Urwald-Apotheke: Altes Wissen wird rar
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Urwald-Apotheke
GNL5356
Gleichzeitig mit dem Run auf die wertvollen Substanzen schwindet auch der Regenwald durch Brandrodung – mit ihm die botanischen Wunderwaffen. Mit der Zerstörung des Urwaldes geht das Pflanzenwissen der Schamanen mehr und mehr verloren. Vor allem die älteren Medizinmänner haben noch Hunderte von Heilrezepten im Kopf, die sie mündlich überliefern. Sie allein wissen, welche Teile von Pflanzen wirksam sind, in welchen Dosierungen sie wirken, ab wann sie Gift oder Heilmittel sind. Nur wenige Pharmafirmen machen sich die Mühe, jahrelang um das Vertrauen der Schamanen zu ringen und von ihnen zu lernen. Inzwischen weiß man, dass die Pflanzenrezepte der Urvölker nicht nur seit Jahrhunderten erprobt und verträglich, sondern auch bei richtigem Gebrauch fast immer ohne schädliche Nebenwirkungen sind.
Damit aus einer Pflanze ein Medikament werden kann, wird der Hauptwirkstoff aus der Pflanze isoliert, Menge, Qualität und Konzentration bestimmt. Der so „designte“ Stoff gilt als gezielter einsetzbar. Der wirkliche Grund ist vermutlich aber ein ökonomischer: Pflanzen können nicht patentiert werden, wohl aber das Verfahren zur Umwandlung einer Pflanze in ein Medikament. Und nur was patentiert ist, kann finanziell erfolgreich vermarktet werden. Nachdem Proteste laut wurden, weil den Ureinwohnern damit ihre Heilgeheimnisse weggenommen – gestohlen – werden, ohne dass sie dafür entschädigt werden, bemühen sich heute mehr und mehr Arzneifirmen mit den Heilkundigen zu kooperieren, so dass alle Beteiligten etwas davon haben. Die Schamanen gehen so sicher, dass ihr Heilwissen der Nachwelt überliefert wird. Denn auch sie haben „Nachwuchsprobleme“.
Weitere Beiträge zu diesem Thema
Kostenlose Newsletter
Gratis Gesundheits-Tipps
per E-Mail
Berkeley Wellness-Report
Informationen zu den Themen Gesundheit, Ernährung, Fitness und Wohlbefinden. Herausgegeben in Zusammenarbeit mit der School of Public Health / Universität Berkeley
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Berkeley Wellness-Report