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Gürtelrose Behandlung

Wenn sich die Anzeichen einer Gürtelrose (Herpes Zoster) zeigen, sollten Sie rasch reagieren. Bekommen Erwachsene Windpocken oder eine Gürtelrose, müssen Sie schnell einen Arzt zu Rate ziehen. Bei ihnen kann es nämlich zu schweren Verläufen mit ernsthaften Komplikationen kommen.

Besonders gefürchtet ist die Gesichts-Rose: Das Virus greift im unbehandelten Zustand unter Umständen Hirnhaut, Augen und Ohren an. In einem solchen Fall drohen bleibende Schäden. Behandeln Sie die Gürtelrose mit Virus hemmenden Medikamenten wie Aciclovir oder Brivudin, die sich ebenfalls als Salbe bei Herpes an den Lippen empfehlen.

Die schulmedizinische Therapie bei Gürtelrose besteht in der Gabe von virushemmenden Medikamenten (Virustatika). Dazu stehen inzwischen vier Wirkstoffe zur Verfügung: Aciclovir (Zovirax®), Brivudin (Zostex®), Famciclovir (Famvir®) und Valaciclovir (Valtrex®).

Unverzichtbare Medikation

Da sich das Virus unter Umständen über mehrere Wochen im Verborgenen vermehrt, verhindern diese Medikamente die Gürtelrose in der Regel nicht. Sie gelten jedoch als unverzichtbar, um beispielsweise bei einem Befall des Gesichts ein Übergreifen der Infektion auf die Augen mit der Gefahr der bleibenden Erblindung oder bei stark geschwächten Patienten eine lebensgefährliche Ausbreitung auf den gesamten Körper (Zoster generalis) zu verhindern.Man verabreicht die Medikamente als Tabletten oder Infusion über einen Zeitraum von einer Woche.

Alle vier gegen Gürtelrose zugelassenen Wirkstoffe sind gleich gut und verträglich. Allerdings hat das im Jahr 2000 hinzugekommene Brivudin eine längere Haltbarkeit und Sie müssen es lediglich einmal täglich einnehmen (andere Wirkstoffe drei- bis fünfmal). Diesen Vorteil bezahlt Ihre Krankenkasse mit dem doppelten Preis (ca. 100 Euro). Die Einnahme der Mittel sollte innerhalb der ersten drei Tage erfolgen. Zu einem späteren Zeitpunkt nützen sie nichts, da sich das Virus dann zu stark vermehrt hat. Darüber hinaus tragen sie zur Linderung des Juckreizes und zur Schmerzkontrolle bei, denn es gilt: Je mehr Viren, desto stärker die Entzündung und die Schmerzen. Spezifische Antikörper gegen das Gürtelrose-Virus (Zoster-Hyperimmunglobuline) haben sich bei sehr schweren Erkrankungen bewährt.

Beginnen Sie so schnell wie möglich!

Wenn Sie an sich die Anzeichen einer Gürtelrose bemerken, gehen Sie sofort zu Ihrem Arzt. Eine sofortige Behandlung mit einem antiviralen Medikament innerhalb der ersten drei Tage nach Auftreten des Ausschlages verkürzt die Infektion und verhindert unter Umständen spätere Komplikationen. Obwohl Ärzte die Gürtelrose mit dem synthetischen Kortikosteroid Prednison behandeln, ist sein Einsatz heutzutage umstritten.

Je früher Sie die Gürtelrose behandeln, umso eher vermeiden Sie eine Schädigung der Nervenknoten durch den Druck der Schwellung. Gute Erfahrungen machte man mit Akupunktur und der zusätzlichen Einnahme von Vitamin C und B-Vitaminen.

Exkurs: Prednison gegen unterschiedliche Erkrankungen

Prednison lautet der allgemeine Name für ein Steroidhormon, das wie ein natürliches Hormon Ihrer Nebenniere wirkt. Dieses Hormon beeinflusst im Wesentlichen alle körpereigenen Systeme. Ärzte verschreiben Prednison in der Regel zur Linderung von Entzündungen, die mit einer Vielzahl von Erkrankungen einhergehen.

In den meisten Fällen reduziert Prednison Entzündungssymptome wie Schmerz, Rötungen, Schwellungen, Juckreiz und allergische Reaktionen. Es beeinflusst nur selten die zugrundeliegende Krankheit. Der Arzt stellt die entsprechende Dosis auf das jeweilige individuelle Krankheitsbild und die Verträglichkeit des Patienten ein. Wegen seiner vielen Nebenwirkungen versuchen Ärzte die niedrigste Dosis über einen so kurzen Zeitraum wie möglich zu verschreiben.

Seien Sie vorsichtig!

Ferner besteht besonders bei chronisch abwehrgeschwächten Patienten (z. B. Krebskranken) die Gefahr, dass sich die erkrankten Hautbezirke bakteriell infizieren. Eine solche „Superinfektion“, die schlimmstenfalls zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führt, können Sie in der Kürze der Zeit nur mit schulmedizinischen Antibiotika bannen!

Wenn sich die Bläschen in Augennähe befinden, ist eine aggressive Behandlung erforderlich, da sonst ein Sehverlust oder sogar Blindheit drohen. Zu der Behandlung können antivirale Medikamente und Kortikosteroide gehören. Falls sich die Bläschen der Gürtelrose mit einer gelblichen Flüssigkeit oder mit Blut füllen, suchen Sie umgehend Ihren Arzt auf. Diese Veränderungen stellen ein untrügliches Zeichen für eine zusätzliche bakterielle Infektion dar.

Schmerztherapie ab dem ersten Tag

Die Gürtelrose ist unter Umständen mit außerordentlichen, unerträglichen Schmerzen verbunden, die allen Schmerzmitteln trotzen. Unbehandelt heilt der Ausschlag nach rund vier bis sechs Wochen ab. In 10 Prozent aller Fälle bleiben die Schmerzen nach dem Abheilen der Bläschen bestehen. In manchen Fällen nehmen sie dann sogar zu und machen ein normales Leben unmöglich. Dann handelt es sich um die gefürchtete Post-Zoster-Neuralgie. Die Therapie sollte von Anfang an zweigleisig verlaufen: Erstens direkte Schmerzbekämpfung und zweitens indirekte Schmerztherapie durch Ausleiten der Entzündungstoxine.

Bei den Entzündungstoxinen handelt es sich um Reste der zerstörten Nervenumhüllungen sowie um zerfallene Viren. Sie unterhalten die Entzündung weiter, verhindern eine Regeneration des Nervs und führen damit zu unter Umständen extremen Dauerschmerzen.

Imfpung gegen Gürtelrose?

Als sinnvoll erweist sich die Impfung für Sie vom 60. Lebensjahr an. Die zügige Behandlung der Gürtelrose mit Virushemmern und Schmerzmitteln verringert das Risiko einer Post-Zoster-Neuralgie. Alle auf dem Markt befindlichen Virushemmer sind annähernd gleich gut und verträglich. Zum besseren Abheilen verschreibt Ihnen der Arzt eine Zinksalbe oder -tinktur. Die Bläschen trocknen auf diese Weise rascher aus. Sind die Schmerzen mit normalen Schmerzmitteln nicht beherrschbar, verschreibt man Opioide. Antidepressiva finden ihren Einsatz, um die Schmerzschwelle zu erhöhen. Antikonvulsiva lösen Krämpfe und verlangsamen die Aussendung von Schmerzimpulsen.

Seit 2009 befindet sich der Lebendimpfstoff Zostavax zur Vorbeugung von Herpes Zoster und den damit verbundenen Neuralgien in Deutschland auf dem Markt. Eine Impfung empfiehlt sich für Patienten ab 60 Jahren. Neben einer Verhinderung von Neuinfektionen unterdrückt er die die Reaktivierung von Varizella Zoster in Form einer Gürtelrose auch dann, wenn der Patient das Virus aufgrund einer Windpockenerkrankung in der Kindheit in sich trägt.

Zostavax gegen die Schmerzen

In klinischen Studien senkte Zostavax die Schmerzbelastung bei Ausbruch einer Gürtelrose um 61 Prozent und das Auftreten von postherpetischer Neuralgie als Folgeerkrankung um 51 Prozent. Darüber hinaus verhinderte es den Ausbruch einer Gürtelrose zu 51 Prozent.

Die Impfung übernehmen die gesetzlichen Kassen im Moment nicht, sondern der Patient muss sie aus eigener Tasche bezahlen. Es laufen Verhandlungen, Zostavax in den Impfkatalog aufzunehmen.

Ausleitungstherapie als Alternative

Zur Ausleitungstherapie haben sich bewährt:

  • Homotoxikologie nach Dr. Reckeweg
  • Enderlein-Therapie
  • Eigenbluttherapie
  • hoch dosierte Enzymtherapie Schröpfen (nicht im Entzündungsgebiet!)
  • Sauerstoff- und Ozontherapie
  • allgemeine Entsäuerung und Entgiftung über Darm und Nieren

Bis auf das letzte dürfen diese Verfahren nur ein Arzt oder Heilpraktiker durchführen. Der schlimmste Fehler ist die Unterdrückung des Ausschlags durch austrocknende Maßnahmen. Die Bläschen gelten als wichtiges Ausleitungsventil für die Entzündungstoxine. Verzichten Sie auf austrocknende schulmedizische und naturheilkundliche Lösungen zum Einpinseln.

Einander ergänzende Verfahren als Lösung

Gut eignen sich Umschläge, die die Toxine aus dem Gewebe ziehen. Besprechen Sie die Anwendung jedoch zuvor mit Ihrem Therapeuten. Bei bakteriellen Infektionen dürfen Sie diese Umschläge lediglich mit ausdrücklicher Zustimmung Ihres Arztes anwenden. In aller Regel setzt man zwei oder drei einander ergänzende Verfahren ein, um den Organismus möglichst schnell und durchgreifend zu entlasten.

Das so genannte Besprechen der Gürtelrose bewährte sich als suggestives Verfahren bei manchen Patienten. Etliche Ärzte und Heilpraktiker kennen erfahrene „Besprecher“, auch wenn sie das nicht sofort zugeben. Fragen Sie bei Interesse einfach danach und klären Sie vorher die Preisfrage: Mehr als 50 Euro sollte das Besprechen auf keinen Fall kosten.

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