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Hohe Cholesterinwerte: Sind sie genetisch bedingt oder doch „angefressen“?

Was sind eigentlich wirklich die Ursachen für hohe Cholesterinwerte? Natürlich können Sie Cholesterin mit dem Essen zu sich nehmen; Schweinebraten, Gänseschmalz oder „versteckte“ Fette in Gebäck, Schokolade und Sahnetorte sind dann Schuld.

Aber woran erkennt man, ob der hohe Cholesterinspiegel seine Ursache in der Ernährung hat oder vielleicht genetisch bedingt ist? Das steckt dahinter:

Hohe Cholesterinwerte müssen nicht zwangsweise ernährungsbedingt sein

Es gibt tatsächlich Menschen, die sich vorbildlich ernähren, und trotzdem durch eine erhöhte Eigenproduktion hohe Cholesterinwerte haben. Um heraus zu finden, ob das bei Ihnen der Fall ist, sollten Sie mit den Cholesterinwerten auch immer die Triglyceride messen lassen!

Triglyceride werden nicht vom Körper selbst produziert, sondern ausschließlich mit der Nahrung aufgenommen. Und diese nahrungsabhängigen Fette verraten, ob Sie sich Ihre hohen Cholesterinwerte anfuttern oder ob sie sie selbst produzieren.

Bei Triglyceriden von unter 50 mg/dl spricht man von vorbildlicher Ernährung – oder perfekter Fettverbrennung. Wenn Sie trotzdem hohe Cholesterinwerte haben, werden alle Ermahnungen des Hausarztes, das Fett wegzulassen, fruchtlos bleiben. Liegen Ihre Triglyceride unter 100 mg/dl, ernähren Sie sich immer noch fettreduziert. Hohe Cholesterinwerte sind in beiden Fällen höchstwahrscheinlich ererbt worden.

Erst wenn die Werte jenseits von 100 mg/dl liegen, weiß man, dass Sie mit der Nahrung unnötig viel Cholesterin aufnehmen. Nur dann hilft eine fettreduzierte Ernährung; bei der Butter sparen, den Fleischkonsum reduzieren und Süßigkeiten streichen. So können Sie den ersten Schritt hin zu niedrigeren Cholesterinwerten machen.

Die größten Lügen über Fette & Cholesterin

Jahrelang galten Fette in der Ernährung als Dickmacher Nummer 1. Obwohl dieses Dogma längst widerlegt ist, wird es von vielen Ärzten und Ernährungsberatern „der alten Schule“ immer noch gepredigt.

Ich verrate Ihnen hier, welche Fette Ihre Gesundheit unterstützen und auf welche Produkte Sie beim Einkauf besonders achten sollten. Und eines vorweg: Auch zu Butter und Eiern dürfen Sie guten Gewissens greifen: In Maßen sind sie keine Gefahr für Ihren Cholesterinspiegel.

Warum Fette nicht „böse“ sind

Fette sind wichtige Bausteine für unseren Körper. Sie bilden die Wände aller Zellen (Membranen), und das Gehirn besteht zu 70 % aus Fett. Daher sind wir auf die stete Fettzufuhr mit der Nahrung dringend angewiesen. Das ist die eine Seite der Medaille. Andererseits sind Fette sehr energiereich, und wenn wir zu viel davon aufnehmen, kann das leicht zu Übergewicht führen.

Doch seit mindestens 35 Jahren wird in der westlichen Welt zum Fettverzicht aufgerufen, und der Verbrauch hat sich auch deutlich reduziert. Nur der erhoffte Erfolg ist ausgeblieben: Die Menschen werden dicker und dicker, und die Rate an Herzerkrankungen sinkt nicht. An dieser Misere kann also nicht das Fett allein schuld sein. Aber woran liegt es? Hier die Antwort:

Nicht die Menge, sondern die Qualität ist entscheidend

Eine gesunde bedeutet mehr, als nur weniger Fett zu essen. Wer sich von minderwertigen Lebensmitteln ernährt, die arm an Vitalstoffen, aber reich an Zucker und allen möglichen Zusatzstoffen sind, dem nützt auch der Verzicht auf Fett meist wenig. Wesentlich wichtiger ist die richtige Auswahl der Fette.

Meine Tipps:

  • Täglich sollten Sie nicht mehr als etwa 60 g Fett insgesamt zu sich nehmen. Unverpackte Waren, Fastfood, Backwaren und Wurst enthalten oft viel „versteckte“ Fette. Schränken Sie deren Verzehr grundsätzlich ein. Dann haben Sie einen besseren Überblick über Ihren tatsächlichen Fettkonsum.
  • Gesättigte, ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren sollten etwa im gleichen Verhältnis zueinander stehen. Als Brotbelag eignen sich z. B. Käse (gesättigt). Zum Kochen oder Braten verwenden Sie am besten Olivenöl (einfach ungesättigt) und für Salate Lein- oder Raps-Öl (mehrfach ungesättigt, Omega- 3).
  • Nutzen Sie auch die natürlichen Quellen für pflanzliche Fette (Oliven, Nüsse, Samen). Sie sind noch gesünder als die verarbeiteten Öle.

Für Ihre Gesundheit ist vor allem das Verhältnis zwischen Omega-6-und Omega-3-Fettsäuren wichtig (als optimal gilt die Verteilung 5:1).

Beide Fettsäuren sind für den Körper unverzichtbar (essenziell). Allerdings nehmen wir heute mit der tierischen Nahrung meist zu viele Omega-6-Fettsäuren auf. Dieses Missverhältnis fördert entzündliche Prozesse und Schmerzen (z. B. Arteriosklerose, Arthritis, Allergien, Autoimmunkrankheiten).

Tipp: Um die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren zu steigern, sollten Sie daher pro Woche mindestens einmal Fisch essen oder täglich 1 Gramm Fischöl in Kapselform einnehmen. Die beste pflanzliche Quelle für Omega-3-Fettsäuren ist übrigens Leinöl. Es besteht zu mehr als der Hälfte aus alpha-Linolensäure.

Und was ist mit dem Thema Cholsterin und Ei?

Die Wahrheit: Nichts spricht gegen ein Frühstücksei. Auch wenn das umstrittenste Nahrungsfett das Cholesterin ist. Viele Menschen verzichten aus Furcht davor auf Eier (ca. 240 mg Cholesterin pro Eigelb) oder Butter (240mg Cholesterin pro 100 g). Wissenschaftlich bewiesen ist jedoch: 100mg Nahrungscholesterin erhöht Ihren Blutspiegel nur um ca. 2 mg/dl (also bei einem Wert von 200 mg/dl Blut gerade einmal um 1%).Aber was noch wichtiger ist:

Das Verhältnis von „schlechtem“ LDL-Cholesterin zu „gutem“ HDL-Cholesterin im Blut (es liegt optimalerweise unter 3:1) bleibt genau gleich. Und dieses Verhältnis ist viel entscheidender als der Gesamt-Cholesterinwert. Es spricht also absolut nichts dagegen, dass Sie pro Woche drei bis vier Eier essen.

Im Gegenteil: Die Fettsäurezusammensetzung von Eiern (28%gesättigt, 42%einfach ungesättigt und 14 % mehrfach ungesättigt) ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht geradezu ideal.

Für Ihren Smalltalk mit Freunden, Familie und Bekannten

Ich habe Ihnen eingangs die „größten“ Lügen über Fette und Cholesterin versprochen. Hier sind sie:

Falsch: Fett ist der Dickmacher Nummer 1.

Richtig: Obwohl der Fettkonsum zurückgeht, werden die Menschen immer dicker.

Falsch: Alle pflanzlichen Öle sind gesund.

Richtig: Auch pflanzliche Öle, die reich an Omega-6-Fettsäuren sind (z. B. Distelöl), können im Übermaß entzündliche Prozesse fördern.

Falsch: Kalt gepresste Öle sind besonders wertvoll.

Richtig: Wirklich gesund sind nur native und nicht raffinierte Öle.

Falsch: Butter und Eier erhöhen den Cholesterinspiegel.

Richtig: Die Erhöhung ist lediglich gering, und das wichtige Verhältnis von „schlechtem“ LDL- zu „gutem“ HDL-Cholesterin bleibt gleich.

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