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Kinesiologie: Die Heilmethode mit den bunten Tapes

Inhaltsverzeichnis:

  1. Angewandte Kinesiologie
  2. Wundermittel Kinesiotape
  3. Kleiner kinesiologischer Einsteigerkurs für zu Hause
  4. Wichtig ist die Farbe des Tapes

Kinesiologie bedeutet wörtlich übersetzt die „Lehre von der Bewegung“. In den 1960er Jahren entwickelte der amerikanische Chiropraktiker George Goodheart die Lehre als Instrument zur Diagnose und als Therapieform. Ziel der Kinesiologie ist es, geistige, körperliche und seelische Beweglichkeit und Ausgeglichenheit herzustellen. Dabei ging Goodheart davon aus, dass Lebensenergien durch bestimmte Leitbahnen im Körper fließen (ähnlich den Meridianen in der Traditionellen Chinesischen Medizin) und dass energetische Blockaden zu seelischen Problemen, Stress und Krankheiten führen.

Kinesiotapes© Adobe Stock – Africa Studio

Angewandte Kinesiologie

Um solche Blockaden zu finden, setzt die Kinesiologie Muskeltests ein. Diese Tests basieren auf der Annahme, dass körperliche Erkrankungen oder seelischer Stress eine Schwächung bestimmter Muskeln zur Folge habe, da die Muskeln über die Meridiane mit den Organen in Verbindung stünden. Die Schwäche einer bestimmten Muskelgruppe solle somit die Blockade in einem bestimmten Organ anzeigen. Demzufolge könne im Umkehrschluss die Stärkung eines Muskels auch die Heilung einer Blockade und damit die Heilung einer Erkrankung bewirken.

Dabei sind Kinesiologen überzeugt: Der Körper weiß, was ihm guttut und gibt durch die jeweilige Muskelreaktion entsprechendes Bio-Feedback. Der Kinesiologe weiß genau, wie er die Ergebnisse des Muskeltests interpretieren muss und welche Heilmittel er im jeweiligen Fall einsetzen muss. So kann er individuelle Therapien entwickeln und eine schulmedizinische Behandlung unterstützen. Wissenschaftlich lässt sich die Theorie Goodhearts allerdings bisher nicht belegen, sodass die Krankenkassen die Kosten für eine Behandlung nicht übernehmen. Keine der bisher durchgeführten Forschungen konnte einen Beleg für die Wirksamkeit der Kinesiologie erbringen.

Verschiedene Techniken

Die Kinesiologie teilt sich in verschiedene Richtungen auf. So gibt es beispielsweise die Technik „Touch for health“ (Heilen durch Berühren), das „Three-in-one concept“ (individuelle Lösungsstrategien finden) und die „Brain Gym“ (verbessere Konzentrations- und Lernfähigkeit durch Bewegung), die vor allem im Bereich der Edu-Kinestetik von Eltern und Lehrern eingesetzt wird.

Auch Krankengymnasten und Chiropraktiker können die Kinesiologie einsetzen, um bestimmte Verspannungen zu lösen oder Muskeln zu aktivieren und zu stärken. Selbst in der Psychotherapie ist ein Einsatz der Kinesiologie möglich, wenn es darum geht, seelische Blockaden zu erkennen und zu lösen oder um das persönliche Wachstum zu fördern. Generell gilt aber wie bei allen esoterischen Heilmethoden, dass bei jedem Verdacht auf eine ernsthafte Erkrankung ein Schulmediziner zu Rate gezogen werden muss. Die Kinesiologie kann den Heilungsprozess bestenfalls unterstützen, nicht aber einen Arztbesuch ersetzen.

Wundermittel Kinesiotape

Das Fixieren mit zugfesten Klebestreifen nennen Sportmediziner Tapen. Es ist eine altbewährte Methode, um verletzte Gelenke ruhigzustellen. Besonders Profisportler schätzen beispielsweise bei Verletzungen im Sprunggelenk die stabilisierende Wirkung dieser Tapes (engl.: Klebeband). Seit einigen Jahren arbeiten Physiotherapeuten und Orthopäden mit einer neuen Generation von Tapes, die nicht mehr starr, sondern elastisch sind und von neutralen Farben wie beige oder schwarz auch in allen Farben des Regenbogens erhältlich sind.

Das können Kinesiotapes bewirken:

  • Erhöhung der Gewebedurchblutung
  • Verbesserung der Muskelfunktion
  • Schmerzlinderung
  • Unterstützung der Gelenkfunktion
  • Aktivierung des Lymphflusses

Kinesiotapes: Mit bunten Bändern Schmerzen wegkleben

In der Nachbehandlung von Gelenkeingriffen ist die Frühmobilisation heute ein therapeutischer Imperativ und ein fester Bestandteil der Kinesiologie. Unterstützend kann das Kinesiotape eingesetzt werden, um Schmerzreize zu reduzieren und den Heilungsprozess anzuregen. Auf diese Weise kann der Teufelskreis zwischen Schmerz, Verspannung und Fehlbelastung, der letztlich zu erneuter Schmerzentstehung führt, durchbrochen werden.

Kinesiotapes unterscheiden sich von herkömmlichen Klebeverbänden durch ihre Dehnfähigkeit und Elastizität. Die elastischen Fasern finden sich nur in Längsrichtung. In Querrichtung ist das Tape nicht dehnfähig. Grundmaterial ist Baumwolle versehen mit einem dünnen Film Acrylkleber. Eine Rolle Kinesiotape mit etwa 4 m Länge kostet circa 17 Euro. Erhältlich sind die Klebestreifen über Physiotherapeuten, Apotheken und Sportfachgeschäfte.

Bei folgenden Beschwerden und Verletzungen kann das Kinesiotape effizient eingesetzt werden:

  • funktionelle Gelenkbeschwerden
  • Muskelverletzungen verschiedener Art
  • Rückenschmerzen leichterer Art
  • Tennis- und Golfarm
  • Sehnenscheidenentzündungen
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Achillessehnenreizung
  • Schmerzen am Sehnenansatz im Sinne eines Fersensporns
  • postoperative Weichteilschwellungen
  • Verstauchungen, Zerrungen, Blutergussbildungen
  • vorbeugend vor sportlichen Belastungen / gegen Fehlbelastungen

Kleiner kinesiologischer Einsteigerkurs für zu Hause

Am besten lassen Sie sich das richtige Tapen von einem Physiotherapeuten zeigen. Es scheint beim Kleben der Tapes wichtig zu sein, dass Sie die Pflasterstreifen so kleben, dass sich bei Bewegungen die Zugrichtung des Pflasters ändert. Auch die Richtung des Tapes beeinflusst seine Wirkung, was beim Anlegen des Pflasters beachtet werden muss. Die Haut, auf der Sie die Tapes anlegen, sollte haarfrei, sauber, fettfrei und trocken sein. Hautfett nehmen Sie am besten mit 45-prozentigem Alkohol ab.

Dann nehmen Sie die Ausgangsstellung des entsprechenden Körperteils ein. Anfang und Ende des Tapes ohne Zug aufkleben. Restliches Tape mit der benötigten Zugstärke nach Anleitung anbringen. Das Tape sollte faltenfrei geklebt werden, es darf nicht ziepen oder zu stark ziehen. Es sollte sich nie unangenehm anfühlen, sonst müssen Sie es wieder entfernen. Wenn der oder die Streifen richtig sitzen, streichen Sie mehrfach mit der flachen Hand von der Mitte des Tapes zu den Rändern hin, um den Kleber zu aktivieren. Sind die Tapes perfekt geklebt, lösen sie sich auch dann nicht ab, wenn Sie ins Schwitzen geraten. Duschen, Schwimmen und Baden sind problemlos möglich. Nach einer Woche sollten Sie ein Tape wieder entfernen, denn zum einen leiert es aus und zum anderen sollte die erwünschte Wirkung dann eingetreten sein.

So kleben Sie Ihre Schmerzen weg

Schritt-für Schritt-Anleitung am Beispiel „Verhärtung der Wadenmuskulatur“

  • Schritt 1: Zuerst die schmerzhafte Körperstelle (hier Zwillingswadenmuskel) dehnen: Kniestreckung, der Fuß wird fußrückenwärts gezogen (Flex-Stellung).
  • Schritt 2: Dann werden die Haltestreifen (Ankerstreifen) angelegt.
  • Schritt 3: Der Haupt-Tapestreifen wird in der Verlaufsrichtung der Muskulatur geklebt.
  • Schritt 4: Der Tapestreifen wird zur Verbesserung der Haltbarkeit glattgestrichen.

Kinesiotapes sorgen bei Bewegungen dafür, dass sich Haut- und Bindegewebsschichten gegeneinander verschieben. Das aktiviert nicht nur die Ver- und Entsorgung des Gewebes, sondern verbessert auch den Lymphfluss und die Durchblutung. Ödeme (Schwellungen) können besser abtransportiert werden. Der Druck im Gewebe wird verringert, Schmerzen nehmen ab, die Nährstoffzufuhr nimmt zu.

Daumenschmerzen in fünf Minuten lindern

  • Dehnen Sie Ihre betroffene Hand, indem Sie sie zehnmal zu einer Faust ballen und anschließend die Finger weit nach außen spreizen. Noch ein paar Mal die Hand im Kreis drehen.
  • Sie benötigen als Erstes ein circa 15 cm langes Y-Tape (etwa bis zur Hälfte mittig eingeschnitten). Runden Sie die Ecken ab. So halten die Tapes länger und lösen sich nicht vorzeitig ab. Legen Sie das Tape mit der Basis „daumenseitig“ an (an der rechten Hand ist das an der linken Handgelenkseite), dann ankleben und feststreichen. Anschließend wickeln Sie den linken Schenkel des Tapes außen an Ihrem Daumen vorbei, führen ihn an der Innenseite wieder zurück und kleben das Tape fest.

  • Analog kleben Sie nun den rechten Schenkel des Tapes zwischen Daumen und Zeigefinger und wickeln das Tape um den Daumen. Gut feststreichen.
  • Das folgende I-Tape (auf der Abbildung in Blau, nur zur optischen Unterscheidung) unterstützt zusätzlich Ihr Daumengelenk. Schneiden Sie ein 7 bis 10 cm langes Tape ab und runden Sie die Ecken ab. Befestigen Sie das I-Tape unter stärkerem Zug (dehnen Sie das Tape), und kleben Sie es über das Y-Tape am Daumensattelgelenk. Lassen Sie die Basis dabei auslaufen (ohne Zug ankleben) und festreiben.

Wichtig ist die Farbe des Tapes

Grundlage für die erfolgreiche Anwendung der Tapes ist neben einer korrekten Platzierung der Tapes vor allen Dingen die Auswahl der richtigen Farbe. Das Kinesiotaping arbeitet mit sechs unterschiedlichen Tapefarben, die durch einen erfahrenen Behandler mittels des kinesiologischen Muskeltests ausgewählt werden. Ein solcher Test zeigt, welche Farbe dem betroffenen Körperareal oder Muskel gut tut. So führen rote oder orange Tapes eher Energie zu, während blaue und grüne Tapes Energie absorbieren; gelbe Tapes verhalten sich in ihrer Wirkung ausgleichend, während hautfarbene Tapes eine rein mechanische Wirkung entfalten.

Eine wissenschaftliche Erklärung für die Wirkung von Farben, die nichts anderes als Lichtwellen sind, liefern unter anderem die Arbeiten des Biophysikers Professor Fritz Albert Popp, der den Informationsaustausch innerhalb des menschlichen Körpers durch Biophotonen erforscht. Diese Biophotonen sind kleinste Lichtteilchen, die laut Popp sämtliche Prozesse des menschlichen Körpers steuern und durch Aufnahme von Sonnenlicht im menschlichen Körper entstehen. Auffallend bei Patienten, die mit den Zähnen knirschen, ist die Tatsache, dass häufig auch Schulter- und Nackenmuskulatur verspannt sind. Deshalb erfolgt bei der lokalen Behandlung eine Mitbehandlung dieser Muskulatur.