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Schluss mit Mief? – Warum Sie auf 96-Stunden-Deos verzichten sollten

Sie sind der neueste Trend im Drogeriemarkt: Deos, die Schutz für 96 Stunden versprechen. Sie schützen angeblich vier volle Tage vor Schweißgeruch – und das bei nur einmaligem Auftragen bzw. Sprühen. Wie funktioniert das? Und eine ganz andere Frage stellt sich außerdem: Sind diese Deos eventuell sogar gesundheitsschädlich? Ob Sie den 96-Stunden-Schutz tatsächlich brauchen oder besser im Drogeriemarkt-Regal stehen lassen sollten, lesen Sie in diesem Beitrag.

Deo_Körpergeruch© sad dogg design - Fotolia

Vier Tage Schutz vor üblen Körpergerüchen – das versprechen neue Antitranspirants. Die Hersteller spielen dabei mit der Angst der Menschen, in wichtigen Situationen fürchterlich nach Schweiß zu riechen. Sei es beim Sport oder im Beruf: Schlechten Geruch möchte niemand absondern. Daher liegt der Griff zum Deo nahe.

Schweiß ist im Grunde geruchlos

Dabei würde normales Schwitzen zunächst einmal die Umwelt gar nicht stören. Denn frischer Schweiß ist geruchlos. Er beginnt erst dann zu riechen, wenn er von den Bakterien, die auf der Haut angesiedelt sind, zersetzt wird. Um diesen Prozess zu stoppen bzw. zu verhindern, greifen wir zum Deo bzw. Antitranspirant. Und auch wenn diese Begriffe nebeneinander genutzt werden, handelt es sich um zwei völlig verschiedene Produkte.

Deo und Antitranspirant – wo liegt der Unterschied?

Ein Deo verdeckt den Geruch der Zersetzung mit einem eigenen Geruch, der je nach Sorte süß, herb oder auch passend zum Parfum duftet. Es gibt auch Deos, die anti­mikrobielle Stoffe enthalten. So sind sie in der Lage, die Entwicklung der Bakterien zu hemmen, die den Schweiß zersetzen. Das Schwitzen an sich wird hierbei nicht verhindert.Daneben gibt es die Antitranspirants. Sie versprechen in der Regel den tagelangen Schutz vor Schweiß. Antitranspirants enthalten Aluminiumsalze, die für die Langzeitwirkung verantwortlich sind. Sie lagern sich in den so genannten Ausführungsgängen der Schweißdrüsen ab. Dort verbinden sie sich mit den Eiweißen der Hornschicht und bilden mit diesen zusammen einen Pfropfen. So wird der Schweißausstoß verringert.

Warum Antitranspirants abends aufgetragen werden

Leider werden die Antitranspirants meist falsch angewendet. Es handelt sich dabei nämlich nicht um ein einfaches Deo, das jeden Morgen oder auch zwischendurch einfach unter die Achseln gesprüht oder per Roller aufgetragen wird.Ein Antitranspirant sollte, im Gegensatz zum Deo, abends aufgetragen werden. Dabei wird es dann sehr sparsam auf die gut gereinigte Haut gerollt oder gesprüht. So kann es über Nacht wirken und die nötigen Pfropfen bilden. Zu Beginn der Anwendung ist es nötig, dass Sie es jeden Abend auftragen. Nach einiger Zeit allerdings reicht es tatsächlich, es nur noch jeden zweiten bis dritten Tag zu benutzen.

Führen Inhaltsstoffe zu einem erhöhten Krebsrisiko?

So angenehm, wie diese Anwendung klingt, sind die Antitranspirants allerdings nicht. Bei vielen Menschen führen sie zu Hautreizungen. Und auch die Wirkung der Inhaltsstoffe auf die Gesundheit ist fraglich.Häufig wird das Aluminium in den Deos nämlich mit einem gesteigerten Brustkrebsrisiko in Verbindung gebracht. Behauptet wurde dies in der Vergangenheit vor allem in Ketten-E-Mails oder in Veröffentlichungen in sozialen Netzwerken im Internet, die sich rasant verbreiteten. Es ging hierbei nicht um das Deo an sich, sondern darum, dass durch das enthaltene Aluminium die Schweißdrüsen verstopft werden. So werde der Körper daran gehindert, Giftstoffe auszuschwemmen, die sich dann im Körper ablagern und zur Entstehung von Krebs führen würden. Dieser Zusammenhang ist natürlich viel zu weit hergeholt. Denn zum einen entsteht Krebs nicht aus Stoffwechselendprodukten im Körper, und zweitens verhindern Deos das Schwitzen nicht komplett. Sie schwitzen zwar unter den Achseln nicht mehr, dafür aber weiterhin am restlichen Körper. Zudem werden Stoffwechselendprodukte nicht über den Schweiß und die Haut entsorgt, sondern über die Leber und die Nieren.

Aluminium schädigt Erbgut von Brustzellen

Bis heute haben in der Tat mehrere Studien ergeben, dass Deos nicht zum Entstehen von Brustkrebs beitragen. Allerdings haben Schweizer Forscher Anfang 2012 im Laborversuch gezeigt, dass die verwendeten Aluminiumsalze tatsächlich das Erbgut von Brustzellen schädigen. Aber, so Experten, es ist nicht zulässig zu behaupten bzw. aus diesem Ergebnis zu schließen, dass dies auch für den Menschen gilt. Denn solche Laborversuche sind nicht eins zu eins auf den Menschen übertragbar.

Erhöht Aluminium das Alzheimer-Risiko?

Antitranspirants stehen aber noch unter einem anderen Verdacht. Denn das enthaltene Aluminium kann durchaus vom Körper aufgenommen werden. Dann kann es sich auf das Gehirn auswirken, und es steht im Verdacht, hier zur Risikosteigerung der Alzheimer-Erkrankung beizutragen.

Sind Kristall-Deos eine Alternative?

Eine Möglichkeit, Aluminium zu vermeiden, scheint zu sein, zu einem natürlichen Deodorant zu greifen. Hier verlassen sich viele Menschen auf die Kristall-Deos. Was aber nur die wenigsten Benutzer wissen: Auch in diesen scheinbar sehr natürlichen Deos sind häufig Aluminium oder ­Aluminiumbestandteile enthalten. Sie tragen damit also genau die ­Stoffe unter Ihren Achseln auf, die Sie eigentlich vermeiden wollten.

Sie brauchen keinen 96-Stunden-Schutz

Schon beim Deo-Kauf sollten Sie also darauf achten, dass Sie ein Produkt erhalten, das frei von Aluminium ist. Lesen Sie dazu genau die Liste der Inhaltsstoffe. Finden Sie hier Bezeichnungen wie Alaunsalz, Kalium-Aluminium-Salz oder eben Aluminium, sollten Sie es zurück ins Regal stellen. Und was ist mit Deos, die möglichst langen Schutz versprechen? Bei ihnen stellt sich mir schnell die Frage, wer sie braucht. Hand aufs Herz: Sie sind sicherlich nicht wie James Bond unterwegs oder betreiben Hochleis­tungssport. Also reicht ein völlig normales Deo aus. Denn wenn Sie sich regelmäßig duschen und Ihre Kleidung wechseln, brauchen Sie vor starkem Schweißgeruch normalerweise keine Angst zu haben.

Vier Tage Schutz vor üblen Körpergerüchen – das versprechen neue Antitranspirants. Die Hersteller spielen dabei mit der Angst der Menschen, in wichtigen Situationen fürchterlich nach Schweiß zu riechen. Sei es beim Sport oder im Beruf: Schlechten Geruch möchte niemand absondern. Daher liegt der Griff zum Deo nahe.

Schweiß ist im Grunde geruchlos

Dabei würde normales Schwitzen zunächst einmal die Umwelt gar nicht stören. Denn frischer Schweiß ist geruchlos. Er beginnt erst dann zu riechen, wenn er von den Bakterien, die auf der Haut angesiedelt sind, zersetzt wird. Um diesen Prozess zu stoppen bzw. zu verhindern, greifen wir zum Deo bzw. Antitranspirant. Und auch wenn diese Begriffe nebeneinander genutzt werden, handelt es sich um zwei völlig verschiedene Produkte.

Deo und Antitranspirant – wo liegt der Unterschied?

Ein Deo verdeckt den Geruch der Zersetzung mit einem eigenen Geruch, der je nach Sorte süß, herb oder auch passend zum Parfum duftet. Es gibt auch Deos, die anti­mikrobielle Stoffe enthalten. So sind sie in der Lage, die Entwicklung der Bakterien zu hemmen, die den Schweiß zersetzen. Das Schwitzen an sich wird hierbei nicht verhindert.Daneben gibt es die Antitranspirants. Sie versprechen in der Regel den tagelangen Schutz vor Schweiß. Antitranspirants enthalten Aluminiumsalze, die für die Langzeitwirkung verantwortlich sind. Sie lagern sich in den so genannten Ausführungsgängen der Schweißdrüsen ab. Dort verbinden sie sich mit den Eiweißen der Hornschicht und bilden mit diesen zusammen einen Pfropfen. So wird der Schweißausstoß verringert.

Warum Antitranspirants abends aufgetragen werden

Leider werden die Antitranspirants meist falsch angewendet. Es handelt sich dabei nämlich nicht um ein einfaches Deo, das jeden Morgen oder auch zwischendurch einfach unter die Achseln gesprüht oder per Roller aufgetragen wird.Ein Antitranspirant sollte, im Gegensatz zum Deo, abends aufgetragen werden. Dabei wird es dann sehr sparsam auf die gut gereinigte Haut gerollt oder gesprüht. So kann es über Nacht wirken und die nötigen Pfropfen bilden. Zu Beginn der Anwendung ist es nötig, dass Sie es jeden Abend auftragen. Nach einiger Zeit allerdings reicht es tatsächlich, es nur noch jeden zweiten bis dritten Tag zu benutzen.

Führen Inhaltsstoffe zu einem erhöhten Krebsrisiko?

So angenehm, wie diese Anwendung klingt, sind die Antitranspirants allerdings nicht. Bei vielen Menschen führen sie zu Hautreizungen. Und auch die Wirkung der Inhaltsstoffe auf die Gesundheit ist fraglich.Häufig wird das Aluminium in den Deos nämlich mit einem gesteigerten Brustkrebsrisiko in Verbindung gebracht. Behauptet wurde dies in der Vergangenheit vor allem in Ketten-E-Mails oder in Veröffentlichungen in sozialen Netzwerken im Internet, die sich rasant verbreiteten. Es ging hierbei nicht um das Deo an sich, sondern darum, dass durch das enthaltene Aluminium die Schweißdrüsen verstopft werden. So werde der Körper daran gehindert, Giftstoffe auszuschwemmen, die sich dann im Körper ablagern und zur Entstehung von Krebs führen würden. Dieser Zusammenhang ist natürlich viel zu weit hergeholt. Denn zum einen entsteht Krebs nicht aus Stoffwechselendprodukten im Körper, und zweitens verhindern Deos das Schwitzen nicht komplett. Sie schwitzen zwar unter den Achseln nicht mehr, dafür aber weiterhin am restlichen Körper. Zudem werden Stoffwechselendprodukte nicht über den Schweiß und die Haut entsorgt, sondern über die Leber und die Nieren.

Aluminium schädigt Erbgut von Brustzellen

Bis heute haben in der Tat mehrere Studien ergeben, dass Deos nicht zum Entstehen von Brustkrebs beitragen. Allerdings haben Schweizer Forscher Anfang 2012 im Laborversuch gezeigt, dass die verwendeten Aluminiumsalze tatsächlich das Erbgut von Brustzellen schädigen. Aber, so Experten, es ist nicht zulässig zu behaupten bzw. aus diesem Ergebnis zu schließen, dass dies auch für den Menschen gilt. Denn solche Laborversuche sind nicht eins zu eins auf den Menschen übertragbar.

Erhöht Aluminium das Alzheimer-Risiko?

Antitranspirants stehen aber noch unter einem anderen Verdacht. Denn das enthaltene Aluminium kann durchaus vom Körper aufgenommen werden. Dann kann es sich auf das Gehirn auswirken, und es steht im Verdacht, hier zur Risikosteigerung der Alzheimer-Erkrankung beizutragen.

Sind Kristall-Deos eine Alternative?

Eine Möglichkeit, Aluminium zu vermeiden, scheint zu sein, zu einem natürlichen Deodorant zu greifen. Hier verlassen sich viele Menschen auf die Kristall-Deos. Was aber nur die wenigsten Benutzer wissen: Auch in diesen scheinbar sehr natürlichen Deos sind häufig Aluminium oder ­Aluminiumbestandteile enthalten. Sie tragen damit also genau die ­Stoffe unter Ihren Achseln auf, die Sie eigentlich vermeiden wollten.

Sie brauchen keinen 96-Stunden-Schutz

Schon beim Deo-Kauf sollten Sie also darauf achten, dass Sie ein Produkt erhalten, das frei von Aluminium ist. Lesen Sie dazu genau die Liste der Inhaltsstoffe. Finden Sie hier Bezeichnungen wie Alaunsalz, Kalium-Aluminium-Salz oder eben Aluminium, sollten Sie es zurück ins Regal stellen. Und was ist mit Deos, die möglichst langen Schutz versprechen? Bei ihnen stellt sich mir schnell die Frage, wer sie braucht. Hand aufs Herz: Sie sind sicherlich nicht wie James Bond unterwegs oder betreiben Hochleis­tungssport. Also reicht ein völlig normales Deo aus. Denn wenn Sie sich regelmäßig duschen und Ihre Kleidung wechseln, brauchen Sie vor starkem Schweißgeruch normalerweise keine Angst zu haben.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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