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Eigenurin als Allheilmittel

Kleine Schnitte, Ekzeme oder Warzen haben Sie sich schnell einmal eingefangen. Um so länger dauert es, bis die Haut wieder geheilt ist – und gerade bei solchen kleinen Verletzungen will man ja nicht mit einem dicken Pflaster oder Verband herumlaufen.

Ein Mittel, das Sie unauffällig anwenden können, ist Ihr eigener Urin. Ein Gedanke, an den Sie sich vielleicht erst einmal gewöhnen müssen, herrscht doch heutzutage die Meinung vor, dass Urin etwas ist, was ungesund und im Grunde nur ein Abfallprodukt des Körpers ist. Dabei ist Urin eines der ältesten Heilmittel in der Medizin, und seine Anwendung ist auch heute auf der ganzen Welt verbreitet, besonders in traditionellen Kulturen. Infektionen, Hautkrankheiten, Allergien, hormonelle Störungen und chronische Erkrankungen können damit in vielen Fällen erfolgreich behandelt werden.

Heilmittel mit unerforschter Wirkung

Der menschliche Urin hat 2.000 bisher bekannte Inhaltstoffe; hierzu gehören unter anderem Harnstoff, Hormone, Immunglobulin, Vitamine, Aminosäuren, Salze und Fermente. Man kennt zwar heute die Wirkung der meisten dieser Stoffe im Körper, aber ihre Wirkung bei der Urintherapie ist nicht immer klar. Ärzte und Patienten, die mit Urin Erfahrungen gesammelt haben, berichten allerdings von positiven Heilungsprozessen bei zahlreichen, auch zum Teil sehr schweren Erkrankungen. Erfolge mit Urin-Anwendungen gibt es in Bereichen, in denen die Schulmedizin zum Beispiel mit Antibiotika und Cortison versagt, aber auch bei Entzündungen von Haut oder Hals, Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis, bei vegetativen Störungen wie Migräne, Depressionen oder Schlafstörungen und hormonellen Störungen wie Wechseljahrsbeschwerden. Eigenurin wirkt und hilft nicht bei jedem; es scheint typabhängig zu sein. Bei vielen Menschen hilft er jedoch gut.

Urin können Sie vielseitig anwenden

Urin kann vielseitig verwendet werden: Zum Einreiben, als Wickel oder Kompresse auf die Haut, zum Gurgeln bei Halserkrankungen, als Einlauf, Trunk und Spritze. Abgesehen von der Spritze können die Anwendungen einfach als „Hausmittel“ angewandt werden. Die meiste Überwindung kostet es wohl, den Urin zu trinken; allerdings kann diese Anwendung bei bestimmten Krankheiten sehr hilfreich sein. Wenn der Ekel zu groß ist, bietet sich als Alternative die Urin-Spritze an. Diese sollten Sie sich jedoch nur vom Arzt oder Heilpraktiker geben lassen. Da Urin schnell verkeimt, wird er vor der Injektion sterilisiert. Gegenüber den anderer Methoden hat die Urin-Spritze den Vorteil, dass diese sehr rasch wirkt.

Synthetischer Harnstoff ja, Urin nein?

Einige Wirkstoffe des Urins werden übrigens auch heute schon in der Schulmedizin verwendet. Urea, auch unter dem Namen Harnstoff bekannt, ist zu etwa 3 Prozent im Urin enthalten und wirkt unter anderem entzündungshemmend. Heute wird er synthetisch hergestellt und ist in vielen Hautsalben zum Beispiel gegen Neurodermitis und Pilzerkrankungen enthalten. Auch die Kosmetikindustrie verwendet Urea. Der Urin trächtiger Stuten enthält viel Östrogen. Aus diesem Grund wird er gesammelt, um daraus Hormonpräparate, z. B. gegen Wechseljahrsbeschwerden, herzustellen. Auch wenn die oben genannten Wirkstoffe des Urins in der Schulmedizin verwendet werden, lehnen die meisten Ärzte Behandlungen mit dem Eigenurin des Patienten ab. Dies begründen sie meist folgendermaßen: 1. Andere „normale“ Medikamente wirken besser und sind genauer dosierbar. 2. Die Behandlung mit Urin ist ethisch bedenklich. 3. Die Wirkung von Eigenurin ist nicht bewiesen und unerforscht.

Urin ist für die Forschung nicht von Interesse

Wenn Sie sich aber für Urintherapien interessieren, können Sie bei den unten angegebenen Adressen Ansprechpartner erhalten.

Kontaktadressen:

Deutsche Gesellschaft für Harntherapie e.V.

Frau Ingeborg Allmann Laurenmühlenbach 26 88441 Mittelbiberach Tel. (0 73 51) 7 54 00 Fax (0 73 51) 82 83 00 E-Mail: Urinheilen@aol.com

Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren

Am Promenadenplatz 1 72250 Freudenstadt Internet: www.zaen.org E-Mail: mail@zaen.org

Buch-Tipp

Carmen Thomas:

Urin – ein ganz besonderer Saft

Pieper Verlag München, ISBN 349222847

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