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Acerola-Kirsche: Das steckt in der roten Vitamin-C-Bombe

Von den Indios wurde sie vielsagend „Azarole“ genannt, was so viel bedeutet wie „kleine, hübsche und nützliche Frucht“. Denn bereits die Ureinwohner Mittelamerikas schätzten den gesundheitlichen Nutzen. Ihren Ursprung hat die Acerola-Frucht auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Angebaut wird sie heutzutage aber ebenso in Texas, Mexiko, Panama, Brasilien, Guatemala und Jamaika. Außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes gibt es keine nennenswerte Kultivierung.

Bekannt ist die Frucht auch als Acerola-Kirsche, weil sie einer Kirsche vom Aussehen ähnelt. Genau wie eine Kirsche ist auch die Acerola-Frucht ein bis drei Zentimeter groß, rund, gelborange bis rot. Dann endet es aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten: Streng genommen ist die Acerola-Kirsche nämlich keine Kirsche. Vielmehr gehört die Frucht zur Familie der Malpighiengewächse. Es handelt sich um Sträucher oder niedrige Bäume mit einer Wuchshöhe zwischen einem und drei Metern.

Acerola-Kirschen© Jobz fotografia – Fotolia

Acerola: Anspruchslos und sehr gesund

Die Pflanze wächst bis zu einer Höhe von 1.600 Metern. Sie stellt keine großen Ansprüche an ihren Standort. So findet man sie an Straßenrändern, feuchten Flussufern, auf trockenen Böden oder sogar felsigem Untergrund. Die Früchte der Acerola haben einen extrem hohen Gehalt an Vitamin C: 100 Gramm frischen Acerolasaftes enthalten bis zu 4.500 Milligramm des Vitamins. Selbst Deutschlands beliebte Vitamin-C-Lieferanten Orange und Zitrone müssen hier passen. So enthält die Acerola-Kirsche etwa 40-mal mehr Vitamin C als eine Orange. Damit gehört sie zu den Vitamin-C-reichsten Früchten der Welt. In 100 ml Acerola-Saft stecken 1078,5 mg des Vitamins. Acerola wird deshalb als Nahrungsergänzungsmittel bei Vitamin-C-Mangel genutzt.

Man kann die Früchte roh als Obst verzehren. Bis zu viermal im Jahr wird sie geerntet. Weil das Fruchtfleisch allerdings sehr saftig und ihre Haut äußerst dünn ist, kann sie nicht lange gelagert werden. Bereits drei bis fünf Tage nach der Ernte verderben die Früchte. Deshalb werden frische Acerola-Früchte so gut wie gar nicht in Deutschland angeboten. Dennoch müssen Sie auf die Inhaltsstoffe nicht verzichten: Hierzulande können Sie die Acerola-Kirsche beispielsweise als Fruchtsaft oder Pulver zu sich nehmen, aber auch getrocknet (zum Beispiel in Müsli; getrocknete Früchte erhalten Sie in Naturkostläden). Der Verzehr lohnt sich, denn die Inhaltsstoffe haben Ihrer Gesundheit einiges zu bieten.

So erkennen Sie einen Mangel an Vitamin C

Sie müssen wissen: Ihr Körper kann Vitamin C nicht selbst produzieren. Sie sollten deshalb unbedingt darauf achten, dass Sie täglich mindestens 100 mg des Vitamins mit der Nahrung aufnehmen. Typische Mangelerscheinungen sind beispielsweise eine Bindegewebsschäche, eine schlechte Wundheilung und eine erhöhte Infektionsgefahr.

Diese Aufgaben übernimmt Vitamin C in Ihrem Körper:

  • fördert zahlreiche Stoffwechselvorgänge
  • stimuliert die Abwehrfunktionen
  • neutralisiert freie Radikale
  • unterstützt die Reifung der roten Blutkörperchen und die Eisenaufnahme.

Darüber hinaus wirkt Vitamin C antioxidativ, das heißt es fängt zellschädigende Sauerstoffradikale ab, die beispielsweise für die Entstehung von Gefäß- oder Krebserkrankungen mitverantwortlich sind. Die Acerola-Kirsche stellt die bessere Alternative zu künstlich hergestelltem Vitamin C dar. Besonders in der kalten Jahreszeit, unter Stress, bei Nikotinkonsum oder um Erkältungskrankheiten vorzubeugen, ist es von Vorteil, Acerolaprodukte einzunehmen.

Weitere gesunde Inhaltsstoffe

Antioxidativ wirken auch die in der Acerola-Frucht enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe wie beispielsweise die Flavonoide. Daneben punktet die Acerola-Kirsche mit Provitamin A, Vitamin B1, B2, Mineralstoffen und Ballaststoffen. Vitamin B1 beispielsweise, auch Thiamin genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin. Ihr Körper braucht es, um Nährstoffe, insbesondere Kohlenhydrate, aus der Nahrung zu verstoffwechseln und in Energie umzuwandeln.

Auch Vitamin B2 ist für zahlreiche Stoffwechselvorgänge von Bedeutung. Ihr Körper braucht Vitamin B2 beispielsweise, um Glukose oder Fettsäuren in Energie umzuwandeln und die Vorstufe von Vitamin A sorgt im Körper letztendlich für schöne Haut, Haare und Nägel. Eisen ist am Sauerstofftransport im Körper beteiligt. Kalzium stärkt Ihre Knochen, unterstützt die Verdauung oder fördert unter anderem die Informationsweiterleitung in Muskeln und Nerven.

Hoher Kaliumgehalt entlastet Herz-Kreislaufsystem

Von allen Mineralstoffen ist Kalium am stärksten in der Acerola-Kirsche vertreten. In 100 ml Acerolasaft stecken etwa 70 mg. Kalium erweitert die Gefäße und entlastet so Ihr Herz-Kreislauf-System. Doch Vorsicht: In sehr hohen Dosen kann Acerola Durchfall verursachen. Übertreiben Sie es also nicht mit dem Verzehr.

Acerolaprodukte sind im Reformhaus und mittlerweile auch im Supermarkt erhältlich. Hier finden sich nicht nur die üblichen Präparate und Säfte, sondern auch Marmeladen, Gelees und sogar Joghurt- und Quarkzubereitungen. Sie stärkt das Immunsystem, beruhigt dank des Gehalts an Vitamin B die Nerven und beeinflusst die Zellvitalität positiv.

So können Sie Acerola nutzen

  • Acerola-Präparate erhalten Sie in gut sortierten Supermärkten, Drogerien, Reformhäusern oder in Bio-Märkten.
  • Saft: z. B. von Schoenenberger 3,29 € pro 100 ml; Alnavit 1,20 für 100 ml; Rabenhorst 1,30 € für 100 ml.
  • Acerola enthalten im Müsli-Mix: Verival Beeren Urkorn Müsli Bio, 100 Gramm kosten 1,23
  • Kapseln: z. B. von Sanct Bernhard 300 Kapseln für 13,50 €; Hawlik 19 Kapseln für 18,90 €
  • Pulver: z. B. von Raab 100 Gramm für 14€; acai 100 Gramm für ca. 8€; nu3, 300g für 30 €

Wegen des hohen Vitamin-C-Gehalts eignet sich Acerolasaft auch als Zugabe für einen anderen Fruchtsaft, kombiniert beispielsweise mit Traube, Apfel, Maracuja, Kirsche oder Orange. Geben Sie doch zwei Teelöffel Acerolasaft in 100 ml Apfelsaft und verdünnen Sie alles mit etwa 300 ml Mineralwasser.

Rezept für Holunder-Acerola Saft

Ideal bei einer Erkältung:

  • 250 ml Holunderbeersaft
  • 20 ml Acerolasaft
  • 2 Gewürznelken

Holundersaft, Acerolasaft und Gewürznelken mischen und alles zusammen kurz erhitzen. Anschließend fünf Minuten ziehen lassen. Gewürznelken absieben. Den Saft möglichst warm genießen.

Rezept für Birnen-Acerola-Aufstrich

  • 2 Birnen
  • 1 Lauchzwiebel
  • 1 Bund Basilikum
  • 3 EL Acerolasaft
  • 3 EL Frischkäse
  • Salz, Pfeffer, Zitronensaft

Birnen halbieren, entkernen und in grobe Würfel schneiden. Die Lauchzwiebel in feine Ringe schneiden. Die Basilikumblättchen am Stiel entfernen. Basilikumblättchen, Birnen, Lauchzwiebel, drei Esslöffel Acerolasaft und drei Esslöffel Frischkäse pürieren. Anschließend nach Belieben mit Zitronensaft, Pfeffer und Salz würzen. Der Aufstrich schmeckt sehr lecker auf geröstetem Brot.