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Dermatologie - Infos zum größten Organ unseres Körpers

Egal ob trockene oder normale Haut, die Schutzschicht Ihres Körpers ist immer gleich aufgebaut. Was Sie als Haut sehen, ist die Hornschicht, ein Teil der Epidermis. Diese maximal 4 mm dicke Schicht besteht aus toten Hautzellen, die abgestoßen worden sind. Diese Hornschicht erneuert sich alle 28 Tage durch Zellteilung in der Basalschicht. Unter dieser Epidermis liegt das Korium, das Sie vielleicht unter dem Namen „Lederhaut“ kennen. Es besteht aus zwei Hauptkomponenten:

  • elastische Fasern: Sie stellen die ursprüngliche Gestalt der Haut nach Verformungen wieder her, zum Beispiel durch Druck.
  • kollagene Fasern: Diese binden Wasser und tragen so dazu bei, dass Ihre Haut straff aussieht und auch ist. Darüber hinaus sind die kollagenen Fasern für eine gute Reißfestigkeit Ihrer Haut verantwortlich.

Neben diesen beiden Komponenten finden sich im Korium die Talgdrüsen der Haut, die Schweißdrüsen und Haarwurzeln. Darunter schließt sich dann die Unterhaut an. Sie ist ein Polster, das Stöße und Schläge abwehrt.

Ärztin untersucht ein Muttermal bei Patient© Alexander Raths – Fotolia

Die Haut funkt SOS

Das größte Organ Ihres Körpers kennt viele Wege, auf sich aufmerksam zu machen. Das ist gut so, denn schließlich schützt Ihre Haut Sie vor Eindringlingen und reguliert Ihre Körpertemperatur. Aber sie tut noch mehr für Sie: Sie meldet Ihnen Berührung und lässt Sie so mit Ihrer Umgebung in Kontakt treten. Darüber hinaus zeigt sie Ihnen an, wenn Sie ihr Schädliches antun. Leider versteht man ihre Signale in vielen Fällen falsch. Bei diesen drei Signalen sollten Sie sofort reagieren:

  1. Zu viel Sonne: Die Haut reagiert mit Sonnenbrand und trocknet schneller aus. Jeder Sonnebrand erhöht Ihr Hautkrebsrisiko.
  2. Zu viel Stress: Stress, Angst und Depressionen betreffen Ihre Haut. Sie schwächen die Immunfunktion Ihrer Hautzellen und machen sie überempfindlich. Ekzeme und Schuppenflechte stellen die Antwort auf zu viel Stress dar.
  3. Zu viele Reize: Die Antwort hier geschieht in Sekunden. Ihre Haut reagiert allergisch. Sie rötet sich, schwillt an, brennt oder juckt. Alarmstufe rot: Reagieren Sie am besten gleich.

Das umfasst die Dermatologie

Viele der sexuell übertragbaren Krankheiten machen sich durch krankhafte Veränderungen der Haut bemerkbar. Darunter finden sich auch jene, die im engeren Sinn zu den Geschlechtskrankheiten zählen. Aus diesem Grund deckte die Dermatologie traditionell immer einen großen Teil der Venerologie ab. Neben HNO– und Lungenfachärzten betreiben Dermatologen die Allergologie, die sich mit Allergien sowie deren Auslösern und Behandlung beschäftigt.

Zu den dermatologischen Krankheiten gehören beispielsweise Akne, Ekzeme, Neurodermitis, Schuppenflechte, Heuschnupfen, Kontaktallergien, Wundrose, Erfrierungen, Verbrennungen, Verletzungen der Haut, Anomalitäten der Nägel, Nagelpilz, Warzen, Haarausfall, Sonnenbrand und die verschiedenen Formen von Hautkrebs, wobei das maligne Melanom die bösartigste Form darstellt. Kosmetische Prozeduren wie die Entfernung von Tätowierungen und Altersflecken mittels Lasers, die dauerhafte Haarentfernung mittels IPL, die Verödung von Besenreisern, Narbenbehandlung, Fruchtsäurepeelings, welche die obere Hautschicht erneuern und ein Facelifting ersetzen sollen, diverse Methoden zur Minderung von Falten und die Narbenbehandlung fallen in das Fachgebiet eines Dermatologen.

So unterstützen Sie Ihr größtes Körperorgan

Vielleicht haben Sie es schon einmal am eigenen Leib erlebt? Quaddeln auf der Haut, die plötzlich auftauchen und stark jucken. Das könnte eine Nesselsucht sein. Eine krankhafte Reaktion Ihres Körpers, die bei psychischem Stress, als Medikamentennebenwirkung, aber auch nach dem Verzehr von bestimmten Nahrungsmitteln auftreten kann.

Beobachten Sie eine solche Hautveränderung bei sich, dann sollten Sie auf jeden Fall Ihren Hausarzt aufsuchen. Eine ärztliche Diagnose hilft, die tatsächliche Ursache herauszufinden. Ein Auslöser der Nesselsucht kann sein, dass Sie Lebensmittelzusatzstoffe nicht vertragen: Verzichten Sie dann unbedingt auf Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Süßstoffe und Geschmacksverstärker. Histaminreiche Nahrungsmittel sind ebenfalls eine häufige Ursache von Nesselsucht: Versuchen Sie in diesem Fall Nahrungsmittel wie beispielsweise reifen Käse oder Thunfisch zu meiden.

Histaminreiche Lebensmittel

  • reifer Käse
  • Rohmilchprodukte
  • geräucherter, getrockneter und gesalzener Fisch, Thunfisch
  • Brathähnchen, Bratwurst, Fleisch- und Wurst-Konserven, Fleischsalat, Formfleisch, gepökeltes Fleisch, Geräuchertes Fleisch, Leberwurst, Leber
  • alkoholische Getränke (obergärige Biersorten, Champagner, Rotwein, Sekt, Weißwein)
  • Kaffee, schwarzer Tee
  • histaminreiches Obst: Ananas, Bananen, Grapefruit, Himbeeren, Kiwi,
  • histaminreiches Gemüse: Auberginen, Avocado, Spinat, Steinpilze, Tomaten

Akne: Lebensmittel mit hohem glykämischen Index meiden

Neben der Nesselsucht gibt es weitere Hautveränderungen, die sehr wahrscheinlich von unserer Ernährungsweise beeinflusst werden. So streiten Wissenschaftler seit Jahrzehnten darüber, ob ein Zusammenhang zwischen bestimmten Lebensmitteln und der Entstehung einer Akne besteht. Dass Schokolade, wie oftmals behauptet, ein Auslöser ist, konnte bislang nicht bestätigt werden.

Für Pickel und unreine Haut können jedoch Lebensmittel mit hohem glykämischen Index verantwortlich sein, also Kohlenhydrate, die Ihren Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen. Darauf verweist unter anderem eine Erhebung der Universität von New York (USA) aus dem Jahr 2013. Die Forscher analysierten mehrere Studien aus den vergangenen 50 Jahren: Gewebeuntersuchungen zeigten, dass die Haut weniger stark entzündet war, wenn Probanden vorzugsweise Kohlenhydrate zu sich nehmen, die den Blutzuckerspiegel nur langsam erhöhen.

Kohlenhydratreiche Lebensmittel

  • Vollkornbrot
  • Vollkornreis
  • Vollkornnudeln
  • ungesüßte Müslis
  • Haferflocken
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse
  • Kartoffeln

Auch bei der Hauterkrankung Psoriasis scheint die Ernährung eine Rolle zu spielen: Untersuchungen haben gezeigt, dass Alkohol das Hautbild verschlechtert. Verzichten Sie als Betroffener also möglichst auf alkoholhaltige Getränke und Lebensmittel.

Bei Neurodermitis nicht auf generelle Diät-Empfehlungen vertrauen!

Menschen mit Neurodermitis vertragen mitunter ebenfalls einige Nahrungsmittel nicht: Äpfel, Sellerie, Kaffee, schwarzer Tee aber auch saure und sehr scharfe Lebensmittel können für trockene Haut und starken Juckreiz sorgen. Allerdings sind die Ursachen für Neurodermitis vielfältig und individuell sehr unterschiedlich. Sehen Sie sich als Betroffener daher vor pauschalen Empfehlungen vor: Generelle Ernährungsratschläge, dass Sie etwa tierische Produkte meiden sollten, sind nicht haltbar. Auch die Behauptung, Zucker beeinflusse die Erkrankung, konnte wissenschaftlich bislang nicht bestätigt werden.

Fazit: Hauterkrankungen sind genauso vielfältig wie ihre Ursachen. Mit einer bewussten Ernährung können Sie die Beschwerden zumindest in einigen Fällen gezielt eindämmen. Beobachten Sie Ihren Körper allerdings immer sehr genau: Als Betroffener sollten Sie vor allem selbst herausfinden, welche Lebensmittel Sie vertragen und welche nicht.

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