MenüMenü

Wissenswertes rund ums Thema Multiple Sklerose (MS)

Bei Multipler Sklerose (MS), handelt es sich um eine chronische, in Schüben verlaufende Entzündung des zentralen Nervensystems.

Hierbei kommt es zu entzündlichen Prozessen und Entmarkungsherden in der weißen Substanz von Gehirn und Rückenmarz, die neurologische Symptome hervorrufen.

Stellen Sie sich eine Autobahn vor, auf der sich in einer langen Schlange die Autos vorwärtsbewegen. Diese Autoschlange stößt plötzlich auf ein großes Loch in der Fahrbahndecke. Einige Autos weichen auf eine andere Spur aus und andere bleiben stehen.

Ähnliches passiert bei der Multiplen Sklerose. Nervenimpulse, die der Körper durch das Zentralnervensystem (ZNS) leitet, treffen plötzlich auf eine Störung in ihrer Bahn.

Einige Impulse kommen an ihrem Ziel an, andere wiederum nicht.

Was ist MS eigentlich?

Nach Schätzungen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft leiden in Deutschland 120.000 Menschen an MS. Jedes Jahr kommen 3000 bis 4000 hinzu. Die Häufigkeit stieg in den letzten Jahren in Nordeuropa und Nordamerika erheblich.

Im Forschungsgebiet für MS Südniedersachsen verdoppelte sie sich von 51 MS-Fällen pro 100.000 Einwohner im Jahr 1969 auf 118/100.000 im Jahr 1990.

In der Fachsprache wird sie als Encephalomyelitis disseminata (ED) bezeichnet. Mediziner konnten die Ursachen bis heute nicht vollständig klären. Eine Theorie besagt, dass ein Gendefekt für Multiple Sklerose verantwortlich ist.

Forscher haben allerdings noch andere Dinge zu den möglichen Auslösern im Verdacht. Dazu zählen:

  • Infektionen in der Kindheit (beispielsweise mit dem Epstein-Barr-Virus)
  • Mangel an Sonnenlicht
  • schwaches Immunsystem
  • Rauchen und Umweltgifte
  • Impfschäden

Neuere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Multiple Sklerose nicht durch eine einzige Ursache ausgelöst wird.

Experten vermuten, dass MS eher durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren entsteht. Die Forscher entwickelten Behandlungsmethoden, die nicht nur die Symptome dieser Kranheit lindern. Vielmehr nehmen Sie auch auf ihren Verlauf Einfluss.

Nervenschäden sind die Folge

Bei der Multiplen Sklerose bilden sich in der weißen Substanz von Gehirn und Rückenmark Entzündungsherde. Diese Entzündungen können dazu führen, dass die Nervenzellen ihren äußeren Schutzmantel verlieren.

Dadurch werden die betroffenen Nerven anfällig für Schäden. Mediziner bezeichnen diesen Vorgang als Entmarkung.

Sie vermuten, dass dieser Prozess durch eine Reaktion der körpereigenen Abwehr ausgelöst wird. Je nachdem, wo diese Entmarkungsherde auftreten, rufen sie verschiedene Störungen hervor.

Die Symptome einer Multiplen Sklerose sind vielfältig. Sie umfassen:

  • Sehstörungen
  • Lähmungserscheinungen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Kribbeln und Taubheitsgefühle in den Extremitäten
  • Sprechstörungen
  • Schluckstörungen
  • Störungen der Blasen- und Darmfunktion

Die Beschwerden können innerhalb von Stunden oder Tagen schubweise auftreten und sich in der Folge zurückbilden. Es kann zur schleichenden Verschlechterung des Krankheitsbildes kommen. Fiebrige Erkrankungen tragen dazu bei.

Die Krankheit verläuft unterschiedlich

MS ist in Mitteleuropa die häufigste neurologische Erkrankung und befällt doppelt so viele Frauen wie Männer. Forscher haben beobachtet, dass sich Multiple Sklerose während einer Schwangerschaft häufig verbessert.

Oft stoppt der Krankheitsverlauf für die Dauer der Schwangerschaft und die Beschwerden werden massiv gelindert.

Multiple Sklerose ist nicht heilbar. Allerdings existieren verschiedene Therapien, die den Krankheitsverlauf verlangsamen und positiv beeinflussen können. MS muss nicht zwangsläufig zu schweren Behinderungen führen.

Bei Verläufen, in denen es nicht zu einer schweren Behinderung kommt, ist die Sterblichkeit kaum erhöht. Eine Ausnahme bildet hier die Marburg-Variante, eine schwere Form der Multiplen Sklerose.

Diese Variante befällt insbesondere junge Menschen und kann innerhalb weniger Monaten zum Tod führen.

Kurzschluss der Signale

Das Zentralnervensystem setzt sich aus Gehirn und Rückenmark zusammen. Es besteht aus Millionen von Nervenzellen, die über Nervenfasern miteinander verbunden sind.

In den Nervenzellen entstehen elektrische Signale.

Diese leitet der Körper über die Nervenfasern zum Gehirn und zurück. Eine Fettsubstanz (Myelin) umgibt diese Fasern wie eine Schutzhülle, vergleichbar mit der Isolierung von elektrischen Drähten.

Bei der MS entzündet sich das Myelin, schwillt an und löst sich von den Nervenfasern. Das abgelöste Myelin wird schließlich zerstört.

Über den Fasern bildet sich sklerosiertes (verhärtetes) Narbengewebe (Läsionen).

Weil viele Narben entstehen, heißt die Krankheit Multiple Sklerose. Erreichen Nervenimpulse die geschädigten Stellen, versperrt sich einigen Impulsen der Weg oder sie gelangen mit Verzögerung zum Gehirn.

Die Symptome sind vielfältig und hängen davon ab, an welcher Stelle im Zentralnervensystem sich die Läsionen befinden.

Das Spektrum der Behinderung reicht von neurologischen Symptomen, die der Patient selbst nicht bemerkt, bis hin zu schwerster Invalidität. Sehschwäche oder Doppeltsehen gelten als erste Anzeichen.

Andere Symptome im Frühstadium sind nervöses Zittern oder Taubheitsgefühl, Schwäche in den Händen oder Beinen, Erschöpfung, Schwindel und Koordinations- und Gleichgewichtsverlust.

Bei fortschreitender Krankheit entstehen Muskelkrämpfe, undeutliches Sprechen, Verlust der Sehkraft, Störungen der Blase, des Darms oder des Geschlechtstriebs sowie Lähmungen. Gelegentlich treten geistige Veränderungen wie Vergesslichkeit oder Verwirrung auf.

Mögliche Krankheitsverläufe

Die Ärzte diagnostizieren MS in der Regel erst nach einer vollständigen Anamnese und neurologischen Untersuchungen. Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten des Krankheitsverlaufs:

  • primär schubförmig – Über die Hälfte aller MS-Patienten zeigen alle ein bis drei Jahre einen oder zwei Schübe, nach denen eine Phase der Besserung und Rückbildung der Symptome folgt. Bei diesen Schüben treten einzelne oder mehrere Symptome gleichzeitig auf.
  • schubförmig progredient – Zwischen den Schüben erfolgt eine langsame Verschlechterung. Sie führt schließlich zu mehr oder weniger permanenten Funktionsstörungen.
  • chronisch progredient – Stetige Verschlechterung der neurologischen Funktion ohne Phasen der vorübergehenden Besserung. In seltenen Fällen führt der rapide Kräfteverfall zum vorzeitigen Tod.

Einblick in die Ursachen

Die Multiple Sklerose betrifft Frauen doppelt so häufig wie Männer. Die Erkrankung tritt bevorzugt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf (seltener nach dem 50. Lebensjahr).

Sie kommt am häufigsten in Nordeuropa und der nördlichen Hälfte der Vereinigten Staaten vor. Aufgrund dessen vermuteten die Wissenschaftler, dass die Umweltbedingungen eine Rolle spielten.

Es gibt jedoch deutliche Hinweise darauf, dass MS auf eine Autoimmunisierung zurückzuführen ist. Dabei greifen immunkompetente Zellen das Myelin an.

Menschen aus Nordeuropa (vornehmlich aus Skandinavien) weisen möglicherweise eine genetische Veranlagung für MS auf. Viele von ihnen ließen sich im Norden der Vereinigten Staaten nieder.

Bei Menschen mit entsprechender genetischer Veranlagung entsteht diese Krankheit durch gewöhnliche Viren oder Bakterien.

Dies erklärt, warum bei 70 Prozent der eineiigen Zwillinge MS lediglich bei einem Zwilling auftritt und bei dem anderen nicht.

Neue Mittel und Wege

Nicht in jedem Fall führt MS zu schweren Funktionsstörungen. Viele Menschen weisen nur geringfügige neurologische Störungen und eine normale Lebenserwartung auf.

Im Frühstadium der MS sind Schübe oft selbstbegrenzt und die Behandlung besteht im Wesentlichen aus einer ärztlichen Beratung. Bei fortschreitender MS richtet sich die Behandlung auf eine Linderung der Symptome. Am häufigsten verschreiben Ärzte Corticosteroide.

Sie verringern die Entzündung und verkürzen die Schubdauer. 1993 erteilte die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) die Zulassung für Interferon Beta-1 b (Betaseron®).

Dabei handelt es sich um ein Medikament, das die Schübe bei MS um bis zu 30 Prozent abschwächt. Seit November 1995 ist Interferon Beta-1 b in Deutschland zugelassen.

Betaseron® ist jedoch nur zugelassen für Personen, die an schubförmig-remittierender MS leiden und noch gehen können. Es bewirkt keine Besserung der neurologischen Funktionsstörungen.

Darüber hinaus wies man keine Vermeidung permanenter Funktionsstörungen nach. Die Neurologen der Mayo Clinic empfehlen Betaseron®in der Regel für Personen, die mehr als einen schweren Schub pro Jahr erleiden, sowie für Patienten, die sich von Schüben nicht gut erholen.

Forscher untersuchen derzeit, ob Betaseron® Patienten mit mäßiger bis starker Funktionsstörung und solchen mit progredientem Krankheitsverlauf hilft.

Darmparasiten verhindern Schübe

Was bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen bereits nachgewiesen ist, kristallisiert sich jetzt darüber hinaus für die Multiple Sklerose heraus: Darmparasiten können allem Anschein nach den Verlauf dieser nervenzerstörenden Autoimmunerkrankung bremsen.

Das berichtete die US-Fachzeitschrift „Annals of Neurology“ im Januar 2007 unter Verweis auf eine Pilotstudie aus Argentinien.

Dr. Jorge Correale und Dr. Mauricio Farez vom Raûl-Carrea-Institut für neurologische Forschung in Buenos Aires beobachteten viereinhalb Jahre lang den Krankheitsverlauf von 24 Patienten mit Multipler Sklerose.

Die Hälfte der Patienten litt an Darmparasiten, die andere nicht. Bei den infizierten Patienten kam es insgesamt nur zu drei neuen MS-Schüben, während die 12 nichtinfizierten Patienten insgesamt 56 neue Schübe erlitten.

Bei Interesse an einer Wurmtherapie sollte sich Ihr Arzt an die Ovamed GmbH, Kiebitzhörn 33 – 35, 22885 Barsbüttel, Tel.: 040/46 86 27-82, Fax: 040/46 86 27-83, www.ovamed.de wenden. Diese Firma kultuviert Wurmeier für medizinische Zwecke.

Experimentelle Behandlungsmöglichkeiten

Forscher werten derzeit experimentelle Methoden aus:

  • intravenöses Immunglobulin (Mg) – MS-Patienten injiziert man Antikörper von gesunden menschlichen Spendern, um das Wachstum der myelinproduzierenden Zellen zu stimulieren. Eine Studie der Mayo Clinic untersucht, inwieweit IVIg die Kräfte von Personen mit schwerer Muskelschwäche stärkt. Eine andere Studie beschäftigt sich mit der Wiederherstellung der Sehkraft bei Patienten mit Optikusneuritis (Entzündung des Sehnervs). Diese Krankheit entsteht durch die Zerstörung der Myelin-umhüllten Nervenfasern im Auge.
  • Plasmaaustausch (Plasmapherese) – Faktoren, von denen man vermutet, dass sie bei Angriffen auf das Immunsystem eine Rolle spielen, werden aus dem Blut entfernt und gegen neues Plasma ausgetauscht. Diese Methode bewirkt vor allem bei jener kleinen Gruppe von Patienten mit lebensbedrohender MS, die auf Corticosteroide nicht ansprechen, bessere Genesungsfortschritte. Weitere Medikamente wie Copolymer 1 (Copaxone®) befinden sich noch in der Erprobung.

Krafttraining kann echte Erleichterung für MS-Patienten sein

Wenn Sie unter Multipler Sklerose (MS) leiden, einer Krankheit, bei der es nach und nach zur Zerstörung der Nervenhüllen kommt, steht Ihnen der Sinn wahrscheinlich nicht nach Krafttraining. Dennoch scheint diese Art des Sports bei MS gar nicht so falsch zu sein.

Das haben Wissenschaftler in Amerika jetzt herausgefunden. Sie untersuchten acht MS-Patienten, die sich im beginnenden bzw. fortgeschrittenen Stadium der Krankheit litten.

Diese Patienten absolvierten ein vorsichtiges Krafttraining, „stemmten“ also zweimal wöchentlich Gewichte.

Nach acht Wochen wurden sie erneut untersucht – bei beiden Untersuchungen wurde auf typische Symptome der MS geachtet, wie zum Beispiel Müdigkeit und Schwäche.

Die Studienteilnehmer berichteten alle, dass die Muskelleistung sich verbessert hatte, dass ihnen das Laufen leichter fiel und die Müdigkeit abgenommen hatte.

Es gab schon frühere Studien, die sich mit den Auswirkungen von Ausdauertraining auf den Verlauf von MS beschäftigt hatten. Aber diese Art des Sports hat sich nicht als hilfreich erwiesen, unter anderem deshalb, weil die Körpertemperatur bei diesen Sportarten ansteigt.

Das kann die MS-Symptome verstärken. Beim Gewichtheben ist dieser Anstieg aber geringer und zudem wird eines der Hauptsymptome bekämpft: der Verlust der Muskelmasse.

Weil MS verschiedene Ausprägungen haben kann, sollten Sie dennoch nicht auf eigene Faust mit dem Training beginnen, sondern sich erst einmal an einen Arzt wenden, der viel Erfahrung mit dieser Krankheit hat und neuen Therapien aufgeschlossen gegenüber steht.

Multiple Sklerose (MS) Dr. med. Michael Spitzbart Multiple Sklerose: Die richtige Ernährung kann Ihre Beschwerden lindern

Es gibt Möglichkeiten, die Beschwerden der Multiplen Sklerose zu lindern und ihren Verlauf zu verlangsamen: durch die richtige Ernährung.

Multiple Sklerose (MS) Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Olivenöl hält Brustkrebs und Multiple Sklerose in Schach

von Sylvia Schneider Eine an Olivenöl reiche Ernährung senkt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Dafür soll die im Olivenöl […]