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Blutzuckerspiegel senken: Natürlich und dauerhaft

Sport, eine gesunde Ernährung und Heilpflanzen können den Blutzuckerspiegel dauerhaft senken und konstant halten. Wie Sie Ihren Blutzuckerspiegel senken und die Zuckerkrankheit (Diabetes) mit natürlichen Mitteln besiegen können, erfahren Sie hier.

Diabetes – ein krankhaft hoher Blutzuckerspiegel

Als Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) bezeichnet man eine Stoffwechselstörung, bei der die Blutzuckerwerte dauerhaft gefährlich hoch sind. Verantwortlich für die Regulierung des Zuckergehaltes im Blut ist das Hormon Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Es bewirkt, dass jede Zelle des Körpers mit ausreichender Energie – in Form von Zucker – versorgt wird.

Man unterscheidet vier verschiedene Typen der Diabetes:

  • Bei Typ-1-Diabetes liegt eine Störung der Insulin produzierenden Zellen vor. Der Körper produziert nicht mehr ausreichend Insulin, sodass es zugeführt werden muss. Von diesem Typ Diabetes sind ca. 5 % der Diabeteskranken betroffen.
  • Über 90 % der Diabeteskranken leiden unter Typ-2-Diabetes. Bei dieser Form der Krankheit reagiert der Körper nicht mehr richtig auf das Insulin, d. h. die Zellen sind insulinresistent. Die Folge ist ein Insulinmangel, obwohl der Körper zu Beginn noch Insulin produziert.
  • Schwangerschaftsdiabetes ist eine Störung des Stoffwechsels, die ausschließlich während der Schwangerschaft auftritt.
  • Als sonstige Diabetesformen bezeichnet man alle anderen Diabetes-Erkrankungen, die in Verbindung mit anderen Krankheiten oder genetischen Störungen auftreten.

Noch vor einigen Jahrzehnten erkrankten vor allem ältere Menschen an Typ-2-Diabetes. Deshalb wird diese Form der Zuckerkrankheit auch häufig als Alterszucker bezeichnet. Heute sind auch immer mehr jüngere Menschen von dieser „Wohlstandskrankheit“ betroffen. Die lebenslange Einnahme von chemischen Blutzuckermedikamenten wirkt sich auf den gesamten Organismus aus und ist nie nebenwirkungsfrei.

Deshalb sollten Sie zuerst versuchen, Ihren Blutzuckerspiegel mit natürlichen Mitteln und einer Umstellung Ihrer Lebensgewohnheiten zu senken – natürlich immer in Absprache mit Ihrem Arzt.

Der Blutzuckerwert – wichtigster Richtwert für Diabetiker

Diabetiker müssen ihre Blutzuckerwerte regelmäßig kontrollieren. Nur durch eine ständige Kontrolle des Blutzuckerspiegels können sie gefährliche Folgeschäden wie Herz-Kreislauf-, Augen- oder Nierenerkrankungen auf Dauer verhindern.

Nach einer in der renommierten medizinischen Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlichten 10-Jahres-Studie mit 1.441 Typ-1-Diabetikern kann eine optimale Blutzuckereinstellung das Risiko für Erkrankungen und Komplikationen um die Hälfte senken.

Wie funktioniert die Messung des Blutzuckers?

Bei der Messung des Blutzuckers wird die Menge an Glukose in einem vorab definierten Blutvolumen gemessen. Als Einheit verwendet man in der Regel Milligramm Glukose pro Deziliter Blut (mg/dl). Die Messung wird mit einer geringen Menge Blut vorgenommen: Dazu sticht man sich mit einer kleinen Lanzette in die Fingerkuppe und gibt das austretende Blut auf einen Teststreifen. Dieser wird in ein Blutzuckermessgerät eingeführt, das den Teststreifen auswertet und Ihnen den Blutzuckerwert anzeigt.

Viele Menschen empfinden das Messen des Blutzuckerwertes als lästig, doch nur durch eine regelmäßige Kontrolle können ungesunde Blutzuckerwerte frühzeitig erkannt und gesundheitliche Folgeschäden vermieden werden. Klären Sie mit Ihrem Arzt, wie oft Sie Ihren Blutzucker kontrollieren sollten und in welcher Form Sie die Messungen am besten notieren.

Tabelle Blutzuckerwerte

Diagnose(Nüchtern-)Glukosewert im Blutplasma in mg/dl
Normalwert (zu Beginn des Tages vor der ersten Mahlzeit)60 – 100
Blutzucker-Verwertungsstörung (abnorme Nüchternglukose)100 – 125
Diabetes mellitus≥ 126

Checkliste „Messung des Blutzuckers“

Normalerweise zeigt Ihnen der Arzt oder das Praxispersonal, wie Sie Ihren Blutzuckerwert richtig messen. Trotzdem werden bei der Messung oft Fehler gemacht, die die Ergebnisse verfälschen können. Deshalb sollten Sie vor allem auf folgende Punkte achten:

1. Richtig stechen

Verwenden Sie für jede Messung eine neue Lanzette. Um Schmerzen zu vermeiden, sollten Sie die Fingerkuppe an der Seite einstechen. Falls das Blut nicht sofort fließt, dürfen Sie den Finger auf keinen Fall zusammendrücken, da sonst auch Gewebeflüssigkeit austritt. Vermischt sich diese mit dem Blut, kommt es zu einer Verfälschung der Messung, da der Blutzuckerwert in diesem Fall deutlich niedriger liegt. Massieren Sie den Finger stattdessen leicht zur Fingerspitze hin und warten Sie, bis das Blut austritt.

2. Saubere und trockene Hände

Vor dem Messen sollten Sie sich die Hände gründlich waschen und gut abtrocknen. Wasser kann das Blut verdünnen und die Werte senken; Lebensmittelreste können die Messwerte erhöhen.

3. Keine alten Teststreifen

Teststreifen sind in der Regel sechs Monate lang haltbar. Nutzen Sie diese nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums nicht, da abgelaufene Streifen ebenfalls die Testergebnisse verfälschen können.

Hohe und niedrige Blutzuckerwerte – was passiert im Körper?

Erhöhter Blutzucker

Bei Blutzuckerwerten über 600 mg/dl spricht man medizinisch von einer diabetischen Hyperosmolarämie, d. h. das Blut wird dicker und der osmotische Druck steigt. In diesem Fall müssen Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Neben erhöhten Blutzuckerwerten kann eine Hyperosmolarämie auch andere Ursachen wie die Einnahme hoher Dosen Arzneien aus der Gruppe der Kortikosteroide, ein hoher Alkoholkonsum, Stress oder Infektionen haben.

Symptome bei hohen Blutzuckerwerten:

  • erhöhter Harndrang
  • übermäßiger Durst
  • Krämpfe in den Beinen
  • Schwäche
  • Verwirrtheit
  • Schüttelkrämpfe
  • Koma

Niedriger Blutzucker

Bei einem niedrigen Blutzuckerspiegel unter 60 Milligramm pro Deziliter Blut spricht man von einer Hypoglykämie (Unterzuckerung). In der Regel haben Diabetes-Patienten einen erhöhten Blutzucker; bei bestimmten Therapien kann es aber auch zu einer Hypoglykämie kommen. Besonders häufig geschieht das bei Patienten, die Insulin spritzen. Eine akute Unterzuckerung kann aber auch andere Ursachen haben, wie z. B. die Medikamenteneinnahme zur Freisetzung von Insulin, das Auslassen einer Mahlzeit, eine Verausgabung bei Sport oder wenn die Konzentration des Hormons nicht an einen veränderten Blutzuckerspiegel angepasst wird.

Symptome für niedrige Blutzuckerwerte:

  • starkes Herzklopfen
  • starkes Schwitzen
  • Zittern
  • Schwäche
  • Hunger
  • Schwindel
  • Übelkeit

Bei einem Blutzuckerwert unter 40 mg/dl kommt es zu Müdigkeit, die Sprache wird undeutlich und Sie können das Bewusstsein verlieren.

Erste Hilfe bei niedrigem Blutzucker

Bei niedrigen Blutzuckerwerten hilft meist schon das Lutschen eines Bonbons bzw. das Trinken einer Limonade oder eines Saftes, damit der Zuckerwert im Blut schnell wieder ansteigt. In der Apotheke erhalten Sie auch spezielle Traubenzuckertabletten für die Behandlung von Unterzuckerung.

In Notfällen, in denen Patienten das Bewusstsein verlieren und/oder nichts mehr schlucken können, muss eine Glukose- oder Glukagoninjektion durchgeführt werden. Das Hormon Glukagon hebt den Blutzuckerspiegel im Körper schnell wieder an. Falls Sie Insulin spritzen, sollten Sie Glukagon immer bei sich haben. Freunde, Familienmitglieder und Pflegepersonal sollten in der Lage sein, Ihnen im Notfall eine Injektion zu setzen. Darüber hinaus muss sofort ein Arzt konsultiert werden.

Blutzuckerwerte stabil halten

Hohe und niedrige Blutzuckerwerte können auf verschiedene Arten wieder stabilisiert werden. Viele Patienten, denen ein zu hoher Blutzuckerwert diagnostiziert wurde, glauben, sie müssten für den Rest ihres Lebens Insulin spritzen. Wenn Sie am Typ-2-Diabetes erkrankt sind, sollten Sie aber zuerst versuchen, Ihre Blutzuckerwerte mit alternativen Maßnahmen stabil zu halten. Dazu gehören neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung auch eine strenge Gewichtskontrolle und viel Bewegung.

Falls diese Änderungen der Lebensgewohnheiten nicht zum gewünschten Ergebnis führen, wird Ihnen der Arzt Medikamente verschreiben. Neben Insulin, das den Zellen ermöglichen soll, Glukose aufzunehmen, gibt es auch eine Reihe anderer Diabetes-Medikamente.

Menschen hingegen, die unter Typ-1-Diabetes leiden, müssen ihrem Körper jeden Tag Insulin zuführen, da ihre Bauchspeicheldrüse dieses lebenswichtige Hormon nicht mehr produzieren kann. Es gibt verschiedene Arten von Insulin, die sich vor allem dadurch unterscheiden, wie lange und wie schnell sie wirken.

Den Blutzuckerspiegel senken – ohne Medikamente

Lebenslang Medikamente schlucken oder Insulin spritzen – das ist für viele Menschen ein erschreckendes Szenario. Immer mehr Ärzte empfehlen ihren Typ-2-Diabetes-Patienten deshalb zuerst, ihre hohen Blutzuckerwerte durch eine Umstellung ihrer Lebensgewohnheiten in den Griff zu kriegen. Die folgenden Maßnahmen wirken sich erwiesenermaßen positiv auf den Blutzucker aus.

Gesunde und ausgewogene Ernährung

Viel frisches Obst und Gemüse, ballaststoffreiche und kalorienarme Vollkornprodukte, tierische Proteine und Süßigkeiten dagegen nur in Maßen. Wer seine Blutzuckerwerte senken möchte, sollte sich gesund und ausgewogen ernähren.

Entscheidend für die Auswahl der geeigneten Lebensmittel ist ihr Glukosegehalt. Liegt Glukose in Reinform vor, geht sie sofort ins Blut und erhöht den Blutzuckerspiegel. Lebensmittel, die Glukose in Reinform enthalten, sind z. B. Trockenobst und Weißmehlprodukte. Vollkornprodukte, Gemüse und viele Obstsorten enthalten Glukose nicht in Reinform und eignen sich deshalb für Diabetiker.

Wichtig für Patienten mit Diabetes mellitus ist auch die Regelmäßigkeit der Mahlzeiten: So sollten Sie täglich auf ein ausgewogenes Verhältnis von Fetten, Proteinen und Kohlenhydraten achten und stets die gleiche Menge an Kalorien zur gleichen Tageszeit zu sich nehmen. Abweichungen von regelmäßigen Ernährungsgewohnheiten wie das Auslassen einer Mahlzeit oder übermäßiges Essen können zu sehr niedrigen oder sehr hohen Blutzuckerwerten führenAuch auf Getränke mit einem hohen Zuckeranteil wie Limonaden oder Fruchtsäfte ebenso wie auf Alkohol sollten Sie weitestgehend verzichten.

Am besten trinken Sie viel Wasser und ungesüßten Tee. Besonders geeignet ist grüner Tee: Verschiedene Studien haben nachgewiesen, dass Grüntee in der Lage ist, den Blutzuckerspiegel zu senken und Diabetes vorzubeugen.

Achtung Fruktose

Fruktose galt lange Zeit als idealer Zuckerersatz für Diabetiker und wurde entsprechend oft verwendet. Heute belegen Studien, dass der übermäßige Verzehr von Fruchtzucker sich negativ auf die Gesundheit auswirken kann, wenn er dem Körper in purer Form – also ohne Obst – zugeführt wird.

Einer weiteren Studie zufolge kann Fruktose die Wirkung von Insulin selbst bei gesunden Menschen hemmen und den LDL-Cholesterinspiegel steigern. Die Forscher aus Zürich arbeiteten 12 Wochen lang mit einer Gruppe von gesunden und normalgewichtigen Männern zwischen 21 und 25 Jahren. Sie ließen die Probanden während der ersten drei Wochen je 600 ml Flüssigkeit trinken, der 80 g Haushaltszucker zugefügt wurde.

In den zweiten 3 Wochen nahmen die Männer das gleiche Getränk mit 40 g Traubenzucker zu sich. Es folgten 3 Wochen mit 40 g Fruktose und noch einmal 3 Wochen mit 80 g Fruktose, die jeweils mit 600 ml der gleichen Flüssigkeit getrunken wurden. Während dieser 12 Wochen kontrollierten die Ärzte die Werte Blutzucker, Insulin und Blutfette regelmäßig. Zusätzlich beobachteten sie auch die Glukoseproduktion in der Leber.

Am Ende der Testreihe zeigte sich folgendes Ergebnis: Die mit Fruktose gesüßten Getränke wirkten sich negativ auf den Blutzuckerspiegel aus, denn sie ließen den Blutzucker deutlich stärker ansteigen als die mit Haushalts- und Traubenzucker gesüßten Getränke. Auch der LDL-Cholestrinanteil im Blut und das damit verbundene Arteriosklerose-Risiko erhöhten sich. Trotz diesen aktuellen Forschungsergebnissen gilt Fruktose noch immer als „guter Zucker“, da es sich um Fruchtzucker handelt.

Solange er mit Obst aufgenommen wird, ist er auch tatsächlich ungefährlich. Als Zuckerersatz kann er jedoch die Insulinempfindlichkeit senken und die Bildung von Cholesterin und Fettsäuren fördern. Es besteht die Gefahr eines metabolischen Syndroms – einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herzerkrankungen.

Reduzierung des Gewichts und ständige Kontrolle

Übergewicht ist eine der Hauptursachen für Typ-2-Diabetes. Wer unter dieser Krankheit leidet und übergewichtig ist, sollte deshalb unbedingt abnehmen. Ein zu hohes Gewicht und das damit im Zusammenhang stehende Fettgewebe können die Empfindlichkeit von Zellen gegenüber Insulin schwächen. Das Fett, insbesondere das Bauchfett, setzt Hormone und Entzündungsbotenstoffe frei, die eine Resistenz fördern.

Auf lange Sicht kann es so zu einer Insulinresistenz kommen. Die Folge ist, dass die Körperzellen nicht ausreichend mit Energie versorgt werden. Der Körper versucht den Zuckerstoffwechsel zwar stabil zu halten, indem die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin ausschüttet. Dies fördert aber gleichzeitig den Fettaufbau und der Körper nimmt an Gewicht zu. Nach einem bestimmten Zeitraum kann die Bauchspeicheldrüse die erhöhte Produktion nicht mehr leisten und stellt diese schließlich ganz ein. Dadurch steigt der Blutzuckerwert an.

Übergewicht steigert also den Bedarf an Insulin, mit einer Reduzierung des Gewichts lässt sich der Blutzuckerspiegel hingegen senken. Schon durch eine Gewichtsabnahme von 5 bis 10 kg können Patienten mit Typ-2-Diabetes ihren Blutzucker stabilisieren. Nehmen Sie Medikamente, kommen Sie dank einer Gewichtsreduzierung meist mit einer geringeren Dosis aus. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige sportliche Betätigung unterstützen Sie dabei, Ihr Gewicht zu reduzieren und dauerhaft zu halten.

Viel Bewegung

Bewegungsmangel ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes. Dass Bewegung und Sport sich positiv auf Körper und Geist auswirken, ist keine neue Erkenntnis. Sport sorgt dafür, dass in den Muskelzellen mehr Glukose verbrannt wird.

Dadurch sinkt der Zuckerwert im Blut. Zusätzlich erhöht sich die Empfindlichkeit der Rezeptoren in den Zellen, sodass das Insulin wieder besser wirken kann. Außerdem wird durch regelmäßige Bewegung das Risiko für Kreislauf- und Herzerkrankungen gesenkt.

Schon je 30 Minuten Bewegung mehrmals in der Woche können zur Senkung des Blutzuckerspiegels beitragen. Optimal sind fünf Trainingseinheiten pro Woche, aber auch wenn Sie es nur zweimal in der Woche schaffen, können Sie therapeutische Effekte erzielen. Um Ihren „inneren Schweinhund“ zu überwinden, sollten Sie sich mit Gleichgesinnten zusammentun. In der Gruppe macht Sport einfach mehr Spaß!

Ausdauersportarten, die sich gut für Diabetiker eignen, sind:

  • Wandern
  • Walken
  • Fahrradfahren
  • Schwimmen
  • Gymnastik

Eine neue Studie der Mayo Clinic hat ergeben, dass ältere Menschen bisweilen mehr Bewegung benötigen, um ihren Blutzucker zu senken. Nutzen Sie deshalb jede Gelegenheit zur Bewegung – auch Haus- oder Gartenarbeit. Patienten sollten ihren Blutzuckerwert vor und nach der sportlichen Betätigung sowie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal kontrollieren, damit sie wissen, wie ihr Körper auf die Bewegung reagiert.

Stress vermeiden

Entspannte Menschen haben einen niedrigeren Blutzuckerspiegel. Ein Grund dafür ist, dass der Körper bei Anspannung das Stresshormon Cortisol ausschüttet. Dieses kann die Blutzuckerwerte im Zusammenspiel mit anderen Hormonen erhöhen. Wer als Diabetiker unter Stress steht, sollte einen Ausgleich schaffen, z. B. durch Sport oder Entspannungstechniken.

Rauchen verboten

Wird bei Ihnen Diabetes diagnostiziert, sollten Sie sofort aufhören zu rauchen. Nikotin belastet die Gefäße und kann zur Gefäßverengung sowie zur Erhöhung des Blutdrucks führen. Wer als Diabetiker raucht, hat ein doppelt so hohes Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen, wie ein nicht rauchender Diabetiker.

Viel Schlaf

Je schlechter Typ-2-Diabetes-Patienten schlafen, desto schwerer fällt es ihnen, ihren Blutzuckerspiegel dauerhaft kontant zu halten – das ist das Ergebnis einer Studie an der University von Chicago.

Die Wissenschaftler beobachteten 161 unter Altersdiabetes leidende Frauen über einen längeren Zeitraum: Die Probandinnen mussten Auskunft über ihr Schlafbedürfnis, ihre Schlafdauer und ihre Schlafqualität geben. Danach wurde ihnen Blut abgenommen und der HbA1c-Wert analysiert, der angibt, wie hoch oder niedrig der Blutzuckerwert in den letzten drei Monaten war.

Schon ein relativ geringer Schlafmangel von drei Stunden innerhalb einer Woche führte dazu, dass sich der Blutzuckerwert um 1,1 Punkte erhöhte. Diabetiker sollten deshalb auf regelmäßigen und ausreichenden Schlaf achten. Zu empfehlen sind 7 bis 8 Stunden pro Nacht.

Natürliche Blutzuckersenker

Neben der Umstellung der Lebensgewohnheiten können Sie Ihren hohen Blutzuckerwert auch mit unterschiedlichen natürlichen Heilmitteln senken und auf diese Weise sogar auf herkömmliche Medikamente verzichten, die in der Regel Nebenwirkungen haben. Sie sollten so ein Vorgehen jedoch immer mit Ihrem behandelnden Arzt absprechen und verordnete Medikamente nicht auf eigene Faust absetzen.

Blutzuckersenkende Pflanzen

Einigen Pflanzenextrakten wird eine wahre Wunderwirkung zugesprochen. Dazu gehören beispielsweise die Samenschalen der Plantago ovata. Prof. Karin Kraft von der Universität Rostock empfiehlt Patienten mit einem hohen Blutzuckerspiegel, zweimal täglich je 5,1 g der Flohsamenschalen einzunehmen.

Auch Leinsamen scheinen sich positiv auf den Blutzucker auszuwirken, ebenso wie Zimtrinde. Prof. Kraft schreibt auch der Bittergurke eine positive Wirkung auf den Blutzuckerspiegel zu; Studienergebnisse, die diese Wirkung belegen, gibt es allerdings noch nicht. Erste Hinweise auf Wirksamkeit fand man hingegen bei Extrakten aus Olivenblättern und Knoblauch sowie bei Schwarzkümmelkapseln.

Die unterschiedlichen Pflanzenheilmittel arbeiten bei der Senkung des Blutzuckerspiegels auf drei verschiedenen Ebenen:

  • Pflanzen wie Efeukürbis (Coccina indica) oder Gurmar (Gymnema sylvestre) steigern die Ausschüttung des Insulins.
  • Pflanzen wie die Guarbohne (Cyamopsis tetragonoloba) verzögern die Aufnahme von Kohlenhydraten im Darm.
  • Pflanzen wie Bittermelone (Momordica charantia) oder Hintonia (Hintonia latiflora) verbessern die Wirksamkeit der Insulin-Rezeptoren in den Zellen.

Guarkernmehl

Guarkernmehl wird aus den Samen der Guarkernbohne hergestellt. Im Magen-Darm-Trakt quillt es durch die Aufnahme von Flüssigkeit auf und benetzt die Wände des Darms. Das führt zu einer Verzögerung der Kohlenhydrataufnahme im Darm und bewirkt, dass Glukose nur sehr langsam ins Blut abgegeben wird. Die Folge ist, dass der Blutzucker nach einer Mahlzeit nicht so stark ansteigt.

Bei der Einnahme von Guar-Präparaten sollten Sie darauf achten, die Dosis ganz langsam zu steigern, um Völlegefühl und Blähungen zu vermeiden. Zwischen der Einnahme von Guarkernmehl und anderen Medikamenten sollte mindestens ein Zeitraum von 30 Minuten liegen, da Guarpräparate die Aufnahme von Substanzen im Körper verhindern können.

Chinesischer Zimt

Leiden Sie unter dem Typ-2-Diabetes oder besteht bei Ihnen ein Risiko, an Diabetes zu erkranken, sollten Sie Ihre Mahlzeiten mit chinesischem Zimt (Cinnamomum cassia) würzen. Anders als der hierzulande weit verbreitete Ceylon-Zimt (Cinnamomum zeylanicum) kann der Chinazimt die Blutzuckerwerte senken.

Eine Studie des Pharmakologen Prof. Dr. Eugen Verspohl der Universität Münster zeigt, dass wässrige Extrakte des chinesischen Zimts eine fast gleichwertige Wirkung haben wie das künstliche Antidiabetikum Glibenclamid. Diese Zimt-Extrakte sind zwar offiziell noch nicht als Antidiabetikum zugelassen, ihre blutzuckersenkende Wirkung sollte jedoch von Diabetikern trotzdem genutzt werden.

Verwenden Sie den Chinazimt bei der Herstellung von Süßspeisen, orientalischen Gerichten und Gebäck. Auch Früchtetees lässt sich mit dem Zimt aus China eine orientalische Note verpassen. Bestellen können Sie das blutzuckersenkende Gewürz in jeder Apotheke.

Essig

Schon zwei Esslöffel Essig vor den Mahlzeiten können den Blutzuckerspiegel senken – das konnten Forscher der Universitäten von Arizona in Mesa/USA und Lund/Schweden nachweisen. Sie verglichen die Blutzuckerwerte von 40 Personen mit Typ-2-Diabetes oder Insulinresistenz nach einer Mahlzeit mit und ohne vorherige Essig-Einahme. Schluckten die Probanden zwei Esslöffel Essig vor ihrer Mahlzeit, lag der Blutzuckerwert um 20 % niedriger als ohne Essig.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Essig im Darm Enzyme hemmt, die Kohlenhydrate in Zucker umwandeln. Werden diese Enzyme in ihrer Wirkung beeinträchtigt, entsteht bei der Verdauung weniger Zucker und der Blutzuckerspiegel steigt langsamer an.

Gönnen Sie sich also vor jeder Mahlzeit ein Schnapsgläschen Essig, besonders wohlschmeckend ist der italienische Balsamico-Essig. Auch saure Gurken in Essig oder mit Essig zubereitete Gerichte wirken sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus.

Rezept für einen blutzuckersenkenden Kartoffelsalat

Zutaten (eine Portion):

  • fünf Kartoffeldrillinge
  • Drittel einer Salatgurke
  • eine kleine saure Gurke
  • eine Lauchzwiebel
  • ein Esslöffel Olivenöl
  • zwei Esslöffel Weißweinessig
  • zwei Esslöffel Wasser
  • ein Teelöffel Senf
  • Kräutersalz und Pfeffer

Zubereitung:

  • Die Kartoffeln kochen, pellen und ebenso in Würfel schneiden wie die Gurken.
  • Ein Dressing aus Essig, Öl, Senf, Salz, Pfeffer und der in Ringe geschnittenen Zwiebel anrühren.
  • Kartoffeln und Gurken vorsichtig unter das Dressing heben.
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