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Influenza: Wie erkennen Sie die echte Grippe?

Sie denken, dass Sie sich wegen der nahenden Grippesaison keine Sorgen machen müssen. Wozu eine Grippeimpfung, wo sich anscheinend sowieso fast jeder das Virus einfängt? Was viele nicht wissen: Das Grippevirus kann sehr gefährlich sein. 5.000 bis 8.000 Deutsche sterben jedes Jahr an einer Grippe. In der schlimmen Grippesaison 2002/2003 starben in Deutschland sogar 16.0000 Menschen und 30.000 benötigten eine stationäre Behandlung. 10 bis 20 Prozent der deutschen Bevölkerung infizieren sich jedes Jahr mit dem Virus.

Gefährliche Komplikationen möglich

Die Grippe stellt eine Virusinfektion dar, die Ihre Atemwege einschließlich Nase, Rachen, Bronchien und Lunge befällt. Die meisten Grippewellen in Deutschland beginnen im Oktober, erreichen zwischen Januar und Februar ihren Höhepunkt und ebben bis April ab.

Einige Symptome der Grippe wie laufende Nase, Niesen und Halsschmerzen sehen nach einer normalen Erkältung aus. Wenn Sie direkt zu Beginn Fieber haben, kann es sich um eine Grippe handeln. Wahrscheinlich fühlen Sie sich schlechter als bei einer Erkältung. Die Grippe führt unter Umständen zu Schüttelfrost, trockenem Husten, Muskelschmerzen, Erschöpfung, verstopfter Nase und Appetitverlust. Infizierte Menschen sind von der ersten Minute an Überträger des Virus.

So erkennen Sie eine echte Grippe

In den Wochen mit ihren Temperaturwechseln von geheizten Räumen zur nasskalten Luft im Freien haben Grippeviren leichtes Spiel, denn die ständigen Kalt-Warm-Reize schwächen die Abwehr. Daher sind jetzt nicht nur die relativ harmlosen Erkältungsviren „unterwegs“, sondern auch die gefährlicheren Influenza-Viren, die eine echte Grippe auslösen. Übertragen werden die Viren in beiden Fällen durch eine Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch, etwa beim Husten oder Niesen oder über mit Viren behaftete (kontaminierte) Gegenstände wie Türklinken.

Typische Anzeichen

  • hohes Fieber
  • Husten
  • Halsschmerzen
  • Kopf- und/oder Gliederschmerzen
  • starkes Krankheitsgefühl

Der für einen Erkältungsinfekt typische Schnupfen gehört nicht zum Krankheitsbild der Grippe. Im Gegensatz zum grippalen Infekt beginnt eine echte Grippe schlagartig und es dauert nicht lange von der Übertragung der Viren bis zum Ausbruch der Erkrankung. Die Inkubationszeit beträgt nur ein bis drei Tage.

Echte Grippe? Stärken Sie Ihre Abwehr!

Ihr körpereigenes Immunsystem gilt als Ihr bester Verbündeter im Kampf gegen die Grippeviren. Beginnen Sie daher sofort mit immunstärkenden Maßnahmen. Das Immunsystem stärkend wirken:

  • Roter Sonnenhut
  • Zistrose
  • Propolis
  • Taigawurzel
  • Colostrum

Die entsprechenden Präparate, die Sie in der Apotheke oder im Drogeriemarkt erhalten, können Sie durchaus in Eigenregie anwenden.

Abwehrstärkung aus der Naturapotheke

Vitamin C steigert die Antikörperproduktion und unterstützt Ihren Körper damit im Kampf gegen die Grippeviren. Beginnen Sie gleich zu Begin der Erkrankung mit hohen Dosen des Vitamins und nehmen Sie täglich 1.000 bis 2.000 mg davon zu sich. Sie können hier durchaus Präparate aus dem Drogeriemarkt wählen, die Sie zur besseren Verträglichkeit auf mehrere Dosen verteilen sollten. Zink wirkt entzündungshemmend und stärkt die Immunabwehr, da es an den meisten Immunvorgängen beteiligt ist. Sie können Zink als Einzelpräparat einnehmen oder in Kombination mit Vitamin C.

Die vom weiblichen Muttertier in den ersten 24 bis 48 Stunden nach dem Kalben produzierte Milch bezeichnet man als Colostrum. Diese Erstmilch ist besonders reich an Vitaminen und immunstärkenden Aminosäuren. Für den menschlichen Organismus ist das Colostrum von Kühen deshalb besonders gut verwertbar, da die DNA-Abschnitte der Aminosäuren von Mensch und Rind sehr ähnlich sind. Das Institut zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren der Universität in Köln nahm Colostrum in wissenschaftlichen Untersuchungen genau unter die Lupe und stellte dabei fest, dass die Erstmilch stark antioxidativ wirkt und die Immunzellen aktiviert. Laut einer italienischen Studie schützt die regelmäßige Einnahme von Colostrum sogar dreimal so wirkungsvoll vor einer Grippe wie eine Grippeimpfung.

Neues Grippemedikament verspricht Hilfe

Es existiert seit einiger Zeit ein neues antivirales Medikament zum Inhalieren auf dem europäischen Markt. Der neue Wirkstoff hilft bei der Behandlung von Symptomen der Influenza, wenn man ihn in einem Frühstadium der Erkrankung anwendet. Das Medikament bleibt in der Fachwelt umstritten. Zanamivir (Relenza®) bezeichnet ein verschreibungspflichtiges Medikament. In Deutschland erhält man es seit dem 1. Oktober 1999 zur Behandlung von Grippe bei Patienten über 12 Jahren (Glaxo Wellcome, Hamburg). In den USA ließ die zuständige Behörde (FDA) das Präparat trotz der Einwände eines wissenschaftlichen Gremiums zu. Die Experten waren der Meinung, dass das Medikament eine geringe Wirksamkeit aufweise und möglicherweise einen Bronchospasmus (krampfartige Verengung der Atemwege) bei Personen mit Asthma oder anderen Atemwegerkrankungen auslöse.

Mehrere Studien in den USA zeigten, dass die Einnahme von Zanamivir die Grippesymptome von normalerweise sieben Tagen bestenfalls um ein bis zwei Tage verkürzt. Jedoch setzt man Zanamivir im Gegensatz zu zwei weiteren erhältlichen antiviralen Grippemedikamenten zusätzlich zur Behandlung von Influenza Typ A zur Behandlung des Typs B ein. Zanamivir gilt als das erste einer neuen Klasse von Medikamenten, die die Ausbreitung von Grippeviren im Körper blockieren. Unter diesem Gesichtspunkt sehen die Mayo Clinic-Ärzte einen Fortschritt für die Grippebehandlung. Sie erwarten, dass in Zukunft noch besser wirkende antivirale Medikamente entstehen. Aus Sicht der Mayo-Clinic-Ärzte ist die beste derzeitige Waffe gegen Influenza die jährliche Impfung gegen Grippe. Der beste Zeitpunkt dafür ist im Oktober oder November.

Wie hilfreich ist die Grippeimpfung?

Mit der Impfung gelingt es, 80 bis 90 Prozent der Geimpften vor einer Erkrankung zu schützen oder einen milderen und komplikationsärmeren Verlauf zu erreichen. Eine solche Grippe-Schutzimpfung schützt nicht vor einem grippalen Infekt (Erkältung). Kinder, Krankenhauspatienten oder Pflegeheimbewohner sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem tragen ein erhöhtes Risiko.

Es gibt zwei Typen (Stämme) von Grippeviren: Typ A ist verantwortlich für die tödliche Variante weltweiter Epidemien, die alle 10 bis 40 Jahre zuschlagen. Typ B tritt häufiger auf und verursacht kleinere, örtlich begrenzte Grippewellen. Typ A und Typ B mutieren ständig. Mit der Zeit ermöglichen diese winzigen Veränderungen dem Virus eine Infektion, auch wenn Sie vorher an anderen Stämmen erkrankten. Das ist der Grund, warum so viele Mensche jedes Jahr eine Grippe bekommen und warum eine jährliche Grippeimpfung wichtig ist.

Kein zuverlässiger Schutz

Im Falle der Grippe schützen Sie sich durch eine jährliche Impfung im Herbst. Die beste Zeit für eine Immunisierung ist zwischen Mitte Oktober und Mitte November. Dadurch ist Ihre körpereigene Abwehrbereitschaft während der Grippe-Hochsaison am stärksten. Die Wirksamkeit der Impfung schwankt von Jahr zu Jahr und von Mensch zu Mensch. Da Forscher die verwendeten Virenstämme Monate vor der eigentlichen Impfung aussuchen, können sich die Virenstämme bis zum Ausbruch der Saison verändern.

Trotzdem reduziert die Impfung die Krankenhauseinweisung gefährdeter, älterer Menschen um bis zu 70 und die Todesfälle um bis zu 80 Prozent. Die Immunisierung ist ebenso wichtig für Pflegepersonal und Haushaltsmitbewohner von Risikopatienten. Das gilt auch, wenn diese Patienten eine Impfung erhalten haben, da sie nicht immer einen vollständigen Schutz bedeutet. FluMist® ist eine neue Grippeimpfung in Form eines Nasensprays. Jedoch ist diese Darreichungsform nicht für Kinder, Menschen über 50 Jahre und andere Risikopatienten zugelassen.

Erholen Sie sich schnell!

Falls Sie an der Grippe erkrankt sind und kein erhöhtes Risiko für Grippekomplikationen besteht, empfiehlt Ihr Arzt nichts außer Bettruhe und viel Flüssigkeit. Bei einer Diagnose der Grippe innerhalb von 48 Stunden gibt es Medikamente, die die Dauer der Symptome um ein bis zwei Tage verkürzen. Dazu gehören Zanamivir (Relenza®) und Oseltamivir (Tamiflu®). Einige dieser Wirkstoffe eignen sich für den Virustyp A, andere für A und B.

Heutzutage gibt es eine Reihe von Wirkstoffen, die nicht nur Grippesymptome bekämpfen, sondern die Erkrankung selbst. DieNeuraminidase-Hemmer blockieren das virale Enzym Neuraminidase, das für die Freisetzung neuer Viruspartikel aus infizierten Zellen und damit für die Ausbreitung des Virus im Gewebe nötig ist. Bei den Neuraminidase-Hemmern handelt es sich um die Wirkstoffe Zanamivir und Oseltamivir. Eine Therapie sollte so früh wie möglich innerhalb von zwei Tagen nach Einsetzen der Symptome beginnen. Besonders nach Kontakt mit Grippekranken empfiehlt sich die vorbeugende Einnahme von Neuraminidase-Hemmern.

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