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So deuten Sie die Warnsignale Ihres Körpers richtig

Wir alle haben einen inneren Arzt, der uns bei fast allen Krankheiten schon frühzeitig signalisiert, dass etwas nicht stimmt. Allerdings muss nicht hinter jedem Körpersignal auch eine ernste Gesundheitsbedrohung stecken. Erfahren Sie hier, welche Signale Sie ernst nehmen sollten und wann Sie aktiv werden müssen.

Bei den meisten Erkrankungen sendet uns unser Körper recht frühzeitig Signale, dass etwas nicht in Ordnung ist. Am Anfang kann dieser warnende Ruf noch leise sein. Bleibt er unerhört, wird er jedoch mit der Zeit lauter. Diese warnenden Signale sollten Sie kennen, um eine drohende Gesundheitsgefahr rechtzeitig abzuwenden. Nicht immer sind die körperlichen Signale jedoch ein Zeichen dafür, dass eine ernsthafte Krankheit vorliegt. In einigen Fällen sind sie auch eine Botschaft der Seele, die sich überlastet und überfordert fühlt.

Herzklopfen oder Herzstiche

Normalerweise spüren wir nichts von unserem Herzschlag. Wenn wir ein pulsierendes oder rasches Klopfen wahrnehmen oder wenn es in der Herzgegend sticht, sollten Sie wachsam sein.

Harmlose Ursachen: Spürbares Herzklopfen kennen wir alle bei Aufregung körperlicher Anstrengung oder bei Angst. Stiche in der Herzgegend können entstehen, wenn wir beim Essen Luft geschluckt haben und der Magen auf die Herzspitze drückt oder bei muskulären Verspannungen.

So deuten Sie das Signal richtig: Wenn Sie einen klaren Grund für Ihr klopfendes Herz kennen, wird sich der Herzschlag beruhigen, sobald die auslösende Situation vorüber ist. Ein harmloses Herzstechen lässt innerhalb von etwa 20 Minuten nach. Wenn eine muskuläre Verspannung die Ursache ist, wird das Stechen gelindert, wenn Sie sich zum Beispiel mit Progressiver Muskelrelaxation entspannen. Tritt das Herzstechen regelmäßig und bei körperlicher Belastung auf, könnte eine Angina pectoris dahinterstecken. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie zusätzlich ein Engegefühl in der Brust spüren. Wenn das Herzstechen länger als 20 Minuten andauert, von einem in Arme, Beine oder Rücken ausstrahlenden Schmerz begleitet wird und zusätzlich Atemnot besteht, besteht der Verdacht auf einen Herzinfarkt. Hier benötigen Sie dringend ärztlichen Rat und Hilfe.

Gelegentliches Blut im Stuhl

Wenn man beim Blick auf den Stuhlgang Blut entdeckt, ist das immer alarmierend. Doch meistens sind die Ursachen harmlos und sollten lediglich vom Arzt abgeklärt werden, wenn die Blutung häufiger auftritt.

Harmlose Ursachen: Wenn das Blut hellrot und dem Stuhlgang aufgelagert ist, handelt es sich meistens um die Folgen von Hämorrhoiden oder kleinen Schleimhauteinrissen, die beim Pressen zu bluten beginnen. Das ist zwar nicht bedrohlich, dennoch sollten Sie das Problem behandeln. Bäder mit Eichenrindenextrakten sind hier eine gute Maßnahme.

So deuten Sie das Signal richtig: Wenn bei Ihnen Hämorrhoiden bekannt sind, oder wenn Sie an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden, besteht kein Grund zur Panik. Allerdings sollten Sie die zugrunde liegende Erkrankung behandeln lassen. Blut im Stuhl unklarer Ursache oder Teerstühle durch schwarzes Blut sind ein SOS-Signal, bei dem unverzügliches Handeln erforderlich ist. Hier kann es sich zwar um gutartige Polypen oder Magengeschwüre handeln. Es muss aber auch eine Krebserkrankung in Betracht gezogen werden. Abklärung und Entwarnung kann hier nur eine Magen- bzw. Darmspiegelung bringen.

Ständige Müdigkeit

Phasen der Müdigkeit und Antriebslosigkeit sind immer ein Zeichen dafür, dass dem Körper etwas fehlt: Schlaf, Sauerstoff oder einfach nur Erholungspausen bei zu viel Stress.

Harmlose Ursachen: chronische Müdigkeit sollten Sie ernst nehmen, denn sie ist immer ein Zeichen dafür, das etwas grundlegend nicht stimmt. Die harmlosesten Ursachen sind dabei anhaltender Schlafmangel und ein beginnender Infekt. In beiden Fällen sollten Sie dem Körpersignal einfach nachgeben und sich ausgiebig ausruhen. Falls Medikamente wie beispielsweise Blutdrucksenker oder Psychopharmaka die Müdigkeit auslösen, sollten Sie Ihren Arzt darauf ansprechen. Häufig hilft hier schon der Wechsel des Präparats.

So deuten Sie das Signal richtig: Wenn die Müdigkeit mit einer algemeinen Antriebslosigkeit verbunden ist, so ist das ein typisches Zeichen für eine Unterfunktion der Schilddrüse, hinter der oft eine Autoimmunerkrankung (Hashimoto Thyreoiditis) steckt. Infrage kommen auch Lebererkrankungen, Blutarmut und psychische Erkrankungen. Vor allem das chronische Müdigkeitssyndrom (Cronic fatigue syndrom, CFS), ein totaler Erschöpfungszustand. Sprechen Sie in all diesen Fällen unbedingt Ihren Arzt auf die Müdigkeit an und lassen Sie eine Blutuntersuchung vornehmen.

Ungewollte Gewichtsabnahme

Wenn Sie ungewollt abnehmen ist das zwar noch kein Grund zur Panik, jedoch immer ein Warnsignal. Beträgt der unbeabsichtigte Gewichtsverlust mehr als fünf Prozent in drei Monaten oder mehr als zehn Prozent in einem halben Jahr, sollten Sie unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen.

Harmlose Ursachen: Manchmal kommt man einfach vor lauter Stress nicht zum Essen oder Kummer schnürt einem so die Kehle zu, dass der Appetit fehlt. Passen Sie auf, dass Sie nicht in einen Zustand der Mangelernährung rutschen, bei dem Ihrem Körper wichtige Nähr- und Vitalstoffe fehlen.

So deuten Sie das Signal richtig: Bedenklich wird ein Gewichtsverlust immer, wenn er zusammen mit Nachtschweiß und erhöhten Temperaturen zwischen 37,5 und 37,9 Grad auftritt. Das können Anzeichen für eine Tuberkulose oder einen Tumor sein. Abgeklärt werden sollten auch eine Schilddrüsenüberfunktion und eine Wurmerkrankung.

Flimmern vor den Augen

Meistens beginnt es plötzlich: Fusseln und kleine Pünktchen flirren im Blickfeld herum oder kleine helle Lichtblitze flackern auf. Die Ursachen für diese Störungen im Gesichtsfeld können sehr vielfältig von komplett harmlos bis hin zu hochgefährlich sein.

Harmlose Ursachen: Kleine fliegende Mücken, medizinisch Mouches volantes genannt, entstehen durch altersbedingte Veränderungen im Glaskörper des Auges. Dabei verdichten sich die Kollagenfasern und werden dann als Mücken oder Fusseln wahrgenommen.  Flimmern und Zacken am Sichtfeldrand sind dagegen typisch für die Aura vor einem Migräneanfall. Teilweise treten diese Störungen auch ohne Kopfschmerzen auf.

So deuten Sie das Signal richtig: Ein paar fliegende Mücken sind harmlos, doch wenn Sie plötzlich viele kleine dunkle Punkte (Rußregen) sehen, müssen Sie umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Dann kann es sein, dass mit der Netzhautoberfläche verklebte Kollagenfasern durch den altersbedingten Schrumpfungsprozess ein Loch in die Netzhaut gerissen haben und es dadurch zu einer Einblutung in den Glaskörper des Auges gekommen ist. Unbehandelt droht hier eine Netzhautablösung mit anschließender Erblindung.

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