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Achtung: Diese Nahrungsmittel behindern die Medikamentenwirkung

Wichtige Medikamente wie Antibiotika, Blutdruck- oder Osteoporosemittel werden in ihrer Wirkung von Nahrungsbestandteilen beeinflusst. Nur wenige dieser Wechselwirkungen sind tatsächlich auf den Beipackzetteln vermerkt und auch Ärzte und Apotheker hüllen sich dazu oft in Schweigen.

Es gibt mehr als 300 Arzneistoffe (enthalten in über 50.000 Medikamenten), die mit Nahrungsbestandteilen eine Wechselwirkung eingehen können. Dabei besteht die Gefahr, dass sich die Wirksamkeit oder auch die Nebenwirkungen eines Medikaments verstärken. Umgekehrt können bestimmte Lebensmittel die Wirkung aber auch herabsetzen oder ausschalten.

Verschiedene Pillen und Kapseln - Nahaufnahme© Andrey Kiselev - Fotolia

Beeinflussung der Wirkung durch Nahrungsmittel

  • Schmerzmittel (Paracetamol, Aspirin)
  • Antibiotika
  • Beta-Blocker (bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen)
  • Säureblocker (u. a. bei Sodbrennen)
  • Cholesterinsenker
  • Blutverdünner
  • Bisphosphonate (Osteoporose-Mittel)
  • Antidepressiva
  • Anti-Parkinson-Mittel

Zu Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln kommt es vor allem in Magen und Darm. Dies geschieht beispielsweise, wenn das Medikament fest an Nahrungsbestandteile gebunden wird und dann nicht mehr ins Blut übertritt. Gefährliche Begegnungen sind jedoch auch in der Leber möglich, dem zentralen „Stoffwechsellabor“ des Körpers. Dort werden Medikamente, aber eben auch Nahrungsbestandteile gemeinsam ab- oder umgebaut.

Magensaftresistente Kapseln nicht zum Essen einnehmen

Um schädliche Wechselwirkungen im Magen zu verhindern, sollten Sie vor allem auf den richtigen Einnahmezeitpunkt des Medikaments achten. Eine Schlüsselrolle spielt hier die Magensäure. Im „nüchternen“ Magen herrschen normalerweise saure Verhältnisse vor (pH-Wert ca. 1,6). Es gibt eine Vielzahl von Medikamenten, die in speziellen magensaftresistenten Kapseln verpackt sind. Diese öffnen sich erst, wenn sie den weniger sauren Dünndarm erreicht haben. So bleibt die empfindliche Magenwand vor den Wirkstoffen geschützt. Umgekehrt entgehen die Arzneistoffe den Angriffen der Magensäure.

Achten Sie darauf, dass Sie magensaftresistente Medikamente immer ein bis zwei Stunden vor oder zwei bis drei Stunden nach dem Essen einnehmen. Dazu zählen unter anderem Diclofenac-Präparate (z. B.Voltaren®, Diclac®, Dedolor®), Dulcolax gegen Verstopfungen oder Wobenzym® N gegen Nebenhöhlenentzündungen. Dieser Essabstand ist wichtig, weil der Säuregehalt nach der Nahrungsaufnahme im Magen deutlich abnimmt (die Magensäure ist verbraucht). Da dann ähnliche Verhältnisse wie im Dünndarm herrschen, würden sich die magensaftresistenten Kapseln öffnen. Trotz dieser wichtigen Details empfehlen manche Ärzte (oder Beipackzettel) lediglich, bestimmte Medikamente „vor“ oder „nach“ dem Essen einzunehmen. Viele Patienten missverstehen diese zweideutige Empfehlung und nehmen die Mittel dann, wenn sie eine Mahlzeit gerade beginnen oder beenden. Damit machen sie es genau falsch. Denn „vor“ und „nach“ bedeutet eigentlich, dass zwischen Essen und Medikamenteneinnahme 30 bis 45 Minuten liegen sollten.

Antibiotika und Milchprodukte: eine denkbar schlechte Kombination

Doch nicht nur der richtige Einnahmezeitpunkt ist wichtig, sondern auch die Auswahl der Lebensmittel. So behindern zum Beispiel Milchprodukte die Aufnahme von Antibiotika im Darm, da sich das Kalzium aus der Milch an die Wirkstoffe der Präparate anlagert. Diese Komplexe sind dann zu groß, um über die Darmwand ins Blutsystem zu gelangen. Verzichten Sie deshalb zwei Stunden vor und nach einer Antibiotikaeinnahme auf Milchprodukte.

Auch Kaffee und bestimmte Antibiotika (Gyrasehemmer) vertragen sich nicht. Denn das Medikament hemmt den Abbau des Koffeins im Körper. Die Folge sind Schlafstörungen und Herzrasen.

Grapefruitsaft bei der Hälfte aller Arzneimittel tabu!

Seien Sie vorsichtig mit Grapefruitsaft: Die darin enthaltenen Flavonoide behindern die Funktion des Leber-Enzyms Cytochrom P3A4. Dieses Enzym ist jedoch am Abbau von mehr als 50 Prozent aller Arzneimittel beteiligt. Die Folge: Zusammen mit Grapefruitsaft werden diese nicht richtig entsorgt, verbleiben stattdessen in Ihrem Körper und machen „Überstunden“. Die Wirkung verstärkt sich oder hält länger an.

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