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Fußreflexzonenmassage: Der Fuß als Spiegelbild des Organismus

Unsere Füße sind hochsensibel. Das registrieren wir aber meist nur, wenn sie mit Schmerzen oder Blasen auf Überlastung reagieren. Eine entsprechende Pflege und therapeutische Berührung kann den Organismus kräftigen und damit unser Wohlbefinden beeinflussen. Die Fußreflexzonenmassage basiert auf dem Prinzip, dass das Körperinnere durch mechanische Reize von außen beeinflussbar ist. Die Reize werden durch Druck mit dem Daumen auf bestimmte Punkte am Fuß gesetzt. Sie helfen, Organfunktionen zu verbessern, den Stoffwechsel anzuregen, die Entschlackung und Selbstheilungskräfte des Organismus zu fördern und Lebensenergien zu aktivieren.

Übertragungswege im Körper

Die Möglichkeit, über die Füße eine Verbindung zum Körperinnern herzustellen, verdanken wir vielen Nervenbahnen, die den ganzen Körper durchziehen. Sie gehören zu zwei Nervensystemen, die den Organismus steuern: Das Zentralnervensystem mit Gehirn und Rückenmark ist zuständig für bewusste Abläufe im Körper, zum Beispiel für Muskelbewegungen beim Gehen. Das autonome Nervensystem regelt alle vegetativen, also unwillkürlich ablaufenden Prozesse wie etwa die Atmung und die Herz-Kreislauf-Tätigkeit. Nervenleitungen dieser beiden Systeme verbinden alle Körperstrukturen und ihre Funktionen miteinander.

Auch unsere Füße und Fußsohlen werden von einem dichten Nervengeflecht duchzogen. Am Ende der kleinen Nervenenden sitzen Rezeptoren. Diese arbeiten wie winzige Sensoren, nehmen Berührungen, unterschiedlichen Druck oder Temperaturen auf, übersetzen diese Reize in eine Information und schicken diese über Nervenwege an das Gehirn. Dort werden diese Informationen sortiert und über andere Nervenleitungen an ihren Zielort (z. B. an ein Organ) übermittelt. Von dem reibungslosen Zusammenspiel der Nervenbahnen und ihren besonderen Schaltstellen untereinander hängen alle Körperfunktionen und damit unsere Gesundheit ab.

Reflexzonen zeigen Störungen an

Wie der englische Neurologe Henry Head (1861 bis 1940) herausfand, überträgt ein erkranktes Organ seine Störungen über Nervenverbindungen auf bestimmte Hautbereiche. Die entsprechenden Bereiche (Headsche Zonen) sind gegenüber Druck, Wärme oder Kälte empfindlich. Dies macht sich die Reflexzonentherapie zunutze und sucht auf der Haut nach reflektorischen Zonen. Möglicherweise bemerken Sie die schmerzenden Hautpartien erst, wenn sie mit Druck berührt werden. Mit diesen Hautphänomenen befasste sich auch der amerikanische Hals-Nasen-Ohren-Arzt William H. Fitzgerald (1872 bis 1942). Er beobachtete die Schmerzbekämpfung indianischer Volksstämme und entwickelte die „Zonentheorie“. Dafür teilte er den Körper wie eine Landkarte in zehn Längszonen ein, die vom Kopf bis zu den zehn Zehen sowie zu den Fingern verlaufen. Die Mittellinie der Längszonen repräsentiert die Wirbelsäule.

Alle Abläufe in einer Zone stehen in energetischer und nervlicher Wechselwirkung mit den entsprechenden Organen und Körperbereichen. Darüber hinaus bilden drei Querzonen am Rumpf eine Rasterung in der Horizontalen, die sich spiegelbildlich auch an den Füßen wiederfindet: Die Querzone vom Kopfbereich bis zur Schulterhöhe entspricht dem Vorfuß mit Zehen und Fußballen, der Brust- und Oberbauchraum dem Mittelfuß, und der Bauch-/Beckenraum mit dem Hüftbereich findet sich in der Fersenzone wieder.

Der Fuß als Spiegelbild des Organismus

Die Erkenntnisse von Head und Fitzgerald machen deutlich, dass der Fuß mit allen lebenswichtigen Organen unseres Körpers in Verbindung steht. Reize auf bestimmte Fußzonen könnten demnach Reaktionen in den entsprechenden Organen und Teilen der Wirbelsäule auslösen. Ein ähnliches Konzept ist von der aus China stammenden Akupunktur und Akupressur bekannt, wenngleich die Verläufe der Meridiane nicht mit den Zonen von Fitzgerald übereinstimmen.

Die Organe sind quasi auf den Füßen abgebildet. Der rechte Fuß ist das Abbild der rechten, der linke Fuß das Abbild der linken Körperhälfte. Paarige Organe wie Lungen oder Nieren spiegeln sich an beiden Füßen wider, einzelne Organe jeweils an einem Fuß entsprechend der Körperseite. Organe in der Körpermitte (z. B. die Harnblase) haben ihre Reflexzonen an der Innenseite der Füße.

Bei welchen Beschwerden wirkt die Therapie besonders gut?

  • Kopfschmerzen
  • Schmerzen der Wirbelsäule, Gelenke und der Muskulatur (z. B. bei Arthrose, Schulter-Arm-Syndrom, Myogelosen)
  • Atemwegerkrankungen (z. B. Bronchitis, Erkältungshusten)
  • Allergien
  • Störungen im Magen-Darm-Trakt (z. B. Verstopfung, Bauchspeicheldrüsen- und Verdauungsschwäche)
  • Schlafstörungen

Diese Art der Therapie am Fuß ist uralt, konnte sich jedoch erst Mitte des letzten Jahrhunderts in Deutschland etablieren.

Druckschmerzhafte Punkte weisen auf belastete Organe hin

Die Untersuchung kann für Sie ein bisschen unangenehm sein, denn wenn ein Organ, eine Muskelgruppe oder auch die Wirbelsäule in ihrer normalen Funktion beeinträchtigt sind, schmerzen die korrespondierenden Fußpunkte beim Abtasten. Das gibt Ihrem Therapeuten wichtige Hinweise darauf, welche Reflexzonen er anschließend behandeln muss.

Wenn Sie bei der Voruntersuchung einen stechenden Schmerz verspüren, spricht das eher für ein akutes Geschehen, chronische Störungen verursachen dagegen meistens dumpfe Druckschmerzen.

Sanft kreisender Druck stimuliert die Reflexzonen

Die eigentliche Massagetherapie wird in kreisenden Bewegungen mit dem Endglied des Daumens ausgeführt. Dabei erhöht der Therapeut zunächst ständig den Druck in die Tiefe und verringert ihn langsam wieder, wenn die maximale Intensität erreicht ist. Diese Massage wird jeweils im Abstand von wenigen Millimetern wiederholt, sodass eine wellenförmige Bewegung entsteht. Der Hautkontakt wird während der ganzen Behandlung nicht unterbrochen. Sowohl der ausgeübte Druck als auch der Rhythmus, in dem sich der Therapeut vorarbeitet, können sanft und ruhig oder auch kräftig und schnell sein. Ein weicher und langsamer Rhythmus wirkt dabei sedierend, eine kräftige, schnelle Massage anregend auf das entsprechende Organ.

Eine solche Behandlung dauert zwischen 30 und 45 Minuten. Um einen dauerhaften Behandlungserfolg zu erzielen, wird eine Serie von zehn Behandlungen empfohlen, wobei die Massage zweimal wöchentlich ausgeführt werden sollte. Leider erstatten die gesetzlichen Krankenkassen die Therapie nicht und Sie müssen jede Sitzung mit etwa 30 bis 40 Euro selbst bezahlen. Nach der Behandlung werden Sie sich entspannt fühlen und eine erste Linderung Ihrer Beschwerden bemerken. Als Antwort Ihres Körpers auf die Massage kann es auch sein, dass Sie vermehrt zur Toilette müssen oder etwas schwitzen.

Helfen Sie sich selbst mit einfachen Massagegriffen!

Fußreflexzonentherapie ist sicherlich keine Methode, die zur alleinigen Behandlung von schweren Erkrankungen geeignet ist. Allerdings kann sie auch hier unterstützend wirksam sein. Wenden Sie sich in diesem Fall an einen in der Therapie erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker. Bei akuten Alltagsbeschwerden ist die Massagetechnik auch bestens zur Selbstbehandlung geeignet.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie auch die richtigen Punkte finden, können Sie sich mit Reflexzonensocken helfen. Auf diesen Strümpfen, die Sie schon ab 5 Euro im Versandhandel beziehen können, ist die gesamte „Landkarte“ Ihrer Organe und Körperstrukturen eingezeichnet.

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