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Schuppenflechte: Verschiedene Möglichkeiten der Behandlung

Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronische Krankheit, die nicht geheilt werden kann. Therapien versuchen daher, die Symptome statt die Ursachen zu bekämpfen und den Betroffenen beschwerdefreie Intervalle zu ermöglichen. Die Behandlung erfolgt bei leichten Fällen äußerlich, bei schweren bis mittelschweren innerlich (systemische Therapien).

Auslöser und Symptome

Psoriasis löst bei den Betroffenen oft einen enormen Leidensdruck aus: Sie erkennen sie an roten, teils großflächigen juckenden Flecken auf Ihrer Haut. Die Schuppenflechte zählt zu den Autoimmunerkrankungen, das Immunsystem richtet sich also gegen Ihren eigenen Körper. Dabei lösen die Immunzellen Entzündungen auf Ihrer Haut aus. Die Folge ist ein rasantes und unkontrolliertes Wachstum Ihrer Hautzellen: Es entsteht ein schuppiger Ausschlag.

Oft sind Hautpartien betroffen, die Sie viel dehnen (z. B. die Ellbogen oder die Kniegelenke), aber auch Stellen, an denen Ihre Kleidung reibt: die Schienbeine, die Waden, die Gürtelgegend, das Gesäß, der Nacken. Die Flecken können punktartig verstreut sein oder großflächig ganze Körperteile bedecken. Die Veranlagung zu einer Schuppenflechte liegt in Ihren Genen. Trotzdem muss die Krankheit nicht bei Ihnen ausbrechen: Ihr Risiko steigt durch Übergewicht, Alkohol und Rauchen.

Schuppenflechte ist nicht harmlos

Gefürchtet ist der „psoriatische Marsch„: Dabei greift die Entzündung auf Ihren ganzen Körper über. Das kann zu Schäden an Ihren Gelenken (Psoriasis-Arthritis) oder Gefäßen führen (erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall).

Übergewicht fördert die Schuppenflechte. Der Grund: Das körpereigene Bauchfett produziert entzündungsfördernde Hormone. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass sich durch den Abbau von Übergewicht das Hautbild deutlich verbessern lässt.

Setzen Sie auf Bewegung

Nach wie vor hält sich das Gerücht, dass man bei Hauterkrankungenstarkes Schwitzen besser vermeidet. Das stimmt so nicht. Nur sehr selten wirkt sich vorübergehend starkes Schwitzen tatsächlich hautreizend aus.

Eher das Gegenteil ist der Fall: Zahlreiche Beobachtungen bestätigen, dass regelmäßiger Ausdauersport die Beschwerden der Schuppenflechte mindern kann. Denn Ausdauertraining fördert die Gewichtsabnahme und stärkt Ihr Immunsystem.

So pflegen Sie Ihre Haut

  • Ihre Haut braucht viel Licht und Luft.
  • Gönnen Sie sich regelmäßig ein Solebad (etwa 1 kg Kochsalz für eine Badewanne).
  • Eine gute Pflege bieten Badezusätze, Shampoos und Salben mit Wirkstoffen wie Salicylsäure, Harnstoff oder Milchsäure.
  • Bei einem Schub kann der Hautarzt Ihnen Bestrahlungen mit UV-Licht in der Fachpraxis oder eine spezielle Foto-Sole-Therapie verordnen.

3 Ernährungstipps, die Ihr Leiden lindern können

Schuppenflechte ist nicht heilbar. Doch mit kleinen Änderungen auf Ihrem Speiseplan können Sie die Schübe abmildern und das Abheilen beschleunigen.

  1. Essen Sie wenig tierische Fette: Nach aktueller Studienlage bessert sich die Schuppenflechte, wenn Sie weniger Fleisch essen. Der Grund: In Fleisch, aber auch in Eigelb und fettreichen Milchprodukten steckt viel Arachidonsäure. Diese Fettsäure heizt den Entzündungen regelrecht ein.
  2. Zwei bis drei Portionen fetter Fisch pro Woche: Fetter Seefisch (Lachs, Hering, Makrele) glänzt durch einen hohen Gehalt an entzündungshemmenden Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren).
  3. Drei Portionen Gemüse und zweimal Obst pro Tag: Mit Gemüse und Obst essen Sie arachidonsäurefreie Nahrung. Außerdem liefert es Antioxidantien (z. B. Vitamin C, Beta-Carotin, sekundäre Pflanzenstoffe), die entzündungshemmend wirken.

Salben und Cremes

Der erste Schritt der Behandlung ist es meistens, die Schuppen abzulösen und die Haut wieder geschmeidig zu machen. Nicht-reizende Hautcremes ohne Lanolin lassen die Haut weich werden und Baden hilft, erweichte Hautschuppen loszuwerden. Aber auch der Arzt kann Ihnen Salben und Cremes verschreiben, die zum Beispiel das Vitamin-D-Derivat Cacipotriol oder eine Vitamin-A-verwandte Substanz enthalten.

Vorsicht vor Salben mit Cortison. Der Wirkstoff kann bei langfristiger Anwendung die Haut verdünnen und die Schuppenflechte verschlimmern. Bei Schuppenflechte am Kopf ist es ratsam, ein mildes Kopfwaschmittel zu verwenden.

Lichttherapie

Phototherapie (Lichttherapie) mit UV-A- oder UV-B-Strahlen kann helfen, die Beschwerden zu lindern. Nach einem Urlaub in der Sonne fühlen sich die Betroffenen meist besser, dabei gilt es aber, einen Sonnenbrand zu vermeiden.

Speziell kauf- oder leihbare Geräte bzw. beim Arzt durchgeführte Therapien ersetzen einen Ausflug an sonnige Orte. Relativ neu ist die UVB 308 nm-Lichttherapie, die mittels Excimer-Lasertechnik durchgeführt wird. Sie wird gezielt eingesetzt und schont somit die gesunde Haut.

Badetherapie

Auch ein Bad im Salz des Toten Meers kann Linderung verschaffen und die Hautschuppen lösen. Wirksam soll auch die Fischtherapie mit rötlichen Saugbarben sein. Der Patient badet regelmäßig in einer Wanne mit den Fischen, welche die Hautschuppen entfernen.

Gut verträglich ist die Elektrotherapie. Zur Behandlung, die jeden Tag zweimal fünf Minuten andauern soll, werden die betroffenen Hautstellen mit Elektroden abgedeckt. Verbesserung oder Abheilung sind meist erst nach zwölf Wochen sichtbar. Beim Erwerb des dementsprechenden Geräts kann die Therapie auch zu Hause durchgeführt werden.

Systemische Therapien

Patienten sprechen individuell auf unterschiedliche Mittel gegen Schuppenflechte an, die zur systemischen Therapie eingesetzt werden. Dem Arzt obliegt die Entscheidung, welche Wirkstoffe verabreicht werden. Zur Auswahl stehen Fumarsäure, Retinoide, Immunsuppressiva und Biologika.

Fumarsäure

Die pflanzliche Fumarsäure normalisiert die übersteigerte Zellteilung der Haut. Sie ist in der Regel verträglich, sollte jedoch nicht von schwangeren Frauen oder Frauen mit baldigem Kinderwunsch verwendet werden. Die Einnahme erfolgt zu den Mahlzeiten mit viel Flüssigkeit. Milch verbessert die Verträglichkeit.

Retinode

Retinoide sind Vitamin-A-Abkömmlinge (z. B. Acitretin). Sie bremsen die Entzündung, weil sie die vermehrte Teilung der Hautzellen stoppen. Wie auch Fumarsäure sind Retinoide für Schwangere verboten. Die alleinige Behandlung mit Retinoiden ist oft nicht wirksam genug, weswegen sie oft mit UV-Therapien (z. B. der PUVA-Therapie) kombiniert wird.

Immunsuppressiva

Immunsuppressiva sind Substanzen, die Angriffe des Abwehrsystems auf den eigenen Körper abwehren. Sowohl die übersteigerte Zellteilung in den Hautzellen als auch die Entzündung werden gehemmt. Zu den Substanzen gehören das aus der Krebstherapie bekannte Methotrexat und Cyclosporin aus der Transplantationsmedizin. Die Nebenwirkungen sind teilweise ziemlich stark. Übelkeit, Abwehrschwäche oder Organschäden sind keine Seltenheit. Blutkontrollen finden bei der Therapie mit Immunsuppresiva daher regelmäßig statt.

Biologika

Biologika sind genetisch hergestellte Proteine. Sie hemmen die Entzündungen im Körper und sollten daher nur mit Vorsicht eingesetzt werden, da der Körper diese bei Infekten benötigt.

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