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Der Apfel: Alltagsobst mit Superkraft

Ein englisches Sprichwort sagt: „An apple a day keeps the doctor away.“ Übersetzt: Ein Apfel pro Tag hält den Doktor fern. Tatsächlich steckt in jedem Apfel eine ganze Naturapotheke.

Roter, gelber und grüner Apfel mit eingeritzten Herzen auf Holz© kbuntu – Fotolia

Inhalt:

  1. Aus Asien in europäische Haushalte
  2. Apfel senkt Cholesterinwerte
  3. Was steckt eigentlich drin?
  4. Apfel getrocknet und gepresst
  5. So holen Sie das beste aus dem Apfel
  6. Tipps für bedenkenlosen Verzehr
  7. Vorteile von Bio-Äpfeln

Aus Asien in europäische Haushalte

Der Apfel (Malus domestica) aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) stammt aus Asien. Erst durch Kreuzungen mit dem europäischen Holzapfel entstanden unsere modernen Kulturäpfel.

Heute kennt man in Deutschland etwa 1.500 Sorten: vom Weißen Klarapfel, der im Juli reif ist, bis zum Ontarioapfel, der bis November am Baum bleibt. Allerdings entfällt der größte Teil des Angebots auf Importäpfel aus Neuseeland, Südafrika und Chile (Braeburn, Golden Delicious und Granny Smith).

Früher hatte fast jede Familie ihre eigenen Apfelbäume zur Selbstversorgung. Streuobstwiesen umgaben Städte und Dörfer. Der Apfel ließ sich vielfältig verwenden: Er wurde gekocht, gebacken, gebraten, gedörrt, zu Marmelade verarbeitet, zu Saft gepresst, zu Wein vergoren oder zu Schnaps destilliert. Besonders schöne große Äpfel galten als begehrtes Geschenk.

Einen Apfel roh zu genießen, kam erst relativ spät in Mode. Rohe Äpfel hielt man für reine Medizin.

Apfel senkt Cholesterinwerte

Britische Forscher berechneten die voraussichtlichen Folgen der täglichen Einnahme von Äpfeln und Cholesterinsenkern (Statinen). Ob es nun ein Apfel pro Tag oder eine Statintablette ist: Beides beugt Gefäßerkrankungen ähnlich effektiv vor.

Der tägliche Genuss von Äpfeln trägt also zur Senkungen des Cholesterinspiegels bei und senkt somit das Risko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Darüber hinaus steckt der Apfel voller weiterer reichhaltiger Inhaltsstoffe.

Was steckt eigentlich drin?

Das sind die wirksamen Inhaltsstoffe des Apfels und das bewirken sie:

  • sekundäre Pflanzenstoffe wie Quercetin, Phenole, Anthozyane haben vielfältige Aufgaben, machen unter anderem freie Radikale unschädlich, schützen vor Krankheitserregern, beugen Krebs vor, stärken das Immunsystem, erhöhen die Widerstandskraft
  • Vitamin C hilft bei Infekten, stärkt Herz und die körpereigenen Abwehrmechanismen, beugt Erkältungen vor
  • Pektin senkt Cholesterin- und Blutzuckerspiegel, unterstützt die Darmflora, regt die Verdauung an, entwässert, schützt vor Arteriosklerose, beugt Herz- und Kreislauf-Erkrankungen sowie Darmkrebs vor, fördert körpereigene Entgiftungsreaktionen
  • Ballaststoffe machen angenehm satt und regen die Verdauung an, fördern körpereigene Entgiftungsreaktionen, schützen vor Darmkrebs, stärken die Abwehrkraft des Darmes
  • Vitamine haben vielfältige Aufgaben, sind an allen Prozessen im Körper beteiligt, bekämpfen unter anderem freie Radikale und aktivieren lebenswichtige Enzyme, schützen vor Infektionen, verlangsamen den Alterungsprozess und die Zellentartung, stärken die Abwehrmechanismen
  • Mineralstoffe haben vielfältige Aufgaben, sind an allen Prozessen im Körper beteiligt, aktivieren unter anderem lebenswichtige Enzyme, den Stoffwechsel innerhalb und außerhalb der Zelle, steigern die körperliche Leistungsfähigkeit und Abwehrkraft
  • Kaloriengehalt: mit nur 60 Kalorien pro 100 Gramm gut für den kleinen Hunger zwischendurch, hilft Ihnen nicht zu viele Kalorien aufzunehmen und damit beim Abnehmen

Apfel getrocknet und gepresst

Ein Apfel am Tag reicht bereits aus, um die positiven Auswirkungen der Frucht auszunutzen. Wenn Sie den Apfel roh verzehren, schälen Sie ihn am besten nicht, sondern genießen Sie das Obst mit der Schale, die besonders viel Pektin enthält.

Wenn es Ihnen schmeckt, zögern Sie nicht, mehr Äpfel zu essen oder die Früchte zur Abwechslung getrocknet zu probieren. Apfelringe sind das reinste Powerfood und eignen sich als Snack für unterwegs.

Als Durstlöscher erfrischt naturtrüber Apfelsaft mit Wasser im Verhältnis 1:3. Wissenschaftler der Universität Warschau fanden heraus, dass naturtrüber Apfelsaft deutlich gesünder ist als klare Säfte. Sie enthalten mehr sekundäre Pflanzenstoffe, weshalb sie freie Radikale wesentlich besser neutralisieren.

So holen Sie das beste aus dem Apfel

Probieren Sie bei Bedarf einmal die folgenden Hausmitel aus Äpfeln aus und lassen Sie sich von der Wirkung überraschen.

Zur Regulierung des Stuhlgangs:

Gegen Verstopfung und Stuhlträgheit hilft ein auf nüchternen Magen sehr gründlich gekauter Apfel. Bei Durchfallerkrankungen hat ein mit der Schale fein geriebener Apfel eine stopfende Wirkung.

Gegen Halsschmerzen:

Bei Heiserkeit und Halsschmerzen ist ein Bratapfel mit etwas Honig ein altbewährtes Hausmittel.

Was Sie brauchen:

  • 8 Äpfel
  • 200 Gramm Preiselbeeren
  • 100 Gramm Marzipanrohmasse
  • 1 Becher Dickmilch (500 ml)
  • 4 Teelöffel Honig
  • 1 Vanilleschote

Heizen Sie den Ofen auf 200 Grad vor und waschen Sie die Äpfel. Das Kerngehäuse ausstechen, dabei aber möglichst nicht ganz durchstechen, damit Sie einen „Korken“ haben. Füllen Sie die Äpfel mit der Marzipanmasse und den Preiselbeeren und setzen Sie die Äpfel auf ein Backblech.

40 Minuten sollten Sie den Äpfeln geben und in dieser Zeit das Mark aus der Vanilleschote kratzen und mit Honig und Dickmilch verrühren. Die gebackenen Äpfel auf tiefe Teller geben, die Sauce dazu verteilen und jeweils einen Klacks der übrigen Preiselbeeren zur Deko machen.

Zur Beruhigung und Schlafförderung:

Schneiden Sie einen ungeschälten Apfel in feine Streifen, und übergießen Sie die Stücke mit 1 l kochendem Wasser. Lassen Sie den Ansatz 2 Stunden ziehen ehe Sie ihn abseihen. Trinken Sie von diesem Apfeltee bei Nervosität oder als Einschlafhilfe ein bis zwei Tassen.

Als natürliche „Darmsanierung“:

Äpfel „putzen“ den Darm und normalisieren die Verdauung. Legen Sie als kleine Reinigungskur zwischendurch einmal ein bis drei Apfeltage ein, an denen Sie nichts anderes als 8 bis 10 Äpfel und viel Flüssigkeit in Form von Wasser und Tees zu sich nehmen, ein.

Tipps für bedenkenlosen Verzehr

Apfelsorten wie Gala, Jonagold, Cox Orange und Golden Delicious enthalten viel Zucker. Wenn Sie Diabetiker sind oder Probleme mit Darmpilz haben, wählen Sie säuerliche Sorten, zum Beispiel Boskop, Gravensteiner oder Idared.

Wenn Sie keine Äpfel mögen oder darauf allergisch reagieren, setzen Sie viele Vollkornprodukte auf Ihren Speiseplan. Auch sie enthalten reichlich Ballaststoffe.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) sowie die Ayurvedische Gesundheitslehre betrachten den Apfel als kalte Frucht, die das „Verdauungsfeuer“ schwächt. Das vermeiden Sie, indem Sie den Apfel kochen und wärmende Gewürze wie Ingwer, Galgant, Nelken und Zimt hinzufügen.

Vorteile von Bio-Äpfeln

Greifen Sie öfter zu Äpfeln aus heimischem Bio-Anbau – auch wenn diese nicht der optischen Norm entsprechen. Der bessere Geschmack wird Sie auch mit den höheren Preisen versöhnen.

Äpfel aus ökologischem Anbau haben weitere Vorteile, obwohl sie nicht zwangsläufig gesünder sein müssen. So liefern sie den gleichen Gehalt an Nähr- und Vitalstoffen wie Äpfel von konventionellen Apfelbauern.

Viele konventionelle Apfelbauern nehmen es mit den gesetzlichen Vorschriften für Pflanzenschutzmittel – scheint es – allerdings nicht so genau: Eine Kontrolle des Pflanzenschutzamtes Hannover bei 99 Obstbauern im Alten Land bei Hamburg ergab, dass die Apfelbäume mit einem Nebel von Gift überzogen wurden, häufig ohne vorgeschriebene Schutztechnik. Zudem führten die Apfelhöfe keine und nur unzureichende Spritzbücher.

Bio-Äpfel kommen in der Regel vom traditionell arbeitenden Bauernhof. Das Fruchtfleisch der alten und naturgemäß gezogenen Sorten ist meist fester und schmackhafter. Die Früchte enthalten weniger Wasser, duften und schmecken dadurch intensiver. Außerdem sind sie länger lagerfähig. Weil Öko-Apfelbauern wegen des doch enormen Arbeitsaufwands nur etwa die Hälfte des konventionellen Anbaus ernten können, sind ihre Preise höher.