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Sexuelle Unlust: Woher sie kommt und was Sie dagegen tun können

Inhalt

Sexuelle Unlust, ein Problem, von dem Männer und Frauen aller Altersklassen gleichermaßen betroffen sein können. Dabei sind Phasen der sexuellen Unlust in einer Beziehung völlig normal und nicht sofort als sexuelle Störung zu deklarieren. Sollte eine reduzierte Libido aber über einen längeren Zeitraum anhalten, wird es belastend für die Beziehung und den Betroffenen.

Was bedeutet sexuelle Unlust?

Der medizinische Fachbegriff für sexuelle Unlust bzw. eine mangelnde Libido lautet HSDD, ausgeschrieben „hypoaktive Sexual Desire Disorder“. Unter HSDD fällt ein verminderter Sexualtrieb genauso wie fehlende sexuelle Gedanken und/oder Fantasien.

Hormone: Der Grund für eine schwache Libido

Hormone sind unter anderem die Basis für ein ausgewogenes Sexualleben. Vor allem, die beiden Hormone Testosteron und Estradiol. Neben den Geschlechtshormonen sind auch die Hormone der Schilddrüse für einen gesunden Sextrieb unerlässlich.

Stress und Hormone: eine tödliche Mischung für den Sexualtrieb

Überforderung, Stress, Überarbeitung ­- alles Faktoren, die für einen steigenden Cortisol- und/oder Adrenalinspiegel sorgen. Es reicht schon, wenn die Produktion einer der beiden Hormone zunimmt und schon ist es vorbei mit der Libido. Cortisol und Adrenalin sind nun mal Flucht- bzw. Kampfhormone.

Pille und Spirale: Welchen Einfluss haben hormonelle Verhütungsmittel auf die sexuelle Lust?

Hormonelle Verhütungsmittel gehören aktuell zu den sichersten Methoden eine Schwangerschaft zu verhindern. Doch welchen Einfluss haben sie auf die Libido der Frau? Viele Frauen, die zum Beispiel mit der Anti-Baby-Pille verhüten, leiden unter einer reduzierten sexuellen Lust. Während einige recht schnell die Ursache an ihrem Sexualtrieb im hormonellen Verhütungsmittel vermuten, haben andere nicht einmal eine Ahnung, was der Grund für ihre Lustlosigkeit ist. Für Sie ist der Zustand völlig normal, da sie schon seit der Pubertät die Pille nehmen und dadurch überhaupt nicht wissen, welche Libido sie ohne Pille haben könnten. Teilweise geben sich Frauen selbst die Schuld an ihrem mangelnden Interesse an Sex.

Unabhängig davon, um welches Verhütungsmittel (Hormonstäbchen, Pille, Hormonspirale usw.) es sich handelt, alle können einen direkten Einfluss auf die Sexualität der Frau haben. Alle hormonellen Verhütungsmittel so konzipiert, den Eisprung der Frau zu unterdrücken. Zudem sorgen sie dafür, dass die Produktion von Testosteron Vollendens unterdrückt wird. Gelbkörperhormone und Östrogene führt die Frau ihrem Organismus aber regelmäßig über die Einnahme der Pille zu, Testosteron nicht. Dabei ist das Hormon für die Libido er Frau Testosteron aber genauso wichtig wie für den Mann.

Fazit: Sobald ein hormonelles Verhütungsmittel direkten oder indirekten Einfluss auf die Testosteronproduktion der Frau nimmt, besteht immer die Gefahr, dass sexuelle Unlust als Nebenwirkung auftritt.

Wissenswert: Fast ein Drittel der Frauen, die sich für eine hormonelle Verhütung entschieden haben, leiden nach der Einnahme unter einer reduzierten Libido. Vor allem sogenannte Depot-Verhütungsmittel können eine besonders starke Auswirkung auf die Lustlosigkeit der Frau haben.

Tipp: Frauen, die vermuten, dass ihre reduzierte Lust an ihrem gewählten Verhütungsmittel liegt, sollten entweder die Marke wechseln oder das Mittel komplett absetzen. Allerdings sollte hierbei immer Rücksprache mit dem Gynäkologen gehalten werden. Es kann danach eine gewisse Zeit dauern, bis sich der Zyklus der Frau wieder normalisiert.

Alternativen zu hormonellen Verhütungsmitteln

Das Kondom bietet nicht nur effektiven Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft, sondern schützt die Frau auch intensiv vor sexuell übertragbaren Krankheiten, wie AIDS, Syphilis usw. Eine Latex-Allergie zählt hier nicht als Ausrede, um auf Kondome zu verzichten, da es in Apotheken auch latexfreie Kondome zu kaufen gibt.

Tipp: Für ungezügelten Spaß zu zweit sollte die Frau darauf achten, dass das Kondom die richtige Größe für den Mann hat. Ist das Kondom zu klein, kann es schnell unangenehm für ihn werden.

Diaphragma: Das Kondom für die Frau

Im Diaphragma ist weder Latex enthalten, noch greift es wie die hormonellen Verhütungsmittel in den Hormonhaushalt der Frau ein. Allerdings bietet es keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Symptothermale Methode, Beobachtung des Muttermunds und des Zervixschleims

Monatlich gibt es nur ein geringes Zeitfenster von fünf bis sechs Tagen, in dem die Frau fruchtbar ist. Das sind zwei Tage vor Ihrem Eisprung, dem Tag des Eisprungs selbst und zwei Tage danach. An allen anderen Tagen könnten Sie Ihrer Libido völlig freien Lauf lassen, ohne fürchten zu müssen, schwanger zu werden. Genau diese fünf bis sechs Tage gilt es abzupassen.

Achtung: Die symptothermale Methode und die Beobachtung des Muttermundes und des Zervixschleims sind erst eine empfehlenswerte Alternative zu hormonellen Verhütungsmitteln, wenn sich der Zyklus der Frau wieder normalisiert hat.

Wie lassen sich die fruchtbaren Tage der Frau am besten ermitteln?

So funktioniert die symptothermale Methode

Die Basaltemperatur der Frau liegt ab ihrer Periode bis zum Eisprung bei 36,5 Grad Celsius. Nach dem Eisprung steigt sie um 2/10 Grad und bleibt so, bis die nächste Blutung eintritt.

Achtung: Die Frau muss Ihre Basaltemperatur direkt nach dem Aufstehen messen. Die besten Stellen  hier wären After oder Vagina. Dabei sollte nur ein Digitalthermometer verwendet werden, dass zwei Nachkommastellen anzeigen kann. Die Messzeit beträgt genau drei Minuten, nicht mehr und nicht weniger!

Die Beobachtung des Zervixschleims

Der Zervixschleim einer Frau verändert sich während des gesamten Zyklus ständig. Mit Beginn des Zyklus ist der Scheideneingang in der Regel trocken. Dabei hat der Zervixschleim eine milchige und trübe Farbe, meistens ist er klebrig bzw. hat eine cremige Natur. Je näher der Eisprung rückt, desto klarer und spinnbarer wird der Zervixschleim.

Am Muttermund und/oder dem Gebärmutterhals den Eisprung erkennen: So funktioniert‘s!

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Als Absicherung der symptothermalen Methode sollte gleichzeitig auch der Muttermund und/oder der Gebärmutterhals beobachtet werden. Kurz nach dem Ende der Menstruation ist der Muttermund fest verschlossen und fühlt sich fest an. Er liegt in der unfruchtbaren Zeit ca. in der Mitte der Scheide und ist gut mit den Fingern zu erreichen. Je näher die fruchtbare Zeit rückt, desto weicher wird der Muttermund und öffnet sich sogar leicht.

Wild Yam: eine gute Alternative zu hormonellen Verhütungsmitteln

Wild Yams, lat. Discorea Villoas, stammt ursprünglich aus Amerika und war bei den indigenen Völkern nicht nur ein Nahrungsmittel, sondern auch zuverlässiges Verhütungsmittel. Während der fruchtbaren Tage der Frau wird deren Zervixschleim extrem dünnflüssig, um dem Sperma das Eindringen zu erleichtern. Die Veränderung des Zervixschleims wird dabei durch den erhöhten Östrogenspiegel ausgelöst. Hat der Eisprung stattgefunden, erhöht sich der Gestagen-Spiegel wieder.

Wissenswert: Bei Progesteron handelt es sich ebenfalls um ein Gestagen.

Wie wirken Gestagene?

Die Gestagene sorgen dafür, dass der Zervixschleim wieder zähflüssig wird und Sperma nicht mehr in den Muttermund eindringen kann. Genau hier setzt die Minipille an, da durch das hormonelle Verhütungsmittel dem Körper der Frau synthetische Gestagene zugeführt werden. Allerdings ist die Minipille der normalen Pille unterlegen.

Wie funktioniert die Anwendung von Mexican Wild Yam zur Verhütung?

Wild Yam enthält Diosgenin. Bei diesem Wirkstoff handelt es sich um eine Vorstufe des Progesterons. Obwohl der weibliche Körper Diosgenin nicht in Progesteron umwandeln kann, hat Wild Yam eine ähnliche Wirkung wie die Minipille, aber keinerlei Einfluss auf die Libido der Frau!

Wissenswert: Während einige Wissenschaftler davon ausgehen, dass die Yamswurzel den Zervixschleim verändert, meinen andere, dass durch die regelmäßige Einnahme ein unabhängiger Schutzfilm an der Gebärmutter, das Eindringen von Sperma über den Muttermund verhindert.

Achtung: Sie interessieren sich für diese Alternative zu einem chemischen Verhütungsmittel, dann sollten sie darauf achten, kein reines Diosgenin-Präparat zu verwenden. Ziehen Sie Produkte vor, die direkt aus Wild Yam hergestellt werden.

Wie muss Wild Yam zur Verhütung richtig angewendet werden?

Zur Verhütung wird die Yamswurzel normalerweise in getrockneter und pulverisierter Form verwendet. Die Dosierung sollte bei jeweils 1.500 mg in der Frühe liegen. Am Abend muss dieselbe Dosis erneut eingenommen werden.

Achtung: Wird Wild Yam korrekt und regelmäßig eingenommen, liegt die Sicherheit der Verhütung bei 97 Prozent. Allerdings können Genussmittel, wie Nikotin oder Alkohol die verhütende Wirkung von Wild Yams hemmen.

Hypothyreose: ein möglicher Grund für sexuelle Unlust

Sexuelle Unlust bei Männern und Frauen kann auch durch eine Hypothyreose hervorgerufen werden. Bei der Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüse) werden weniger Schilddrüsenhormone produziert, als notwendig. Genau das ist die Ursache für ein geringes oder überhaupt nicht vorhandenes Verlangen nach Sex.

Welche Symptome sprechen für eine Schilddrüsenunterfunktion?

  • extreme Empfindlichkeit gegen Kälte
  • niedriger Blutdruck
  • Antriebslosigkeit
  • Müdigkeit
  • langsamere Reflexe
  • Depressionen
  • schwaches Kurzzeitgedächtnis
  • sexuelle Unlust
  • brüchige Nägel und Haare
  • Haarausfall
  • Bildung eines Kropfs
  • Übergewicht trotz Sport
  • unregelmäßiger Zyklus

Wichtig: Bei einem derartigen Problem hilft nur ein Besuch beim Arzt. Dieser überprüft anhand des TSH-Werts, ob eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt. Ist das der Fall, müssen Schilddrüsentabletten genommen werden, um den Mangel auszugleichen. Bis sich die Libido aber wieder erholt, braucht es einfach eine gewisse Zeit. Vor allem, weil die Dosis der Schilddrüsenhormone erst an die Bedürfnisse der Frau angepasst werden muss.

Angst: Ein schlechter Begleiter beim Bettgeflüster mit dem Partner

Angst kann bei Männern und Frauen gleichermaßen der Auslöser für sexuelle Unlust sein. Haben Männer Angst im Bett zu versagen, reduziert sich ihre Libido sofort und nichts geht mehr. Der Mann macht sich noch mehr Druck und Stress.

Tipp: Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen sind Potenzmittel weder eine dauerhafte noch gesunde Lösung! Hier hilft nur mit seiner Partnerin über das Problem zu sprechen. Ist sie verständnisvoll, wird sich das Problem meist von allein lösen. Auch bei Frauen können Ängste die Libido beeinflusst. Sie hat zwar keine Angst zu versagen, doch wenn sie jeden Moment befürchten muss, dass die Kinder ins Zimmer stürmen, hat sie garantiert keine Lust auf eine schnelle Nummer.

Eine reduzierte Libido wird bei Frauen nur selten durch organische Ursachen ausgelöst, dennoch gibt es Erkrankungen des weiblichen Unterleibs, die das Verlangen drastisch reduzieren. Derartige Erkrankungen wären:

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Depressionen
  • Diabetes
  • neurologische Erkrankungen
  • Nierenerkrankungen

Lösung: Hier hilft nur ein Besuch beim Arzt, der die Krankheit entsprechend behandelt. In der Regel kommt es dann wieder zu einer Normalisierung des weiblich Sexualtriebs.

Sexuelle Unlust bei Frauen: Welche Auswirkungen die moderne Gesellschaft hat

Haushalt, Beruf, Familie… Heutzutage müssen Frauen in vielen Bereichen ihren „Mann“ stehen. Das kann sehr schnell in Stress ausarten, wobei sie selbst immer mehr zurücksteckt. Früher oder später bleibt ihr Sexualtrieb völlig auf der Strecke.

Fazit: Als Frau muss man Lustlosigkeit nicht einfach hinnehmen. Die besten Ansprechpartner, um Hilfe zu finden wären der Hausarzt, der Frauenarzt und/oder der Sexualtherapeut. Allerdings sollte Ihnen bewusst sein, ein Patentrezept gegen Lustlosigkeit gibt es nicht. Lassen Sie daher dem Arzt entsprechend Zeit, damit er Ihnen wirklich helfen kann.

Autor: Redaktion FID-Gesundheitswissen

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