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Schuppenflechte: Warum entsteht sie und was können Sie tun?

Eine Schuppenflechte (Psoriasis) erkennen Sie an roten, teils großflächige juckenden Flecken auf Ihrer Haut. Typisch: Die Flecken sind übersät von glänzend weißen Schuppen oder Pusteln, die Sie mit dem Fingernagel abheben können.

Die Schuppenflechte zählt zur Gruppe der Autoimmunerkrankungen: Das Immunsystem richtet sich gegen Ihren eigenen Körper. Dabei lösen die Immunzellen Entzündungen auf Ihrer Haut aus. Die Folge ist ein rasantes und unkontrolliertes Wachstum Ihrer Hautzellen. Die chronische Krankheit verläuft in Phasen, wobei sich akute und weitgehend symptomfreie Zeiten abwechseln. Normalerweise erneuert sich Ihre Oberhaut innerhalb von 28 Tagen. Bei einem Psoriasis-Schub dauert das nur drei bis sechs Tage und deswegen entsteht ein schuppiger Ausschlag.

So erkennen Sie eine Schuppenflechte

Oft sind Hautpartien betroffen, die Sie viel dehnen (z. B. Ellenbogen oder Knie). Aber auch Stellen, an denen Ihre Kleidung reibt, etwa Schienbein und Waden, Gürtelgegend, Gesäß und Nacken. Keine Hautregion ist ausgenommen. Die Flecken können punktartig verstreut sein oder großflächig ganze Körperteile bedecken. Und nicht selten sind auch die Nägel befallen: Dort bilden sich kleine Vertiefungen (Tüpfelnägel) oder gelbbräunliche Verfärbungen (Ölflecke).

Kennen Sie die Auslöser?

Die Veranlagung zu einer Schuppenflechte liegt in Ihren Genen, ist also erblich bedingt. Trotzdem muss die Krankheit nicht bei Ihnen ausbrechen: Ihr Risiko steigt durch Übergewicht, Alkohol und Rauchen. Im Verdacht stehen auch diese Auslöser:

  • Hautverletzungen (z. B. durch Tätowierungen oder Sonnenbrände)
  • ständige Hautreizungen durch zu enge Kleidung
  • vergangene schwere Infektionen
  • Hormonschwankungen
  • Umweltgifte
  • Medikamente (Betablocker, ACE-Hemmer)
  • Stress /Überlastung

Schuppenflechte ist nicht harmlos!

Die Betroffenen haben oft Begleiterkrankungen, die den Leidensdruck noch verstärken. Dazu zählen Übergewicht und entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn). Gefürchtet ist der „psoriatische Marsch“: Dabei greift die Entzündung auf Ihren ganzen Körper über. Das kann zu Schäden an Ihren Gefäßen führen. Typische Begleiterkrankungen sind außerdem Insulinresistenz (Vorstufe des Diabetes Typ 2), Leberverfettung und Bluthochdruck.

Übergewicht fördert Ihre Schuppenflechte. Der Grund: Das körpereigene Bauchfett produziert entzündungsfördernde Hormone. Zahlreiche wissenschaftlichen Studien zeigen, dass sich durch den Abbau von Übergewicht das Hautbildes deutlich verbessert.

So pflegen Sie Ihre Haut

Eine gute Hautpflege ist auch in beschwerdefreien Zeiten für Sie wichtig.

  • Ihre Haut braucht viel Licht und Luft.
  • Gönnen Sie sich regelmäßig ein Solebad (Wasser mit Salzzusatz).
  • Eine gute Pflege sind Badezusätze, Shampoos und Salben mit Wirkstoffen wie Salicylsäure, Harnstoff oder Milchsäure.
  • Bei einem Schub kann der Hautarzt Ihnen Bestrahlungen mit UV-Licht in der Fachpraxis oder eine spezielle Foto-Sole-Therapie verordnen.

Was können Sie essen?

Achten Sie bei einer Schuppenflechte genau auf Ihre Ernährung. Welche Gewürze, Kräuter und Gemüse können Sie ohne Bedenken essen? Womit machten Betroffene eher schlechte Erfahrungen? Einschlägige Diätempfehlungen gab es bislang für Psoriatiker nicht. Trotzdem stellten viele Ärzte und die meisten Betroffenen einen Zusammenhang mit bestimmten Nahrungsmitteln und dem Auftreten von Schüben fest. Im Vergleich zur Schulmedizin messen ganzheitlich orientierte Ärzte der Ernährung eine wichtige Rolle bei. Sie raten ihren Patienten zur ausgewogenen Vollwertkost und einer Darmsanierung.

Essen Sie Fleisch!

Dr. Günther Schäfer ist Psoriasis-Spezialist und langjähriger Vorsitzender des Deutschen Psoriasis Bundes. Er entwickelte gemeinsam mit seinen Patienten einen systematischen Ernährungsleitfaden für Menschen mit Schuppenflechte. Darin finden Sie jede Menge Rezepte vom Frühstück bis zum Abendessen. Der Mediziner berücksichtigt dabei die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über die hilfreichen sekundären Pflanzenstoffe aus Obst und Gemüse, Vitamine und Omega-3-Fettsäuren.

Dr. Schäfer plädiert im Prinzip für eine ausgewogene Mischkost. Er tritt der Meinung entschieden entgegen, Psoriatiker sollten gänzlich auf Fleisch verzichten. Gerade Fleisch liefere das so wichtige Spurenelement Zink, das für die Gesundheit des Immunsystems und die Regeneration der Haut eine Schlüsselrolle spiele. Nach seiner Erfahrung gibt es eine Reihe von Stoffen, die Psoriatiker häufig nicht vertragen. Zum Beispiel verschlechtern bestimmte Gewürze das Hautbild aufgrund der ätherischen Öle, die der Körper über die Hautporen ausdünstet. Manche Gewürze fördern die Durchblutung der Haut, worauf die Schuppenflechte irritiert reagiert.

Bekömmliche Gewürze, Kräuter und Gemüse

  • Cumin
  • Curryblätter
  • Ingwer
  • frischer Knoblauch
  • Knoblauchpulver
  • Koriander
  • Kurkuma (Gelbwurzpulver)
  • Lorbeer
  • frischer Liebstöckel
  • Meerrettich
  • frische Paprika
  • Safran
  • Sellerie
  • Wacholder
  • Zwiebeln

Ungeeignete Gewürze

  • Anis
  • Cayennepfeffer
  • Chili
  • Kümmel
  • Muskatnuss und -blüte
  • Nelken
  • Paprikapulver
  • Peperoni
  • Pfeffer in jeder Form
  • Senf
  • Zimt
  • alle fertigen Gewürzmischungen
  • Fondor, Maggi, Tabasco, Worcestersauce

Nicht alle Psoriatiker reagieren gleichermaßen auf die Problemstoffe. Aus diesem Grund finden Sie im Sinne einer Suchdiät in kleinen Schritten heraus, welche Gewürze und Nahrungsmittel Ihre Haut Ihnen übelnimmt. Diese können Sie dann meiden.

5 goldene Ernährungstipps, die Ihr Leiden lindern

Schuppenflechte ist nicht heilbar. Doch mit kleinen Änderungen auf Ihrem Speiseplan können Sie die Schübe abmildern und das Abheilen beschleunigen.

  1. Essen Sie wenig tierische Fette: Nach aktueller Studienlage kann ein Einschränken des Fleischkonsums die Schuppenflechte bessern. Der Grund: In Schweinefleisch, Kalbfleisch, Eigelb und fettreichen Milchprodukten steckt viel Arachidonsäure (Fettsäure). Sie heizt Entzündungen regelrecht ein.
  2. Zwei bis drei Portionen fetter Fisch pro Woche: Fisch und Meeresfrüchte glänzen durch einem hohen Gehalt an entzündungshemmenden Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren). Besonders wertvoll ist fetter Seefisch wie Lachs, Hering und Makrele, der uns auch etwas Vitamin D liefert.
  3. Greifen Sie zu den richtigen pflanzlichen Ölen: Meiden Sie Distel-, Sonnenblumen- und Maiskeimöl (auch in Margarine, Pflanzencremes). Denn aus diesen Ölen stellt Ihre Körper selbst Arachidonsäure her. Pflanzenöle wie Raps-, Lein- und Walnussöl enthalten dagegen wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Verwenden Sie diese Pflanzenöle und Olivenöl täglich bei der Zubereitung.
  4. Fünf Portionen Gemüse und Obst pro Tag: Wenn Sie drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag essen, konsumieren Sie damit Arachidonsäure-freie Nahrung. Außerdem liefern Gemüse und Obst Antioxidantien (z.B. Vitamin C, Beta-Carotin, sekundäre Pflanzenstoffe), die entzündungshemmend wirken und für Sie besonders wertvoll sind.
  5. Vorsicht vor Alkohol: Wenn Sie unter Schuppenflechte leiden, führt Alkohol zu einer zusätzlichen Belastung ihrer Haut. Besonders Rotwein und Bier enthalten größere Mengen an dem Botenstoff Histamin, der zu Hautreizungen führen kann. Außerdem hemmt Alkohol in Ihrem Körper den Histaminabbau und fördert zusätzlich die Freisetzung des körpereigenen Histamins.

Ernährungstagebuch: Betreiben Sie Ursachenforschung

Wenn Sie herausfinden möchten, ob Ihre Haut auf bestimmte Lebensmittel reagiert (positiv wie negativ), kann ein Ernährungstagebuch hervorragende Dienste leisten. Notieren Sie über mehrere Tage möglichst detailliert, was Sie wann zu sich genommen haben.

Denken Sie dabei nicht nur ans Essen. Auch Getränke sind relevant. Halten Sie fest, ob und welche Reaktionen Sie bemerken. So kommen Sie negativen Einflüssen auf die Spur, die Sie dann zukünftig meiden können.

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