MenüMenü

Abführmittel: Das Paradebeispiel für einen Circulus Vitiosus

Hatten Sie auch schon einmal das Problem, dass Sie sich ein Abführmittel im Ausland gekauft haben und auf der Verpackung dann im Zusammenhang mit dem Warnhinweis „Circulus Vitiosus“ gelesen haben? Wir wollen Ihnen in diesem Beitrag erläutern, was genau darunter zu verstehen ist.

Circulus Vitiosus: Das hat es damit auf sich

Ein Circulus Vitiosus ist – in die Umgangssprache übersetzt – nichts anderes als ein Teufelskreis. Unter dieser doch durchaus gängigen Metapher versteht der Mediziner einen krankhaften Prozess, bei dem zwei oder sogar noch mehr Körperfunktionen gestört sind. Diese beeinflussen sich gegenseitig und halten den krankhaften Zustand aufrecht oder verschlimmern die Krankheit gar noch weiter.

Abführmittel als Paradebeispiel

Gerade Abführmittel sind das Paradebeispiel für solch einen Teufelskreis. Natürlich helfen diese Mittel bei einer Verstopfung. Aber Sie sollten diese Abführmittel nicht auf Dauer und vor allen Dingen nicht ohne ärztlichen Rat einnehmen. Denn Abführmittel führen auch dazu, dass Sie Wasser und Elektrolyten ausscheiden, besonders Kalium. Haben Sie aber zu wenig Kalium im Körper, kann Ihr Darm nicht mehr vernünftig arbeiten. Die schon bestehende Darmträgheit wird weiter verstärkt, Ihre Verdauungsprobleme werden noch größer.

Sie sollten daher zum Beispiel verstärkt auf ballastreiche Lebensmittel zurückgreifen. Denn diese regen Ihre Verdauung auch an; aber ohne solche Nebenwirkungen.

Was ist ein Analprolaps?

Die Schleimhaut des Afterkanals kann sich teilweise nach außen stülpen, dies sieht aus wie ein umgekrempelter Handschuhfinger. Das kann nach starkem Pressen beim Stuhlgang passieren, nach längerem Durchfall, nach einer Entbindung mit Dammschnitt oder nach schwerer körperlicher Anstrengung. Es treten starke Schmerzen auf und ein erhebliches Krankheitsgefühl. Es werden zunächst die Schmerzen bekämpft, Antiphlogistika und Bettruhe verordnet. Zur Linderung der Beschwerden kann der Po gekühlt werden (mit einem Eisakku, in ein Tuch eingewickelt).

Erst wenn die Beschwerden abgeklungen sind, untersucht der Proktologe den After eingehender. Nicht selten findet er dabei Hämorrhoiden.

Bei Frauen kann eine mit dem Alter und Geburten einhergehende Gewebeschwäche dahinterstecken. Um den fein ausgeklügelten Verschlussmechanismus des Afters nicht zu zerstören, sollte hier nicht vorschnell operiert werden. Der Vorfall kann mit Nässen, Juckreiz und verschmutzter Wäsche verbunden sein, da die Kontrolle über den Stuhlgang erschwert sein kann.

Beim Mastdarmvorfall stülpt sich der Mastdarm teilweise oder ganz nach außen. Hier ist immer eine ärztliche Abklärung vonnöten.

Gesund und schlank durch „Darmfutter“?

Ihr Darm scheint mehr Informationen Richtung Gehirn zu senden als umgekehrt. Dies geschieht über Datenautobahnen (Nervenfasern) selbst und Botenstoffe (Neurotransmitter). Von diesen Botenstoffen werden viele im Darm produziert.

Sie sind beispielsweise zuständig für Lernen und Erinnern, Bildung von Stresshormonen, Glückshormonen (95 Prozent des Serotonins werden im Darm gebildet) und die Appetit-Sättigungs-Regulation.

Maßgeblich gesteuert werden diese Kommunikation und andere Abläufe durch Ihre Darmflora. Vor allem die Zusammensetzung und die Vielfalt Ihrer Darmflora beeinflussen verschiedenste Faktoren: Immunsystem, Stimmungslage, Blutzucker- und Cholesterinspiegel, Vitamin-K-Produktion sowie die Wirksamkeit mancher Arzneistoffe.

Darmbakterien können dick machen

Gibt es wirklich „Dickmacher“-Bakterien im Darm? Gleich mehrere Studien belegen, dass sich die Darmflora von übergewichtigen und schlanken Menschen unterscheidet. Beispielsweise ist die Bakterienspezies der Firmicutes, die auch für die Energieausbeute verantwortlich ist, bei den übergewichtigen Menschen hoch und die des Bakteriums Bacteroidetes gering.

So verwerten die „fleißigen“ Bakterien übergewichtiger Menschen die Nährstoffe bzw. ihre Kalorien wesentlich besser als die „faulen“ Keime der Schlanken. Selbst normalgewichtige Mäuse, denen man die Darmflora übergewichtiger Mäuse übertrug, wurden trotz gesunden Futters adipös.

Innerhalb von zwei Wochen setzten sie über 60 Prozent mehr Körperfett an, so die Erkenntnisse einer Studie an der Washington University in St. Louis (USA). In weiteren Untersuchungen stellten die Forscher fest, dass sich die Darmflora der Mäuse und die erwachsener Menschen hinsichtlich der bakteriellen Besiedelung ähneln. Die bakterielle Besiedelung Ihres Darms wird zwar zu einem Teil durch die Gene bestimmt (man schätzt 30 bis 70 Prozent), der andere Teil aber ist ein Spiegelbild Ihres Lebensstils.

Schlank im Darm?

In Untersuchungen wurde die Darmflora von übergewichtigen und schlanken Personen verglichen:

  • Schlankmacher-Keime: Im Darm schlanker Personen kamen beispielsweise die Bakterienstämme Lactobacillus rhamnosus, Lactobacillus paracasei und Lactobacillus plantari häufiger vor als bei übergewichtigen Menschen.
  • Dickmacher-Keime: Bei Übergewichtigen hingegen überwogen Bakterien wie Lactobacillus reuteri und Lactobacillus acidophilus.

Selbst wenn bei Ihnen derzeit die „Dickmacher-Keime“ überwiegen, können Sie Ihre Darmflora schon innerhalb weniger Tage über Ihre Ernährung umstellen. Spezielle Lebensmittel regen die Vermehrung der „guten“ Darmbakterien an, so wie ein Dünger für Ihre Blumen. Vor allem unverdauliche Bestandteile wie Ballaststoffe wirken anregend auf die Darmbewohner (präbiotisch). Andere wiederum wirken direkt probiotisch, das heißt sie liefern die guten Mikroorganismen gleich frei Haus mit.

Ernähren Sie sich darmgesund

  • Essen Sie viele Vollkornprodukte, Obst und Gemüse, denn deren Ballaststoffe sind unverdaulich und dienen als Futter für Ihre nützlichen Bakterien. Gut sind auch Naturjogurt, Quark & Co. wegen der darin enthaltenen Milchsäurebakterien.
  • Lassen Sie die Finger weg von Abführmitteln. Solche Präparate zerstören ebenfalls das gesunde Gleichgewicht Ihres Darms.
  • Meiden Sie Antibiotika so weit wie möglich. Sie verringern die normale Besiedelung im Darm und machen Platz für schädliche Keime. Sie können Ihren Kalorienverbrauch zudem besonders effektiv erhöhen, indem Sie regelmäßigen Ausdauersport und Kraftübungen kombinieren, denn: Muskeln sind die besten Fettverbrenner!

Diese Lebensmittel liefern Präbiotika

  • Chicorée, Artischocken, Knoblauch, Zwiebeln, Schwarzwurzel, Topinambur, Pastinaken, Endiviensalat, Spargel
  • Zichorienwurzel (Wurzel der Wegwarte, enthalten z. B. in Caro-Kaffee)
  • Gemüse im Allgemeinen und Obst (mit Schale)
  • Bananen (natürlich ohne Schale)
  • Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Linsen
  • Roggen, Hafer, Weizenkleie, Hirse, Gerste, Haferflocken, Vollkornprodukte
  • ab und zu auch Weißbrot, da in ihm viel resistente Stärke enthalten ist (die liebt Ihre Darmflora)
  • schwarzer Kaffee mit oder ohne Koffein (die Zugabe von Milch macht den positiven Effekt zunichte), Espresso

Diese Lebensmittel liefern Probiotika

  • Naturjoghurt
  • Sauermilchkäse
  • Kefir und andere Milchprodukte
  • Sauerkraut (roh)
  • Sauerteigbrot
  • säuerlich eingelegte Gurken, Rote Bete, Hering
© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten