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Tennisarm (Epikondylitis): Sehr schmerzhaft auch ohne Tennis

Der Tennisarm (Epikondylitis radialis humeri) oder Tennis-Ellenbogen bezeichnet eine erworbene Reizung oder Entzündung der Sehnenansätze der Muskeln des Unterarms, die an der äußeren Seite des Oberarms entspringen.

Anders als der Name vermuten lässt, ist der Tennisarm in den wenigsten Fällen auf exzessives Tennisspielen zurückzuführen. Der Grund liegt häufig in einer beruflichen Überanstrengung. Die Ursache eines Tennisarms stellt immer eine chronische mechanische Überlastung dar.

Wenn sich die Sehnen, die die Muskeln am Knochen befestigen, entzünden oder durch feine Risse verletzt werden, resultiert daraus eine Sehnenentzündung (Tendinitis). Tennis- und Golfer-Ellenbogen sind 2 Formen dieser Erkrankung. Durch Überbeanspruchung oder das Tragen schwerer Gegenstände mit gestreckten Armen erleiden die Sehnen im Bereich des Ellenbogens Schaden.

Tennisarm – Was dahinter steckt

Schmerzen am Ellenbogen werden gemeinhin als Tennisarm bezeichnet. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie Tennis spielen oder nicht. Der Begriff „Tennisarm“ hat sich für eine entzündliche Ellenbogen-Krankheit schlichtweg eingebürgert.

Nur 30% der Tennisspieler entwickeln einen Tennisarm. Weit unter 10% der Erkrankungen werden durch Sport verursacht. Alle anderen Tennisarm-Erkrankungen haben ihre Ursache in:

  • einer Überlastung der Unterarm-Streckmuskeln,
  • Zwangshaltungen
  • oder in Mikroverletzungen durch Stöße.

Es gibt darüber hinaus Berufsgruppen, die regelmäßig unter einem Tennisarm leiden. Hierzu gehören z. B. Klempner, aber auch Menschen, die viel am Computer arbeiten oder häufig schwere Lasten tragen müssen. Der Tennisarm tritt häufig bei Patienten mittleren Alters auf, er betrifft weder Frauen noch Männer häufiger.

Die Reizung äußert sich generell durch starke, oft stechende Schmerzen im Bereich des Ellenbogens. Sie strahlen häufig bis in Handflächen und Finger aus und machen einfache Tätigkeiten des Alltags wie das Tragen von Gegenständen oder das Händeschütteln unmöglich.

Die Sehnen-Ansätze reagieren schmerzhaft auf Druck und der betroffene Arm ist in seiner Bewegung eingeschränkt. Dies ist jedoch in den meisten Fällen bedingt durch akute Schmerzen und nicht durch etwaigen Verschleiß.

Der Tennisarm äußert sich darüber hinaus durch verschiedene weitere Beschwerden. Es gibt u. a.:

  • Schmerzen, wenn Hand und/oder Finger belastet werden.
  • Schmerzen beim Halten von Gegenständen, z. B. Kaffeetassen.
  • Schwäche-Gefühle, d. h. Gegenstände können daher nicht mehr aufgehoben oder festgehalten werden.

Die Diagnose „Tennisarm“ ist nicht leicht zu stellen

Auf dem Röntgenbild zeigt sich ein Tennisarm normalerweise nicht. Das Einzige, was ein Arzt ab und zu erkennen kann, sind kleine Verkalkungen. Diese entstehen durch die Entzündungs-Prozesse im Ellenbogen. Daher sollten Sie Ihren Arzt darauf hinweisen, dass Ihre Schmerzen aus einer Überbelastung entstanden sein könnten. Dann liegt die Diagnose Tennisarm nahe.

Leider kann ein Tennisarm, wenn er nicht behandelt wird, sehr schnell chronisch werden. Die Patienten neigen einerseits zu Vermeidungs-Strategien und Schonhaltungen, andererseits gewöhnt sich der Körper an die Schmerzen. Durch diese Taktik kann es sogar zu Ruheschmerzen kommen; also zu Beschwerden in einer Situation, in der der Arm weder belastet noch bewegt wird. Sie sollten daher, wenn Tennisarm-Beschwerden  länger als 10 Tage anhalten, auf jeden Fall zum Arzt gehen.

Mögliche Behandlungs-Methoden

Einen Tennisarm kann man sowohl konservativ als auch operativ behandeln. Bevor bei einem Tennisarm operiert wird, können Sie eine ganze Menge anderer Methoden versuchen, so können Ihnen beispielsweise die folgenden Herangehensweisen helfen:

  • verschiedene Maßnahmen der Wärmetherapie,
  • Massagen,
  • bestimmte Salben,
  • Quark-Umschläge,
  • eine Kortison-Behandlung
  • oder die Methode, den Arm mittels einer Gips-Schiene ruhigzustellen.

Idealerweise besteht die Behandlung aus einer Kombination von physikalischen und medikamentösen Therapien. Hier die am meisten verbreiteten Methoden:

  • Ruhe – Hören Sie mit der Tätigkeit auf, welche die Schmerzen verschlimmert. Das Tragen einer ledernen Unterarm-Manschette oder einer Schiene verringert den Zug auf die Unterarm-Muskulatur.
  • Behandeln Sie die Schmerzen – Legen Sie 3- bis 4-mal täglich für 5 bis 8 Min. Eispackungen auf. Falls Ihr Arzt nichts Gegenteiliges verordnet, nehmen Sie zur Schmerzlinderung Paracetamol oder nichtsteroidale, entzündungshemmende Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen ein.
  • Nutzen Sie physikalische Therapie-MöglichkeitenUltraschall findet seinen Einsatz in der Schmerzlinderung. Darüber hinaus wendet man eine Methode an, bei der ein schwacher elektrischer Strom Corticoid-Lösung in die betroffene Region transportiert. Ihr Arzt empfiehlt Ihnen leichte Dehnübungen, um das Handgelenk und die Unterarm-Muskulatur zu stärken und einer erneuten Verletzung vorzubeugen.
  • Wenden Sie bei Ihrem Sport die korrekte Technik an – Mit Hilfe eines Mannschafts-Spielers oder eines professionellen Trainers erlernen Sie die richtige Technik.

Eine Operation sollten Sie erst in Betracht ziehen, wenn alle anderen Mittel ausgeschöpft sind. Erst, wenn alle alternativen Methoden keinen Erfolg hatten, kann Ihr Arzt darüber nachdenken, ob eine sogenannte Denervierung angebracht ist. Hierbei werden Nerven im betroffenen Bereich gezielt zerstört, indem sie mit einer Sonde verödet werden. Zudem wird der Muskel, der angespannt ist, in Teilen abgelöst.

Tennis- oder Golfer-Ellenbogen brauchen oft mehrere Wochen bis Monate bis zur vollständigen Genesung.

Studie zeigt: Abwarten ist oft besser als Kortison

Bevor Sie eine Sehnen- oder Gelenkentzündung wie einen Tennisarm mit Kortison-Spritzen behandeln lassen, sollten Sie also abwarten, ob die Beschwerden – mit etwas Schonung – nicht von selbst wieder zurückgehen. Das ist das Fazit einer Studie australischer Forscher an der Universität von Queensland in Brisbane.

Wie die Universität im Oktober 2006 meldete, teilten die Mediziner jeweils etwa 30 Patienten mit einem Tennis-Ellenbogen in 3 verschiedene Behandlungs-Gruppen ein:

  • Gruppe 1 erhielt eine Kortison-Injektion,
  • Gruppe 2 wurde mit Krankengymnastik behandelt,
  • und in Gruppe 3 wurde den Patienten lediglich zur Schonung geraten.

Nach 6 Wochen berichteten 78 % aus der Kortison-Gruppe von einer deutlichen Besserung. In den anderen Gruppen lagen die Zahlen mit 65% (Gymnastik) und 27% (Abwarten) zunächst deutlich darunter. Nach 1 Jahr hatte sich das Bild jedoch komplett gedreht: Durch alleiniges Abwarten oder Krankengymnastik waren die Beschwerden nahezu vollständig zurückgedrängt worden. In der Kortison-Gruppe klagten dagegen fast 70% der Patienten weiterhin über Schmerzen im Ellenbogen.

Die Forscher vermuten, dass die sofortige Schmerzfreiheit durch die Kortison-Spritze die Patienten dazu verleitet hat, den Arm zu schnell wieder zu belasten. So konnte die Krankheit gar nicht richtig ausheilen. Nicht immer ist also ein schneller Erfolg tatsächlich auch ein langfristiger Vorteil für die Patienten.

Tennisarm Prof. (DHfPG) Dr. Thomas Wessinghage Tennis- und Golfer-Ellenbogen: Ursachen und 1. Hilfe

In diesem Beitrag erfahren Sie von unseren Experten mehr über die Ursachen und Möglichkeiten der 1. Hilfe bei Tennis- und Golfer-Ellenbogen.

Tennisarm Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Tennisarm: Behandlung

Zur Tennisarm-Behandlung gibt es verschiedene Möglichkeiten, die je nach Intensität der Beschwerden eingesetzt werden. Alles Weitere dazu hier:

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