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Gefahr für Jogger: Was tun bei einem Kreuzottern-Biss?

Heute muss ich einmal auf eine nicht so angenehme Begleiterscheinung des Joggens – insbesondere des gerade hoch angesagten „Trailrunnings“, des Querfeldeinlaufens – zu sprechen kommen: auf unliebsame Begegnungen mit Tieren nämlich. Meine Kumpels und ich laufen beispielsweise gern in einem hübschen Waldstück, das wir Kreuzotter-Wäldchen getauft haben. An warmen Tagen sahen wir hier in den vergangenen Jahren immer wieder mal eine dieser Schlangen. Es ist zwar noch niemand von uns einer Kreuzotter zu nahe gekommen. Dennoch haben wir uns auf diesen Fall vorbereitet, denn wenn es passiert ist, ist dies ja logischerweise schon zu spät.

Was Sie als Erstes über Bord werfen sollten, die dieser Irrtum: Ein Kreuzotter-Biss ist in der Regel nicht lebensgefährlich.  Ein zweiter Irrglaube ist die hergebrachte Meinung, man müsse so einen Biss abbinden. Meist beißt eine Kreuzotter in Hand oder Fuß. Danach entwickelt sich zunächst einmal innerhalb der ersten beiden Stunden ein örtliches Ödem. Hand oder Fuß schwellen an und das Ödem breitet sich weiter aus. Das dauert bis zu drei Tagen.

In dieser Zeit schüttet der Körper Histamine aus, die zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können. Dazu gehören Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und blutige Durchfälle. In schweren Fällen kann es zu Kreislaufproblemen bis hin zum Schock kommen. Die Schwere der Erscheinungen ist abhängig davon, wie viel Gift die Schlange einspritzen konnte und wie Ihr Allgemeinzustand ist. Kinder und ältere Menschen sind häufiger von schweren Verläufen betroffen.

Sind Sie von einer Kreuzotter gebissen worden, sollten Sie sich sofort hinsetzen und unbedingt jede weitere körperliche Anstrengung vermeiden. Stellen Sie das betroffene Körperteil ruhig und lagern es hoch. Bitte keine weiteren der kursierenden Maßnahmen durchführen wie Aussaugen, Einritzen oder Abbinden. Das verstärkt das Ödem und damit die Verteilung des Giftes in Ihrem Körper. Bleiben Sie zwei Stunden ruhig und beobachten Sie sich selbst: Kommt es zu keinem Ödem und keinen anderen Symptomen, ist der Kelch an Ihnen vorüber gegangen und Sie werden wahrscheinlich keine weiteren Beschwerden bekommen.

Entwickelt sich jedoch sehr rasch ein Ödem mit Kreislaufproblemen, brauchen Sie sofort notärztliche Hilfe. Denn das spricht für einen schweren Verlauf. Dann sind wahrscheinlich Infusionen und Schmerzmittel nötig. Der Arzt entscheidet, ob Sie ein Antiserum brauchen. Dieses sollte idealerweise innerhalb von zwei bis drei Stunden nach dem Biss gegeben werden. So tritt eine schnelle Besserung ein.

Bitte bedenken Sie auch, dass Schlangen nur in der Not zubeißen, wenn Sie sich von Ihnen bedroht fühlen. Wenn Sie bei Ihrem Lauf eine Schlange sehen, bleiben Sie ruhig und gewähren Sie dem Tier freien Abzug!

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Helmut Erb
Über den Autor Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

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Alte Kommentare
  • xyz schrieb am 13.08.2011, 19:29 Uhr

    Wenn man im Wald läuft und von einer Kreuzotter gebissen wird, soll man sich erstmal 2 Stunden hinsetzen und wenn dann doch Symtome auftreten, braucht man sofort notärztliche Hilfe?????? Klar, kein Problem ruf ich halt grad den Onkel Doktor herbei - mitten im Wald !!!?!!?!!! Ich durfte mich ja die letzten 2 Stunden nicht von der Stelle bewegen. *rolleyes*

  • Hartmut Schönherr schrieb am 25.07.2012, 11:17 Uhr

    Wer im Wald auf eine "Kreuzotter" trifft, hat vermutlich nur eine Schlingnatter gesehen (hat runde Pupillen, Kreuzottern geschlitzte). Denn Kreuzottern sind in Deutschland erstens noch seltener zu sichten als Schlingnattern und zweitens wenn, dann eher selten im Wald. Trailrunning zerstört im übrigen genau das, was dabei gesucht wird: die letzten Reste relativer "Wildnis".