Stevia: Risiken?
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In Japan, wo industrielle Zuckerersatzstoffe schon lange als gesundheitsgefährdend eingeschätzt werden und verboten sind, wird Steviosid, der Auszug der Stevia-Pflanze, als Tafelsüße in Diätgetränken, Sojasoßen und vielen Süßwaren verwendet, weil er japanischen Forschungen zufolge gesundheitlich unbedenklich ist. In Brasilien wird Stevia Diabetikern empfohlen, um den Blutzucker zu senken.
In Deutschland erhalten Sie die getrockneten oder pulverisierten Blätter der Pflanze in zunehmend mehr Bioläden, Reformhäusern oder Apotheken. Die Vertreiberfirmen dürfen Stevia nur als Tee deklarieren. Es wurde ihnen verboten, mit der Süßkraft zu werben.
Stevia als Tee
Inzwischen wird Stevia in Asien, den USA, Kanada und Israel angebaut und als Tee, Pulver (Steviosid) oder flüssiger Süß-Extrakt verkauft. In den Mitgliedsstaaten der EU sind Süßstoffe lebensmittelrechtlich den Zusatzstoffen gleichgestellt und unterliegen der Zulassungspflicht. Nach Angaben des Bundesamts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (bgvv) in Berlin reichen für Stevia die Untersuchungen zur Beurteilung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit noch nicht aus. Daher darf es offiziell nicht als Süßstoff, sondern nur als Tee verkauft werden.
Da Stevia bei uns auch nicht als Heilmittel gilt, sind europäische klinische Studien zu ihren (Langzeit)Effekten auf den Körper noch nicht bekannt. Erst die Erfahrungen im Umgang mit dem Honigblatt müssen zeigen, ob es wirklich auch auf Dauer so gut verträglich ist, wie die breite Anwendung z. B. in Japan vermuten lässt.