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Diabetische Retinopathie: Risikofaktoren und möglicher Verlauf

Die Diagnose Diabetes kommt unerwartet bei der jährlichen Untersuchung. Dann eine weitere Überraschung: die Liste der Nachfolge-Untersuchungen schließt einen Besuch beim Augenarzt mit ein. Komplikationen im Zusammenhang mit Diabetes gehören zu den häufigsten Erblindungsursachen der westlichen Länder, aber auch zu den oftmals vermeidbaren.

Diabetes schädigt gewöhnlich die lichtempfindliche Netzhaut (Retina) Ihres Auges. Diese Erkrankung heißt Diabetische Retinopathie. Bei frühzeitiger Diagnose kann man das Fortschreiten der diabetischen Retinopathie verlangsamen oder stoppen, bevor ein dauerhafter Schaden entsteht und das Sehvermögen eingeschränkt ist.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Zwei verschiedene Formen der Krankheit
  2. Klassische Symptome der Diabetischen Retinopathie
  3. Behandlung: Wie Laser hilft

Diabetische Retinopathie© WavebreakmediaMicro -Adobe

Zwei verschiedene Formen der Krankheit

Die Diabetische Retinopathie beschädigt die Blutgefäße, welche die Retina versorgen. Diese Schäden gelten als Folge des hohen Blutzuckerspiegels und anderer Faktoren. Bluthochdruck verschlimmert den Zustand weiter. Es existieren zwei Formen der Diabetischen Retinopathie:

  1. einfache Diabetische Retinopathie: Diese häufige Form ist nicht so schwerwiegend. Typischerweise betrifft sie Patienten, die seit fünf Jahren oder länger zuckerkrank sind. Einige der kleinen Gefäße (Kapillaren) bleiben nicht dicht und entlassen Flüssigkeit in die Netzhaut, sodass diese anschwillt. In der Regel beeinträchtigt dies die Sehkraft nicht, es sei denn die zentrale Region (Makula) ist betroffen. Das ist die Stelle, die Sie zum Scharfsehen (z. B. beim Lesen) benutzen.
  2. fortschreitende Diabetische Retinopathie: Diese Form entwickelt sich möglicherweise aus der ersten. Sie betrifft überwiegend Patienten, die seit über 15 Jahren Diabetiker sind. Winzige neue Kapillaren wachsen von der Netzhaut in den flüssigkeitsgefüllten Hohlraum (Glaskörper) des Auges ein.

Klassische Symptome der Diabetischen Retinopathie

Wenn die Schäden durch die Diabetische Retinopathie immer größer werden, treten unter Umständen verschiedene Symptome auf. Teilen Sie diese sofort Ihrem Augenarzt mit. Dazu gehören:

  • kleine Flecken oder Fäden, die im Sehfeld zu schweben scheinen
  • unscharfes Sehen
  • ein Schatten im Sehfeld
  • ein dunkler oder leerer Fleck im Zentrum des Sehbereiches
  • dunkle Striemen oder ein roter Film, die das Sehen beeinträchtigen
  • Ringe um Objekte oder Lichtblitze
  • Augenschmerzen
  • Verzerrung gerader Linien
  • allmählicher oder plötzlicher Verlust der Sehkraft

Regelmäßige Kontrolle als Vorsorge

Bei der Diabetischen Retinopathie entwickeln die Blutgefäße der Netzhaut durch zu hohe Blutzuckerwerte krankhafte Veränderungen, die zu Mikroaneurismen führen können. Diese verlieren Flüssigkeit, die Netzhaut schwillt an. Mit fortschreitender Krankheit können neue, brüchige Blutgefäße die Sehkraft bedrohen. Wenn diese neuen und sehr empfindlichen Kapillaren platzen und Blut entlassen, kommt es zu einer plötzlichen Erblindung. Narbengewebe kann sich ebenfalls entlang der neuen Blutgefäße bilden und an der Retina ziehen. Dadurch löst sich die Netzhaut vom Auge ab, was zu plötzlicher und möglicherweise dauerhafter Erblindung führt.

Diabetische Augenschäden machen sich erst im fortgeschrittenen Stadium durch Schleier im Gesichtsfeld bemerkbar. Sie sind nicht heilbar, lediglich das Fortschreiten ist verzögerbar. Aus diesem Grunde sollten Diabetiker einmal pro Jahr zum Augenarzt gehen und die Blutgefäße im Augenhintergrund (Augenspiegelung) kontrollieren. Die angebrachte Therapie besteht in einer Laserbehandlung zur Verödung der Blutgefäße. Bei diabetischen Netzhautschäden ist das gesamte Gesichtsfeld durch Schleier und Schlieren beeinträchtigt.

Behalten Sie Ihre Werte im Auge!

Die Vorsorgemaßnahmen gegen die Diabetische Retinopathie beinhalten eine konsequente Behandlung der Zuckerkrankheit. Besonders wichtig ist es, Ihren Blutzuckerspiegel möglichst nahe am Optimum zu halten und auch der Blutdruck sollte im Alter generell, besonders aber bei Diabetikern gut eingestellt sein, damit es gar nicht erst so weit kommt. Wichtig ist auch, dass Sie sich ausreichend bewegen. Durch ein gezieltes Augentraining und Entspannung können Sie Ihre Augen gesund halten und Ihren Durchblick verbessern.

Behandlung: Wie Laser hilft

Während einer Augenuntersuchung wird Ihr Ophthalmologe Ihre Pupille mit atropinhaltigen Augentropfen erweitern, um Ihre Netzhaut besser untersuchen zu können. Wenn er eine Diabetische Retinopathie feststellt, ist das Behandlungsziel die Erhaltung der Sehkraft und die Verlangsamung des Krankheitsverlaufes. Häufig wird die Photokoagulation genutzt, wobei Ihr Augenarzt mit Hilfe eines Lasers schwache Kapillaren verödet, sodass Leckagen gestoppt und die Neubildung von Kapillaren verhindert wird. Die Laser-Photokoagulation kann ambulant beim Augenarzt oder in einer Augenklinik durchgeführt werden. Mehrere Behandlungen können nötig sein, die im Allgemeinen schmerzfrei sind.

Laser am Auge© RioPatuca Images – Fotolia

Zuerst werden die Augen mit Tropfen betäubt. Anschließend verschließt ein Laser die eingerissenen Kapillaren und verödet kleine Gefäßaussackungen (Mikroaneurismen). Wenn sich die Retinopathie verschlimmert, kann eine streuende Laser-Photokoagulation eingesetzt werden. Dabei wird die gesamte Retina mit kleinen Laserblitzen beschossen. Bei fortgesetzter Blutung in den Glaskörper kann eine operative Entfernung desselben (Vitrektomie) notwendig werden. Während einer Vitrektomie wird das Blut entfernt und durch eine klare Flüssigkeit ersetzt. Wenn sich Narbengewebe gebildet und die Retina abgelöst hat, wird eine Operation unvermeidlich, um die Narbe zu entfernen und die Netzhaut wieder anzuheften. Ebenso wichtig ist es, Körpergewicht und Blutdruck unter Kontrolle zu halten und Ihren Blutzuckerspiegel so nahe wie möglich am Optimum einzustellen.