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Kürbis - die gesunde Frucht des Herbstes

Beim Stichwort „Kürbis“ denken viele spontan an die leuchtend orangefarbenen Riesenkürbisse, den Stolz eines jeden Kleingärtners im Herbst. Es gibt jedoch über 500 Kürbissorten, und es sind nicht unsere Gartenkürbisse, die für Heilzwecke genutzt werden.

Dafür werden ausschließlich weichschalige oder schalenlose Sorten angebaut – vor allem in Ungarn und der Steiermark. Bei Beschwerden wie einer Reizblase, Beckenbodenschwäche oder einer gutartigen Prostatavergrößerung sind die Wirkungen der alten Heilpflanze mittlerweile sogar wissenschaftlich bewiesen.

Der Kürbis gilt als eine der ältesten Kulturpflanzen der Erde: Archäologen fanden Kürbissamen aus dem Jahre 10.000 vor unserer Zeitrechnung. Während er bis ins 16. Jahrhundert hinein auf dem amerikanischen Doppelkontinent existierte, baut man ihn mittlerweile weltweit an.

Besonders beliebt sind seit jeher der Gartenkürbis, der Riesenkürbis und der Moschuskürbis. In den letzten Jahren etablierten sich Kürbissorten wie der amerikanische Butternusskürbis und der Hokkaido mehr und mehr in Deutschland.

Steckbrief Kürbis

Nicht nur wegen der Halloween-Hysterie rückt ein alter Bekannter aus der Neuen Welt in den Mittelpunkt der Herbstküche. Die Kürbispflanzen haben mehr zu bieten als eine schöne Schale, die sich zur Dekoration eignet. Die wahren Werte verstecken sie in ihrem Fruchtfleisch und in ihren Samen.

Kein Wunder also, dass Kürbisse zu den ältesten Kulturpflanzen der Erde zählen. Prähistorische Funde von Kürbissamen lassen sich sogar auf die Zeit um 10.000 vor Christus zurückdatieren. Als Heimatland der Kürbisse gilt das tropische Mittel- und Südamerika. Mit der Entdeckung Amerikas kam der Kürbis in die sogenannte Alte Welt.

Vor der Entdeckung Amerikas kannte man in Europa den aus Afrika stammenden Flaschenkürbis. Durch Auslese und Züchtung entwickelten sich weltweit mehr als 800 namentlich bekannten Sorten. Heute züchtet man vor allem in Amerika und Neuseeland, aber auch aus Japan kommen gute Sorten.

Der bekannteste Kürbis aus Japan dürfte der Hokkaido-Kürbis sein. Das tolle an der Pflanze: Fast alles aus und am Kürbis ist verwendbar! Der ganze Kürbis ist beliebt als Herbstdekoration, der ausgehöhlte, beleuchtete Kürbis als Lampe zu Halloween, das Fruchtfleisch als delikate Suppe oder Beilage und das Kürbiskernöl als anerkanntes Heilmittel.

Nutzung des kompletten Kürbis

In verschiedensten Zubereitungen kommt der Kürbis hauptsächlich als Gemüse, lecker gefüllt und als Suppe vor. Die Kürbiskerne finden geröstet als Zwischenmahlzeit oder in der Ölgewinnung Verwendung.

Das Kürbiskernöl aus der Steiermark ist berühmt für sein feines Aroma. Wegen der wertvollen Inhaltstoffe soll man es nicht kochen, sondern roh über die fertigen Speisen träufeln. Viele Heilpflanzen gerieten mit dem Aufkommen moderner Medizin in Vergessenheit.

Im Unterschied dazu kommt der Heilwirkung des Kürbis erst seit wenigen Jahren besondere Aufmerksamkeit zu: Es stellte sich heraus, dass aus dem Kürbis gewonnene Arzneimittel unter anderem Prostatabeschwerden lindern.

Powerstoffe in Fruchtfleisch und Kernen

Kürbisse enthalten viele gesunde Inhaltsstoffe und sind dabei echte Schlankmacher: 100 Gramm ihres Fruchtfleischs enthalten 27 Kalorien und kaum Fett. Dafür versorgt uns die Frucht mit Vitamin A, C und E, Folsäure, Magnesium, Calcium, Kalium und Zink. All diese Inhaltsstoffe stärken das Immunsystem und schützen vor freien Radikalen.

Die enthaltenen Carotinoide bewahren vor Krebs und Herzinfarkt. Darüber hinaus enthalten Kürbisse unter anderem Proteine, Globulin, Lecithin, Rohrzucker, Öl, Linolsäure, Phytosterin, Edestin, Phytin, Harz, Enzyme, Diastase, Urease, Emulsin, Salizylsäure, Spurenelemente, Magnesium, Kieselsäure und Natron.

Kerne und Fleisch des Kürbis zeigen unterschiedliche Effekte. So helfen die Kürbiskerne bei Prostatabeschwerden und Blasenschwäche, wirken harntreibend und behandeln Würmer.

Das Fruchtfleisch beruhigt den Magen und hilft bei Verstopfung, Nierenschwäche und Herzbeschwerden. Des Weiteren kann es bei Rheuma, Gicht und Fettsucht zu einer Verbesserung der Beschwerden führen.

Das sind die wichtigsten Inhaltsstoffe des Kürbisfleisches:

  • Ballaststoffe
  • Beta-Carotin
  • Vitamin E
  • Kalium
  • Lutein und Zeaxanthin (sekundäre Pflanzenstoffe)
  • Selen

Lutein und Zeaxanthin sind wichtige Antioxidantien, die vor allem die empfindlichen Sinneszellen der Netzhaut im Auge vor dem schädlichen UV-Anteil des Sonnenlichts schützen. Wasser und Ballaststoffe fördern die Verdauung.

Der hohe Kaliumgehalt wirkt entwässernd und harntreibend. Wasseransammlungen und Giftstoffe können somit leichter aus dem Gewebe geschwemmt werden.

Kürbissamen bremsen die Vergrößerung der Prostata

Die Phytosterole aus den Kürbiskernen ähneln bestimmten menschlichen Hormonen und sind in der Lage, die Bindung des DHT (Dihydrotestosteron), einer aggressiven Variante des männlichen Hormons Testosteron, in den Prostatazellen zu verhindern.

Dadurch wird der DHT-Spiegel gesenkt und der Stoffwechsel der Prostata kann sich normalisieren. Gegen eine gutartige Prostatavergrößerung (BPH) sollten Sie morgens und abends jeweils etwa 30 Gramm Kürbiskerne gut zerkauen und ein Glas Wasser dazu trinken. Eine Alternative zu den Kernen sind Fertigpräparate, die aus den Extrakten hergestellt wurden.

Kürbiskernöl schützt Ihre Blase und Ihre Prostata

Kürbiskerne und Kürbiskernöl enthalten Schutzsubstanzen, die Sie gegen Reizblase, Inkontinenz und Prostataleiden fit machen, denn sie enthalten Lignane. Dabei handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die leicht hormonell wirken. Darüber hinaus stecken neben Vitamin E Zink und Magnesium in den gesunden Kernen.

Auch die Fettzusammensetzung ist sehr günstig: Kürbiskernöl enthält 35 Prozent einfach ungesättigte Ölsäure, 55 Prozent Linolsäure und etwa zwei Prozent Alpha-Linolensäure. Das ist eine Omega-3-Fettsäure, die Ihren Körper unter vielen anderen positiven Wirkungen gegen Entzündungen schützt.

Kürbiskerne sind eine Wohltat bei einer Reizblase

Nicht nur für die Prostata sind Kürbiskerne ein seit langem geschätztes Naturheilmittel, denn die Kerne verbessern die Spannung der Blasenmuskulatur und vermindern dadurch den ständigen Harndrang.

Die Wirkungen auf die Blase:

  • Schutz vor der Anfälligkeit für Entzündungen
  • Beruhigung einer überaktiven Blase
  • Stärkung der Blasenmuskulatur
  • Verminderung von ständigem Harndrang

Damit sind die Kürbiskerne bzw. ihre Extrakte in Form von Fertigpräparaten eine gute Hilfe bei Stressinkontinenz und Reizblase.

Kürbistee für eine kräftige Blase

Setzen Sie zwei Esslöffel frische Kürbissamen mit einem daumengroßen Stück Ingwer in einem halben kaltem Wasser an. Erwärmen Sie den Ansatz und lassen Sie ihn nach dem Aufkochen noch zehn Minuten ziehen, ehe Sie ihn abseihen. Der Tee hilft gegen Harnwegsbeschwerden und Blasenschwäche.

Kürbiskernöl ist vielseitig anwendbar

Knabbern Sie häufiger Kürbiskerne oder bereichern Sie Ihren Salat mit leicht gerösteten Kernen. Auch Kürbiskernöl schmeckt prima im Salat oder an Suppen.  Es ist allerdings sehr intensiv und Sie sollten es zunächst sehr vorsichtig dosieren. Kochen und Braten verträgt es nicht.

Angebrochene Flaschen sollten in den Kühlschrank gestellt werden. Besonders gutes Öl wird in der Steiermark produziert. Ein halber Liter kostet zwischen 7 und 15 Euro. Noch effektiver sind die Wirkungen des Medizinal-Kürbis. Fertigpräparate erhalten Sie In Ihrer Apotheke.

Als Kapseln erhältlich

Kürbisse erhält man von September bis Dezember überall. Man kann sie auch leicht im heimischen Garten anbauen. Wer den Geschmack von Kürbis nicht mag, auf die gesunde Wirkung der Früchte aber nicht verzichten will, greift auffertige Präparate zurück.

Man kauft sie in Apotheken und Reformhäusern. Um auf schmackhafte Weise die eigene Gesundheit zu unterstützen, ersetzt man die Knabbereien für den Fernsehabend durch geröstete und gewürzte Kürbiskerne.

Eine Kürbissuppe verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen, da der Verzehr von Kürbis den Stoffwechsel anregt. Wer die Suppe mit Ingwer und Knoblauch würzt, tut sich gleich dreifach etwas Gutes. Probieren Sie es aus!

Feine Kürbiscremesuppe aus Hokkaido

Für erste Versuche empfiehlt sich der Hokkaido-Kürbis und folgendes Rezept für eine feine Kürbiscremesuppe, die Sie nach Belieben portionieren und einfrieren können.

Zutaten:

  • 1 honigmelonengroßen Hokkaido-Kürbis
  • 1 bis 2 große Kartoffeln
  • 1 bis 2 Karotten
  • 1 große Zwiebel und nach Geschmack Knoblauch
  • 1 EL Olivenöl
  • Ingwer, frisch oder als Pulver
  • Curcuma-Pulver
  • Koriander, gemahlen

Zubereitung:

Reinigen Sie den Kürbis gründlich mit warmem Wasser. Dann teilen und entkernen Sie ihn. Schneiden Sie ihn in kleine Stücke und die geschälten Kartoffeln und Karotten in etwa gleich große Stücke. Geben Sie den Kürbis, die Kartoffeln, die fein gewürfelten Zwiebeln und den Knoblauch in einen Topf, in dem Sie zuvor das Olivenöl erhitzt haben.

Wichtig dabei ist, immer etwas Wasser dazuzugeben. Nicht zu viel, denn der Kürbis besteht zu 93 Prozent aus Wasser. Ein halber Liter genügt. Kochen Sie alles weich und nehmen Sie das Gemüse anschließend vom Feuer.

Pürieren Sie den Topfinhalt mit einem Stabmixer. Wenn Sie das Gefühl haben, es fehlt Wasser, dann setzen Sie Wasser zu. Nun schmecken Sie die Suppe ab und dekorieren sie mit einem Schlag frisch geschlagener Sahne und einer Handvoll Petersilie oder Kürbiskernen. Guten Appetit!