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Nieren: Frühe Diagnose bei Nierenversagen wichtig

Die Folge vieler Nierenerkrankungen ist die langsame und „stumme“ Zerstörung der Nephrone.

Der Verlust der filternden Nephrone ist nicht rückgängig zu machen – sind sie einmal zerstört, können sie sich nicht wieder regenerieren.

Da aber die Nieren zu Beginn so viele Nephrone besitzen, können die Symptome eines Nierenversagens solange unerkannt bleiben, bis eine wesentliche Schädigung eingetreten ist, und die Nieren nur noch einen Bruchteil ihrer normalen Funktion aufweisen.

Wenn weniger Nephrone Dienst tun, sammeln sich Flüssigkeit und Abfallprodukte im Blut an.

Glücklicherweise können einfache Blut- und Urintests bei einer Routineuntersuchung das Nierenversagen aufdecken, noch bevor Symptome auftreten.

Wenn das Nierenversagen früh genug entdeckt wird, gibt es mehrere Wege, den Schaden zu begrenzen oder gar aufzuhalten:

  • Die Einstellung des Bluthochdrucks: Um Ihre Nieren gesund zu erhalten, muss ein bestehender Bluthochdruck normalisiert werden. Bei Nierenversagen werden häufig so genannte ACE (angiotensin-converting enzyme)- Hemmer verschrieben. Diese Bluthochdruckmedikamente erleichtern die Entspannung der Blutgefäße. Experten nehmen an, dass diese Medikamente die Narbenbildung und den Druck in den winzigen Blutgefäßen der Nieren vermindern könnten. Die Einnahme von ACE-Hemmern kann die Menge des im Urin ausgeschiedenen Proteins deutlich senken, die als Folge des Nierenversagens auftritt.Die Wirkung der ACE-Hemmer sollte jedoch sorgfältig überwacht werden. Bei einigen Patienten mit bestimmten Grunderkrankungen, wie zum Beispiel einer Verengung der Nierenarterien, können die ACE-Hemmer Störungen der Nieren verursachen.
  • Einstellung und Kontrolle des Blutzuckerspiegels bei Diabetes: Wie hoch der Nutzen einer Einstellung des Blutzuckerspiegels ist, hängt davon ab, wie gut die Nieren funktionieren. Manchmal werden ACE-Hemmer selbst Diabetikern, die nicht an Bluthochdruck leiden, verschrieben. Anscheinend haben sie eine Schutzwirkung auf die Nieren.
  • Anpassung der Ernährungsweise: Eine Einschränkung des Konsums salzhaltiger Nahrungsmittel kann verhindern, dass sich Flüssigkeit im Körper ansammelt. Flüssigkeitsansammlungen können die ungenügend arbeitenden Nieren zusätzlich belasten. Der Vorteil einer eiweißreichen Ernährung bei Personen mit Nierenversagen ist nicht erwiesen, obwohl es Hinweise darauf gibt, dass diese Ernährungsweise Diabetikern hilft.
  • Meiden Sie Medikamente und pflanzliche Mittel, die Ihre Nieren weiter schädigen können : Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie irgendwelche Medikamente oder pflanzliche Präparate einnehmen, da einige die Nieren schädigen können. Beispielsweise kann die chinesische Pflanze Aristolochia die Nieren schädigen. Sie wurde vor kurzem auch mit Tumoren des Harntraktes in Verbindung gebracht.

Sie sollten mit Ihrem Arzt über den unbedenklichen Gebrauch von frei verkäuflichen Schmerzmitteln sprechen.

Keineswegs sollten große Mengen verschiedener frei verkäuflicher Schmerzmittel allein oder in Kombination über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

Paracetamol zur Schmerzlinderung einzunehmen, ist im Allgemeinen unbedenklich. Wenn nicht anders von Ihrem Arzt verordnet, sollten Sie keine NSARMedikamente wie Ibuprofen, Ketoprofen oder Naproxen einnehmen.

Sie können weitere Störungen der Nieren verursachen.

Der begrenzte Gebrauch von ASS (z. B. Aspirin®) – maximal 2 Tabletten am Tag, um Schmerzen zu lindern oder einen Herzinfarkt vorzubeugen – wird jedoch wahrscheinlich keine Störungen verursachen.

Für Personen ohne Nierenversagen ist der sachgemäße Gebrauch von Aspirin oder Paracetamol im Allgemeinen nicht schädlich für die Nieren.

So schreitet die Nierenschwäche voran

Eine Nierenschwäche schreitet in mehreren bekannten Stadien voran:

Stadium 1: leicht eingeschränkte Filterfunktion, aber noch normale Urin- und Blutwerte

Stadium 2: Nierenwerte leicht erhöht, grippeartige Symptome

Stadium 3: erheblich erhöhte Nierenwerte, ständige Müdigkeit und Wassereinlagerungen

Stadium 4: stark erhöhte Nierenwerte, chronisches Nierenversagen, Dialyse notwendig

Tipps, um Nierenschäden vorzubeugen

  • Ihr Blutdruck muss gut eingestellt sein.
  • Eine erhöhte Eiweißausscheidung im Harn sollte gemindert werden.
  • Sie sollten unbedingt auf Nikotin verzichten, den dieses lässt die Niere besonders leiden.
  • Reduzieren Sie Ihren Fleischkonsum – zweimal pro Woche Fleischgenuss reicht aus. Setzen Sie auf pflanzliches Eiweiß (zum Beispiel aus Kartoffeln, Getreiden und Hülsenfrüchten, kombiniert mit Ei und Milch beziehungsweise Milchprodukten).
  • Schränken Sie Ihren Phosphat-Konsum ein, indem Sie auf Cola, Kochkäse, Milchpulver, Kondensmilch und phosphathaltige Zusatzstoffe (E-Nummern) verzichten.
  • Machen Sie einen Bogen um zu viel Kochsalz (3 bis 4 g täglich reichen aus), um den Wasserstau im Gewebe nicht zusätzlich zu fördern, achten Sie dabei vor allem auch auf verstecktes Salz – etwa in fertigen Lebensmitteln.
  • Sprechen Sie Ihren Schmerzmittelkonsum mit Ihrem Arzt ab, vor allem mit Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac, aber auch mit Acetylsalizylsäure oder Paracetamol sollten Sie vorsichtig sein.
  • Heilpflanzentees aus Goldrute, Hauhechel und Birkenblättern unterstützen die Arbeit der Nieren.
  • Ihre Nieren brauchen trotz eingeschränkter Funktion ausreichend Flüssigkeit, sie sollten täglich 1 bis 3 l Urin bilden, bevorzugen Sie Quellwasser und mineralarme Wässer.
  • Kontrollieren Sie täglich Ihr Gewicht, um die Flüssigkeitsausscheidung im Auge zu behalten (staut sich das Wasser im Gewebe, nehmen Sie kontinuierlich zu).
  • Lassen Sie Blutdruck und Blutzuckerwerte regelmäßig vom Arzt kontrollieren.
  • Senken Sie hohe Blutfettwerte, denn diese können wahrscheinlich das Fortschreiten der Nierenschädiung vorantreiben.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig, denn das tut auch Ihrem Nierenstoffwechsel gut.

Welcher Sport ist für schwer Nierenkranke geeignet?

Bewegungstherapie gilt heute als ein wichtiger Meilenstein in der Behandlung kranker Nieren. Darauf weist auch Prof. Karl-Heinz Schulz im „Bundesgesundheitsblatt“ hin.

Nierenkranke leiden häufig unter Beschwerden wie Schmerzen, Schlafstörungen, Erschöpfung und Depressionen – alles Symptome, die durch regelmäßige Bewegung „effizient“ gebessert werden können.

Durch geeignete Medikamente und einen angemessenen Lebensstil lässt sich der Teufelskreis aus Beschwerden und dem Gefühl der Aussichtslosigkeit durchbrechen.

Mit einem angepassten Krafttraining werden nicht nur Herz und Muskeln gestärkt, der Stoffwechsel angekurbelt und seelische Probleme bekämpft, sogar die Dialyse wirkt besser.

Aerobes Ausdauertraining und Krafttraining verbessern die Prognose von Nierenkranken, die Abwärtsspirale wird deutlich gebremst. Denn viele Betroffene werden durch ihre Nierenschwäche auch inaktiv und immobil – das ist Gift für deren Gesundheit.

Von einem Bewegungsprogramm profitieren übrigens auch Nierentransplantierte. Denn Herz- und Kreislauf-Erkrankungen bilden bei ihnen die Haupttodesursache.

Sogar Nebenwirkungen von Kortison- und Immunsuppressivatherapie lassen sich bei ihnen mit einem Bewegungsprogramm „wegtrainieren“. Die Nierenfunktion verbessert sich.

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