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Roter Reis: Nutzen Sie diesen natürlichen Cholesterinsenker

Eine Schale voll mit Rotem Reis© womue - Fotolia
Cholesterinsenker, die sogenannten Statine, sind ein Riesenmarkt. Sie sind die Präparate, die der Pharmaindustrie die meisten Gewinne verschaffen. Dabei gibt es andere Möglichkeiten, erhöhte Cholesterinwerte zu senken. Eine dieser Varianten ist rotes Reismehl – schon die alten Chinesen nutzten es als Heilmittel.

Schimmelpilze sind nicht nur Schädlinge. Das wissen wir spätestens seit der Entdeckung des Penicillins, das aus einem solchen Pilz gewonnen wurde. Und auch Lovastatin, der erste Cholesterinsenker, entstand aus einem Schimmelpilz.

Doch diese Medikamente sind sehr neu – verglichen mit der Tatsache, dass schon 800 Jahre vor Christus ein natürlicher Choles­terinsenker im alten China eingesetzt wurde. Es handelte sich dabei um Roten Reis, der mit einem bestimmten Schimmelpilz fermentiert worden war.

Diese Wirkungen von Rotem Reis sind bisher ­untersucht worden

Roter Reis bzw. der Extrakt aus rotem Reismehl wird inzwischen bei einigen Erkrankungen wieder empfohlen, zum Beispiel bei

  • hohen Cholesterinwerten,
  • Durchblutungsstörungen,
  • einer Fettleber,
  • erhöhtem Osteoporose-­Risiko.

Wirklich wirksam hat sich das Mittel bisher allerdings erst bei erhöhten Cholesterinwerten gezeigt. Bei allen anderen Erkrankungen haben sich noch keine eindeutigen Hinweise auf die Wirksamkeit ergeben.

Sind Ihre Cholesterinwerte wirklich zu hoch?

Zunächst einmal müssen Sie wissen, dass unser Körper Cholesterin braucht. Es ist nötig, damit bestimmte Hormone und Körperzellen gebildet werden können. Darüber hinaus aber gibt es das sogenannte „schlechte“ Cholesterin, das LDL-Cholesterin.

Diese Cholesterinform lagert sich an den Gefäßwänden ab und kann hier mit anderen Stoffen zusammen Plaques, also Ablagerungen bilden. Diese verringern die Durchblutung, erhöhen so den Blutdruck sowie das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.Doch ein erhöhter Cholesterinwert bedeutet nicht unbedingt, dass Sie Statine, also Choleste­rinsenker brauchen. Es kommt nämlich zunächst einmal darauf an, warum dieser Cholesterinwert erhöht ist. Besteht er überwiegend aus HDL- und nur aus wenig LDL-Cholesterin, ist er nicht so beunruhigend wie umgekehrt.

Darüber hinaus gibt es Menschen, bei denen der Cholesterinwert genetisch bedingt zu hoch ist. Bei ihnen helfen weder Choles­terinsenker noch andere Maßnahmen: Die Werte verringern sich einfach nicht. Sie sind dann aber auch nicht so beunruhigend und gefährlich. Cholesterinsenker haben noch einen weiteren Nachteil: Sie senken zwar das schlechte Cholesterin, das LDL, ab, doch sie verringern in gleichem Maße das HDL, das gute Cholesterin, das Ihr Körper dringend braucht.

Zusätzlich können Sie bei deutlich erhöhten Cholesterinwerten zu rotem Reismehl greifen. Wie wirksam es ist, zeigt zum Beispiel eine Studie der Universität Peking/ China. Hier konnten Forscher schon im Jahr 2008 nachweisen, wie sich das Reismehl auswirkt. Sie untersuchten fast 5.000 Patienten mit erhöhten Cholesterinwerten – diese waren zwischen 18 und 70 Jahren alt. Die Probanden bekamen entweder pro Tag 300 mg Extrakt aus rotem Reismehl oder ein Placebo.

Nach 4,5 Jahren hatten nur 5,7 Prozent der Teilnehmer aus der Reismehlgruppe einen Herzinfarkt erlitten, aber 10,4 Prozent aus der Placebo-Gruppe. Im Vergleich haben diejenigen aus der Reismehl-Gruppe einen um 30 Prozent verringerten LDL-Cholesterinwert.

Roter-Reismehl-Extrakt hat noch einen weiteren Vorteil: Ihm fehlen die gravierenden Nebenwirkungen, die Statine haben. Statine können zum Beispiel starke Muskelschmerzen verursachen, was bei rund der Hälfte aller Anwender der Fall ist. Wissenschaftler der Universität Pennsyl­vania/USA haben 2010 schon über 40 Patienten untersucht, die gezwungen waren, aufgrund dieser Muskelbeschwerden die ärztlich als nötig erachteten Statine abzusetzen. Die Forscher gaben diesen Patienten pro Tag 5 Gramm rotes Reismehl. Es zeigte sich, dass der Extrakt bei nur 5 Prozent der Studienteilnehmer diese Beschwerden ebenfalls verursacht. Die restlichen Teilnehmer blieben nebenwirkungsfrei.

Was Sie beim Kauf von Präparaten aus rotem Reis beachten sollten

Leider wittern schon wieder viele Geschäftemacher eine gute Einnahmequelle, nehmen es aber mit der Qualität nicht so genau. So haben Laboruntersuchungen ergeben, dass manche Präparate Schimmelpilzgift enthalten können. Als qualitativ gut wurden dagegen unter anderem Monachol® von Monasan und Red Yeast Rice®  von der Firma Fairvital beurteilt. Die Präparate kosten zwischen 30 und 40 € pro Monat.

Wollen Sie diese Mittel einnehmen, müssen Sie das immer mit Ihrem Arzt absprechen, besonders wenn Sie Statine nehmen. Denn beides dürfen Sie nicht miteinander kombinieren. Sie müssen die Statine erst absetzen bzw. ausschleichen lassen. Sonst kommt es zu einer zu starken Senkung der Cholesterinwerte.

Wichtig: Auch Roter Reis kann zu leichten Nebenwirkungen führen. Hierzu gehören Muskelschmerzen, allergische Reaktionen oder Sodbrennen. Gerade Letzteres können Sie vermeiden, wenn Sie das Mittel nach den Mahlzeiten einnehmen. Zudem verringern die Präparate die Produktion von Coenzym Q10 im Körper. Daher sollten Sie immer auch rund 120 mg Coenzym Q10 pro Tag zuführen, wenn Sie Roten Reis einnehmen.

Achtung: Kein Wundermittel!

Leider wird roter Reis immer mehr in die Ecke von anderen Wundermitteln gerückt. Er soll inzwischen – so die Werbung – gegen viele Erkrankungen helfen. Hinter diesen Behauptungen steckt nur die Absicht, möglichst schnell möglichst viel Geld zu verdienen. Zwar ist die Wirkung von rotem Reis bei erhöhten Cholesterinwerten belegt. Bei anderen Erkrankungen konnte aber bisher keine Wirksamkeit nachgewiesen werden – ein Einsatz von rotem Reis bringt Ihnen daher dann gar nichts.

Auch Mandeln senken Ihren Cholesterinspiegel

Kanadische Wissenschaftler konnten jetzt nachweisen,  dass der Genuss von Mandeln sich positiv auf die Blutfettwerte auswirkt. Sie ließen Patienten mit erhöhten Cholesterinwerten im Blut Snacks knabbern, in denen unterschiedlich viele Mandeln enthalten waren. Der beobachtete positive Einfluss auf die Fettwerte zeigte sich als abhängig von der genossenen Menge. Die günstige  Wirkung wird den einfach ungesättigten Fettsäuren in den Mandeln zugeschrieben.

Die Daten legen nahe, dass bereits sieben Gramm Mandeln am Tag das ungünstige LDL-Cholesterin um ein Prozent senken. Das entspricht einer Verringerung des Risikos, an einem Herz-Kreislaufleiden zu erkranken, um zwei Prozent. Die Forscher empfehlen deshalb allen, die ihre Blutfette kontrollieren müssen, Mandeln und andere Nüsse zu verzehren – allerdings naturbelassen, ohne Öl und Salz. Wegen des hohen  Kaloriengehaltes sollten Sie die Nüsse nicht zusätzlich essen, sondern gegen ein anderes Nahrungsmittel austauschen.

Hilfe durch Grapefruitkernextrakt

Sport und eine ausgewogene Ernährung bilden die Basis für bessere Blutfettwerte, pflanzliche Mittel können wirkungsvoll dazu beitragen den Cholesterinspiegel natürlich zu senken. Eines dieser pflanzlichen Mittel ist Grapefruitkernextrakt.

Die Wirksamkeit dieses Extraktes bei zu hohen Cholesterinwerten konnte eine Studie der Universität Valladolid/Spanien kürzlich erbringen. Die Forscher hatten 60 Probanden täglich 700 mg Grapefruitkernextrakt einnehmen lassen. Eine gleichgroße Gruppe erhielt ein Placebo. Nach dreimonatiger Behandlung wurde allen Studienteilnehmern Blut abgenommen. Es zeigte sich dabei, dass die Werte für das Gesamtcholesterin in der Grapefruit-Gruppe um 30 mg/dl im Vergleich zur Kontrollgruppe gesunken waren. Auch das „böse“ LDL-Cholesterin war um 22 % niedriger geworden.

Ein Versuch mit diesem natürlichen Extrakt ist sicher lohnenswert, wenn Sie an zu hohen Blutfettwerten leiden. Entsprechende Präparate dazu erhalten Sie in Bioläden und Apotheken.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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