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Erkältung, Grippe oder Lungenentzündung

Ihre Augen tränen, Ihre Glieder schmerzen und Ihr Husten verschlimmert sich zusehends. Sie möchten nur noch mit einem Heizkissen ins Bett steigen und sich mit Medizin gegen Erkältung versorgen. Ihr Problem könnte jedoch sein, dass Sie mehr als eine bloße Erkältung haben, beispielsweise eine Grippe oder Lungenentzündung.

Die harmlose Erkältung, die nicht ungefährliche Grippe und die lebensbedrohliche Lungenentzündung äußern sich durch ähnliche Symptome. Hält man die eine Krankheit fälschlicherweise für die andere, führt dies unter Umständen zu einer Verlängerung des Krankheitszustandes und zu ernsthaften Komplikationen. Wie wissen Sie also, ob Sie einfach im Bett bleiben oder einen Arzt aufsuchen sollten?

Haben Sie wirklich das, was Sie glauben?

Eine Erkältung bezeichnet eine Entzündung der oberen Atemwege, ausgelöst durch einen Virus. Wie die meisten Menschen fangen auch Sie sich etwa zwei bis vier Erkältungen im Jahr ein. Obwohl man von Erkältungsviren umgeben ist, erhöht sich die Ansteckungsgefahr, wenn Sie die meiste Zeit in Innenräumen in Kontakt mit anderen Menschen verbringen.

In den meisten Fällen treten Lungenentzündungen nach einem Zusammenbruch Ihres natürlichen Abwehrsystems auf. Unter dieser Voraussetzung sind die Ihren Körper befallenden Krankheitskeime in der Lage, in die Lunge einzudringen und sich dort zu vermehren. Zur Zerstörung der angreifenden Organismen bilden sich im Gegenzug weiße Blutkörperchen. Zusammen mit Bakterien füllen sie die Lufträume in den Lungen (Alveolen), die nach deren Entzündung und Anfüllen mit Flüssigkeit zu Atembeschwerden führen. Zu den klassischen Symptomen der Lungenentzündung zählt ein Hustenanfall, der mit der Produktion von dickem, rostfarbenen oder grünlichen Auswurf (Sputum) einhergeht.

Ein Niesen bedeutet meistens eine Erkältung

Ein Erkältungsvirus gelangt über Mund- und Nasenwege in den Körper. In den meisten Fällen jedoch liegt der Ausbruch der Erkrankung im wahrsten Sinne des Wortes „in Ihren Händen“. So ziehen Sie sich Erkältungskrankheiten durch Händeschütteln mit anderen erkälteten Personen oder über gemeinsam benutzte Gegenstände wie Handtücher oder Telefonhörer zu.

Mehr als 200 Viren, einschließlich des Grippe-Virus (Influenza), lösen eine Erkältung aus. Sie beginnt gewöhnlich mit einer triefenden Nase und Niesen. Wahrscheinlich haben Sie zuerst eine Halsentzündung und danach kurze intervallartige Hustenanfälle ohne Schleimproduktion. Was eine Erkältung von anderen viralen Infektionen unterscheidet, ist das Ausbleiben hohen Fiebers. Ihre Körpertemperatur übersteigt im Normalfall nicht 38°C. Erst nach Ablauf von drei bis vier Tagen (schlimmstenfalls nach einer Woche) rechnet man mit einer Besserung.

Fieber und Grippe treten gemeinsam auf

Eine Grippeerkrankung bedeutet eine Infektion der Nase, des Rachens, der Bronchien und der Lunge durch das Influenza-Virus vom Typ A und B. Kleine, in der Luft fein verteilte virushaltige Tröpfchen breiten sich durch Niesen und Husten in Innenräumen aus und begünstigen das Ausbreiten der Krankheit. Entgegen der Volksmeinung sieht man Grippeviren nicht als die Auslöser von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall an, die mit der Magen- und Darmgrippe einhergehen. Dieses Krankheitsbild ist anderen Mikroorganismen wie Rotaviren, Norwalkviren und Bakterien vom Typ Shigella, Salmonellen oder Escherichia Coli zuzuschreiben. Der erste deutliche Hinweis einergrippalen Infektion ist das plötzliche Auftreten der Symptome: Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Abgespannheit. Alles scheint gleichzeitig aufzutreten.

Ihre Körpertemperatur klettert häufig auf Werte über 38°C und sinkt gewöhnlich nach drei Tagen wieder. Hinzu kommen Schmerzen, vor allem im Bereich der Rücken-, Arm- und Beinmuskulatur. Im Falle einer Erkältung fühlt man sich noch in der Lage, den normalen Tagesgeschäften nachzugehen. Bei einer Grippe neigt man zur Bettruhe. Nach der Erholung von den anfänglichen Symptomen fühlt man sich über einen längeren Zeitraum erschöpft. Für einen gesunden Menschen stellt eine Grippeerkrankung im Normalfall keine ernsthafte Bedrohung dar. Ist man jedoch älter als 65 Jahre und leidet an einer chronischen Krankheit, führt die Grippe zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie einer Lungenentzündung. Eine ernsthafte Grippe mit allen damit verbundenen Komplikationen verhindern Sie durch eine jährliche Schutzimpfung.

Husten als Zeichen für Lungenentzündung

Eine Lungenentzündung (Pneumonie) bezeichnet eine Entzündung der Bronchien und der Lungenbläschen (Alveolen), die in den meisten Fällen Viren und Bakterien ausgelösen. Die Infektion folgt gewöhnlich einer Erkältung oder Grippe, kann aber auch als Primärinfektion in der Lunge beginnen. Anstatt sich von den Symptomen innerhalb weniger Tage oder einer Woche zu erholen, verschlechtert sich die Symptomatik zusehends. Eine virusinduzierte Lungenentzündung äußert sich durch einen trockenen Husten, begleitet von Kopfschmerzen, Fieber, Gliederschmerzen und Erschöpfung. In manchen Fällen schließt sich der viralen Lungenentzündung eine bakterielle Infektion an.

Als eindeutige Anzeichen einer bakteriellen Lungenentzündung gelten hohes Fieber und einen durch dicken, rostfarbenen, grün- oder gelblichen Auswurf (Sputum) gekennzeichneten Husten. Darüber hinaus treten Schüttelfrostanfälle und stechende Brustschmerzen beim Atmen auf. Eindeutig diagnostizieren lässt sich die Lungenentzündung durch eine Röntgenaufnahme. Lungenentzündungen kommen eher bei älteren Erwachsenen vor.

Die Gefahren der Lungenentzündung

Bei einer gleichzeitigen Herz- oder Lungenerkrankung oder wenn gleichzeitig die natürlichen Abwehrmechanismen stark beeinträchtigt sind, kann eine Lungenentzündung tödlich enden. Durch mangelhafte Ernährung, chronische Bronchitis, Emphysem, Krebs, Alkoholismus oder AIDS ist man für eine bedrohliche Lungenentzündung wesentlich anfälliger.

Sollten Sie diesem gefährdeten Personenkreis angehören, sollten Sie sich einmalig gegen eine Pneumokokken-Lungenentzündung impfen lassen. Eine derartige Immunisierung verhindert zwar eine Pneumokokken-Lungenentzündung, aber sie schützt Sie nicht vor anderen Formen der Lungenentzündung. Wenn Sie ohne Milz oder mit einem transplantierten Organ leben, sollten Sie eine Immunisierung etwa alle drei bis sechs Jahre vornehmen.

Bestandsaufnahme Ihrer Symptome

Sobald Sie in diesem Jahr die ersten Anzeichen einer aufkommenden Erkältung oder Grippe verspüren, machen Sie eine Bestandsaufnahme Ihrer Symptome. Wenn Sie grundsätzlich gesund sind, empfiehlt sich Ruhe und die Aufnahme großer Mengen Flüssigkeit. Ein rezeptfreies Schmerzmittel, abwehrstärkende Medikamente (Echinacea) und die Einnahme von Vitamin C helfen Ihnen, die Viruskrankheit besser zu überstehen.

In der Regel sollten Sie Antibiotika gegen Erkältung oder Grippe nicht einnehmen. Gegen eine bakterielle Lungenentzündung sind sie jedoch notwendig. Wenn Sie ansonsten gesund sind, behandelt Ihr Arzt Ihre Lungenentzündung zu Hause, vorausgesetzt Sie können große Flüssigkeitsmengen zu sich nehmen. Wenn Sie älter als 65 sind oder an einer chronischen Krankheit leiden, sollten Sie auf alle Symptome einer schwächeren Infektion achten. Im Falle einer Krankheit ist es für Sie beruhigend und verbessert Ihre Gesundung, wenn Sie wissen, wann es ratsam ist, einen Arzt zu rufen.

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