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Magen-Darm-Hausmittel: Das hilft gegen Durchfall und Übelkeit

Einen Magen-Darm-Infekt (Gastroenteritis) hat jeder schon einmal gehabt. Man isst etwas Verdorbenes oder steckt sich unbemerkt irgendwo an. Die Erkrankung ist sehr unangenehm, aber in den meisten Fällen in einigen Tagen überstanden. Hausmittel können helfen, die Beschwerden zu lindern.

Symptome

Hier nun in der Folge eine Aufstellung der wichtigsten Symptome einer Magen-Darm-Erkrankung für Sie:

Durchfall

Bei einem Magen-Darm-Infekt kommt es zu wiederholt auftretendem Durchfall. Laut Definition spricht man dann von Durchfall, wenn der Erkrankte mehr als 3x täglich breiigen oder flüssigen Stuhl ausscheidet. Auch die Stuhlmenge kann deutlich erhöht sein. Bei stark ausgeprägtem Infekt kann der Durchfall auch wässrig sein und Schleim enthalten.

Der durch den Durchfall ausgelöste Verlust von Flüssigkeit kann, wenn der Infekt länger anhält, zu Kreislaufproblemen führen. Besonders alte Menschen und Kleinkinder sind hier gefährdet. Besonders wichtig ist es daher, den Flüssigkeitsverlust durch Trinken wieder auszugleichen.

Reicht das nicht aus, kann man sich in der Apotheke Elektrolyt-Pulver besorgen, die auch den gestörten Mineralhaushalt wieder ins Lot bringt.

Bauchschmerzen

In den meisten Fällen sind Durchfälle und Blähungen bei einem Magen-Darm-Infekt von kolikartigen Bauchschmerzen begleitet. Hier kann eine Wärmflasche ein wenig Linderung verschaffen.

Übelkeit und Erbrechen

Auch Übelkeit und Erbrechen gehören zu den typischen Symptomen des Magen-Darm-Infekts. Auch über wiederholtes Erbrechen entsteht ein Flüssigkeitsverlust, der den Kranken schwächt und ausgeglichen werden muss.

Je nach Erreger sind die Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt. In einigen Fällen können auch Fieber und Kopfschmerzen hinzukommen. Allen gemeinsam ist ein relativ stark ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Bei leichtem Verlauf treten die Symptome nur schwach ausgeprägt auf.

Durchfall nicht mit Antibiotika behandeln

Durchfälle werden häufig von Bakterien ausgelöst; fragt sich, ob heftige Durchfälle dann nicht mit Antibiotika bekämpft werden können? – Nein, bis auf einige wenige Fälle sollte bei Durchfällen auf Antibiotika verzichtet werden! Sie würden nicht helfen, sondern – im Gegenteil – alles noch viel schlimmer machen.

Der Grund: zunächst müsste herausgefunden werden, ob es sich wirklich um bakteriell ausgelösten Durchfall handelt.

Und eine Magen-Darm-Erkrankung dauert i. d. R. auch „nur“ 3 bis 4 Tage, verschwindet dann von selbst wieder. Auch würden die Antibiotika die Darmflora zerstören, häufig zu weiteren Durchfällen führen und sogar gefährlichen Erregern ein Eindringen ermöglichen.

Natürlich gibt es auch Durchfallerkrankungen, bei denen Antibiotika nötig sind, so z. B. bei einer Infektion mit Salmonellen oder Shigellen. Doch selbst bei EHEC ist nicht sicher, ob ein Antibiotikum die Erkrankung positiv beeinflusst oder eher nicht.

9 Hausmittel, die wirken

  1. Ein bewährtes Hausmittel gegen Magen-Darm-Infekte ist Tee. Besonders bewährt haben sich Fenchel-Tee oder eine Mischung aus Fenchel-Anis-Kümmel. Sie beruhigen Magen sowie Darm und lindern die Übelkeit ein wenig. Zusätzlich helfen sie dabei, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, sodass man sich etwas besser fühlt. Heidelbeer-Tee aus getrockneten Beeren hilft gegen Durchfall. (Die Gerbstoffe aus den getrockneten Früchten wirken adistringierend und verlangsamen die Bewegungen des Darms, der blauschwarze Farbstoff hemmt das Wachstum von schädigenden Bakterien im Darm.) Dafür 2 TL getrocknete Beeren in 250 ml Wasser 10 – 15 Min. köcheln lassen (oder wahlweise 2 EL in 500 ml) und abseihen. Über den Tag verteilt 2 – 3 Tassen schluckweise trinken. Wichtig: Verwenden Sie nur getrocknete Früchte für den Tee! Frische Heidelbeeren verursachen das Gegenteil!
  2. Gegen Übelkeit und Brechreiz hilft Ingwer-Tee aus frischen Ingwer-Scheiben, die mit kochendem Wasser übergossen werden und etwa 15 Min. lang ziehen müssen.
  3. Um verlorene Salze und Flüssigkeit wieder auszugleichen, ist die gute, alte Hühnerbrühe Gold wert. Mit Einlage sollte man aber anfangs noch vorsichtig sein.
  4. Auch wenn es schwer fällt, ein wenig Nahrung sollte man schon zu sich nehmen, um den Körper nicht zu sehr zu schwächen. Zwieback ist ein guter Anfang. Auch Salzkartoffeln versorgen den Körper mit wichtigen Nährstoffen, ohne ihn zu sehr zu belasten. Tipp: Beginnen Sie mit dem Essen aber erst dann, wenn Sie Getränke wieder vertragen und kauen Sie jeden Bissen sehr gut durch, damit Magen und Darm keine Arbeit damit haben.
  5. Wer den trockenen Zwieback nicht mag, kann auch mit einer zerdrückten Banane und gequetschten Haferflocken beginnen. Die Banane liefert Energie und sorgt durch die enthaltenen Pektine gleichzeitig dafür, dass der Durchfall nachlässt. Traubenzucker liefert zusätzliche Energie.
  6. Geriebener Apfel ist seit Generationen das Mittel der Wahl gegen Durchfall. Die Pektine im Apfel binden überschüssiges Wasser im Darminhalt und helfen so dabei, den Durchfall zu stoppen.
  7. Wer allergisch gegen Obst ist, oder es einfach nicht mag, kann auf Heilerde zurückgreifen. Auch sie bindet sehr effektiv Flüssigkeit im Darminhalt. 2 TL in 250 ml Wasser auflösen und über den Tag verteilt 2 – 3 Gläser der Mischung trinken.
  8. Medizinische Kohle (auch: Aktivkohle, A-Kohle oderMedizinalkohle) ist hierbei ebenso ein vielseitiges und unentbehrliches Hausmittel – auch wenn dies bei vielen Menschen fast in Vergessenheit geraten ist.
  9. Nicht unerwähnt bleiben sollte in diesem Zusammenhang auch die Möhrensuppe nach Moro.

Hühnerbrühe – das köstliche Heilmittel aus dem Suppentopf

Zutaten für 6 Portionen:

  • 1 Suppenhuhn (2 kg)
  • 1 TL Salz
  • 1 Zwiebel
  • 6 Pfefferkörner
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 TL gekörnte Hühnerbrühe
  • 150 g Möhren
  • 200 g Lauch
  • 75 g Sellerie
  • 300 g Brokkoli
  • 5 bis 6 Kartoffeln
  • Ingwer, Galgant oder Astragalus (nach Belieben)

Zubereitung:

  1. Kochen Sie das Huhn mit der geschälten Zwiebel, dem Pfeffer und dem Lorbeerblatt zugedeckt etwa 1,5 Std.
  2. Dann das Huhn herausnehmen und abkühlen lassen.
  3. Die Brühe durch ein Sieb gießen und mit der Instant-Brühe abschmecken.
  4. Gemüse und Kartoffeln klein schneiden und 15 Min. in der Hühnerbrühe garen.
  5. Hühnerfleisch von den Knochen lösen, würfeln und in der Brühe erwärmen.
  6. Die Suppe mit Ingwer, Galgant oder Astragalus (erhältlich in großen Supermärkten, Asia-Läden und Versandhandel) würzen und heiß servieren.

So bekämpfen Sie Durchfall im Urlaub auf natürliche Weise

Reisedurchfall ist das häufigste Krankheitsproblem im Urlaub. Zwischen 30 und 50% aller Fernreisenden und 10 – 20% der Südeuropa-Reisenden verlieren wertvolle Urlaubstage durch Darmprobleme. In den meisten Fällen tritt der Reisedurchfall in den ersten 2 oder 3 Urlaubstagen auf.

Schuld daran sind i. d. R. Bakterien. Sie kommen in vielen Regionen im Leitungswasser vor oder werden durch die folgenden Nahrungsmittel übertragen:

  • nicht richtig gekühltes Fleisch,
  • Schalentiere,
  • ungewaschenen Salat
  • oder Eiergerichte wie Mayonnaise.

Wenn es Sie erwischt hat, sollten Sie auf jeden Fall den hohen Flüssigkeits- und Mineralstoff-Verlust Ihres Körpersausgleichen, damit Sie nicht austrocknen. Körperliche Anstrengungen sindtabu, Betroffene sollten sich dann ins Hotelzimmer zurückziehen.

Den Mineralstoff-Verlust gleichen salzhaltige Brühe und verdünnte Obstsäfte (ohne Eiswürfel!) aus. Natürliche Hilfe gegen den Durchfall bieten die Gerbstoffe der Heidelbeeren (Tipp: Durchfalltee aus der Apotheke vorsorglich mitnehmen).

Sie bilden mit dem Eiweiß in der Darmschleimhaut unlösliche Verbindungen. Dadurch wird das Eindringen von Keimen erschwert und der Flüssigkeits-Verlust reduziert. Gleichzeitig wird der Nährboden für Keime reduziert.

Häufig werden auch synthetische Medikamente mit dem Wirkstoff Loperamid eingesetzt, die kurzfristig die Darmtätigkeit komplett unterbinden und so den Durchfall reduzieren. Dabei verbleiben aber die Bakterien im Darm und können sich weiter vermehren.

In der Apotheke erhalten Sie auch eine Elektrolyt-Lösung, die Ihnen bei großem Flüssigkeits-Verlust wieder auf die Beine helfen kann. Und auch Uzara sollte in keiner Reiseapotheke fehlen.

Wundermittel Arzneihefe?

Gibt es eigentlich keine Möglichkeit, diesem Reisedurchfall vorzubeugen? Bisher schien das nicht so zu sein. Nun aber könnte es sein, dass Wissenschaftler doch eine Möglichkeit gefunden haben, zumindest ansatzweise den Urlaub zu retten und den Durchfall fernzuhalten:

Sie gaben Urlaubswilligen 5 Tage vor Abflug in die Tropen pro Tag 2 Kapseln, die Arzneihefe enthielten. Dabei handelt es sich um ein handelsübliches Präparat, das Sie von vielen Herstellern in der Apotheke rezeptfrei kaufen können. Eine gleichgroße Vergleichsgruppe nahm ein Scheinmedikament ein.

Nach der Rückkehr mussten die Studienteilnehmer berichten, wie der Urlaub bezüglich ihrer Verdauung gelaufen war. Es zeigte sich, dass in der Gruppe, welche die Hefe genommen hatte, 60% vom Durchfall verschont geblieben waren. In der Gruppe, die nur wirkungslose Kapseln eingenommen hatte, waren es nur 34%.

Mythen zu Magen-Darm-Infektionen

Entgegen der landläufigen Meinung sind Cola und Salzstangen nicht geeignet, um die Beschwerden eines Magen-Darm-Infekts zu bekämpfen.

Denn Cola enthält viel zu viel Zucker, während andere nötige Mineralstoffe völlig fehlen. Auch die Salzstangen liefern ausschließlich Salz, was bei Weitem nicht ausreicht…

Die 10 besten Tipps unserer Leser

  1. Marion M. : „Bei jeder Magen-Darm-Grippe-Zeit beschwerten sich meine beiden Kinder, dass sie nicht auch zu Hause bleiben dürften. Sie hatten vergessen, wie schlimm es war, als wir 4 als Familie uns um 3 (Welch ein Segen!) Toiletten stritten. Das fand ich als Mutter so furchtbar, dass ich in Zukunft auf jeden Durchfall oder Erbrechen mit Knoblauch-Verabreichungen reagierte. Seit 30 Jahren hat unsere Familie bei dem Versuch, den Po zu betrügen (= Erbrechen), nicht mehr mitgemacht – viel zu anstrengend!! Den Kindern habe ich je eine kleine Knoblauchzehen kleingeschnitten und mit Salz zerdrückt (Der Körpergeruch ist dann nicht so stark.); mal mit Quark , mal in einer Suppe oder auf Brot – für Erwachsene halt eine große Zehe.“
  2. Helga K.: „Bzgl. Darmregulierung haben bei mir Heidelbeeren sehr gut geholfen. Sie desinfizieren und stoppen den Durchfall. Gegen Magenbeschwerden finde ich Haferflocken und Kamillentee sehr gut.“
  3. Angelika K.: “ Bei Säuglingen hilft Heilnahrung. Bei Erwachsenen 1 Tag Nahrungskarenz, Schwarzer Tee und Zwieback, Kartoffelbrei mit Wasser, etwas Salz, keine Milch, Salzkräcker.“
  4. Roland B. : „Im Bezug auf Magenbeschwerden schwöre ich auf rohes, selbst zubereitetes Sauerkraut, welches ich in Gläsern lagere. Täglich ein paar Gramm davon eingenommen, bringt es den Magen und auch den Stuhlgang wieder in Ordnung. Auch ein Glas Brennnessel-Schnaps bewirkt Wunder – leider ist er bei mir gleich alle… Ein Glas Kräuter-Bitter hat aber auch seine Wirkung.“
  5. Olivia E. : „In Lateinamerika, wo ich gerade wohne, trinkt man Anis-Tee. Da ich aus Deutschland den Kamillentee bei solchen Situationen kenne, habe ich beide gemischt – und ein paar Stunden später war ich Beschwerdefrei.“
  6. Ruth B.: „Einer meiner Söhne hatte gleich nach der Entlassung aus dem Krankenhaus (1972 – damals war man noch ca. 2 Wochen nach der Entbindung im Krankenhaus) einen lebensbedrohlichen Durchfall und war dann 4 Wochen in der Kinderklinik. Das ganze 1. Lebensjahr kamen immer wieder Durchfälle. Ich gab ihm dann ausschliesslich Karotten. (mit Wasser bedeckt, gekocht und vermixt, mit Salz) Es hat immer funktioniert und wunderbar geholfen.“
  7. Renata S. : „Magen-Darm-Infekte behandle ich stündlich bis halbstündlich mit Heilerde (Okoubaka D3) und homöopathisch aufbereitetem Kolloidalles-Silber. All das lindert relativ schnell die Symptome. Wenn es ganz schlimm sein sollte, nehme ich noch Arsen D30 Globuli. Unterstützende Nahrung: Reisschleimsuppe oder Reisbrei mit Gemüseboullion und Banane, dazu leichten Schwarztee und warme Gemüsebouillon trinken.“
  8. Rotraut P.: „Diese Hausmittel wende ich bei Magen-Darm-Verstimmungen immer an: 1 EL Heilerde einnehmen, etwas einspeicheln und mit 1 Glas gut warmem Wasser hinterherspülen; über den Tag verteilt noch 2 Anwendungen. (Die letzte Einnahme sollte kurz vor der Nachtruhe erfolgen.)“
  9. Roswitha D.:“Getrocknete Heidelbeeren bei Darm-Infekt und frischen Ingwer kauen gegen die Übelkeit im Magen.“
  10. Ellen S., Leserin unserer Facebook-Gruppe Gesundheitswissen: „Bei Magenschmerzen hilft am besten Brennnesseltee (3x am Tag 1 Tasse). Meist sind nach der 2. Tasse die Schmerzen schon weg. Bei Magen-Darm-Beschwerden mit Durchfall hilftSchwarzer Tee (der 2. Aufguss) – dazu den Schwarzen Tee brühen, 2 Min. ziehen lassen, abgießen und wieder mit kochendem Wasser aufgießen, noch einmal 4 Min. ziehen lassen und dann schluckweise trinken. (Die Gerbsäure, welche beim 2. Aufguss austritt, beruhigt und desinfiziert.)“
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