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Cholesterinwerte: Auf das richtige Verhältnis kommt es an!

Sie können einen Cholesterinwert von 200 mg/dl haben, und das kann gut, aber auch schlecht sein. Die Zahl selbst sagt nicht viel aus. Viel wichtiger ist es, die Unterfraktionen des Cholesterins zu kennen. Sie können einen Cholesterinwert von 200 mg/dl aufweisen, weil Sie viel vom guten HDL-Cholesterin oder viel vom schlechten LDL-Cholesterin haben.

Wichtig ist aber, dass Sie Ihren Cholesterinquotienten kennen. Teilen Sie dazu Ihr Gesamtcholesterin durch den Anteil vom guten HDL-Cholesterin. (Cholesterin : HDL-Cholesterin = Cholesterinquotient). Haben Sie also einen Cholesterinwert von 97 und einen HDL-Wert von 65, beträgt Ihr Cholesterinquotient 1,49.

Das sagt der Cholesterinquotient aus

Dieser Quotient ist aussagefähiger als Ihr Gesamtcholesterinwert. Werte über 5 sind generell bedenklich. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist dann deutlich erhöht. Sie sollten diesen Wert schnell verbessern. Bei einem Quotienten von 4,4 wäre Ihr Verkalkungsrisiko genauso hoch wie bei der Durchschnittsbevölkerung. Bei einem Quotienten von 3,3 ist Ihr Risiko nur noch halb so hoch wie bei der Durchschnittsbevölkerung. Wollen Sie aber auch im hohen Alter noch fit bleiben, ist dieser Wert immer noch nicht ausreichend. Erst wenn Sie eine 2 vor dem Komma haben, ist Ihr Cholesterinquotient wirklich gut.

Hier kommen nun die Statine ins Spiel. Sie können nicht unterscheiden, senken nämlich nicht nur den Wert des schlechten LDLs, sondern auch den des HDLs. Ihr Gesamtcholesterin verbessert sich so, nicht aber Ihr Cholesterinquotient. So weisen Sie bei einer Einnahme von Statinen zwar einen niedrigen Gesamtcholesterinwert auf, aber immer noch einen zu hohen Cholesterinquotienten. Und Sie sind vor Zivilisationskrankheiten auf keinen Fall geschützt. Statine sollten daher für Sie das letzte Mittel sein. Sprechen Sie lieber mit Ihrem Arzt über Alternativen, die Ihnen helfen, nur den schlechten Cholesterinwert zu senken.

Die Wahrheit über Eier und Cholesterin

Eier haben einen relativ hohen Gehalt an Cholesterin. Das ist aber noch kein Grund für Sie, auf Eier zu verzichten. Sie sind besser als ihr Ruf, denn ein gesunder Organismus managt seinen Cholesterinspiegel im Blut selbst: Übergewicht, Stress und Bewegungsmangel haben einen viel größeren Einfluss auf Ihren Blutcholesterinspiegel als die Aufnahme über die Nahrung. Cholesterin ist ein lebensnotwendiger Baustein für Ihren Körper. Es ist an der Produktion körpereigener Hormone, von Vitamin D und am Aufbau Ihrer Zellwände beteiligt. Ihr Körper stellt den wertvollen Stoff sogar selbst her und drosselt seine Produktion, wenn größere Mengen über die Nahrung angeliefert werden. Bei einem Überangebot aus der Nahrung wird außerdem weniger Cholesterin aus Ihrem Darm ins Blut aufgenommen.

Nur wenn dieser Regelmechanismus gestört ist, kann das Cholesterin zu einer Gesundheitsgefahr werden. Gerade Eier enthalten reichlich Lecithin. Dieser biologische Emulgator bindet das Cholesterin so fest an sich, dass es nur noch teilweise von Ihrem Körper aufgenommen wird. Manche Menschen tragen aber in Ihren Genen eine Veranlagung zu Fettstoffwechselstörungen. Dann kann eine hohe Cholesterinaufnahme die Arterienverkalkung begünstigen. Lassen Sie Ihre Blutfettwerte regelmäßig von Ihrem Hausarzt checken. Liegen Ihre Werte im Normalbereich, gönnen Sie sich ruhig zwei bis drei Eier pro Woche.

Wann sind Eier ein Risiko für Sie?

Eine Herzkrankheit kann nicht durch hohe Cholesterinwerte kommen, sondern durch ein schlechtes Verhältnis zwischen LDL- (schlechtem) und HDL- (gutem) Cholesterin. Ganze Eier lassen zwar den Cholesterinwert leicht ansteigen, aber sie heben den guten Cholesterin an und verbessern somit das Verhältnis zwischen HDL und LDL.

Damit Cholesterin kein Risikofaktor für Sie darstellt, sollten Sie an erster Stelle Zucker, Süßigkeiten, Kohlenhydrate mit zu hohem glykämischen Index wie Weißbrot und Weißmehlprodukte sowie gehärtete Fette vermeiden. Das sind die wahren Übeltäter.

3 Tipps zur Verbesserung des Cholesterinspiegels

  1. Essen Sie Bio-Eier, natürliches Fleisch und Geflügel, Gemüse, Obst, rohe Nüsse, Kokos- und Olivenöl und zwar täglich. Bio lautet das Stichwort.
  2. Lassen Sie die zuckerhaltigen Getränke weg und trinken Sie Wasser, Wasser und nochmals Wasser. Wenn Ihr Körper genug davon bekommt, passieren unglaubliche Dinge, die auch den Cholesterinspiegel betreffen.
  3. Bewegen Sie sich. Bewegung ist eine der besten Möglichkeiten, den Cholesterinspiegel zu regulieren.

Setzen Sie auf pflanzliche Öle

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie die Linolsäure senken Ihren LDL-Cholesterinspiegel. Oliven- und Rapsöl sind eine gute Wahl, da sie Ihrem Körper einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren in einer guten Zusammensetzung liefern.

Die Öle können Sie sowohl für Salate als auch zum Kochen und Braten verwenden. Kaltgepresste Öle haben einen charakteristischen Geschmack und enthalten aufgrund der schonenden Gewinnung viele sekundäre Pflanzenstoffe, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Verwenden Sie Lein-, Walnuss- und Weizenkeimöl nur für die kalte Küche.

Wo lauern versteckte Fettfallen?

Auch in pflanzlichen Fetten stecken gesättigte Fettsäuren: Frittierfette wie Kokos- oder Palmfett sind reich an gesättigten Fettsäuren. Sie stecken auch in Blätter- oder Plunderteig und fettreichen Süßigkeiten. Achten Sie hier immer genau auf die Zutatenliste. Das Angebot an Snacks und Mahlzeiten, die Sie außer Haus essen, wächst stetig. Meiden Sie diese Lebensmittel besser: Croissants, Fleischsalat oder Kartoffelkroketten. Wählen Sie stattdessen lieber Vollkornbrötchen, Krautsalat oder Pellkartoffeln mit Kräuterquark.

Nutzen Sie das Salatbuffet und nehmen anstelle von French Dressing besser Essig und Öl. Aufläufe und Gratins enthalten häufig reichlich Fett. Greifen Sie bei Gemüse, Kartoffeln, Nudeln oder Reis zu, aber verzichten Sie auf fettreiche Soßen. Bevorzugen Sie beim Dessert Obst, Joghurt oder Quark und meiden Sie Kuchen oder Cremes. So können Sie bereits viel Fett sparen.

Erhöhtes Cholesterin hat im Alter Vorteile

Nachdem jahrzehntelang ein hoher Cholesterinspiegel für Herzinfarkte und Schlaganfälle verantwortlich gemacht wurde, zeigt nun eine aktuelle Studie der Universität Leiden (Niederlande) das Gegenteil auf. Hier lassen die Ergebnisse vermuten, dass ein hoher Cholesterinspiegel in der zweiten Lebenshälfte sogar gesundheitliche Vorteile bringen kann. Die Forscher hatten 5.750 Menschen im Alter von 55 bis zu 99 Jahren fast 14 Jahre lang untersucht und beobachtet. Dabei zeigte sich, dass mit jedem Millimol Cholesterin mehr im Blut das Sterberisiko um rund 12 Prozent sank. Bei den über 85-Jährigen wurde hier auch die Sterblichkeit an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall um 21 Prozent gesenkt. Die Wissenschaftler meinen nun, dass man hohe Cholesterinwerte bei älteren Menschen „entdramatisieren“ und den Einsatz von Cholesterinsenkern bei ansonsten gesunden Älteren gründlich überdenken müsse.

Bis heute konnte noch keine einzige Studie nachweisen, dass hohe Cholesterinwerte im Blut der Grund für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall sind. Sie gehören lediglich zu den Risikofaktoren wie Rauchen und Bewegungsmangel. Falls Sie also nicht zu der erblich belasteten Gruppe mit weiteren Risikofaktoren gehören, müssen Sie nicht zu Tabletten greifen, um Ihre Cholesterinwerte herunterzudrücken. Hier empfiehlt Frau Professor Elisabeth Steinhagen-Thiessen vom Stoffwechsel-Centrum der Charité in Berlin vor allem eine ausgewogene Ernährung, die weitgehend auf gesättigte Fettsäuren verzichtet, und Bewegung. Dreimal wöchentlich 20 Minuten Bewegung seien dabei die wirksamste Waffe gegen zu hohe Cholesterinwerte. Denn durch die körperliche Aktivität werde das LDL-Cholesterin um acht bis zehn Prozent gesenkt und das HDL gleichzeitig erhöht.

 

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