variante erhältlich und machen alltägliche Handgriffe für Arthritis-Patienten einfacher.

OPs: Chirurgische Eingriffe bei Rheuma

Bei fortgeschrittenen Krankheitsformen kommen chirurgische Eingriffe in Frage. Dazu gehören arthroskopische Verfahren (Gelenkspiegelung), bei denen der Arzt Gelenkschäden über ein kleines Rohr begutachtet und kleine Schäden repariert. Daneben gibt es aufwendigere Methoden, bei denen man die zerstörten Gelenke durch spezielle Prothesen ersetzt.

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