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Grundlagenwissen zum Thema Apfelessig

Egal ob Sie an Verstopfung oder Hautunreinheit leiden: Mit der Apfelessig-Kur können Sie diese Probleme in den Griff bekommen – so die Volksmeinung. Aber was ist wirklich dran an diesem „Allheilmittel“?

Essig ist aus unserem Alltag schlichtweg nicht mehr wegzudenken: wir verfeinern damit unsere Salate und Soßen, konservieren Gemüse, und es sind die Essigbeizen, die das Fleisch oft erst zart und bekömmlich machen. Darüber hinaus verwenden wir Essig im Haushalt als Putzmittel, beim Geschirrspülen und als Weichspüler für die Wäsche. Doch immer öfter kommt Essig – im besonderen Apfelessig – nun auch als Naturheilmittel ins Gespräch. Gegen Kopfschmerzen soll er genauso helfen wie gegen Verdauungsstörungen. Was hat es damit auf sich?

Wissenschaftler können sich nicht erklären, welche Substanzen den Essig zu dem gepriesenen „Wundermittel“ machen könnten. Viele von ihnen glauben nicht daran, dass es überhaupt irgendein Mittel gibt, das bei derartig vielen Problemen, wie vom Apfelessig immer wieder behauptet wird, helfen kann. Eine wissenschaftlich bewiesene Wirkung des Apfelessigs ist daher bisher nicht bekannt und leider auch nirgendwo wissenschaftlich dokumentiert.

Wissenschaftlich bewiesen jedoch ist, dass Apfelessig all das enthält, was auch den Apfel so gesund macht: Vitamin A, B1, B2, B6, Folsäure, Vitamin C und E sowie die Mineralstoffe und Spurenelemente Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphat, Eisen, Fluor, Jod und Zink, Kupfer, Selen.

Die enthaltenen Vitamine helfen Ihrem Körper, zu funktionieren

All die Inhaltsstoffe des Apfelessigs sind wichtig für Ihren Körper. Vitamin A etwa ist von Bedeutung für das Immunsystem und die Hautbildung. Zudem wirkt es als Wachstumsfaktor und ist notwendig für das Sehen. Die Vitamine B1, B2 und B6 sind wichtige Stoffwechselfaktoren. Ein Mangel an Folsäure zeigt sich besonders dort, wo eine schnelle Regeneration nötig ist wie an den Schleimhäuten oder bei der Blutbildung. Neuere Untersuchungen deuten auch darauf hin, dass ein Folsäuremangel über die Erhöhung des Homocysteingehaltes im Blut die Arteriosklerose fördern kann. Vitamin C, das bekannteste aller Vitamine, stärkt das Immunsystem und hilft dem Körper, Eisen aus der pflanzlichen Nahrung zu ziehen. Außerdem hat Vitamin C positive Wirkung auf die Anfälligkeit gegen Infektionskrankheiten und kann durch das Abfangen schädlicher Sauerstoffradikale die Tumorentstehung und die Entwicklung der Arteriosklerose hemmen.
Vom Vitamin E weiß man, dass es lebensnotwendig ist, obwohl kein konkretes Vitamin-E-Mangel-Symptom für den Menschen bekannt ist. Neuere Untersuchungen lassen jedoch vermuten, dass ein Mangel an Vitamin E zu Organstörungen führt, unter anderem auch zu Störungen im Zusammenhang mit dem Alterungsprozess.

Apfelessig enthält viele wichtige Stoffe

Einige Elemente sind wichtige Bestandteile unseres Organismus. Calcium zum Beispiel macht immerhin 1,5 Prozent unseres Körpergewichtes aus. Der größte Anteil ist in den Knochen und Zähnen gebunden. Das freie Calcium ist unter anderem für die Blutgerinnung und die Funktion von Nerven und Muskeln wichtig. Darüber hinaus wirkt es allergischen Reaktionen entgegen. Natrium reguliert den Wasserhaushalt und ist notwendig für die Funktion der Nervenund Muskelzellen, ähnlich wie Kalium, das ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Nerven- und Muskelarbeit spielt. Eisen wiederum fördert die Blutbildung und den Sauerstofftransport und beugt Anämie (den Mangel von roten Blutkörperchen) und Leistungsabfall vor. Spurenelemente sind nur in geringsten Mengen in unserem Körper vorhanden, doch sie sind lebenswichtig.

Bleiben noch jene Stoffe, die entstehen, wenn der Apfel zum Essig wird: Zunächst einmal die Essigsäure. Sie ist charakteristisch für jeden Essig und hilft bei der Verdauung von Fetten und Kohlehydraten. Die Zitronensäure wiederum braucht der Körper für den Kohlehydratstoffwechsel. Propionsäure hat konservierende Eigenschaften.

All das zusammen erklärt aber immer noch nicht die heilsamen Segnungen des Apfelessigs. Zudem fällt es der Wissenschaft schwer, die komplizierten Wechselwirkungen von mitunter Hunderten von Stoffen eines Naturheilmittels exakt zu beschreiben. Daher sind wir bei Apfelessig – genau wie bei anderen Naturheilmitteln – mehr auf Erfahrung und genaue Beobachtung angewiesen, und diese Erfahrungen gibt es genug.

Ein altes Hausmittel wurde wieder populär gemacht

Essig hat eine jahrtausendalte Tradition. Bereits vor 5000 Jahren stellten die Babylonier Essig aus Datteln her, konservierten ihr Fleisch darin und setzten Essig auch schon medizinisch ein. Auch den alten Ägyptern war der Essig bekannt. Sie tranken Essigmischungen als belebendes Getränk und nutzten Essig auch für die Schönheitspflege. Tausend Jahre später, im Mittelalter, wurde Essig dann richtig populär. Man stellte Dutzende von Sorten her und wusste auch um seine Heilkraft. Mit dem Aufkommen der modernen wissenschaftlichen Medizin und Pharmazie gerieten die alten Hausmittel immer mehr in Vergessenheit, bis einige besonders an der Volksmedizin interessierte Menschen den Apfelessig wieder entdeckten und populär machten. Heute stehen wir vor einer wahren Flut von Veröffentlichungen, die alle die Segnungen des Apfelessigs preisen. Zu Recht? Wer weiß. Wie schon erwähnt, es gibt keine wissenschaftlich fundierte Untersuchung zur Heilkraft des Apfelessigs. Aber es gibt viele Menschen, die auf Apfelessig schwören, weil sie mit ihm sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Auch bei diesem Mittel gilt: Sie müssen ausprobieren, ob es Ihnen bei bestimmten Dingen hilft – falsch machen können Sie auf jeden Fall kaum etwas. Denn Apfelessig hat so viele gesunde und wichtige Inhaltsstoffe, dass Sie Ihrem Körper auf jeden Fall etwas Gutes tun.

Um unverdünnten Essig sollten Sie einen Bogen machen

Sie sollten bei der Anwendung Folgendes beachten: Trinken Sie Apfelessig nie pur, da durch die hohe Säurekonzentration der Magen gereizt würde. Bei empfindlichem Magen sollten Sie ihn auch verdünnt nicht auf leeren Magen trinken.

Sollten die gesundheitlichen Probleme trotz der Behandlung mit Apfelessig aber auch nach einigen Tagen nicht verschwinden oder sich wenigstens gebessert haben, sollten Sie unbedingt einen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen.

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