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Stangerbad: Durchführungg

Beim Stangerbad liegt der Patient in der Badewanne, die mit angenehm warmem Wasser gefüllt ist. Innerhalb der Wanne sind mehrere Elektroden angebracht. Je nachdem, welche Elektroden an die Stromquelle angeschlossen werden, wird der Badende in Längs- oder Querrichtung von Gleichstrom durchflutet. Dabei kann der Strom absteigend (also vom Kopf in Richtung Füße) oder aufsteigend (von den Füßen in Richtung Kopf) geleitet werden. Je nach Stromrichtung werden unterschiedliche Effekte auf den Blutkreislauf, das Zentrale Nervensystem und die Muskulatur erzielt.

Eine absteigende Stromführung (Galvanisation) dämpft die Körperreflexe. Diese Stromführung wirkt entspannend und ist insbesondere bei spastischen Lähmungen und Muskelverspannungen hilfreich. Darüber hinaus fördert die absteigende Galvanisation den Blutstrom aus dem Lungenkreislauf in Richtung Herz. Auch werden der Rückfluß des venösen (also verbrauchten) Bluts aus der Lunge und aus den oberen Extremitäten beschleunigt sowie die Versorgung des Magen-Darm-Trakts mit frischem, arteriellem Blut verbessert.

Eine aufsteigende Galvanisation steigert die Erregbarkeit der Nerven . Ebenso wird der Rückstrom des venösen Bluts aus den Beinen und aus den Bauchorganen zum Herzen hin gesteigert und die Beförderung des verbrauchten venösen Bluts aus dem Herzen in die Lunge unterstützt.

Entscheidend für die Art der Stromführung ist jedoch vorrangig die Reaktion des Patienten auf die Galvanisation. Deshalb beobachtet der Therapeut den Patienten während der Behandlung genau, um das weitere Vorgehen danach auszurichten.

Bei der Querdurchflutung des Körpers mit Strom ist es möglich, die Behandlung regional zu begrenzen, zum Beispiel bei arthrotischen Veränderungen im Knie- oder Hüftbereich.

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