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Sjörgen-Syndrom: So erkennen Sie die Autoimmunerkrankung

Das Sjörgen-Syndrom ist eine entzündliche Autoimmunkrankheit. Das bedeutet: Ihr Abwehrsystem greift fälschlicherweise körpereigene Zellen und Gewebe an und verursacht dabei eine Entzündung. Bei dieser Erkrankung sind sehr häufig die feuchtigkeitsproduzierenden Drüsen der Augen und des Mundes betroffen und es kommt zu Beschwerden durch lästige Trockenheit.

Wie entsteht die Erkrankung?

Manchmal werden auch andere Körperregionen geschädigt: die Gelenke, die Nieren, die Leber, die Lunge, die Haut oder das Nervensystem. Viele Betroffene klagen zusätzlich über extreme Müdigkeit. Das Sjörgen-Syndrom kann von selbst oder infolge anderer Autoimmunerkrankungen wie Rheumatoider Arthritis oder Lupus auftreten.

Rund 4 Millionen US-Einwohner sind davon betroffen, wobei neun von zehn Erkrankten weiblich sind. In manchen Fällen verläuft die Krankheit relativ mild ab, sie kann aber auch sehr belastend sein. Erfahren Sie hier, wie Sie am besten gegen die typischen Symptome vorgehen.

Trockene Augen

Folgende Maßnahmen erleichtern Ihre Beschwerden bei trockenen Augen:

  • Halten Sie Ihre Augen feucht. Nutzen Sie dazu künstliche Tränenflüssigkeit oder eine spezielle Augensalbe. Ohne Konservierungsstoffe ist künstliche Tränenflüssigkeit meist besser verträglich. Die Augensalbe ist dickflüssiger und kann deshalb das Sehen erschweren. Insofern sollte sie am besten über Nacht verwendet werden.
  • Schützen Sie Ihre Augen. Sorgen Sie für mehr Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen und vermeiden Sie Zugluft oder Wind. Dadurch verhindern Sie das zusätzliche Austrocknen Ihrer Augen. So sollten Sie etwa im Freien eine schützende Brille tragen.
  • Informieren Sie sich über operative Maßnahmen. Falls die beschriebenen Maßnahmen nicht ausreichen, könnten Sie über eine kleinere Operation nachdenken, bei der die Tränenkanäle verschlossen werden. Auf diese Weise bleibt die Tränenflüssigkeit im Auge. Für einen temporären Verschluss kann der operierende Arzt Kollagen oder Silikonverschlüsse einsetzen. Das Kollagen löst sich möglicherweise von selbst auf, während Silikonverschlüsse grundsätzlich so lange dort bleiben, bis sie herausfallen oder entfernt werden. Alternativ kann man die Tränenkanäle auch mithilfe von Laserstrahlen dauerhaft verschließen.

Trockener Mund

Das hilft gegen einen trockenen Mund:

  • Befeuchten Sie Ihre Mundhöhle. Nehmen Sie, wenn nötig, immer wieder etwas Wasser zu sich, zum Beispiel wenn Sie reden. Vermeiden Sie aber, zu oft einen kleinen Schluck zu nehmen, das kann die natürliche Schleimhautschicht im Mund entfernen und die Trockenheit verstärken.
  • Regen Sie den Speichelfluss an. Zuckerfreie Kaugummis oder Bonbons regen Ihren Speichelfluss an. Ein Spritzer Zitronensaft im Trinkwasser hat den gleichen Effekt.
  • Atmen Sie durch Ihre Nase. Wer durch den offenen Mund atmet, trocknet den Mund noch mehr aus. Versuchen Sie deshalb, durch die Nase zu atmen. Mithilfe eines salzhaltigen Nasensprays befeuchten Sie die Schleimhaut in der Nase und können so, vor allem nachts, freier atmen.
  • Sorgen Sie für optimale Mundhygiene. Fehlt der schützende Speichel, erhöht sich das Risiko für Karies und Zahnverlust. Benutzen Sie deshalb nach jeder Mahlzeit Zahnseide und putzen Sie Ihre Zähne. Außerdem sollten Sie den Konsum von Süßem deutlich einschränken. Gehen Sie regelmäßig zum Zahnarzt, mindestens alle sechs Monate. Zusätzlich zur täglichen Pflege sollten Sie lokale Fluoridpräparate und antimikrobielle Mundlösungen verwenden. Vermeiden Sie aber Produkte mit Alkohol, die Ihren Mund zusätzlich austrocknen.

Müdigkeit

Nicht jeder, der am Sjörgen-Syndrom erkrankt ist, leidet unter anhaltender Müdigkeit. Doch wer davon betroffen ist, fühlt sich dadurch oft stärker belastet als durch andere Beschwerden. Um das Leben trotz Müdigkeit zu meistern, helfen folgende Tipps:

  • Planen Sie Pausenzeiten ein. Reservieren Sie Zeitfenster, um auszuruhen und wieder zu Kräften zu kommen. Ob am Abend oder am Wochenende: diese Zeit sollte für Sie und Ihre Familie immer Vorrang haben. Und wenn Sie am Wochenende mehrere Stunden Ruhe benötigen, dann ist auch das so zu akzeptieren. Am besten denken Sie nicht: „Ich muss dafür auf andere Aktivitäten verzichten.“ Sagen Sie sich stattdessen, dass Sie durch mehr Ruhe die Kraft für Menschen bewahren, die Ihnen am Herzen liegen.
  • Bleiben Sie aktiv. Wenn Sie müde sind, klingt der Tipp „Aufstehen und bewegen“ natürlich nicht unbedingt nach etwas Erfreulichem. Aber tatsächlich gibt Ihnen Bewegung neue Energie. Regelmäßiger Sport hilft dabei, Stress abzubauen, und wird Sie auf Dauer belastbarer machen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, dass Sie nur so viel tun, wie Sie können – nicht mehr, aber das regelmäßig.
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Dr. Martina Hahn-Hübner
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