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Autismus und was Sie hierzu wissen sollten

Autismus oder auch Kanner-Syndrom gehört laut der WHO zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen. Es handelt sich um eine angeborene Wahrnehmungsstörung sowie Störung der Informationsverarbeitung im Gehirn, die nicht heilbar ist und bereits in der frühen Kindheit auffällig wird. Zu den typischen Symptomen gehören eine gestörte soziale Interaktion und beschränkte Kommunikationsfähigkeit.

Autismus ist nicht gleich Asperger-Syndrom

Während das Asperger-Syndrom ebenfalls als Autismusspektrums-Störung – englisch Autism Spectrum Disorder oder ASD – gilt, unterscheidet man zwischen Asperger und dem frühkindlichen Autismus.

Autismus ist die Folge einer neurologischen Störung, die bereits innerhalb der ersten drei Lebensjahre auftritt. Symptome und die Stärke ihres Auftretens variieren von Patient zu Patient. Zu den typischen Autismus-Symptomen gehören

  • eingeschränkte soziale Fähigkeiten – diese reichen von unbeholfenem Verhalten in sozialen Situationen bis hin zu völligem Desinteresse an zwischenmenschlichem Kontakt
  • Vermeiden von Augenkontakt
  • Beschränktes Einfühlungsvermögen und Empathie; aktuelle Forschungen weisen jedoch darauf hin, dass beides durch Training von früher Kindheit an gesteigert werden kann
  • Abneigung gegenüber physischem Kontakt
  • Empfindlichkeit gegenüber plötzlichen lauten Geräuschen, Gerüchen und grellem Licht
  • eingeschränkte Sprachfähigkeit – je ausgeprägter der Autismus ist, desto mehr wird die die Fähigkeit zu sprechen beeinflusst. In milden Fällen mag die Ausdrucksfähigkeit hölzern und formell klingen, in schweren Fällen spricht der Betroffene möglicherweise gar nicht
  • Wiederholungen und Routine
  • Besessenheit mit bestimmten Themen oder Tätigkeiten
  • motorische Einschränkungen

Kinder mit Autismus entwickeln sich anders als gesunde Kinder. Während eine normale kindliche Entwicklung relativ homogen verläuft, ist es für ein Kind mit Autismus nicht unüblich, in einem Entwicklungsbereich rasante Fortschritte zu machen, während es in anderen Bereichen zurückbleibt. Es ist schwierig, Lernverhalten vorauszusagen: Fortschritte können von einem auf den anderen Tag vergessen sein.

Mythen und Fakten

Inzwischen gilt die Annahme, dass Autismus-Patienten keine Gefühle haben, als überholt. Vielmehr können sie ihre Gefühle nicht angemessen ausdrücken. Auch entspricht das durch Filme wie „Rain Man“ propagierte Bild des genialen Autisten nicht unbedingt der Realität – diese sogenannten Savants machen nur einen minimalen Anteil aller Betroffenen aus.

Inzwischen ist auch bekannt, dass eine Therapie bereits im Kindesalter autistischen Kindern helfen kann, ihre angeborenen Beeinträchtigungen beispielsweise im sozialen Bereich in gewissem Maße auszugleichen.