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Myelodysplastisches Syndrom: Definition

Noch nie in Ihrem Leben fühlten Sie sich so müde. Sie sind bereits erschöpft, wenn Sie die Treppe zu Ihrem Schlafzimmer hinaufgehen. Vielleicht liegt eine einfache Anämie vor?

Die Tests zeigen etwas anderes – ein myelodysplastisches Syndrom. Manchmal nennt man es auch „Präleukämie“. Beim myelodysplastischen Syndrom kommt es zu einer kritischen Verringerung der Zahl der normal funktionierenden Blutzellen.

In Deutschland diagnostizieren Mediziner jedes Jahr bei 4 bis 13 von 100.000 Personen das myelodysplastische Syndrom.

Für die Mehrheit der vom myelodysplastischen Syndrom Betroffenen ist es fraglich, ob eine Heilung möglich ist. Die Behandlung konzentriert sich vorwiegend darauf, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Eine Funktionsstörung des Knochenmarks

Im Inneren der großen Knochen befindet sich eine Blutzellenfabrik. Das schwammartige Knochenmark stellt drei Hauptarten von Blutzellen her, die im gesamten Körper zirkulieren. Diese sind:

  • rote Blutzellen (transportieren Sauerstoff)
  • weiße Blutzellen (bekämpfen Infektionen)
  • Blutplättchen (tragen zur Blutgerinnung bei)

In der Regel produziert der Körper diese Zellen in einer geordneten und begrenzten Zahl. Beim myelodysplastischen Syndrom jedoch ist diese Ordnung gestört.

Das Knochenmark produziert keine gesunden Blutzellen mehr. Die Zellen reifen nicht normal heran und funktionieren nicht korrekt.

Das myelodysplastische Syndrom gilt als Vorstufe der Leukämie (Präleukämie). Sie entwickelt sich bei etwa 25 bis 30 Prozent der betroffenen Patienten (Deutsche Leukämie-Hilfe e. V., Bonn).

Ab wann eine Leukämie vorliegt, definiert man durch die Zahl der rasch wachsenden und sich teilenden, unreifen Zellen.

Welche Menschen sind gefährdet?

Das myelodysplastische Syndrom tritt potentiell in jedem Alter auf, aber die Wahrscheinlichkeit steigt ab einem Alter von60 Jahren.

Nach Angaben der Deutschen Leukämie-Hilfe e. V. sind bei den über 70-Jährigen zwischen 20 und 50 Menschen pro 100.000 betroffen.

In der Altersgruppe über 55 Jahre erkranken Männer häufiger als Frauen. In den meisten Fällen tritt das Syndrom, vom Alter abgesehen, ohne ersichtlichen Grund auf. Es ist keine ansteckende Krankheit. Es kommt nicht familiär gehäuft vor.

Jedoch kann es Jahre nach einer Strahlen- oder Chemotherapie auftreten. Der Kontakt mit toxischen Substanzen, insbesondere Benzol, erhöht wahrscheinlich das Risiko für ein myelodysplastisches Syndrom.

Was sind die direkten Symptome?

In frühen Stadien verläuft das myelodysplastische Syndrom unter Umständen symptomlos. Jedoch verringert sich mit fortschreitender Erkrankung die Zahl normal funktionierender Blutzellen.

Ein Mangel an reifen roten Blutzellen hat Symptome einer Anämie zur Folge, unter anderem:

  • sehr starke Müdigkeit
  • Schwäche
  • Kurzatmigkeit wegen Sauerstoffmangels – es wird nicht mehr genügend Sauerstoff durch den Körper transportiert

Ein Mangel an reifen weißen Blutzellen beeinträchtigt das Immunsystem und macht anfällig für Infektionen. Ein Mangel an Blutplättchen führt zur verstärkten Blutungsneigung, zum Beispiel Zahnfleisch- oder Nasenbluten oder vielen „blauen Flecken“.

Zu den anderen Symptomen gehören Bauchschwellung, Knochenschmerzen oder anhaltendes Fieber.

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