MenüMenü

Alles über Bitterstoffe

Bei der Geschmacksrichtung „bitter“ scheiden sich die Geister. Die einen lieben Grapefruitsaft und britische Orangenkonfitüre, Salbeitee und Chicoree. Andere empfinden das alles als entsetzlich bitter. Früher bereicherten bittere Speisen den Tisch.

Heute sind die Bitterstoffe aus Obst und Gemüse meist herausgezüchtet. Dabei heizen sie Ihrem Stoffwechsel ein und schützen vor Alterserscheinungen.

Bitter ist gesund

Süß, sauer, salzig – diese Geschmacksrichtungen mögen die meisten Menschen. Schmeckt etwas bitter, verziehen sie das Gesicht. Die einen mögen den bitteren Geschmack nicht, die anderen verbinden mit dem Begriff etwas Negatives.

Das macht sich des Weiteren in unserer Sprache bemerkbar: Medizin schmeckt bitter, das Leben ist bitter und manche Menschen sind verbittert. Unsere Vorfahren wussten die Bitterstoffe in den natürlichen Nahrungsmitteln und Heilkräutern zu schätzen. Sie waren Bestandteile heilkräftiger Lebenselixiere.

Bittere Pflanzeninhaltsstoffe weisen ein großes Wirkspektrum auf. So wirken sie beispielsweise auf den Verdauungstrakt, auf Magen, Gallenblase, Leber, Bauchspeicheldrüse, Dünndarm, Dickdarm, aber auch auf das Herz-Kreislauf-System sowie die Harnwege.

Für uns bleibt nur der Magenbitter

In der Natur kommen Tausende bitter schmeckende Verbindungen vor. Leider milderte die Landwirtschaft durch hochkomplizierte Zuchtverfahren die Bitterstoffe ab beziehungsweise züchtete sie weg.

Dabei sind diese für unseren Organismus so wichtig. In Indien und China sieht man das anders. Dort bevorzugen die Menschen Speisen mit Bitterstoffen, weil sie erfrischen, anregen, wärmen und die Geschmacksnerven aktivieren. Übrig blieb uns der „Magenbitter“, der nach einer üppigen Mahlzeit Magen und Darm Erleichterung verschafft.

Bitterstoffe wirken bereits im Mund

Der bittere Geschmack regt über die Geschmacksknospen auf der Zunge das vegetative Nervensystem an, die Ausschüttung von Speichel und Verdauungssäften anzukurbeln. Gerade ältere Menschen profitieren von Bitterstoffen, da bei ihnen die Bildung von Speichel und Verdauungssäften in vielen Fällen verringert ist.

Bitterstoffe kurbeln die Ausschüttung von Verdauungssäften in Magen, Galle und Bauchspeicheldrüse an. Darüber hinaus regen sie den Appetit an. Sie durchbluten die Magenschleimhaut stärker und steigern alle Verdauungsvorgänge.

Der Körper befördert den Nahrungsbrei schneller aus dem Darm. Die verstärkt ausgeschütteten Verdauungsenzyme schlüsseln alle Nahrungsbestandteile besser auf und verwerten sie. Blähungen entstehen nicht. Insbesondere die fettlöslichen Vitamine A, D, E, K und B12 sowie Mineralstoffe wie Eisen nimmt der Körper besser auf.

Mit den bitteren Geschmacksstoffen stimuliert man Appetit und Verdauung. Darüber hinaus bringen sie einen durch Stress, falsche Ernährung oder Genussgifte übersäuerteren Organismus in Harmonie. Dadurch regt man die Ausscheidung unerwünschter Stoffwechselprodukten an. Bitterstoffe dienen des Weiteren als Kräftigungsmittel, Mut- und Muntermacher.

Nahrungsmittel voller Bitterstoffe

Möchten Sie häufiger Bitterstoffe zu sich nehmen, müssen Sie sie nicht in ungenießbar hohen Mengen vertilgen, denn in geringer Dosis wirken sie besser. Welche Menge Ihnen am besten schmeckt, finden Sie durch Ausprobieren heraus.

Bei zu hohen Mengen tritt unter Umständen Übelkeit auf. Leiden Sie unter einer Übersäuerung des Magens beziehungsweise an einem Magen- oder Zwölffingerdarm-Geschwür, müssen Sie allerdings auf Bitterstoffe verzichten.

  • Brokkoli
  • Chicoree
  • Eichblattsalat
  • Kresse (u.a. Brunnenkresse, Kapuzinerkresse)
  • Löwenzahn
  • Radicchio
  • Rauke (Rucola)
  • Rosenkohl
  • Wirsing.

Darüber hinaus enthalten die meisten frischen oder getrockneten Küchenkräuter wie Bohnenkraut, Estragon, Kerbel, Lorbeer, Rosmarin oder Thymian wertvolle Bitterstoffe. Beim Obst sind es hauptsächlich Zitrusfrüchte wie Grapefruit, Bitterorangen, Limonen und Zitronen.

Kaufen Sie die Tees und Kräuter am besten in der Apotheke, da garantiert man Ihnen bleibende Qualität. Fragen Sie den Apotheker nach Mischungen verschiedener Bitterkräuter, die sich in ihren Wirkungen ergänzen. Fertigpräparate (z. B. Frischpflanzenpresssäfte oder Bitterstofftinkturen) erhalten Sie des Weiteren in der Apotheke.

Achtung bei Rucola

Den beliebten Blattsalat Rucola oder Rauke sollten Sie nicht in größeren Mengen oder zu oft hintereinander essen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnte jetzt: Ähnlich wie bei Spinat wies man in dem Salat regelmäßig hohe Nitratwerte nach. Aus Nitrat bilden sich im Körper Nitrosamine, die im Verdacht stehen, Krebs zu erregen. Das BfR fand bei letzten Untersuchungen bei rund der Hälfte von 350 Proben erhöhte Werte.

Gut für die Verdauung

  • Beifußtee: Übergießen Sie einen Teelöffel Beifußkraut mit einem Viertelliter kochendem Wasser, lassen ihn fünf Minuten ziehen und seihen sie ihn ab. Trinken Sie vor jeder Mahlzeit eine Tasse.
  • Wermutgetränk: Träufeln Sie 20 bis 30 Tropfen Wermuttinktur aus der Apotheke in ein Glas warmes Wasser und trinken Sie ein halbes Glas jeweils vor und nach der Mahlzeit.
  • Ingwerchutney: Schneiden Sie 1/2 abgezogene Zwiebel in sehr feine Würfel. Pürieren Sie diese mit 150 g frischen Minzeblättern, 2 grünen, entkernten und kleingeschnittenen Chilischoten, 1/2 Teelöffel frisch geriebenem Ingwer, 2 Esslöffel Zitronensaft und 3 Esslöffel Wasser im Mixer zu einer feinen Paste. Schmecken Sie diese mit Salz und etwas Zucker ab. Das Chutney schmeckt beispielsweise zu Käse, Fischfilet oder kurzgebratenem Fleisch und hält sich im Kühlschrank drei bis vier Tage.

Gut für die Laune

  • Ingwertee: Zerkleinern Sie einige Scheibchen frischen Ingwer und übergießen Sie 1 Esslöffel davon mit einer Tasse kochendem Wasser. 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und eventuell mit Ahornhornsirup süßen oder den Saft einer halben Zitrone hinzugeben. Trinken Sie drei Tassen am Tag.
  • Stimmungsaufhellende Mischung: Mischen Sie 40 Gramm Johanniskraut, 20 Gramm Schafgarbenblüten und je 10 Gramm Schlüsselblumen-, Lavendel- ,Orangen- und Rosenblüten miteinander. 1 Teelöffel dieser Mischung mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Trinken Sie drei Tassen am Tag.

Gut für die Nerven

  • Engelwurztee: 3 Gramm Engelwurz (auch Angelikawurzel genannt) aus der Apotheke mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Trinken Sie drei Tassen täglich.
  • Galgantsuppe: 500 Gramm frischen Spinat (oder 450 Gramm Tiefkühlspinat) waschen, putzen und in kochendem Salzwasser kurz blanchieren und sehr fein schneiden. 1 Zwiebel abpellen, fein würfeln und in 1 Esslöffel Olivenöl in einem Topf glasig anziehen. 1 Teelöffel Galgant darüber streuen und 1 Knoblauchzehe gepresst dazugeben, kurz anrösten. Gießen Sie 1/2 l Gemüsebrühe dazu, kochen es einmal auf und rühren den Spinat hinein. Lassen Sie diesen nicht mehr kochen. Rühren Sie im Anschluss 4 Esslöffel Crème fraîche hinein und schmecken mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft ab.
  • Linsen mit Bockshornkleesamen: 150 Gramm getrocknete Linsen waschen und abtropfen lassen. 1 Esslöffel Olivenöl in einem Topf aufwärmen. 1 Teelöffel getrockneten Thymian, 1/2 Teelöffel getrocknete Rosmarinnadeln, 1 Messerspitze Muskatnuss und 1 Messerspitze Bockshornkleesamen hineingeben, unter Rühren kurz anrösten lassen und Linsen sowie 1/2 Liter Wasser dazu geben. Bei schwacher Hitze etwa 1 Stunde köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft abschmecken.

Gut für den Appetit

  • Artischockentee: 1 gehäufter Teelöffel getrocknete Artischocken-Pflanzenteile aus der Apotheke mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen. Zehn Minuten ziehen lassen, abseihen und eine halbe Stunde vor der Mahlzeit trinken.
  • Bockshornkleetee: Setzen Sie 2 Gramm Bockshornkleesamen mit einem Viertelliter kaltem Wasser an und lassen es drei Stunden ziehen. Abseihen und eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten je eine Tasse trinken.
  • Kalmustee: 2 Teelöffel getrocknete und zerkleinerte Kalmuswurzel (aus der Apotheke) mit 1/4 Liter heißem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen. Abseihen und lauwarm eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten trinken.

Gut zur Stärkung des Immunsystems

  • Enziantee: 1 Gramm getrocknete, zerkleinerte Enzianwurzel aus der Apotheke mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Jeweils vor den Mahlzeiten eine Tasse trinken. Achtung: Dieser Tee schmeckt sehr bitter.
  • Tee aus gemischten Bitterkräutern: Mischen Sie 20 Gramm Angelikawurzel, 20 Gramm Bitterklee, 20 Gramm Enzianwurzel, 20 Gramm Gänsefingerkraut und 20 Gramm Schafgarbenkraut. Davon setzen Sie 1 Teelöffel mit 2 Tassen kaltem Wasser an, 6 Stunden ziehen lassen, dann kurz aufkochen und abseihen. Über den Tag verteilt schluckweise trinken.
  • Stärkende Mischung: Mischen Sie je 10 Gramm Tausendgüldenkraut, Enzianwurzel, Süßholzwurzel, Wermutkraut und Rosmarinnadeln miteinander. 1 Teelöffel davon mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Trinken Sie drei Tassen täglich.
Von diesen Bitterstoffen profitiert vor allem Ihr Darm
Hier stecken BitterstoffeSo wirken sie
Artischocke, Enzianwurzel, Löwenzahn, Tausendgüldenkrautkurbeln die Verdauung an, wirken insgesamt stärkend
Engelwurz, Hopfenzapfen, Kalmus, Schafgarbe, Wermutwirken keimhemmend und stark verdauungsfördernd
Galgant, Gelbwurz, Ingwerkeimtötend, stark verdauungsfördernd, lösen Blähungen
Isländisch Mooslegt sich schützend auf entzündete Schleimhäute des Magens und der Atemwege
© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten