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Arthritis: Neuer Wirkstoff Golimumab kann Krankheitsverlauf stoppen

In Deutschland leidet etwa 1 Mio. Menschen an einer rheumatoiden Arthritis. Kennzeichen der Erkrankung sind Schmerzen, Schwellungen und Entzündungen in den Gelenken – v. a. in den Fingern und im Handgelenk.

Die Arthritis zählt zu den sogenannten Autoimmunkrankheiten. Bei ihnen richtet sich das überaktive Abwehrsystem gegen körpereigenes Gewebe.

Medikamente gegen Arthritis

Um die Entzündung und das überschießende Immunsystem einzudämmen, steht heute eine Reihe verschiedener Medikamente zur Verfügung. Die modernsten sind die sogenannten Biologicals, zu denen auch der neue Wirkstoff Golimumab gehört.

Diese immunhemmenden Wirkstoffe werden bei Arthritis eingesetzt:

  • Methotrexat
  • Ciclosporin
  • Leflunomid
  • Azathioprin
  • Kortison
  • „Biologicals“

Die Biologicals sind gentechnisch hergestellte Eiweiß-Substanzen, die per Infusion oder Spritze verabreicht werden. Sie blockieren Botenstoffe des Immunsystems, z. B. den sogenannten Tumornekrose-Faktor alpha (TNF-alpha). Entzündungs-Prozesse, die die Rheuma-Beschwerden aufrechterhalten, werden so gestoppt.

Golimumab: Mit dem neuen Wirkstoff reduzieren sich die Schmerzen um 50%

Seit November 2009 ist in Deutschland ein neuer TnF-alpha-Hemmer auf dem Markt: Golimumab (Handelsname: Simponi®). Sein großer Vorteil gegenüber den älteren Biologicals: Golimumab wird lediglich 1x pro Monat gespritzt. Die meisten anderen Substanzen dieser Wirkstoff-Klasse müssen entweder täglich oder 1x – 2x wöchentlich gegeben werden.

Seine Wirksamkeit konnte das neue Biological in verschiedenen Zulassungs-Studien unter Beweis stellen: So erhielten z. B. im Jahr 2009 unter Federführung der Universität von Kalifornien in San Diego/USA 296 Arthritis-Patienten Golimumab, 113 Probanden wurde hingegen ein wirkungsloses Kontroll-Präparat (Placebo) gespritzt.

Nach 14 Wochen zeigten 48% der Golimumab-Patienten einen Rückgang der Symptome. Die Zahl der geschwollenen und der schmerzhaften Gelenke nahm ab. In Kontrollgruppe war dies lediglich bei 9% der Fall.

Der Einsatz sollte stets gut überlegt und begründet sein

Trotz dieser positiven Ergebnisse sollten Sie als Arthritis-Patient den Einsatz des neuen Biologicals mit Ihrem Arzt kritisch abwägen. Generell sind die Wirkstoffe vor allem dann geeignet, wenn die üblichen Medikamente allein nicht den erwünschten Erfolg bringen.

Außerdem gibt es eine Reihe von möglichen gravierenden Nebenwirkungen: In der Diskussion ist beispielsweise, ob Biologicals wegen ihrer immunhemmenden Wirkung eventuell das Risiko für bösartige Tumore (z. B. Hautkrebs und Tumore des Lymphgewebes) leicht erhöhen können. Sicher nachgewiesen ist das jedoch bisher nicht.

Diese Nebenwirkungen können bei Biologicals auftreten:

  • bakterielle und virale Infektionen
  • Reaktivierung von Tuberkulosen
  • allergische Reaktionen (z. B. Hautausschlag)
  • Anstieg der Leber- und Blutfettwerte
  • Erhöhung des Blutdrucks

Andererseits gelingt es den Ärzten seit Einführung der TnF-alpha-Blocker immer häufiger, auch bei früher „hoffnungslosen“ Fällen Schmerzen und Entzündungen zurückzudrängen. Die Therapie mit Biologicals kostet oft mehrere 1.000 € pro Jahr, die jedoch bei entsprechender ärztlicher Begründung von den Krankenkassen übernommen werden.

Unser Fazit

TnF-alpha-Blocker sind hoch effektive Medikamente, die Ihr Arzt jedoch wegen fehlender Langzeit-Erfahrungen und möglicher Nebenwirkungen nur nach sorgfältiger Abwägung der Vor- und Nachteile einsetzen sollte.

Sprechen Sie Ihren Arzt auf den neuen Wirkstoff an! Er ist nicht nur einfacher in der Anwendung, sondern war in Studien auch bei Patienten wirksam, bei denen andere TnF-alpha-Blocker versagt hatten.

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Alte Kommentare
  • Hans Fischer schrieb am 21.06.2011, 18:06 Uhr

    Viele bakterielle Infektionen könnten mit den efektiven Mikroorganismen erfolgreich bekämpft werden. Die E M Bakterien in ihrer positiven Zusammensetzung wurden von Prof. Teruo Higa entdeckt. Sich mit diesem Thema zu befassen lohnt sich, ist für Mensch, Tier und Pflanzen von großem Vorteil.