Myelodysplastisches Syndrom: Definition
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Noch nie in Ihrem Leben waren Sie so müde. Sie sind schon erschöpft, wenn Sie die Treppe zu Ihrem Schlafzimmer hochgehen. Vielleicht ist es nur eine einfache Anämie?
Die Tests zeigen etwas anderes – ein myelodysplastisches Syndrom. Manchmal wird es auch „Präleukämie“ genannt. Beim myelodysplastischen Syndrom kommt es zu einer kritischen Verringerung der Zahl der normal funktionierenden Blutzellen. In Deutschland wird jedes Jahr bei 4 bis 13 von 100.000 Personen das myelodysplastische Syndrom diagnostiziert (MDS Myelodysplastisches Syndrom, Informationen für Patienten und Angehörige, Ein Ratgeber der Deutschen Leukämie-Hilfe, Postfach 30 15, 53020 Bonn, Tel. 0 22 8 / 729 90 67, Fax: 0 22 8 / 7 29 90 11, Internet: www.leukaemie-hilfe.de).
Für die Mehrheit der vom myelodysplastischen Syndrom Betroffenen ist es fraglich, ob sie geheilt werden können. Die Behandlung konzentriert sich vorwiegend darauf, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
Eine Funktionsstörung des Knochenmarks
Im Inneren der großen Knochen befindet sich praktisch eine Blutzellenfabrik. Das schwammartige Knochenmark stellt 3 Hauptarten von Blutzellen her, die im gesamten Körper zirkulieren. Dies sind:
- rote Blutzellen (sie transportieren Sauerstoff)
- weiße Blutzellen (sie bekämpfen Infektionen)
- Blutplättchen (sie tragen zur Blutgerinnung bei)
Normalerweise werden diese Zellen in einer geordneten und begrenzten Zahl produziert. Beim myelodysplastischen Syndrom jedoch ist diese Ordnung gestört. Das Knochenmark produziert keine gesunden Blutzellen mehr. Die Zellen reifen nicht mehr normal heran und funktionieren deshalb auch nicht mehr korrekt.
Das myelodysplastische Syndrom ist eine Vorstufe der Leukämie (Präleukämie). Sie entwickelt sich bei etwa 25 bis 30% der betroffenen Patienten (Deutsche Leukämie-Hilfe e. V., Bonn). Ab wann eine Leukämie vorliegt, wird durch die Zahl der rasch wachsenden und sich teilenden, unreifen Zellen definiert.
Welche Menschen sind gefährdet?
Das myelodysplastische Syndrom kann in jedem Alter auftreten, aber die Wahrscheinlichkeit steigt ab einem Alter von 60 Jahren. Nach Angaben der Deutschen Leukämie-Hilfe e. V. sind bei den über 70-Jährigen zwischen 20 und 50 Menschen pro 100.000 betroffen. In der Altersgruppe über 55 Jahre erkranken Männer häufiger als Frauen.
Meist tritt das Syndrom, vom Alter abgesehen, ohne ersichtlichen Grund auf. Es ist keine ansteckende Krankheit. Es kommt auch nicht familiär gehäuft vor.
Jedoch kann es Jahre nach einer Strahlen- oder Chemotherapie auftreten Der Kontakt mit toxischen Substanzen, insbesondere Benzol, erhöht wahrscheinlich das Risiko, ein myelodysplastisches Syndrom zu entwickeln.