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Goji Beere: Heilpflanze mit gesunder Wirkung

Goji-Beeren sind die Beeren des Gemeinen Bocksdorns (ein Nachtschattengewächs aus der Gattung der Bocksdorne) und werden auch als Chinesische Wolfsbeere bezeichnet. Wie der Name verrät, stammt die Frucht also ursprünglich aus dem asiatischen Raum. Mittlerweile ist die kleine Powerfrucht jedoch weltweit verbreitet. Der Gemeine Bocksdorn ist ein sommergrüner Strauch, der bis zu vier Meter hoch werden kann. Er kommt in freier Natur von Südosteuropa bis China vor, wo Goji-Beeren in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) Verwendung finden. Die Beeren werden im Sommer und im Herbst geerntet und anschließend direkt zu Saft verarbeitet oder schonend in der Sonne getrocknet. Bei uns kommen Goji-Beeren als Trockenfrüchte, Saft oder Pulver in den Handel.

Goji Beere in Schale© Adobe – timolina

Inhaltsstoffe der Goji-Beere

Die Beeren enthalten viele wichtige Stoffe, zum Beispiel:

  • Antioxidantien: Die Früchte weisen einen recht hohen Gehalt davon auf. Antioxidantien können Ihre Körperzellen vor den Angriffen von freien Radikalen schützen. So wehren sie Zellschäden ab, die auf Dauer Zivilisationskrankheiten auslösen können. Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie nie krank werden, wenn Sie die Beeren essen. Sie liefern Ihnen nur einen zusätzlichen Schutz.
  • Phenole: Auch diese sekundären Pflanzenstoffe schützen Sie vor Schäden durch freie Radikale.
  • Carotinoide: Diese Stoffe, zu denen unter anderem Beta-Carotin gehört, sind in keinem anderen Obst in solchen Mengen enthalten wie in den Wolfsbeeren. Sie bieten einen gewissen Schutz vor Schäden an der Netzhaut. Das enthaltene Lycopin, das auch in Tomaten vorkommt, kann Männern einen Schutz gegen Prostatakrebs bieten.
  • Selen: Die Beeren sind so reich an Selen, dass schon 130 Gramm ausreichen, um den Selenbedarf eines Tages zu decken. So sorgen sie dafür, dass unter anderem die Produktion Ihres Schilddrüsenhormons funktioniert.

Profitieren Sie von den zahlreichen Vitaminen und Mineralien

Zu den Superfoods zählt die Goji-Beere aufgrund ihrer Inhaltsstoffe: Sie enthält 19 Aminosäuren, darunter zehn, die Ihr Körper nicht selber herstellen kann. Mit ihrem Vitamin C-Gehalt steht die Beere anderem Obst in nichts nach: Sie enthält mehr Vitamin C als eine Orange.

Auch der weitere Vitamin- und Mineralgehalt kann sich sehen lassen: Neben den Vitaminen A, B, C und E liefert Ihnen die Beere 21 Mineralien, darunter Eisen, Magnesium, Phosphor und Kalium. Allein 50 Gramm Goji-Beeren decken Ihren Tagesbedarf an Eisen. Deshalb sind die Früchte insbesondere für Vegetarier, die häufig unter Eisenmangel leiden, eine interessante Speisenbeilage.

Goji-Beeren gegen Erkältung

Darüber hinaus nehmen Sie mit der Beere 20 Spurenelemente auf. Dazu zählen Kupfer, Mangan, Chrom, Selen und Zink. All diese Inhaltsstoffe unterstützen Ihr Immunsystem, beispielsweise im Kampf gegen eine Erkältung.

Wissenschaftliche Untersuchungen können die Wirksamkeit bestätigen: So zeigten zellbiologische Studien der Universität von Singapur im Jahr 2008, dass Goji-Beeren T-Zellen aktivieren, also wichtige Vermittler der körpereigenen Abwehr.

Schutz für Augen und Haut

Die Frucht punktet ebenfalls in Sachen sekundärer Pflanzenstoffe: Die beiden Antioxidantien Lutein und Zeaxanthein etwa können die Netzhaut der Augen vor einer Makuladegeneration schützen. Darauf verweist zumindest eine erste vielversprechende Untersuchung der Universität Hong Kong an Versuchsmäusen.

Lutein und Zeaxanthein zählen zu den Carotinoiden und beugen unter anderem Sonnenschäden der Haut vor. Bedenken Sie aber: Carotinoide sind fettlöslich. Damit die Stoffe als Sonnenschutz wirken können, sollten Sie Goji-Beeren am besten in Kombination mit einem hochwertigen ungesättigten Öl (z. B. Olivenöl) verspeisen.

So wirken Goji-Beeren

  • immunstärkend
  • antioxidativ
  • anti-entzündlich
  • darmschützend
  • stressreduzierend
  • haut- und augenschützend
  • entgiftend

Die Beeren enthalten zudem bestimmte Kohlenhydrate (Polysaccharide). Diese wirken sich positiv auf Ihre Darmflora aus, indem sie das Wachstum nützlicher Bakterien unterstützen.

Die Chinesen schätzen die kleinen Beeren aus vielen weiteren Gründen: Sie sollen etwa helfen, den Blutdruck zu senken, Stress abbauen, die Leistung des Gehirns erhöhen, die Muskulatur stärken, die Fettverbrennung steigern, den Schlaf verbessern und Entgiftungsprozesse in der Leber anregen.

Goji-Beeren als Nahrungsmittel

Zu kaufen gibt es diese kleinen, gesunden Beeren meistens getrocknet (wie Rosinen) und als Saft. Doch was lässt sich anstellen mit diesen kostbaren Beeren? Kaum erwähnenswert, weil schon weit verbreitet, ist der Vorschlag, die Beeren ins morgendliche Müsli zu geben. Einen erfrischenden Früchtetee erhält man dazu, gießt man einige getrockneten Beeren mit heißem Wasser auf. In pikanten Gerichten lassen sich überall dort, wo man gern mit süßen Beeren und Rosinen Akzente setzt, zur Abwechslung Goji-Beeren einsetzen. Zum Beispiel in Füllungen für Geflügel, als Soßenbeigabe für Wildgerichte, in Chutneys und in orientalischen Reis- und Kukusgerichten.

Natürlich lassen sie sich perfekt in der süßen Küche verarbeiten. Besonders mit dem kostbaren, reinen Goji-Saft kann man ungewöhnliche Geschmacksnuancen in Cremes und Puddings zaubern. Auch als Sorbet und Eiscreme kommt der fruchtig sanfte Goji-Geschmack gut zur Geltung. Genauso macht die Goji-Beere in Smoothies, Fruchtsalaten oder als fruchtiger Akzent in Blattsalaten geschmacklich etwas her. Für die Verwendung ist es fast immer besser, die trockenen Beeren zuvor in Wasser einzuweichen. Das Wasser lässt sich meistens später mit verwenden. Als Anregung finden Sie nun hier eines der etwas außergewöhnlicheren Goji-Beeren-Rezepte.

Frittierte Kürbisküchlein

Dafür werden gut 80g Goji-Beeren eine Stunde zuvor einweicht und abgegossen. 500 g Kürbis wird in Würfel geschnitten und in etwas Wasser gegart. Beides zusammen mit 125g Mehl, zwei Eiern, Salz und Zucker nach Geschmack in den Mixer geben und zu einem Püree verarbeiten.

Hokkaidokürbis mit Blättern© Yasonya – Fotolia

Dann in einer Pfanne mit reichlich Öl die kleinen Küchlein ausbacken oder frittieren. Das dauert ungefähr acht Minuten, dann sind sie schön braun. Auf ein Küchentuch zum Entfetten ablegen und mit etwas Zimtstaub und Zucker nach Wunsch anrichten. Ein außergewöhnlicher Genuss!

Goji-Beeren-Cocktail

  • 30 Gramm Goji-Beeren; frisch oder getrocknete Früchte (eingeweicht in Wasser)
  • 100 ml Saft von frischen Orangen
  • 100 Gramm Himbeeren (alternativ andere Beeren der Saison)
  • 1 EL Mandelöl oder ein anderes hochwertiges Öl

Die Zutaten in einen Mixer geben und etwa 30 Sekunden pürieren, bis alle Zutaten zerkleinert sind. Mit Wasser auf einen halben Liter auffüllen. Nach Belieben beispielsweise mit Agavendicksaft süßen.

So können Sie Goji-Beeren außerdem nutzen

  • Saft aus Goji-Beeren erhalten Sie im Reformhaus, im Bioladen oder im gut sortierten Supermarkt. Trinken Sie bei Erkältung, Abgeschlagenheit oder allgemein zur Immunstärkung täglich mindestens ein Glas.
  • Pulver in Kapselform erhalten Sie im Drogeriemarkt oder im gut sortierten Supermarkt. Nehmen Sie täglich eine Kapsel unzerkaut mit viel Wasser (beispielsweise während einer Erkältung).
  • Getrocknete Früchte erhalten Sie im Reformhaus, im Bioladen, im Drogeriemarkt und im gut sortierten Supermarkt. Würzen Sie Ihre Speisen mit den bittersäuerlich schmeckenden Früchten.
  • Nutzen Sie die Früchte beispielsweise als Einlage für Suppen, Joghurts oder geben Sie eine Handvoll Trockenfrüchte in Ihr Müsli. Um Pestizide zu vermeiden, achten Sie darauf, Beeren möglichst aus biologischem Anbau zu kaufen.
  • Die Beeren lassen sich aber auch im eigenen Garten anpflanzen: Die immergrünen Sträucher vertragen Frost und Hitzeperioden. Direkt nach der Ernte können Sie die Beeren roh verzehren.

Die Heilwirkung der Goji-Beere

In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden die Beeren im getrockneten Zustand gegen Bluthochdruck und erhöhten Blutzucker, bei Problemen mit den Augen und zur allgemeinen Unterstützung des Immunsystems eingenommen sowie zur Vorbeugung und Behandlung von Krebs. Erste Laboruntersuchungen haben ergeben, dass Extrakte des Gemeinen Bockdorns bei Glaukomerkrankungen die Zerstörung des Augennervs verhindern können, stark antioxidative Eigenschaften haben und in der Pflanze enthaltende Polysaccharide das Immunsystem positiv beeinflussen. Goji-Beeren enthalten eine Vielzahl von Vitaminen und Mineralien und gelten als nährstoffreich. Sie sollen die Fettverbrennung unterstützen und die Gesundheit der Haut positiv beeinflussen.

Zusammenfassend soll sie also:

  • die Libido erhöhen
  • antibiotisch wirken
  • das Herz stärken
  • das Immunsystem verbessern
  • vor Augenerkrankungen schützen
  • die Blutfettwerte senken
  • Alterungsprozesse hemmen

Die Schattenseite der Beere

Doch Vorsicht: Wenn Sie Blutverdünner wie Marcumar® nehmen, sollten Sie auf den Genuss der Frucht verzichten. Goji-Beeren verstärken die Wirkung des Medikaments und erhöhen unter Umständen das Blutungsrisiko.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte warnt ausdrücklich vor dieser Wechselwirkung, da in mehreren Fällen (aus dem asiatischen Raum) nach Verzehr der Beeren oder daraus zubereitetem Tee oder Saft die Blutgerinnungszeit (messbar mit dem INR-Wert) von zuvor stabil auf einen Vitamin-K-Antagonisten eingestellten Patienten stark angestiegen war.

Falsche Angabe über die Herkunft der Beeren

Oft wird die Goji- bzw. Wolfsbeere unter falschen Voraussetzungen verkauft. Es wird mit Angaben geworben, die so nicht richtig sind. Im Umlauf sind vor allem drei verschiedene Beerensorten:

  1. Beeren aus Wildsammlungen: Es gibt auf dem Weltmarkt definitiv keine Goji-Beeren, die wild wachsen. Alle Beeren, die Sie außerhalb der Ursprungsgebiete kaufen können, werden eigens für den Export gezüchtet. Sie wachsen auf Plantagen: In China gibt es über 100.000 Hektar, auf denen nur Goji-Beeren gezüchtet werden.
  2. Beeren aus dem Himalaya: Hier werden die Beeren gar nicht geerntet. Diese Gegend eignet sich nämlich nicht, um im großen Stil Lebensmittel für den Export anzubauen. Lediglich in einigen wenigen Tälern des Himalaya gibt es vereinzelte kümmerliche Sträucher, die nur wenige Beeren liefern.
  3. Beeren aus Tibet: Auch dort werden keine Wolfsbeeren für den Export erzeugt. Es gibt zwar bestimmte Arten, die in Tibet wachsen, aber nicht die, die Sie kaufen können. Das Klima ist im rund 3.000 Meter hoch gelegenen Tibet einfach zu rau für diese Beeren.

99 Prozent aller Beeren kommen dagegen aus dem Ningxia-Tal in China. Aber mit den „Mode-Bezeichnungen“ Tibet und Himalaya lässt sich mehr Geld verdienen. Immerhin gelten die Menschen, die hier leben, als gesund, naturverbunden und sie werden recht alt.

Goji-Beeren am Baum© LianeM – Fotolia

Mit „China“ assoziieren wir Europäer dagegen überfüllte Großstädte mit Millionen von Menschen und große Umweltverschmutzung. Aus diesem Grund sind übrigens auch die Beeren, die als „tibetisch“ oder „aus dem Himalaya stammend“ verkauft werden, teurer als Beeren ohne Herkunftsbezeichnung. Der Inhalt aber ist der gleiche. Wollen Sie also Goji-Beeren kaufen, greifen Sie daher zu den preiswerten ohne die Fantasiebezeichnungen.

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