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Testen Sie ob Sie Allergiker sind!

Leiden Sie zu Frühlingsbeginn an Schnupfen, der bereits länger als zwei Wochen anhält? Ist ein Husten hartnäckiger als sonst, haben Sie häufig Atemprobleme oder sind bei Ihnen in letzter Zeit merkwürdige Hautrötungen und Juckreiz aufgetreten?

Wenn Ihr Arzt bei solchen oder ähnlichen Symptomen auf den ersten Blick keine Ursache entdecken kann, dann könnte es sein, dass Sie auf einen Stoff aus Ihrer Umwelt allergisch reagieren. Auslöser können Blütenpollen, Schimmelpilze oder Nahrungseiweiße sein.

Inhalt

Welche Arten von Tests gibt es?

Je nach Beschwerden kann ein Arzt oder Allergologe unterschiedliche Tests durchführen, um den Allergieauslöser herauszufinden:

  • Provokationstest: Dabei wird Ihnen ein Allergen in Auge und Nase getropft. Gemessen wird die Entzündungsreaktion. Bei Asthma-Verdacht müssen Sie das Allergen inhalieren und die Lungenfunktion wird gemessen.
  • Pricktest: Der bekannteste Allergietest. Das Allergen wird auf die Haut aufgetragen und jene wird dann angeritzt. Anhand von Jucken und Rötungen kann man nach 60 Minuten eine Allergie ablesen.
  • Intrakutantest: Ein Verfahren, dem Pricktest ähnlich, das stationär durchgeführt werden sollte. Dabei werden – meist schwächer wirkende – Allergene unter die Haut am Rücken-Bindegewebe gespritzt.
  • Radio-Allergo-Sorbent-Test: Ihr Blut wird im Labor auf Antikörper gegen Allergene untersucht.
  • Epikutantest: Pflaster mit den bekanntesten Kontakt-Allergie-Auslösern werden Ihnen auf den Rücken geklebt. Nach zwei Tagen wird zum ersten und nach weiteren zwei Tagen zum zweiten Mal nach Reaktionen geschaut.
  • Außerdem gibt es noch den Reibe-, Scratch- oder Hauttest.

Blut- und Provokationstest

Beim Bluttest entnimmt man dem Patienten eine Blutprobe und untersucht diese im Labor auf Antikörper beziehungsweise beobachtet, wie viel Histamin (die Allergie unterstützendes Hormon des Abwehrsystems) der Körper freisetzt. Dieser Test findet in der Regel bei Kleinkindern und Säuglingen statt, da andere Tests nicht zumutbar wären.

Beim Provokationstest bekommt der Patient das Allergen so zugeführt, wie es in der Realität der Fall wäre (z. B. durch die Nase).

Dieser Test findet nur dann statt, wenn das Ergebnis der anderen Tests nicht eindeutig war und nur unter strenger ärztlicher Kontrolle wegen der Gefahr eines allergischen Schocks. Die Frage, welcher Test sich für welchen Patienten eignet, kann nur individuell entschieden werden.

Auch Ihr Hausarzt kann Sie testen

Bisher musste Sie Ihr Hausarzt stets zu einem Allergologen überweisen, um den Allergieverdacht zu erhärten. Doch seit Herbst 2004 ist in Deutschland ein Allergie-Test erhältlich, den auch Ihr Hausarzt durchführen kann. Bei manchen Patienten mit Hautproblemen, Atemnot oder Verdauungsbeschwerden vergehen Jahre, bis sie selbst oder ein guter Therapeut endlich auf den Gedanken kommen, es könnte sich um eine Allergie handeln.

Ein Problem in der Allergie-Diagnostik war bisher, dass sie meist nur von einem Facharzt (Allergologen) sicher durchgeführt werden konnte. Doch mit dem neuen Test (Fast-Checkpoc®) hat sich das geändert. Er ist so einfach, dass er schnell und problemlos in der Praxis Ihres Hausarztes durchgeführt werden kann.

Das sind die Vorteile des neuen Fast-Checkpoc®:

  • Er ist beim Hausarzt durchführbar.
  • 2 Tropfen Blut aus der Fingerkuppe genügen.
  • Das Ergebnis liegt nach 30 Minuten vor.
  • Die Einnahme von Allergiemitteln (Kortison, Antihistaminika) stört nicht.

Die meisten anderen Allergietests sind nicht durchführbar, wenn Sie in der Woche vorher allergiedämpfende Medikamente wie Kortison Medikamente wie Kortison oder Antihistaminika (aber z. B. auch Antidepressiva oder Schlafmittel) eingenommen haben. Diese Einschränkung entfällt bei der oben beschriebenen Methode.

95 % aller Allergien können nachgewiesen werden

Mit dem Schnelltest kann Ihr Arzt auf einen Schlag die zwölf gängigsten Auslöser von Atemwegsallergien (z. B. Heuschnupfen oder Asthma) und die zwölf häufigsten Auslöser von Nahrungsmittelallergien nachweisen. Die Auswahl ist so getroffen, dass etwa 95 % aller Allergiker auf einen dieser Stoffe ansprechen, d. h., nur 5 % der Allergien können nicht nachgewiesen werden.

Die betreffenden Allergene sind auf einem Teststreifen aufgetragen, der mit Ihren verdünnten Blutstropfen getränkt wird. Wenn in Ihrem Blut Antikörper gegen diese Stoffe vorhanden sind, erscheint nach einer halben Stunde ein dunkles Pluszeichen – ohne Allergie-Antikörper wird ein Minuszeichen sichtbar. Allerdings werden mit diesem Test nur „echte“ Allergien (so genannte Soforttyp-Allergien) erkannt.

Diese werden durch Antikörper der Klasse IgE ausgelöst. Daneben gibt es z. B. auch Kontaktallergien, die nicht durch IgE verursacht werden. Das gilt auch für einige Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeitsreaktionen gegen Nahrungsinhaltsstoffe wie Histamin.

Jeder zweite Allergietest liegt daneben

Trotz dieser Vorteile bedeutet ein positives Testergebnis mit dem neuen Verfahren noch lange nicht, dass Sie auch wirklich an einer Allergie leiden müssen: Nur die Hälfte der Patienten, die auf einen Stoff reagieren, sind auch tatsächlich allergisch gegen die Substanz. D. h., in jedem zweiten Fall wird eine Allergie angezeigt, die in Wirklichkeit gar nicht oder nur extrem schwach ausgeprägt ist.

Dies ist aber kein alleiniges Problem des neuen Tests, sondern trifft in etwa dieser Größenordnung auf alle Allergie-Diagnoseverfahren zu. Wenn jedoch tatsächlich eine besteht, dann spürt der Hausarzt-Test sie auch in 9 von 10 Fällen auf. Er ist damit ebenso genau wie die aufwändigeren Bluttests bei einem Allergologen. Wenn Sie also den Verdacht haben, dass Sie an einer Allergie leiden, können Sie das nun sehr schnell bei Ihrem Hausarzt klären lassen.

Die Kosten des Tests werden von den Krankenkassen übernommen. Wenn das Ergebnis negativ ist, dann ist Ihr Verdacht vermutlich unbegründet. Wenn jedoch bei einer Substanz das Pluszeichen erscheint, dann sollten Sie diesen Anfangsverdacht zum Anlass nehmen, eine genauere Untersuchung bei einem Allergologen durchführen zu lassen.

Dicke Lippen als Signal für eine Allergie

Wenn Sie beim Verzehr von Obst oder Nüssen geschwollene Lippen oder andere allergieartige Symptome erleiden, könnte es sich um eine Allergie handeln.

Hier wäre es interessant zu wissen, ob Sie unter einer Pollenallergie leiden. Dann nämlich könnte bei Ihnen tatsächlich eine sogenannte pollenassoziierte Nahrungsmittelunverträglichkeit vorliegen. Dabei werden durch eine Ähnlichkeit von Pollenallergenen frühblühender Bäume wie Birke, Erle, Hasel mit Baumnüssen sowie Kern- und Steinobstsorten eine allergische Reaktion ausgelöst.

Beim Genuss der entsprechenden Früchte und Nüsse kommt es meist zu einem oralen Allergie-Syndrom. Dabei schwellen Lippen, Mund- und Rachenschleimhaut an. Manchmal kommt es auch zu Schleimhautbrennen und Magen-Darm-Beschwerden.

Des weiteren sind auch Hautreaktionen, das Nesselfieber oder Herz-Kreislauf-Reaktionen sowie Kehlkopfschwellungen möglich. Eine Behandlung ist nur durch eine konsequente Meidung der allergieauslösenden Nahrungsmittel möglich.

Sind Sie auf Gluten allergisch?

Einer von 1.200 Bundesbürgern leidet der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE zufolge an einer Zöliakie, einer Überempfindlichkeit des Dünndarms gegen das Klebereiweiß Gluten aus Getreide. Sie gehört zu den häufigsten nichtinfektiösen Darmerkrankungen und ist oft für einen langen Leidensweg verantwortlich. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die Dunkelziffer ist hoch, da die Krankheit oft nicht oder erst spät erkannt wird.

Manche Experten sprechen neuerdings gar von einem auf 200 Bundesbürgern. Erschwerend kommt die Tatsache hinzu, dass sich immer mehr Menschen fast ausschließlich von fertig hergestellten Nahrungsmitteln ernähren. Tritt eine Gluten-Unverträglichkeit bei Erwachsenen auf, wird das Leiden auch oft Sprue genannt.

Unter dem Einfluss von Gluten verkürzen sich die Darmzotten, die unter anderem für die Aufnahme von Nährstoffen im Dünndarm verantwortlich sind. Die Zotten entzünden sich, die Innenseite des Dünndarmes flacht allmählich ab. Die Folge ist eine mangelhafte Ausnutzung der Nahrungsinhaltsstoffe. Aus dieser Autoimmunerkrankung können schwere Mangelzustände resultieren – etwa Osteoporose, chronische Hepatitis und bei Kindern Wachstumsstörungen.

Außerdem ist das Risiko für Darm- und Lymphkrebs deutlich erhöht. Daraus wird ersichtlich, wie wichtig es ist, dass Sie etwas gegen die Zöliakie unternehmen, wenn Sie zum betroffenen Personenkreis gehören. Doch ist den meisten Menschen gar nicht klar, dass sie unter einer Zölikakie leiden und die wenigsten wissen etwas über diese Erkrankung!

Mit einer rigorosen Änderung Ihrer Ernährungsgewohnheiten bekommen Sie das Leiden in den Griff.

So erkennen Sie Ihre Gefährdung:

  • Haben Sie immer wieder Bauchbeschwerden, Bauchweh, Blähungen oder Völlegefühl?
  • Reagiert Ihr Magen oft mit Übelkeit?
  • Leiden Sie unter häufigem Durchfall, manchmal abwechselnd mit Verstopfung?
  • Ist Ihr Stuhlgang eher fettig-glänzend und lässt sich nur schwer abspülen?
  • Sie essen und schlafen ausreichend, fühlen sich aber trotzdem angeschlagen?
  • Sie haben tiefe, dunkle Augenringe?
  • Am Mund haben Sie oft Schleimhautbläschen und schmerzende Aphthen?
  • Sie haben in kurzer Zeit viel Gewicht verloren, obwohl Sie gar nicht weniger gegessen haben als sonst?
  • Sie leiden unter Knochen- und Gelenkschmerzen?
  • Sie leiden häufiger unter Infekten?

Wenn Sie 3 dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, sollten Sie einen Internisten, am besten gleich einen Gastroenterologen, aufsuchen und die Ursache abklären lassen. Er kann feststellen, ob Sie einen für die Zöliakie typischen Antikörper im Blut (IgA-Anti-Transglutaminase) aufweisen und kontrollieren, wie sehr Ihre Darmschleimhaut bereits geschädigt ist. Nicht selten tritt die Zöliakie auch in Gemeinschaft mit einer Milchzucker-Intoleranz (Milchzucker-Unverträglichkeit) auf.

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